Schlagwort: Horror

🏚️ Terrorscape 2 – Late Pledge, neue Maps und endlich wechselnde Haus-Skins

März 2026 / Hendrik / Keine Kommentare / Bearbeiten
Season 2 erweitert das starke Hidden-Movement-Horrorspiel sinnvoll – und trifft bei den Deluxe-Optionen genau meine Schwachstelle

🧭 Übersicht

Nach unserem ersten Testbericht zu Terrorscape 1 war für mich ziemlich schnell klar:

Terrorscape 2 schaue ich mir nicht nur an, ich steige auch ein.

Der aktuelle Late Pledge zu Terrorscape 2 läuft noch, und nachdem wir das erste Spiel inzwischen mehrfach auf dem Tisch hatten, war das Timing fast schon ideal.
Denn vieles, was mich an Season 1 überzeugt hat, wird hier nicht ersetzt, sondern gezielt ausgebaut: mehr Karten, mehr Charaktere, mehr Killer, mehr Möglichkeiten – und vor allem einige Anpassungen, die direkt an Punkten ansetzen, die im ersten Teil ohnehin schon auffällig waren.

Vorweg:

👉 Terrorscape 2 wirkt auf mich nicht wie unnötiges “mehr vom Gleichen”, sondern wie eine sehr sinnvolle Weiterentwicklung.


🔪 Was ist Terrorscape 2 überhaupt?

Terrorscape 2 bleibt dem Grundprinzip der Reihe treu:
Ein asymmetrisches Horror-Spiel, in dem eine Person den Killer übernimmt und die anderen als Survivors versteckt, scavenged und Fluchtwege vorbereitet – oder sich irgendwann zum letzten riskanten Gegenschlag entscheidet. Die Killerseite jagt mit Deduktion, Geräuschen und Druck, während die Überlebenden Risiken abwägen, Wege planen und sich möglichst lange nicht erwischen lassen.

Neu ist dabei vor allem:
Season 2 ist standalone, aber gleichzeitig voll kompatibel mit Season 1. Killer, Survivors und Maps lassen sich also grundsätzlich zwischen beiden Boxen kombinieren. Zusätzlich wächst das Spiel laut BGG von 2–4 auf 2–5 Personen, bei weiterhin rund 30–45 Minuten Spielzeit.

Das ist für mich direkt einer der größten Pluspunkte der Kampagne:

👉 ICE Makes setzt nicht auf einen harten Neustart, sondern auf ein Baukastensystem.

Wer Season 1 bereits besitzt, erweitert sein System.
Wer neu einsteigt, kann trotzdem mit Season 2 beginnen.


🆕 Was ist neu an Season 2?

Die Kampagne verspricht eine Reihe inhaltlicher Erweiterungen.
Genannt werden insbesondere:

  • 6 neue Killer
  • 7 neue Survivors
  • neue Maps
  • neue Mechaniken auf den Karten
  • zusätzliche Suchorte wie Weapons und Medical Search Locations
  • neue Items
  • zusätzliche Siegwege für die Survivors, darunter wohl auch konfrontativere Endspiele und Reparaturziele

Gerade diese Richtung finde ich spannend.
Denn Terrorscape 1 lebt bereits sehr gut von Spannung, Verfolgung und Hidden Movement. Wenn Season 2 jetzt nicht bloß neue Miniaturen drauflegt, sondern auch mehr strategische Endzustände und mehr Entscheidungspunkte auf den Karten einführt, dann ist das genau die Art von Weiterentwicklung, die ich mir für ein schnelles, asymmetrisches Spiel wünsche. Diese Schlussfolgerung ist natürlich noch ein Eindruck aus der Kampagne und kein fertiges Spieletest-Fazit – aber die Designrichtung wirkt auf mich sehr plausibel.


🏠 Die für mich spannendste Neuerung: das neue Screen-System

Einer der auffälligsten Punkte von Terrorscape war schon in Season 1 das große Haus in der Mitte des Tisches.
Es ist Blickfang, Trennelement und Wiedererkennungsmerkmal zugleich.

Genau dort setzt Season 2 nun sichtbar an.
Laut Kampagnenseite wurde die Screen Structure überarbeitet, um sie stabiler, schneller im Aufbau und leichter beim Verstauen zu machen. Gleichzeitig sollen sich Skins beziehungsweise seitliche Verkleidungen austauschen lassen, um die Optik stärker an die jeweilige Karte anzupassen. Das Kampagnenmaterial zeigt genau diese Richtung sehr deutlich.

Und genau das trifft bei mir einen Nerv.

Denn in unserem Bericht zu Terrorscape 1 war bereits ein Punkt:
Der zentrale Trenner ist zwar markant, bleibt aber optisch immer derselbe. Ob Herrenhaus, Labor, Gruft oder Wald-Setting – der dominante Mittelbau verändert sich in Season 1 nicht. Gerade deshalb finde ich die Screen Sidings aus Season 2 tatsächlich reizvoll und eben nicht bloß kosmetisch überflüssig. Sie lösen kein Problem der Mechanik, aber sie verbessern voraussichtlich die Immersion genau an der Stelle, die man die ganze Partie über ansieht.


🧰 Welche Pledges gibt es?

Im Kern stehen in der Kampagne mehrere Richtungen offen:

  • Terrorscape 2 als reines Grundspiel für 85 Dollar
  • das Gameplay Bundle für 169 Dollar
  • umfangreichere Deluxe All-In-Varianten
  • dazu diverse Add-ons wie Acrylmarker, Miniaturen-Upgrades, Foilkarten, Storage Boxes und die neuen Screen-Sidings. Auch ein Late Pledge ist laut Kampagnen-Update bzw. Pledge Manager verfügbar.

Für mich war die Entscheidung im Kern recht schnell klar:

👉 Wenn schon, dann das Gameplay Bundle.

Nur das Basegame zu nehmen, hätte sich für mich bei Terrorscape falsch angefühlt.
Gerade weil die Partien eher kompakt sind, lebt das Spiel für mich stark davon, dass schnell andere Killer, andere Survivors und andere Maps auf den Tisch kommen. Genau diese Varianz ist bei einem schnellen asymmetrischen Spiel aus meiner Sicht nicht bloß Bonus, sondern fast Teil des eigentlichen Reizes.

Das war im Grunde dieselbe Überlegung wie bei Season 1 – nur dass sie mir dort damals durch Gus ein wenig abgenommen wurde.


💸 Wo es teuer wird: Deluxe-Komponenten

Richtig ins Grübeln kam ich erst bei den Deluxe-Optionen.

Denn natürlich gibt es einige Upgrades, die auf dem Papier sehr nett aussehen:

  • Acrylic Tokens
  • zusätzliche Miniaturen-Pakete
  • Foil Killer Cards
  • Screen Sidings
  • Deluxe Storage Boxes
  • teils auch Sundrop-Varianten in den großen Paketen

Hier kommt man allerdings sehr schnell in Preisregionen, in denen man sich ehrlich fragen muss, was man wirklich braucht – und was nur das angenehm kribbelnde Crowdfunding-Gefühl bedient.

Meine Entscheidung fiel am Ende eher kontrolliert aus.


✅ Wofür ich mich selbst entschieden habe

Ich bin am Ende relativ nah an meinem Ansatz bei Terrorscape 1 geblieben.

Nicht genommen habe ich zusätzliche Miniaturen für Türen oder sonstige Marker.
So hübsch das sein mag: Für mich gehört das klar in die Kategorie „nett, aber nicht nötig“.

Eingestiegen bin ich dagegen bei:

  • dem Gameplay Bundle
  • den Screen Sidings
  • den Acrylic Tokens
  • der Katze

Die Entscheidung für die Acrylmarker war für mich einfach.
Ich mag solche Upgrades in der Praxis meist lieber als Pappmarker, gerade bei Spielen, die regelmäßig Zustände, Hinweise oder wiederkehrende Effekte sichtbar machen.

Und die Screen Sidings waren ohnehin einer der Hauptgründe, warum mich Season 2 zusätzlich gereizt hat. Genau darüber hatte ich ja schon im Zusammenhang mit dem ersten Teil nachgedacht – nun liefert die Kampagne an dieser Stelle eine echte Antwort.


📦 Mein größtes Zögern: die Deluxe Storage Box

Am längsten überlegt habe ich bei der großen Deluxe Storage Box.

Gerade hier fehlt mir bei Terrorscape 1 tatsächlich schon etwas.
Es ist schlicht praktisch, wenn ein Spiel mit seinen Erweiterungen an einem Ort sauber organisiert ist. Laut Kampagnenseite werden die Deluxe-Inhalte sogar gezielt mit Aufbewahrung und vorkonfigurierter Boxenstruktur beworben.

Trotzdem bin ich am Ende nicht eingestiegen.

Warum?

Weil ich dann eigentlich konsequent alles aus Season 1 und Season 2 gemeinsam an einem Ort unterbringen wollen würde. Und genau da fängt man schnell an, nicht mehr nur „praktisch“ zu kaufen, sondern einem Ordnungsgefühl hinterherzulaufen, das dann sehr teuer wird.

Mit anderen Worten:

👉 Die Storage Box hat mich gereizt.
👉 Mein innerer Vernunftprüfer war diesmal aber knapp stärker.


🧠 Mein Eindruck zur Kampagne

Aus meiner Sicht macht die Kampagne einiges richtig.

Sie verkauft nicht bloß neue Figuren oder neue Artworks, sondern kommuniziert recht klar, wo Season 2 das System erweitert:

  • mehr Figurenvielfalt
  • mehr Karten
  • mehr Kombinationen
  • mehr thematische Anpassung beim Sichtschirm
  • zusätzliche Ziele und Suchorte für Survivors

Gerade nach unseren Partien mit Terrorscape 1 klingt das für mich überzeugend.
Denn das Grundspiel funktioniert bereits. Wenn Season 2 nun an Immersion, Variabilität und Endspieloptionen schraubt, dann ist das genau die Richtung, in die ich mir die Reihe wünsche.

Natürlich bleibt bis zum echten Test offen, wie gut sich die neuen Mechaniken am Tisch tatsächlich anfühlen. Auch die freie Kombinierbarkeit von Seasons klingt zunächst hervorragend, wird sich aber am Ende daran messen lassen müssen, ob sie nicht nur „geht“, sondern auch thematisch und spielerisch sinnvoll bleibt. Die Kompatibilität selbst ist aber ausdrücklich Teil der Kampagne.


💬 Fazit

Terrorscape 2 wirkt auf mich wie eine sehr clevere Fortsetzung.

Nicht größer um jeden Preis, sondern gezielt erweitert an den richtigen Stellen.
Mehr Maps, mehr Killer, mehr Survivors, neue Suchorte und zusätzliche Siegwege sind genau die Art von Ausbau, die zu einem asymmetrischen Hidden-Movement-Spiel passt. Dass dazu noch das Screen-System überarbeitet und thematisch individualisierbar wird, ist für mich fast der charmanteste Schritt der ganzen Kampagne.

Für mich persönlich war deshalb schnell klar:

👉 Ich bin dabei.

Nicht im maximalen Deluxe-Overkill.
Aber eben in der Version, die für mich spielerisch und haptisch den meisten Sinn ergibt.

Und jetzt bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen:

Wie schnell kommt das alles auf den Tisch?


ℹ️ Kampagneninfos

Projekt: Terrorscape 2
Plattform: Gamefound
Verlag: ICE Makes
Spielerzahl: 2–5
Spieldauer: 30–45 Minuten
Typ: Standalone, kompatibel mit Season 1
Kern-Neuheiten: neuer Screen, neue Maps, 6 neue Killer, 7 neue Survivors, neue Suchorte und zusätzliche Siegwege

🔪 Terrorscape – Spielebewertung

Asymmetrischer Horrorthriller mit starker Tischpräsenz und richtig gelungenem Hidden Movement

🧭 Übersicht

Terrorscape ist uns schon seit Jahren aufgefallen.
Spätestens auf der SPIEL in Essen 2025 war das kaum zu übersehen: Das riesige Haus in der Mitte des Tisches trennt beide Seiten, erzeugt sofort Atmosphäre und sorgt für einen enormen Wiedererkennungswert.

Ein solcher Trenner ist im Brettspielbereich selten. Klar: Verdeckte Bewegung und geheime Informationen sind keine neue Erfindung. Schiffe versenken ist hier das denkbar einfachste Beispiel. Und auch bei uns im Regal kennt man Trennwände etwa aus Stratego – dort allerdings nur für die Aufbauphase.

Terrorscape macht daraus aber etwas Eigenes. Der große 3D-Mittelbau ist eben nicht nur Gimmick, sondern fester Bestandteil des Spielerlebnisses. Beide Seiten bekommen ihren eigenen großen Spielplan, das Material füllt den Tisch sinnvoll aus und erzeugt genau die Art von Spannung, die ein asymmetrisches Horror-Spiel braucht.

Wir haben in den letzten Tagen das Basegame sowie alle vier vorliegenden Erweiterungen gespielt und getestet. Die verschiedenen Spielmodi und die freie Kombination von Killern und Spielplänen haben wir bislang noch nicht vertieft ausprobiert. Deshalb ist dies bewusst Teil 1 unseres Tests:
Im Fokus stehen hier zunächst das Grundspiel, die Zusatzboxen und unser Ersteindruck nach mehreren Partien.

Vorweg schon das Wichtigste:

👉 Terrorscape hat uns richtig gut gefallen.


🎁 Wie kam das Spiel zu uns?

Auf dem Radar hatten wir Terrorscape schon länger. Eingestiegen sind wir zunächst trotzdem nicht.
Am Anfang waren wir uns nicht sicher, ob das Horror-Thema schon das Richtige für die Kinder ist. Später war die Kampagne dann durch – und nachträglich sind wir auch nicht mehr eingestiegen.

Der Kontakt kam dann über ICE Makes zustande.
Im Zusammenhang mit der Kampagne zu Epochs hatten wir Rückfragen zu einigen Komponenten und dabei auch erwähnt, dass ein Pressekontakt für uns grundsätzlich spannend wäre. Auf diesem Weg entstand der Austausch mit Gus und als die Frage kam, welches Spiel uns aus dem Portfolio besonders interessieren würde, war die Antwort recht klar:

Terrorscape.

Gegen Übernahme der Versandkosten sowie Einfuhrabgaben haben wir schließlich das Spiel erhalten. Preislich war das mit bereits rund 129 Dollar sicher kein Schnäppchen, allerdings bekamen wir dafür das Basegame plus vier Erweiterungen.

Daher an dieser Stelle der transparente Hinweis:

➡️ Wir besprechen hier ein teilentgeltlich erhaltenes Rezensionsexemplar, das uns ohne inhaltliche Verpflichtung zur Verfügung gestellt wurde.

Die einzige echte Verpflichtung war eher unsere eigene:
Den Test möglichst noch abzuschließen, bevor der Late Pledge zu Terrorscape II endet.


🧱 Material & Tischpräsenz

Über die Tischpräsenz muss man bei Terrorscape eigentlich gar nicht lange diskutieren:
Das Spiel sieht einfach stark aus.

Das zentrale Haus als Trenner ist der absolute Blickfang und gibt dem Spiel einen ganz eigenen Auftritt. Die Fenster, Türen und sonstigen Details sind dabei allerdings im Wesentlichen aufgedruckt. Zwar bringt der Raumtrenner durch seine Bauweise durchaus körperliche Tiefe mit, die Box ist schließlich ordentlich breit, frontal betrachtet bleibt er aber eher eine flache Kulisse als ein wirklich plastisches 3D-Gebäude. Das ist aus unserer Sicht jedoch kein echter Kritikpunkt, denn während der Partie erfüllt der Trenner seine Aufgabe hervorragend und die Wirkung am Tisch bleibt trotzdem stark.

Viel wichtiger ist:

  • beide Seiten bekommen einen großen, gut nutzbaren Spielplan
  • das Material wirkt durchdacht und passend
  • der Tisch ist voll, aber nicht überladen
  • auch die Erweiterungen liefern jeweils neue Boards und frische optische Reize

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt ausgerechnet beim auffälligsten Bauteil:
Das zentrale Haus bleibt in allen bisher getesteten Erweiterungen identisch. Ob wir im Herrenhaus, im Labor, in der Gruft oder im Feriencamp spielen – der dominante Mitteltrenner ändert sich optisch nicht.

Gerade deshalb wirkt die angekündigte Idee aus Terrorscape II, diesen Bereich optional mit neuen Frontplatten thematisch anzupassen, durchaus reizvoll. Das ist kein Muss, aber ein Detail, das die Immersion weiter steigern könnte.


🎲 Spielidee & Ablauf

Terrorscape ist ein asymmetrisches Hidden-Movement-Spiel für 2 bis 4 Personen, bei dem eine Seite den Killer übernimmt und die andere Seite ein Team aus Überlebenden spielt.

Die Grundidee ist schnell erklärt:

  • Der Killer sucht und jagt
  • die Überlebenden verstecken sich, sammeln Schlüssel oder reparieren das Radio
  • Lärm, Positionierung, Timing und Sonderfähigkeiten entscheiden darüber, wer die Oberhand gewinnt

Das klingt zunächst vertraut, spielt sich aber angenehm dynamisch.
Die Partien sind flott, spannend und erzeugen schnell genau dieses klassische Horrorfilm-Gefühl: Man versucht noch einen letzten Schritt zu wagen, hofft unentdeckt zu bleiben und plötzlich steht der Killer doch schon bedrohlich nah.

Gerade der Hidden-Movement-Aspekt funktioniert aus unserer Sicht ausgesprochen gut.
Das Spiel erzeugt konstant Spannung, ohne unnötig kompliziert zu werden. Mit einer BGG-Complexity von 2,28/5 trifft das Spiel aus unserer Sicht auch ziemlich genau seinen Platz: zugänglich, aber nicht banal.


📖 Unser Einstieg in die erste Partie

Auf die erste Session haben wir drei uns ganz unterschiedlich vorbereitet:

  • ich habe nach dem Gym zwei YouTube-Videos gehört und teilweise gesehen,
  • Josef hat sich die Videos tatsächlich komplett angeschaut,
  • Maja hat die Regeln gründlich durchgearbeitet.

Dadurch konnten wir schon kurz nach Ankunft des Pakets loslegen.
Das Spiel kam mittwochs an, ich habe donnerstags aufgebaut und freitags konnten wir direkt die ersten Partien spielen.

Die erste Runde war noch etwas holprig. Wir mussten ein paar Details nachschlagen und haben vermutlich auch den einen oder anderen Fehler gemacht. Das ist bei einem asymmetrischen Spiel mit mehreren Sonderfähigkeiten aber aus unserer Sicht völlig normal.

Wichtiger war:

Schon nach dieser Eingewöhnung lief das Spiel flüssig und rund.


🔪 Das Basegame

Bereits das Grundspiel bringt genug Material und Varianz mit, um sich länger damit zu beschäftigen. Enthalten sind drei Killer und sechs spielbare Helden – und genau hier zeigt Terrorscape bereits seine größte Stärke:

👉 Die Figuren spielen sich wirklich unterschiedlich.

Das gilt für beide Seiten.
Die Killer bringen verschiedene Formen von Bedrohung, Jagd und Druck ins Spiel, während die Helden andere Werkzeuge, Stärken und Herangehensweisen mitbringen. Dadurch fühlt sich das Spiel auch nach mehreren Partien nicht sofort gleich an.

Und das ist aus unserer Sicht ein wichtiger Punkt:
Schon das Basegame allein hätte uns einige Stunden beschäftigt. Die Erweiterungen sind also kein Rettungsanker für zu wenig Inhalt, sondern echte Ergänzungen auf einer bereits stabilen Grundlage.


🧪 Die Erweiterungen im ersten Eindruck

Schon am Samstag haben wir mit den Erweiterungen weitergemacht.
Getestet wurden bislang:

  • Amorphous Peril
  • Putrefied Enmity
  • Lethal Immortals
  • Feral Instincts

Was uns dabei besonders positiv aufgefallen ist:
Die Erweiterungen liefern nicht einfach nur „mehr vom Gleichen“, sondern setzen jeweils eigene Akzente.

Amorphous Peril

Diese Box führt uns ins Labor und bringt neue Killer und neue Spannung mit.
Gerade thematisch funktioniert das sehr gut. Die Gegnertypen haben bei uns sofort Assoziationen an moderne Creature-Horror-Stoffe geweckt – in unserem Fall durchaus mit einem kleinen Stranger Things-Einschlag.

Auch spielerisch bleibt es nicht bei bloßer Abwechslung auf dem Papier:
Die Killer fühlen sich anders an, erzeugen anderen Druck und sorgen dafür, dass man sich wieder neu auf das Setting einstellen muss.

Putrefied Enmity

Die Gruft / Tomb war bei uns thematisch direkt ein Treffer.
Untote, Ruinen, ein verwinkeltes Grabmal; das zieht einfach. Und auch hier bleibt es nicht bei einer hübschen Kulisse: Die Erweiterung bringt nicht nur einen neuen Killer, sondern gleich mehrere neue Überlebende und zusätzliche Elemente auf den Plan.

Die Mischung aus engerem Bedrohungsgefühl, neuem Spielplan und klarer thematischer Linie funktioniert ausgesprochen gut.

Lethal Immortals

Diese Erweiterung hat uns besonders durch ihre Idee gefallen.
Denn hier kommt eben nicht nur „ein weiterer Gegner“ ins Spiel, sondern gleich mehrere marmorne Wächterfiguren.

Zwar gibt es eine zentrale Hauptbedrohung, aber auch die übrigen Statuen suchen und attackieren die Helden. Das verändert die Partie spürbar, denn auf einmal entsteht viel mehr Druck auf dem gesamten Plan.

Besonders gelungen fanden wir dabei die Abstimmung zwischen Held und Gegnerseite:
Der neue Held profitiert davon, sich am Rundenende in der Nähe eines Gegners aufzuhalten, weil er dadurch an Aktionskarten kommt. Genau dieses Spannungsverhältnis aus Risiko und Belohnung funktioniert hier sehr schön.

Auch der neue Spielplan fügt sich stimmig ein.

Feral Instincts

Die letzte getestete Erweiterung haben Maja und ich in mehreren Partien zu zweit ausprobiert.
Der Name ist hier wirklich Programm: In einem verlassenen Feriencamp mit Außenanlagen geht es deutlich wilder zu.

Neu sind dabei nicht nur zwei weitere Killer, darunter ein Werwolf und eine Art wilde Schamanin beziehungsweise Waldbewohnerin mit Fallen, sondern auch zwei zusätzliche Mechaniken auf dem Spielbrett. Genannt seien hier insbesondere ein Koffer sowie eine Abkürzung für die Killer.

Beides bringt frischen Wind ins Spiel und passt thematisch sehr gut zum Setting.
Auch hier zeigt sich wieder: Terrorscape schafft es, neue Ideen so einzubauen, dass sie nicht wie Fremdkörper wirken.


👨‍👩‍👧‍👦 Spielerlebnis bei uns am Tisch

Was bei uns schnell funktioniert hat, war die unmittelbare Spannung.
Die Partien erzählen kleine Horrorgeschichten, ohne dass man dafür lange Anläufe braucht.

Der Killer fühlt sich bedrohlich an, die Überlebenden sind permanent unter Druck, und trotzdem bleibt genug Raum für clevere Züge, kleine Hoffnungsfenster und taktische Entscheidungen.

Ein kleiner Kritikpunkt ergibt sich allerdings ausgerechnet aus der Grundidee des Spiels:
Die drei Personen auf der Überlebendenseite können sich naturgemäß nur eingeschränkt austauschen, weil ja gerade sie im Verborgenen agieren. Das ist thematisch absolut stimmig, kann aber am Tisch manchmal dazu führen, dass man sich als Team weniger abstimmt, als man es eigentlich gerne würde.

Fast ironisch gesagt:

👉 Ausgerechnet die Versteckten können sich schlechter koordinieren als der jagende Einzelspieler.

Das ist kein echter Mangel, aber durchaus ein Punkt, den man vor dem Kauf wissen sollte – gerade wenn man bei kooperativen Spielen sehr viel offene Absprache liebt.


🧠 Was wir bisher noch nicht getestet haben

Unser erster Test ist bewusst noch nicht vollständig erschöpfend.
Bislang nicht vertieft getestet haben wir insbesondere:

  • Killer auf „fremden“ Spielplänen
  • die verschiedenen Spielvarianten und Modi
  • wie stark sich freie Kombinationen langfristig auf Balancing und Atmosphäre auswirken

Gerade thematisch erscheint uns nicht jede Kombination automatisch reizvoll.
Marmorstatuen im Wald wirken beispielsweise erst einmal weniger stimmig als im Schloss. Möglich ist aber natürlich, dass solche Mischungen spielmechanisch trotzdem sehr spannend sind.

Hier werden wir also noch nachlegen.


⭐️ Unsere Bewertung ⭐️

Zugänglichkeit: 🟢 Hoch
Die Grundidee ist schnell verstanden: Eine Seite jagt, die andere versteckt sich, sammelt Hinweise, sucht Schlüssel oder versucht zu entkommen. In der ersten Partie muss man noch einzelne Details nachschlagen, danach läuft das Spiel aber angenehm flüssig.

Interaktion: 🟢 Sehr hoch
Terrorscape lebt vollständig von der Interaktion beider Seiten. Jede Bewegung, jedes Geräusch und jede Vermutung beeinflusst die Partie unmittelbar. Besonders stark ist dabei das asymmetrische Wechselspiel aus Suche, Verstecken, Bluff und Risiko.

Spielspaß: 🟢 Sehr hoch
Bei uns hat das Spiel direkt gezündet. Gerade der Hidden-Movement-Aspekt sorgt für echte Spannung am Tisch, und die Partien erzählen schnell kleine Horrorgeschichten mit dramatischen Wendungen.

Wiederspielwert: 🟢 Sehr hoch
Schon das Basegame bringt viel Abwechslung durch unterschiedliche Killer und Helden. Die vier getesteten Erweiterungen legen hier noch einmal deutlich nach und setzen jeweils eigene spielerische und thematische Schwerpunkte.

Material & Gestaltung: 🟢 Sehr hoch
Die Tischpräsenz ist enorm. Das zentrale Haus als Trenner bleibt sofort im Kopf, die Spielpläne sind groß, das Material umfangreich und die Erweiterungen fügen sich optisch gut ein. Nur der Raumtrenner selbst ist frontal eher Kulisse als echtes 3D-Gebäude – das stört im Spielbetrieb aber kaum.


💬 Stimmen der Hügelzelter-Redaktion

Maja:
„Ich finde es richtig spannend, dass man nie genau weiß, wo der Killer gerade ist.“

Josef:
„Die unterschiedlichen Killer machen echt viel aus. Man muss sich jedes Mal ein bisschen anders einstellen.“

Hendrik:
„Für mich ist das genau die Art Hidden-Movement-Spiel, die Spannung nicht nur verspricht, sondern am Tisch auch wirklich erzeugt.“


❣️ Gesamtbewertung

4,5 von 5 Meeples

Terrorscape ist für uns:

  • ein atmosphärisches Hidden-Movement-Spiel
  • mit enormer Tischpräsenz
  • starkem asymmetrischem Spielgefühl
  • abwechslungsreichen Killern und Helden
  • und sehr gelungenen Erweiterungen

Warum keine 5 von 5?

Ein kleiner Punkt Abzug bleibt, weil die Überlebenden als Team sich naturgemäß nur eingeschränkt austauschen können. Das passt zwar thematisch hervorragend, macht die Abstimmung am Tisch aber manchmal etwas sperriger, als man es aus anderen kooperativen Spielen kennt. Außerdem haben wir die freien Kombinationen von Killern und Spielplänen sowie die zusätzlichen Spielmodi bislang noch nicht vertieft getestet.

Trotzdem gilt schon jetzt:

👉 Terrorscape hat uns richtig überzeugt.

Gerade mit Blick auf den Hidden-Movement-Aspekt gehört es für uns klar zu den stärkeren Vertretern des Genres.


ℹ️ Spieleinfos (BGG)

Name: Terrorscape
Designer: Jeffrey CCH
Verlag: ICE Makes
Spielerzahl: 2–4
Spieldauer: 30–45 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Komplexität (BGG): 2,28 / 5
BGG-Rating: ca. 8,6 bis 8,7
BGG-Rang: Overall Top 700 / Thematic Top 100


🔜 Ausblick

Unser erster Test ist damit abgeschlossen.

Noch nachreichen möchten wir:

  • Eindrücke zu den zusätzlichen Spielvarianten
  • Tests mit Killern auf anderen Spielplänen
  • einen kurzen Blick auf den Late Pledge zu Terrorscape II

Und so viel sei schon verraten:

👉 Da bin ich inzwischen eingestiegen.