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Von Karteikarten zur App (3/3): Was schiefging, und was ich gelernt habe

Im zweiten Teil ging es darum, was die App kann. Jetzt der unangenehmere Teil: was dabei kaputtging, wer daran schuld war und was davon sich auf einen Kanzleischreibtisch übertragen lässt.

Die Arbeitsteilung

Fangen wir mit dem Begriff an, der gerade durch jede Diskussion geistert: „Vibe Coding“: Man beschreibt, was man haben will, übernimmt das Ergebnis und schaut nicht hin.

So lief es hier nicht. Die Anforderungen kamen von mir, die Entscheidungen auch: Was ist ein eigener Datensatz? Wie hängen Erweiterungen am Grundspiel? Welche Reihenfolge hat der Redaktionsexport? Code und Struktur kamen von Claude. Und dann wurde jede Datei eingebaut, gestartet, ausprobiert und wenn es klemmte, gemeinsam diagnostiziert.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Nicht weil ich den Code Zeile für Zeile geprüft hätte, das kann ich in Swift schlicht nicht. Sondern weil ich jederzeit wusste, was die App tun sollte, und deshalb sofort merkte, wenn sie etwas anderes tat. Fachliche Kontrolle ersetzt keine technische Prüfung, aber sie fängt erstaunlich viel ab.

Was das Modell falsch gemacht hat

Drei Fehler haben mich echte Zeit gekostet, und alle drei waren lehrreich.

Der erste war der teuerste, weil er „leise“ war. Mehrfach wurden neue Datenfelder angelegt, ohne sie als optional zu kennzeichnen. Die Folge: Beim Start scheiterte das Laden der alten Sicherungs- bzw. Exportdaten, die kannte das neue Feld ja nicht, und die App zeigte nur ihre alten Beispieldaten an. Kein Fehler, keine Meldung, nur plötzlich falsche Spiele in meinem Regal. Wer nicht weiß, dass es Beispieldaten gibt, denkt an dieser Stelle, seine Sammlung sei weg.

Der zweite war handwerklich. Einmal wurden vier Dateien gleichzeitig umgebaut, ohne die davon abhängigen mitzuziehen. Das Ergebnis war eine Fehlerkaskade, deren Ursprung sich erst nach längerem Suchen zurückverfolgen ließ.

Der dritte war ein Ratschlag. „Dupliziere das Projekt als Sicherung, bevor du das umbaust.“ Klingt vernünftig. In Swift Playground führte es dazu, dass der Datencontainer beim Kopieren nicht mitkam. Die Sicherung war also genau das Problem. Ein gut gemeinter Rat, der die Lage verschlechtert hat.

Das ist der Punkt, den ich für die wichtigste Erkenntnis der zehn Tage halte: Die gefährlichen Fehler sind nicht die, bei denen etwas rot aufleuchtet. Es sind die, bei denen alles normal aussieht.

Was das Werkzeug falsch gemacht hat

Um fair zu bleiben: Der größere Teil des Ärgers ging nicht auf das Modell zurück, sondern auf die Umgebung.

Swift Playground ist für Lernprojekte mit drei Dateien gebaut. Meine App hat inzwischen dreißig. In dieser Größenordnung traten immer dieselben Symptome auf: Dateien, die sich partout nicht registrieren ließen. Umbenennungen, die nach einem Neustart wieder zurücksprangen. Und eben jene Datencontainer, die beim Kopieren verlorengingen.

Der Tiefpunkt: Ein verrutschtes Einfügen löschte zwei Dateien. Kein Papierkorb, keine Historie, keine Rücknahme. Drei Stunden Wiederherstellung, für einen Fehlgriff von einer Sekunde.

Die wichtigste Lehre

Nach drei Tagen hatte sich eine Regel herausgeschält, die den Rest des Projekts getragen hat: immer komplette Dateien, nie Teiländerungen.

„Ersetze in Zeile 47 den Ausdruck durch…“ klingt effizient und ist die häufigste Fehlerquelle überhaupt. Man fügt an der falschen Stelle ein, übersieht eine Klammer, oder die Beschreibung passt nicht mehr, weil sich die Datei zwischenzeitlich geändert hat. Eine vollständige Datei dagegen ist eindeutig: markieren, ersetzen, starten. Sie kostet mehr Zeichen und spart Stunden.

Wem gehören eigentlich die Daten?

Ein Exkurs, der über das Projekt hinausgeht und der euch als Spielerinnen und Spieler direkt betrifft.

BoardGameGeek verlangt seit dem letzten Jahr eine Registrierung für seine Schnittstelle. Das ist verständlich und für nicht-kommerzielle Zwecke kostenlos; die Auflage ist im Wesentlichen das „Powered by BGG“-Logo. Nur: Die Schnittstelle liest. Sie schreibt nicht. Meine 150 Spiele kann ich aus BGG in meine App holen. Meine eigene Sammlung dort zu pflegen bleibt Klickarbeit, Titel für Titel.

Bei Kickstarter und Gamefound ist es schlichter: Dort gibt es gar keine offene Schnittstelle. Alles, was ich über meine unterstützten Projekte weiß, habe ich selbst zusammengetragen: aus Mails, Screenshots und einer über Jahre gepflegten Tabelle. Deshalb betreiben wir hier auf dem Blog überhaupt Crowdfunding-Archäologie: Was die Plattformen nicht herausgeben, verschwindet mit ihnen.

Man merkt es beim Bauen deutlicher als beim Benutzen. Die eigenen Daten liegen in fremden Häusern, und die Tür geht nur in eine Richtung auf.

Was ich für die Kanzlei mitnehme

Vier Dinge, und keines davon hat mit Swift zu tun.

Das Datenmodell schlägt die Syntax. Wer weiß, wie ein Sachverhalt strukturiert ist, kommt mit einem Modell weit, auch ohne die Sprache zu beherrschen. Wer es nicht weiß, bekommt sehr schnell sehr viel Code, der das Falsche tut.

Die Prüfpflicht wandert, sie verschwindet nicht. Ich musste den Code nicht schreiben. Aber ich musste wissen, was herauskommen sollte, und das Ergebnis dagegen halten. Genau so wird es bei jedem KI-Einsatz im Beruf sein.

Stille Fehler sind das eigentliche Risiko. Eine Fehlermeldung ist harmlos, sie zwingt zum Hinsehen. Ein plausibles falsches Ergebnis ist es nicht. Das gilt für Beispieldaten in einer Spiele-App genauso wie für alles, was in einer Kanzlei plausibel aussieht.

Sicherung und Versionierung sind keine Kür. Die drei Stunden Reparatur wären mit einer ordentlichen Versionsverwaltung ein einziger Befehl gewesen. Ich habe das dreißig Jahre lang für ein Entwicklerthema gehalten. Es ist eine Arbeitstechnik.

Wie es weitergeht

Der Mac mini ist bestellt. Damit wird aus Swift Playground Xcode, aus „bloß nichts kaputtmachen“ eine Versionsverwaltung mit Git, und aus einer App auf einem iPad eine App auf mehreren Geräten, über CloudKit für die gemeinsamen Daten und TestFlight für die Verteilung an Familie und Redaktion.

Denn das ist die eigentliche Lücke im jetzigen Stand: Die App liegt auf einem iPad. Josef und Maja können ihre Ranglisten nicht pflegen, ohne dass ich ihnen das Gerät reiche. Für ein Werkzeug, dessen ganzer Witz die verschiedenen Perspektiven auf dieselbe Sammlung sind, ist das ein Konstruktionsfehler.

Und dahinter wartet das Thema aus dem ersten Teil: ein lokal betriebenes Sprachmodell. Wer erst einmal gesehen hat, wie viel Arbeit ein Modell abnehmen kann, versteht besser, warum die Frage, wo es läuft und was mit den Eingaben passiert, keine technische Randnotiz ist.

Und die Karteikarten?

Die liegen noch irgendwo zu Hause in einer Schachtel. Ich werde sie suchen, wenn wir aus dem Urlaub zurück sind – nicht nur aus Nostalgie, sondern weil die alten Spiele auch noch in die App müssen. Und weil die Idee damals bereits richtig war, aber so ist es nun einfacher.

Heute fragt uns die App, wer mitspielt und wie viel Zeit wir haben. Herauskommt dasselbe wie damals: ein Spiel, das neutral vorgeschlagen wird und deshalb keine Diskussion auslöst.

Manchmal braucht eine gute Idee eben dreißig Jahre Technikgeschichte, um richtig zu funktionieren.

Von Karteikarten zur App (2/3): Zehn Tage, ein iPad, kein Mac

Im ersten Teil ging es darum, warum ich mich als Steuerberater überhaupt an eine App setze. Jetzt zur Sache: Wie aus vier Fragen in zehn Urlaubsabenden ein Werkzeug wurde und was es kann.

Anderthalb Stunden für einen Dateidialog

Ausgangslage am Abend des 8. August: ein iPad Pro mit Magic Keyboard, kein Mac, kein Plan. Meine Programmierkenntnisse stammen anscheinend aus einer anderen Zeit

Swift hatte ich nie angefasst, iOS-Entwicklung nie auch nur aus der Ferne betrachtet und eigentlich hatte ich auch erwartet mit KI gar nicht viel selber tippen zu müssen … „leider“ nicht am IPad.

Die erste Hürde war entsprechend banal: Welche App lädt man überhaupt? Die Antwort heißt Swift Playground, ist kostenlos und läuft auf dem iPad. Die zweite Hürde war schlimmer. Ich habe rund anderthalb Stunden gebraucht, um ein bereits angelegtes Projekt wieder zu öffnen. Nicht wegen des Codes, sonder aufgrund Apples Dateidialog. Ich bin auch schon mal schneller in neue Software eingestiegen.

Drei Abende bis zur brauchbaren App

„Hello World“ war als Messlatte für den ersten Abend zu niedrig. Am Ende des ersten Abends stand eine navigierbare Spieleliste, die ihre Daten als JSON speicherte und jedem Spiel einen Redaktionsstatus mitgab – berichtet, geplant, offen. Aus Redaktionssicht wäre ich fast fertig …

Tag zwei brachte den zentralen Datenspeicher, die Personenverwaltung, die Partienerfassung mit Fotos und Eindrücken, Suche, Filter, einen Textexport und ein App-Icon. Tag drei die Struktur in Reitern, erste Statistiken, das Elo-Ranking, Import und Export sowie Coverbilder.

Drei Abende von null auf funktionsfähig. Was dabei half, waren weniger die alten Programmierkenntnisse als das Datenmodell-Denken: Welche Entitäten gibt es, wie hängen sie zusammen, was ist ein eigener Datensatz und was nur ein Attribut? Wirtschaftsmathematik und Jahre mit Datenbanken zahlen sich an dieser Stelle aus. Wer eine Spielesammlung sauber modelliert, hat die halbe App.

150 Spiele aus Regalfotos

Die schönste Abkürzung kam am dritten Tag. Statt 150 Titel abzutippen, habe ich unser Regal fotografiert. Claude hat die Buchrücken gelesen und daraus eine Liste gemacht, ich habe korrigiert, wo die Schachtelkante zu wenig hergab oder eine Erweiterung als eigenständiges Spiel durchging.

Das ist keine Magie und es war auch nicht fehlerfrei. Aber der Unterschied zwischen „ich tippe drei Abende lang Titel ab“ und „ich prüfe eine Stunde lang eine Liste“ entscheidet darüber, ob so ein Projekt überhaupt bis zum Ende kommt.

HTTP 401

Am vierten Tag sollte BoardGameGeek dazukommen – Verlag, Autor, Grafik, Erscheinungsjahr, Komplexität, Bewertung, Rang, Cover. Die XML-Schnittstelle von BGG ist seit vielen Jahren dieselbe, sie ist gut dokumentiert, und sie antwortete: HTTP 401.

Der Grund: BGG verlangt seit dem letzten Jahr eine Registrierung für die API. Nicht-kommerzielle Nutzung bleibt kostenlos, Auflage ist im Wesentlichen das „Powered by BGG“-Logo. Also Antrag gestellt und ins Bett gegangen. Am Folgetag war er genehmigt.

Danach ging es schnell: ein Stapelabgleich für alle Spiele auf einmal, ein Picker für Erweiterungen, und schließlich der Crowdfunding-Bereich mit 99 Projekten, die aus einer Excel-Tabelle einwanderten.

Was die App heute kann

Die Sammlung. 150 Spiele mit den BGG-Daten im Rücken. Viele Titel müssen nach dem Urlaub noch erfasst werden. Die App führt bewusst den deutschen Schachteltitel und daneben den englischen BGG-Titel. Wer je versucht hat, eine deutsche Sammlung gegen eine englische Datenbank zu pflegen, weiß, warum das kein Detail ist. Und wichtige (eigentlich bekannte) Erkenntnis: Man brauch reine ID und nicht den Namen, um den Abgleich sauber und regelmäßig hinzubekommen.

Die Partie. Wer hat mitgespielt, wie lange, was ist passiert. Dazu Fotos, ein Eindruck in Textform und eine Note pro Person auf einer Zehnerskala. Nach ein paar Wochen ist das ein Spieltagebuch, das keiner von Hand geführt hätte.

Das Ranking. Statt jeden zu bitten, 150 Spiele in eine Reihenfolge zu bringen, was niemand tut, zeigt die App immer zwei Spiele nebeneinander: Welches lieber? Daraus entsteht pro Person eine Elo-Wertung. „Kenne ich nicht“ ist eine gültige Antwort und verzerrt die Wertung nicht. Josef, Maja und ich haben damit drei sehr unterschiedliche Ranglisten über dasselbe Regal.

Der Vorschlag. Das ist die Karteikarten-Verlosung von 2016, nur klüger. Wer spielt mit, wie viel Zeit haben wir, worauf haben wir Lust — und heraus kommen fünf Titel aus der Schnittmenge der persönlichen Top 50 aller Beteiligten. Dazu einer, den wir lange nicht auf dem Tisch hatten. Der sechste ist mir der liebste: Er bringt genau die Spiele zurück, für die früher die Karten zuständig waren.

Die Crowdfunding-Ecke. Gut 99 Projekte über ihren gesamten Lebenszyklus, vom Pledge bis zur Lieferung, dazu eine Bewertung der Verlage und eine Merkliste für Essen. Erstmals kann ich die Frage „was steht eigentlich noch aus?“ beantworten, ohne alte E-Mails zu durchsuchen. Her muss ich allerdings noch etwas manuelle Pflege einplanen.

Der Redaktionsexport. Der Teil, den nur wir brauchen, der aber der Grund für vieles andere war. Auf Knopfdruck entsteht eine Artikelvorlage: zuerst meine eigenen Notizen, dann die Stimmen der Mitspielenden, dann die Zahlen aus den Partien, dann die BGG-Daten und ein etwaiger Verlagstext klar als Fremdtext ausgewiesen. Diese Reihenfolge ist Absicht. Im Artikel soll von uns ja kein zweiter Verlagstext geschrieben werden.

Zwei Entscheidungen, die sich gelohnt haben

Die eine ist die mit den Titeln: deutsche Schachtel vorne, BGG-Titel daneben. Die andere betrifft Erweiterungen. Sie liegen im Datenbestand als eigene Einträge, so wie BGG sie führt, erscheinen in der Sammlungsliste aber unter dem jeweiligen Grundspiel. Das klingt nach Kleinkram, entscheidet aber darüber, ob Statistiken stimmen und ob man eine Erweiterung wiederfindet, deren Karten längst in der Grundspielschachtel stecken.

Beides waren Entscheidungen, die ich getroffen habe, nicht das Modell. Und das ist der Übergang zum dritten Teil: Wie die Arbeitsteilung zwischen Mensch und KI tatsächlich aussah, was dabei gründlich schiefging und was ich daraus für die Kanzlei mitnehme.

Teil 3: Was schiefging, und was ich gelernt habe.

Von Karteikarten zur App (1/3): Warum ein Steuerberater Apps baut

In diesem Artikel wird kein (Brett-)Spiel besprochen, nicht mal ein Computerspiel. Es geht um das Werkzeug, das inzwischen zwischen uns und unserem Regal steht, und um die Frage, warum ich zehn Urlaubsabende und einige Autofahren als Beifahrer darauf verwendet habe, es selbst zu bauen.

Zwei Schreibtische

Ich sitze beruflich an zwei Schreibtischen. Am einen bin ich Steuerberater und Partner der Kanzlei Mußenbrock & Partner mbB. Am anderen entsteht das hier: die Spielwiese der Hügelzelter, seit 2025 unser Blog über Brettspiele, Messen und Crowdfunding.

Auf den ersten Blick haben die beiden Schreibtische wenig gemeinsam. Auf den zweiten sehr viel, denn an beiden <verändert sich gerade dasselbe. Wer heute Mandaten betreut, arbeitet mit Software, die vor fünf Jahren so nicht existierte. Wer heute publiziert, ebenso. Und in beiden Feldern steht dieselbe Frage im Raum: Was macht man eigentlich mit künstlicher Intelligenz, wenn man sie nicht nur ausprobieren, sondern verantwortlich einsetzen will?

Ich habe für mich beschlossen, dass ich diese Frage nicht vom Zuschauerrang aus beantworten möchte. Man versteht ein Werkzeug erst, wenn man damit etwas gebaut hat, das kaputtgehen kann.

1998, und was daraus wurde

Meine erste Homepage habe ich 1998 gebaut. Handgeschriebenes HTML, Tabellenlayout, ein Sammlung animierter GIFs und kein Gedanke an Copyright, Datenschutz oder auch nur Content. Der Stand der Technik seinerzeit genau wie heute war Anlass genug sich daran auszuprobieren. Danach kamen ein Schreibmaschinenkurs und Turbo Pascal; m Studium dann Java, irgendwann VBA in ziemlichem Umfang und SQL zumindest lesend. Nichts davon macht mich zum Entwickler. Aber es hinterlässt eine Art Grundgefühl dafür, wie Daten und Programme zusammenhängen.

So ähnlich sah es damals aus …

Im vergangenen Jahr habe ich mich an die Homepage gemacht, auf der du gerade liest. In diesem Jahr an Apps. Das ist (k)eine Midlife-Krise mit Tastatur, sondern eine Reihenfolge: Erst versteht man, wie man Inhalte ins Netz bringt. Dann, wie man eigene Daten strukturiert. Und irgendwann, wie man beides mit Modellen verbindet, die einem beim Denken helfen.

Das eigentliche Fernziel

Denn die App ist ein Zwischenschritt. Wohin ich eigentlich will, ist ein lokal betriebenes Sprachmodell – KI, die im Haus bleibt.

Der Grund dafür ist berufsbedingt naheliegend. In einer Steuerberatungskanzlei sind die interessantesten Anwendungsfälle immer die mit den heikelsten Daten. Genau dort verbieten sich Dienste, bei denen man nicht mit letzter Sicherheit sagen kann, wo die Eingaben landen und was mit ihnen geschieht. Ein Modell, das auf eigener Hardware läuft, löst dieses Problem an der Wurzel statt über Zusicherungen Dritter.

Bis dahin ist es ein weiter Weg, und ich bin ihn noch nicht zu Ende gegangen. Aber jeder Schritt darauf – Datenmodelle entwerfen, Schnittstellen anbinden, verstehen, wo ein Modell zuverlässig ist und wo es nur zuverlässig klingt – ist ein Schritt, den man einmal gemacht haben muss.

Reine Fingerübungen halten mich nicht am Ball

Nur: Lernen um des Lernens willen funktioniert bei mir nicht. Tutorials mit Beispieldaten sind nach drei Abenden erledigt, weil nichts davon weh tut, wenn es verlorengeht. Ich brauchte ein Projekt, das ich wirklich benutzen würde. Und bei dessen Nutzung, dann auch neue Ideen kommen, also ein Alltagsproblem.

Das lag näher, als ich dachte. Denn bei aller Sortierung im Regal fehlte uns seit Jahren die Übersicht über das eigene Hobby. Vier Fragen, die wir uns immer wieder stellten und nie sauber beantworten konnten:

  • Was haben wir eigentlich alles? Inklusive der Erweiterungen, die in fremden Schachteln stecken.
  • Was mögen wir davon? Und zwar wer genau, denn Josef, Maja und ich sortieren dieselbe Sammlung sehr unterschiedlich. Und das schon seit vielen Jahren.
  • Worüber haben wir schon berichtet? Eine Frage, die sich mit jedem Monat Blog dringlicher stellt.
  • Welche Kampagnen stehen eigentlich noch aus? Bei inzwischen rund 100 unterstützten Projekten auf Kickstarter und Gamefound eine Frage, die niemand mehr aus dem Kopf beantwortet.

Vier Fragen sind noch kein Lastenheft, aber sie sind ein Anfang. Und sie haben den Vorteil, dass falsche Antworten sofort auffallen.

Karteikarten, 2016

Die fünfte Frage ist die älteste und die einfachste: Was spielen wir heute Abend?

Wir haben sie uns vor knapp zehn Jahren zum ersten Mal ernsthaft gestellt, damals noch mit deutlich kleineren Kindern und einem Regal voller Kinderspiele, das keiner mehr überblickte. Meine Lösung war analog: Ich habe von jedem Spiel ein Bild gemacht, die Bilder auf Karteikarten gebracht und die Karten zur Auslosung gestellt. Was gezogen wurde, wurde auch gespielt (Zumindest meistens). Das hat erstaunlich gut funktioniert, denn es nahm die Diskussion aus der Entscheidung und brachte Spiele zurück auf den Tisch, die sonst hinten im Regal verstaubt wären.

Was es nicht konnte: mitzählen. Es wusste nicht, wer wen wie oft geschlagen hat, wie lange ein Spiel wirklich dauert, wann wir es zuletzt gespielt haben und wer es überhaupt mag.

Zehn Jahre später kann das eine App. Sie fragt, wer mitspielt, wie viel Zeit wir haben und worauf wir Lust haben. Danach kommt ein strukturierte Vorschlag: Fünf Titel aus der Schnittmenge der persönlichen Ranglisten vor. Plus einen, den wir lange nicht auf dem Tisch hatten. Die Karteikarten von damals, nur dass sie sich merken, wie der Abend ausgegangen ist und noch etwas Luft für die eigene Entscheidung lassen.

Wie es dazu kam

Gebaut habe ich sie zwischen dem 8. und dem 17. August, im Urlaub, überwiegend abends und nachts. Auf einem iPad. Ohne Mac. Ohne je zuvor eine Zeile Swift geschrieben zu haben. Und mit einem KI-Modell als Gegenüber, das den Code schrieb, während ich entschied, was er können sollte.

Wie das ablief, was am Ende dabei herauskam und wo die Sache gehörig schiefging — davon handeln die beiden folgenden Teile.

Teil 2: Zehn Tage, ein iPad, kein Mac.

Die Hügelzelter-App im Rundgang

Offtopic und zugleich der Auftakt. In den kommenden Wochen erzähle ich in drei Teilen, wie diese App entstanden ist: in zehn Urlaubsabenden, auf einem iPad, ohne je zuvor eine Zeile Swift geschrieben zu haben. Vorher aber das Ergebnis: sieben Bildschirme, was sie zeigen und warum sie so aussehen, wie sie aussehen.

Stand der Dinge: Die App läuft in Swift Playground auf einem iPad. Sie liegt in keinem App Store und wird dort auch nie liegen. Sie verwaltet aktuell 151 Spiele und 16 erfasste Partien.

Die Sammlung

Der erste Reiter ist der, den ich am häufigsten öffne. Jede Zeile trägt das Cover, den Titel, den Verlag, die Spielerzahl und die Spieldauer — darunter die BGG-Bewertung, die Komplexität und das Erscheinungsjahr.

Zwei Details, die im Bild leicht untergehen: Bei Spielen mit abweichendem englischen Titel steht dieser klein unter dem deutschen — bei 7 Wonders Architects etwa 7 Wonders: Architects, bei Alhambra Family Box das Alhambra: Family Box von BGG. Ohne diese zweite Zeile findet man in einer deutschen Sammlung nichts wieder, was in einer englischen Datenbank steht.

Und die Liste ist ehrlich: Aventuria mit einer BGG-Wertung von 4,6 steht genauso drin wie Ark Nova mit 8,5. Eine Sammlung ist keine Bestenliste.

Das einzelne Spiel

Die Detailansicht ist bewusst dreigeteilt, und die Reihenfolge ist Absicht.

Oben unsere eigenen Angaben: Verlag, Spielerzahl, Spielzeit — dazu der Redaktionsstatus und unsere Bewertung. Bei Deep Regrets stehen dort noch zwei Striche, weil wir zwar zwei Partien gespielt, aber noch nichts geschrieben haben.

Darunter der Block von BoardGameGeek: Autor und Grafik (bei diesem Titel beides Judson Cowan), Jahr, Altersfreigabe, Komplexität, Bewertung, Rang und die Mechaniken. Wichtig ist die letzte Zeile: Stand: 17. Aug 2026. BGG-Werte altern, Ränge verschieben sich. Wer eine Zahl aus einer Datenbank zitiert, sollte dazusagen, wann er sie geholt hat — das gilt für einen Blogartikel genauso wie für einen Prüfbericht.

Ganz unten der Verlagstext, überschrieben mit „Verlagstext von BGG“. Er steht bewusst am Ende und bewusst mit Herkunftsangabe. Was der Verlag über sein Spiel sagt, ist eine Information — aber eben nicht unsere.

Die Partien

Jede Partie mit Datum und Teilnehmenden, absteigend nach Datum. Was hier nach einer schlichten Liste aussieht, ist die Grundlage für alles Weitere: Ohne erfasste Partien gibt es keine Statistik, keine Siegquoten und keinen „lange nicht gespielt“-Vorschlag.

Zu sehen ist übrigens auch, wie ein Urlaub aussieht, in dem nebenbei eine App entsteht: dreimal dnup an zwei Tagen, dreimal Quantik, zweimal Flip 7. Kurze Spiele gewinnen, wenn abends noch programmiert wird.

Ein Eintrag heißt „Unbekanntes Spiel“. Auch das bleibt drin — es ist ein Testdatensatz aus den ersten Tagen, und er erinnert mich daran, dass jede Datenbank ihre Altlasten hat.

Die Statistik

Der Überblick oben ist schnell erzählt: 151 Spiele, 16 Partien, 9 Stunden 35 Minuten Spielzeit. Darunter der laufende Monat, die meistgespielten Titel und eine Zeile pro Person mit Partien und Siegen.

Interessanter ist der untere Teil, der nichts mit Statistik zu tun hat: Sicherung exportieren, Sicherung einlesen, BGG-Abgleich starten, Spiele einzeln nachbearbeiten, BGG-Kennzahlen aktualisieren. Das sind die Werkzeuge, die aus Schaden/Fehlern entstanden sind: ein verrutschtes Einfügen, zwei gelöschte Dateien, drei Stunden Reparatur. Die Geschichte dazu kommt im dritten Teil der Serie; die Export-Funktion steht jedenfalls nicht ohne Grund an erster Stelle.

Ganz unten steht das „Powered by BGG“-Logo. Das ist keine Höflichkeit, sondern die Bedingung, unter der BoardGameGeek seine Schnittstelle für private Zwecke freigibt.

Das Ranking

Hier liegt die Idee, auf die ich am meisten stolz bin, und sie ist geklaut — aus dem Schach.

Niemand bringt 151 Spiele in eine Reihenfolge. Aber jeder kann sagen, welches von zwei Spielen ihm besser gefällt. Genau das fragt die App, immer wieder, mit zwei Coverbildern nebeneinander: dnup oder The Witcher: Old World? Dazu „Unentschieden“, „Überspringen“ und — für jede Seite einzeln — „Kenne ich nicht“.

Aus diesen Paarvergleichen entsteht eine Elo-Wertung, wie man sie von Schachranglisten kennt. Unten sieht man das Ergebnis, und man sieht auch, wie jung es noch ist: An der Spitze stehen Dune: Imperium, Voidfall und Terra Nova mit 1.572 Punkten, aber der lange Rest hängt bei 1.548 — dem Startwert. Diese Spiele wurden schlicht noch nicht verglichen. Eine Rangliste braucht Zeit, und das ist in Ordnung: Sie soll ja das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen sein, nicht eines langen Abends.

Der Vorschlag

Und hier kommen die Karteikarten von 2016 zurück, nur mit Gedächtnis.

Man stellt ein, wer mitspielt, wie viel Zeit zur Verfügung steht und ob eine bestimmte Mechanik gefragt ist. Die App nimmt daraufhin die persönlichen Top 50 aller Beteiligten, bildet die Schnittmenge und prüft, was zur Spielerzahl und zur Zeit passt.

Herauskommen fünf Vorschläge — im Bild Photosynthese, 7 Wonders Architects, Borderlands, Wizard und Agent Avenue, jeweils mit Mechaniken darunter. Wem das nicht gefällt, drückt auf „Nochmal würfeln“; der Name ist eine Verbeugung vor den Karten.

Darunter steht die Rubrik, die mir am wichtigsten ist: Lange nicht gespielt. Ein einzelner Titel, der es aus eigener Kraft nie in die Auswahl schaffen würde. Im Bild ist es Zug um Zug — ein Spiel, das jeder kennt, jeder mag und trotzdem seit Ewigkeiten im Regal steht.

Das Funding

Der siebte Reiter ist der, der außerhalb dieses Blogs vermutlich niemanden interessiert und für uns der wertvollste ist: zahlreihe unterstützte Crowdfunding-Projekte mit Plattform, Verlag, Status und gezahltem Betrag in Euro.

Tainted Grail: The Fall of Avalon für 127,44 €, Frosthaven für 125,32 €, Munchkin Dungeon für 77,79 € und dazwischen VOYAGES als Print-and-Play für 4,63 €. Genau diese Zahlen verschwinden nach ein paar Jahren gern aus dem Netz, wenn Kampagnenseiten umgebaut oder gelöscht werden. Was hier steht kann von uns später noch genutzt werden.

Oben lässt sich nach ausstehenden Projekten filtern. Die Antwort auf „Was kommt eigentlich noch?“ dauert jetzt zwei Sekunden statt zwei Stunden.

Hinter den Kulissen

Zum Schluss ein Blick auf das, worin das alles steckt: Swift Playground auf dem iPad, links die Dateiliste, rechts die ContentView — jene Datei, in der die sieben Reiter definiert werden, die durch diesen Artikel geführt haben.

Man sieht in der Seitenleiste ganz gut, wie so ein Projekt wächst: BGGService, BGGImport, BGGSearchView, CampaignFormView, ExpansionPickerView, HuegelzelterStore. Aus den drei Dateien, für die diese Umgebung gedacht ist, sind rund dreißig geworden.

Was noch fehlt

Alles, was hier zu sehen ist, liegt auf genau einem Gerät. Die Ranglisten der anderen entstehen nur, wenn ich ihnen das iPad reiche — für ein Werkzeug, dessen ganzer Sinn die unterschiedlichen Perspektiven auf dasselbe Regal sind, ist das der eigentliche Mangel.

Der nächste Schritt steht deshalb fest, und er hat mit Brettspielen wenig zu tun: ein Mac, Xcode statt Playground, eine Synchronisierung über die Geräte hinweg und eine Verteilung an die Familie. Wenn das läuft, melde ich mich wieder.

Zuvor aber die Geschichte dahinter. Warum ein Steuerberater überhaupt anfängt, Apps zu bauen; wie aus „welche App lade ich eigentlich?” in zehn Abenden das hier wurde; und was dabei gründlich schiefgegangen ist — in drei Teilen, hier auf der Spielwiese.

Ich packe meinen Berlingo… und nehme 30 Brettspiele mit

Es gibt Menschen, die überlegen vor dem Urlaub zuerst, welche Kleidung sie einpacken.

Bei mir läuft das etwas anders.

Die erste Frage lautet jedes Jahr: Welche Brettspiele müssen mit?

Meine Frau Anne behauptet mittlerweile, ich würde dabei etwas übertreiben (also nicht nur bei den Brettspielen). Ich sehe das naturgemäß völlig anders. Schließlich weiß man nie, worauf man nach einem langen Urlaubstag Lust hat. Ein schnelles Kartenspiel? Einen anspruchsvollen Kennerspielabend? Oder vielleicht doch eine große Kampagne?

Und außerdem: Dieses Jahr ist der Neo sogar zuhause geblieben. Das ist doch schon fast Minimalismus.


Der Berlingo als Spielemobil

Wer unseren Reiseberichten schon länger folgt, kennt die Tradition.

Im Berlingo wird zuerst die obere Kofferraumablage mit Brettspielen gefüllt. Dort sind sie jederzeit griffbereit und lassen sich schnell hervorholen.

Normalerweise verschwinden zusätzlich noch einige kleine Schachteln unter den Vordersitzen. Dieses Jahr hat das allerdings längst nicht gereicht.

Also wanderte zusätzlich eine komplette Klappkiste voller Spiele ins Auto.

Werden wir wirklich alle Spiele spielen? Vermutlich nicht.

Werden wir es versuchen? Auf jeden Fall.

Genau das gehört inzwischen irgendwie zu unseren Urlauben dazu.


Brettspiele sind nur ein Teil des Urlaubs

Auch wenn der Kofferraum etwas anderes vermuten lässt: Wir verbringen den Urlaub natürlich nicht ausschließlich am Spieltisch.

In der Dachbox und im restlichen Auto befinden sich außerdem unter anderem:

  • Tischtennisschläger
  • Frisbee
  • Taucherflossen
  • Schnorchelausrüstung
  • Boulderschuhe
  • diverses Camping- und Freizeitmaterial.

Gebouldert haben wir inzwischen bereits zweimal und auch das Tauchen beziehungsweise Schnorcheln wird in den kommenden Tagen sicherlich noch eine größere Rolle spielen. Nach zwei Tagen SUP fragen wir uns außerdem gerade: Wieviele SUP könnte man noch ins Auto bekommen?

Die Brettspiele übernehmen dann den gemütlichen Teil des Tages.


Technik darf ebenfalls nicht fehlen

Ganz ohne Technik fahren wir ebenfalls nicht los.

Mit dabei sind dieses Jahr:

  • Steam Deck
  • Nintendo Switch 2
  • Apple Vision Pro
  • Surface
  • iPad Pro
  • Kindle
  • fünf oder sechs Romane.

Besonders spannend entwickelt sich dabei für mich inzwischen die Apple Vision Pro.

Während längerer Autofahrten kann ich als Beifahrer Filme schauen, Bilder sortieren, Rezensionen schreiben oder mit Tastatur und Trackpad insbesondere produktiv arbeiten. Gerade für längere Reisen ist das deutlich angenehmer geworden, als ich ursprünglich erwartet hätte.

Dazu wird es nach dem Urlaub sicherlich noch einen eigenen Erfahrungsbericht geben.

Das Surface begleitet mich dagegen hauptsächlich für die Redaktion der Spielwiese der Hügelzelter, für ein wenig Arbeit und aktuell natürlich auch für die Gründung unseres Gaming & E-Sport Vereins.


Auch das Hobby fährt mit

Wie schon im vergangenen Jahr befinden sich außerdem wieder Miniaturen und Farben im Gepäck.

Die Farben reisen selbstverständlich gut gekühlt in einer Kühltasche.

Vielleicht ergibt sich irgendwo zwischen Campingplatz, Ferienwohnung und Terrasse wieder die Gelegenheit, ein paar Figuren zu bemalen.

Schließlich gehört für mich zum Brettspielhobby längst nicht mehr nur das Spielen selbst.


Was bisher auf den Tisch kam

Eine Woche Urlaub liegt inzwischen hinter uns. Erstaunlich viele Spiele haben wir bereits geschafft.

Und bei fast jedem davon gab es einen guten Grund, warum es unbedingt mitfahren musste.


Dune: Imperium

Eigentlich sollte unsere Rezension zu Dune: Imperium bereits online sein.

Unsere erste Partie in der Runde der Redaktion fand tatsächlich erst hier im Urlaub statt. Der Artikel ist inzwischen fast fertig geschrieben, allerdings möchten wir vor der Veröffentlichung noch mindestens eine weitere Partie spielen. Zum einen, um unsere Eindrücke zu bestätigen, zum anderen fehlen uns schlicht noch ein paar schöne Fotos.

Der Bericht wird deshalb vermutlich kurz nach diesem Urlaubsartikel erscheinen.

Schon jetzt können wir aber verraten: Das Spiel hat unsere Erwartungen definitiv erfüllt. Erneut!


Rebirth

Nach unserer ausführlichen Rezension musste Rebirth natürlich ebenfalls mit auf Reisen.

Das Spiel gehört inzwischen zu unseren liebsten Kennerspielen. Die Regeln sind schnell erklärt, trotzdem steckt jede Menge taktische Tiefe darin. Gerade an ruhigen Urlaubsabenden funktioniert Rebirth deshalb hervorragend.


Agent Avenue

Ein Spiel, das deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die Mischung aus Bluffen, Einschätzen des Gegners und cleverem Timing macht jede Partie spannend. Außerdem passt die kleine Schachtel problemlos noch irgendwo zwischen die großen Kartons.


Confusing Lands

Confusing Lands war ebenfalls schnell eingepackt.

Die Regeln sind in wenigen Minuten erklärt, trotzdem beginnt das Gehirn schon nach kurzer Zeit zu rauchen. Genau solche Spiele lieben wir im Urlaub.


Mindbug

Mindbug gehört inzwischen ebenfalls zu den festen Begleitern unserer Reisen.

Wenige Karten, kurze Spielzeit und trotzdem fühlt sich jede Partie komplett anders an. Besonders schön: Dieses Mal durfte zusätzlich auch Mindbug: King of Tokyo mit ins Gepäck.

Was in den nächsten Tagen noch auf den Tisch soll

Der Urlaub ist allerdings noch lange nicht vorbei. Gut neun Tage (in Ferienwohnungen) liegen noch vor uns und entsprechend lang ist auch die Liste der Spiele, die wir unbedingt noch spielen möchten.

Witchbound

Ganz oben auf meiner persönlichen Liste steht Witchbound.

Die Situation ist inzwischen fast schon etwas kurios. Nachdem ich vorher lange darauf gewartet habe, endlich meine Hände an das Spiel zu legen, bin ich immer noch nicht dazu gekommen. Maja hat das Spiel bereits komplett durchgespielt und wartet nun geduldig darauf, dass ich endlich nachziehe. Erst dann können wir gemeinsam unsere Eindrücke zusammentragen und den Artikel veröffentlichen.

Eigentlich ist genau dafür Urlaub da: endlich einmal genügend Zeit, um ein umfangreicheres Spiel in Ruhe kennenzulernen.


Deep Regrets

Auf Deep Regrets freue ich mich mindestens genauso sehr.

Das Spiel ist bei uns erst kurz vor dem Urlaub angekommen. Eigentlich hätte es schon deutlich früher im Regal stehen sollen. Ich hatte allerdings den Fehler gemacht, die Bestellung gemeinsam mit einigen Titeln aufzugeben, die erst deutlich später erschienen sind. Dadurch musste das gesamte Paket warten.

Umso größer war die Freude, als es schließlich doch noch rechtzeitig vor unserer Abreise ankam.

Bevor wir loslegen, möchte ich allerdings erst einmal in Ruhe die Regeln lesen und das Spiel vorbereiten. Genau dafür bieten sich entspannte Urlaubstage hervorragend an.

Vielleicht wird Deep Regrets sogar die Überraschung dieser Reise.


Keep the Heroes Out

Auch Keep the Heroes Out musste selbstverständlich wieder mit.

Eigentlich müsste inzwischen längst die Boss-Battles-Erweiterung auf den Tisch kommen. Die liegt nämlich schon seit einer gefühlten Ewigkeit bei uns im Regal.

Das Problem ist allerdings nicht die Erweiterung.

Wir sind schlicht noch immer nicht mit dem Grundspiel fertig.

Warum? Weil wir uns konsequent weigern, auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad zu spielen.

Das sorgt regelmäßig dafür, dass die Helden uns ordentlich einheizen. Frustig wird das erstaunlicherweise trotzdem nie. Im Gegenteil, gerade dieser Anspruch sorgt dafür, dass wir immer wieder eine neue Partie starten möchten.


Zug um Zug – Legenden des Westens

Auch Zug um Zug – Legenden des Westens durfte erneut mitfahren.

Die Legacy-Kampagne haben wir längst abgeschlossen und unsere Rezension ist ebenfalls bereits erschienen.

Viele Legacy-Spiele verschwinden nach der Kampagne dauerhaft im Regal.

Nicht dieses.

Denn genau das hat uns an Legenden des Westens so begeistert. Am Ende der Kampagne verschwindet das Spiel nicht im Schrank, sondern entwickelt sich zu einem vollwertigen Zug-um-Zug-Spiel, das wir auch Monate später noch unglaublich gerne auf den Tisch bringen.

Gerade deshalb durfte die große Schachtel erneut mit in den Urlaub. Auch ohne neue Umschläge oder Überraschungen macht das fertige Spiel einfach richtig viel Spaß.


DOG

Natürlich musste auch DOG wieder mitfahren.

Eigentlich besitzen wir inzwischen mehrere Varianten. Agent DOG, Black DOG und sogar die kleine Reiseversion stehen ebenfalls im Regal.

Mitgenommen wurde trotzdem das Original.

Nicht die platzsparende Reiseausgabe mit drei Figuren pro Spieler, sondern ganz bewusst die große Box.

Irgendwie spielt sich DOG mit vier Figuren pro Spieler einfach genau so, wie es sein soll.

Außerdem bietet die große Schachtel noch einen weiteren Vorteil.

Zwischen den Einsätzen verstecken sich bei uns nämlich gleich mehrere andere Spiele.


Skull Queen, Slice and Dice und Doppelkopf reisen gleich mit

In unserer DOG-Schachtel wohnen inzwischen nicht nur die Originalfiguren.

Dort haben außerdem Skull Queen, Slice and Dice und sogar ein Doppelkopfblatt ihren festen Platz gefunden.

Die Box ist einfach groß genug und spart dadurch erstaunlich viel Platz im Auto.


Die Frühstücksspiele

Während Maja und ich morgens durchaus noch etwas länger schlafen, sieht der Rest der Familie das etwas anders.

Anne und Josef sitzen häufig schon mit einer ersten Partie am Frühstückstisch.

Genau deshalb dürfen einige kleine Spiele bei keinem Urlaub fehlen.

Allen voran:

  • Qwixx
  • Qwinto
  • Noch mal! Noch mal so gut!

Gerade Noch mal! Noch mal so gut! begleitet uns inzwischen schon länger.

Die Partien dauern nur wenige Minuten und trotzdem entsteht erstaunlich schnell ein kleiner Wettkampf darum, wer den besseren Start in den Tag erwischt.


Terraforming Mars fährt zwar nicht mit…

… zumindest nicht als ganz großes Brettspiel.

Die riesige Schachtel mit allen Erweiterungen hätte dann vielleicht doch irgendwann den verfügbaren Platz gesprengt.

Ganz verzichten müssen wir auf den Mars allerdings trotzdem nicht.

Für „kleinere“ Runden liegt deshalb Terraforming Mars: Ares Expedition nich tmeh im Regal zuhause.


Pen & Paper darf natürlich ebenfalls nicht fehlen

Ganz ohne Das Schwarze Auge wäre ein Urlaub inzwischen offenbar ebenfalls unvollständig.

Diesmal hat Maja gleich mehrere Regelwerke eingepackt.

Eine komplette Pen-&-Paper-Runde steht zwar nicht auf dem Programm, aber sie möchte in den Ferien einmal in meine DSA-Runde hineinschnuppern.

Dafür entsteht gerade ihr eigener Held.

Ich bin ehrlich gespannt, was sie sich am Ende zusammenbaut.

Vielleicht ist das ja der Beginn einer neuen Mitspielerin in unserer langjährigen Runde.


Vielleicht schaffen sie es auch noch auf den Tisch

Ein paar Spiele warten außerdem noch geduldig in der Klappkiste.

  • Sea Salt & Paper
  • Skyjo
  • DNUP

Vielleicht kommen sie noch auf dem Campingplatz zum Einsatz.

Oder später während unserer letzten Stationen der Reise.

Besonders gute Chancen rechne ich allerdings unserem Exit-Spiel aus.

In der Jugendherberge in Würzburg dürfte sich dafür hoffentlich ein ruhiger Abend finden.

Urlaub bedeutet mehr als nur Brettspiele

Natürlich werden wir in den kommenden Tagen nicht ausschließlich am Spieltisch sitzen.

Wir werden tauchen und schnorcheln gehen, weiter klettern, Städte erkunden, am Strand liegen und sicherlich noch die ein oder andere spontane Idee umsetzen.

Genau diese Mischung macht unsere Urlaube aus.

Brettspiele sind für uns kein Selbstzweck. Sie gehören einfach genauso selbstverständlich dazu wie das gemeinsame Frühstück, ein Sprung ins Wasser oder ein gemütlicher Abend auf der Terrasse.

Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum jedes Jahr wieder so viele Schachteln den Weg ins Auto finden.


Ein kleiner Blick hinter die Kulissen

Vielleicht ist euch beim Lesen aufgefallen, dass wir gar nicht jedes Spiel rezensieren, sobald wir es gekauft haben.

Das hat einen einfachen Grund.

Viele Spiele begleiten uns zunächst über mehrere Wochen oder sogar Monate. Erst wenn wir das Gefühl haben, wirklich etwas dazu sagen zu können, entsteht daraus ein Artikel auf der Spielwiese der Hügelzelter.

Genau deshalb entstehen manche Rezensionen auch erst im Urlaub.

Hier bleibt endlich einmal genügend Zeit, mehrere Partien zu spielen, Fotos zu machen und Eindrücke zu sammeln.

So wird beispielsweise unser Artikel zu Dune: Imperium erst nach diesem Reisebericht erscheinen. Und auch Witchbound sowie Deep Regrets stehen bereits auf unserer To-do-Liste.

Der Urlaub ist für uns deshalb nicht nur Erholung.

Er ist gleichzeitig die produktivste Zeit des Jahres für unsere kleine Brettspielredaktion.


Was eigentlich nie fehlen darf

Bei all den Spielen, Büchern und technischen Geräten könnte man fast vergessen, dass wir eigentlich ganz unterschiedliche Hobbys haben.

Deshalb fahren neben den Brettspielen eben auch Boulderschuhe, Taucherflossen, Tischtennisschläger und Frisbee mit.

Und natürlich reichlich Lesestoff.

Manchmal verbringen wir einen ganzen Nachmittag draußen.

Manchmal sitzen wir bis spät in die Nacht über einem Brettspiel.

Und manchmal wird aus einem geplanten Spieleabend doch einfach nur ein langer Abend auf dem Balkon.

Genau diese Mischung macht Urlaub für uns aus.


Fazit

Meine Frau Anne hätte vermutlich lieber die Wanderschuhe eingepackt.

Am besten zusammen mit unserem Hund Juli, der ausgedehnte Wanderungen deutlich mehr zu schätzen weiß als der Rest der Familie.

In diesem Sommerurlaub haben wir uns allerdings bewusst für einen anderen Schwerpunkt entschieden.

Viel Wasser, Bouldern, Städte entdecken und natürlich jede Menge Brettspiele passten einfach besser zu unseren Plänen. Deshalb verbringt Juli diese Reise bestens versorgt bei seinen Großeltern.

Das ist allerdings keineswegs die Regel. Allein in diesem Jahr war Juli bereits zweimal mit uns unterwegs und spätestens im Herbst- oder Osterurlaub gehört er wieder ganz selbstverständlich zur Reisegruppe.

Die Wanderschuhe durften dieses Mal trotzdem zuhause bleiben.

Dafür sind die Boulderschuhe mitgefahren. Denn ganz ehrlich …

Wer will schon wandern, wenn man stattdessen klettern, tauchen, schwimmen oder gemeinsam Brettspiele spielen kann?

Natürlich werden wir auch dieses Jahr längst nicht alles schaffen, was wir eingepackt haben.

Aber genau das gehört inzwischen irgendwie dazu.

Lieber ein Spiel zu viel im Auto als genau das eine zuhause lassen, auf das man plötzlich Lust bekommt.

Und falls ihr euch jetzt fragt, ob Anne vielleicht doch recht hat und ich mit meinem Gepäck ein wenig übertreibe …

… dann denkt einfach daran:

Ich habe den Neo dieses Jahr sogar zuhause gelassen.

Das nenne ich echte Selbstbeherrschung.

Über mich – Josef

Ich bin Josef – Schüler, Fußballer, Tüftler und begeisterter Gesellschaftsspieler.

⚽ Sport

Seit dem Kindergarten spiele ich Fußball im Verein und bin inzwischen Innenverteidiger in der C1. Ich bin eher der ruhige Organisator, gehe mit meinen rund 1,80 Metern aber auch gern in den Zweikampf.

Außerdem mache ich beim Schülertriathlon mit und gehe bouldern.

🤖 MINT & Mathematik

Mathe, Technik und Programmieren interessieren mich besonders. Gemeinsam mit meiner Schwester Maja habe ich beim Wettbewerb „Schüler macht MI(N)T“ an einem LEGO-Sortierroboter gearbeitet.

Mein Schwerpunkt lag bei der Programmierung der Waage, mit der die Steine über ihr Gewicht erkannt wurden.

Beim Känguru-Wettbewerb der Mathematik erreiche ich regelmäßig einen bundesweiten ersten Preis. In diesem Jahr gab es dafür Bomb Busters – inzwischen unser drittes Exemplar.

🎲 Spiele

Ich spiele gern Schach und mag taktische Spiele mit klaren Regeln und schwierigen Entscheidungen.

Zu meinen Favoriten gehören Terraforming Mars: Ares Expedition, Heroes of Might and Magic III: Das Brettspiel und Unmatched. Besonders häufig spiele ich Zwei-Personen-Spiele gegen meinen Vater.

✍️ Blog & Gaming

Für die Spielwiese der Hügelzelter schreibe ich eigene Beiträge und Bewertungen, unter anderem zu Bomb Busters, Unmatched, Light Speed Arena, Tainted Grail, Voidfall und Kwiz.

Außerdem spiele ich am PC, auf der Nintendo Switch und auf der PlayStation 5. LEGO gehört ebenfalls noch dazu – inzwischen aber etwas seltener als früher.

Als minderjähriges Mitglied der Redaktion veröffentliche ich unter dem Namen „Josef“ und verfüge über einen gültigen Jugendpresseausweis.

Trink aus! wir müssen gehen!

Warum Tauchen manchmal gegen Pogo verliert

Es gibt Bands, die hört man einfach. Und es gibt Bands, die laufen irgendwie über Jahre mit.

Die Toten Hosen gehören für mich ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie. Nicht jeden Tag. Nicht immer vorne im Regal. Aber immer wieder da. In Erinnerungen, auf alten CDs, auf Partys, im Ferienlager, im Auto, auf Konzerten, irgendwo zwischen Punk, Nostalgie und einem sehr lauten „Weißt du noch?“.

Und wenn eine solche Band dann ihre Abschiedstournee spielt, dann will man eigentlich dabei sein.

Eigentlich.

Der erste Versuch: Fünf Minuten und alles weg

Direkt nach Verkaufsstart saß ich natürlich bereit. Düsseldorf, Köln, Münster, alles, was irgendwie in erreichbarer Nähe lag, war interessant.

Und dann passierte das, was bei solchen Bands eben passiert: Nach gut fünf Minuten war gefühlt alles weg.

Ausverkauft.

Schade. Sehr schade sogar. Denn die Punker um Campino noch einmal live zu erleben, hätte ich schon ziemlich gerne mitgenommen.

Kurz darauf kam dann aber die Nachricht, dass in Münster zusätzliche Konzerte stattfinden würden. Also noch ein Versuch. Diesmal mit mehr Glück. Ich konnte Karten für Anne und mich ergattern.

Damit war das Thema eigentlich erledigt.

Eigentlich.

Köln, Düsseldorf und das Ticket-Karussell

Zu Weihnachten gab es dann noch einmal eine Überraschung: zwei Karten für das Wochenende am 18. Juli in Köln.

Ein tolles Geschenk.

Nur leider genau an einem Wochenende, an dem wir schon verplant waren. Keine Chance. Die Tickets fanden aber immerhin dankbare Abnehmer und mussten nicht traurig in irgendeiner digitalen Schublade verstauben.

Dann bot Callipo mir ein Ticket für Düsseldorf an.

Nur eins.

Und eigentlich wollte ich ja mit Anne hin. Außerdem war ich am Freitag eigentlich mit Marcel zum Tauchen verabredet. Also ging dieses Ticket erst einmal als Geburtstagsgeschenk von uns an Maria.

Und dann kam sie doch noch: die Nachricht über zwei weitere Tickets.

Tja.

Marcel, der vor rund 30 Jahren zuletzt auf einem Konzert der Toten Hosen war, musste nicht lange überzeugt werden. Aus Tauchen wurde also kein Tauchen. Statt Neopren, Flasche und Maske gab es Stadion, Bier und Pogo.

Auch eine Art Extremsport.

Bad Nerves, Rise Against und ein sehr optimistischer Punk

Den Anfang machten Bad Nerves. Leider war der Sound bei ihnen nicht wirklich dankbar abgemischt. Da wäre vermutlich mehr drin gewesen, aber so richtig gezündet hat es bei mir nicht.

Danach kamen Rise Against.

Auch hier war der Start für mich erst etwas holprig. Der Gesang wirkte zunächst irgendwie schräg, zumindest aus unserer Position. Aber ab dem vierten Lied war es dann richtig stark.

Und dann war da natürlich der Pogo Circle.

Ich war direkt mit Callipo drin, und der hatte es in sich. Gefühlt härter als noch bei Rock am Ring. Vielleicht lag es an der Arena. Vielleicht an der Stimmung. Vielleicht daran, dass niemand so richtig wusste, ob man gerade eine Vorband feiert oder schon heimlich den eigenen Rücken ruiniert.

Besonders sonderbar wurde es, als ein junger Punk mit vielleicht 60 Kilo Körpergewicht die aus sportlicher Sicht eher ambitionierte Idee hatte, mich auf die Schultern zu nehmen.

Zur Erinnerung: Ich wiege inzwischen zwar keine 110 Kilo mehr, aber immer noch deutlich über 90.

Das Vorhaben war mutig. Die Ausführung war kurz. Das Ergebnis war ein Video, auf dem wir beide ziemlich lustig und wenig elegant in die Menge kippen.

Punk ist eben auch, wenn die Statik nicht ganz mitspielt.

Opel-Gang und Abschiedsstimmung

Dann kamen die Toten Hosen.

Los ging es mit „Opel-Gang“, und sofort war klar: Das wird kein Abend, an dem man einfach nur ein paar Lieder hört. Das wurde eine Reise durch Jahrzehnte.

Alte Stücke wechselten sich mit Songs vom neuen Album „Trink aus, wir müssen gehen“ ab. Und genau das machte den Abend so stark. Es war nicht einfach ein Best-of-Programm, bei dem man brav die Pflichtklassiker abhakt. Es fühlte sich eher an wie ein Rückblick, der trotzdem noch mitten im Leben steht.

Die Band wirkte emotional. Das Publikum sowieso.

Und irgendwo zwischen all den bekannten Refrains, den neuen Liedern, den hochgerissenen Armen und Campinos Präsenz auf der Bühne merkte man: Das hier bedeutet vielen Menschen etwas. Nicht nur uns.

Drei Zugaben, Broilers-Moment und Ärzte-Cover

Am Ende gab es noch drei Zugaben.

Ein besonderer Moment war der gemeinsame Auftritt mit Sammy Amara von den Broilers. Die Düsseldorfer Jungs gaben mit ihm zusammen ein Stück zum Besten, wie man es auch von den Extra-Stücken der LP kennt.

Und dann wurde es noch einmal herrlich schräg und großartig zugleich: Die Toten Hosen coverten „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten.

Das ist schon eine besondere Form von Punk-Geschichte. Die einen spielen die anderen. Alle singen mit. Und irgendwie passt es dann doch perfekt.

Freunde, Bommerlunder und sehr viel eigene Geschichte

Bei „Freunde“ lagen wir uns in den Armen.

Und bei „Eisgekühlter Bommerlunder“ bin ich gedanklich sofort wieder im Ferienlager. Das Lied ist für mich gar nicht nur ein Partysong. Es ist auch Erinnerung. An früher. An laut sein. An Quatsch machen. An Sommer, Gruppen, Lagerfeuerstimmung und diese ganz eigene Art von Jugendgefühl, die man später nie wieder ganz genauso bekommt.

Meine erste CD der Toten Hosen war „Learning English Lesson One“.

Danach kamen viele weitere.

Und auch wenn ich die Hosen nicht ständig höre, waren sie über die Jahre immer wieder da. Als Soundtrack zu Momenten, die man gar nicht alle einzeln aufzählen kann.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Abend so gut funktioniert hat. Es ging nicht nur um eine Band auf einer Bühne. Es ging auch um die eigene Geschichte mit dieser Band.

Trink aus? Noch nicht ganz.

Am Ende war es ein toller, mega gelungener Abend.

Mit Energie. Mit Emotionen. Mit einer super Stimmung. Mit alten Erinnerungen und neuen Geschichten. Mit Callipo im Pogo. Mit Marcel statt beim Tauchen im Stadion. Mit Maria dank Geburtstagskarte ebenfalls dabei. Und mit einem sehr ambitionierten Punk, der mich kurzzeitig für tragbar hielt.

Das Schönste ist: Die Schallplatte ist auf dem Weg zu mir und kommt morgen an.

Noch besser: Im September sind wir noch einmal dabei.

Und wenn es irgendwie möglich ist, brauche ich für das nächste Jahr auch noch Karten am Ende der Tournee.

Denn so ganz fertig bin ich mit den Toten Hosen dann wohl doch noch nicht.

Trink aus, wir müssen gehen?

Ja.

Aber bitte noch nicht sofort.

Rock am Ring 2026 – 120.000 Schritte, null Brettspiele und sehr viel Freundschaft

🎸Out of Context

Eigentlich hatte ich versucht, für Rock am Ring 2026 eine Akkreditierung zu bekommen. Das hat leider nicht geklappt.

Kein Pressebereich also. Keine Interviews. Kein offizieller Festivalbericht aus privilegierter Perspektive.

Dafür aber ein sehr ehrlicher Blick auf fünf Tage Ring aus der Mitte des Geschehens: zwischen Zelten, Freunden, Grill, Kühlschränken, Monsterbox, Regen, Sonne, Bier, Musik, Muskelkater und dem leisen Zweifel, ob der eigene Körper wirklich noch für über 30.000 Schritte am Tag gebaut ist.

Mit dabei waren Callipo, sein Bruder Sascha, Daniel, Maria und ich. Vor Ort trafen wir außerdem noch Whity, der eigentlich mit einer anderen Gruppe angereist war – aber zufällig auf demselben Zeltplatz landete. Und wie das bei guten Festivals so ist: man geht zusammen feiern.

Und obwohl wir als Hügelzelter natürlich eigentlich immer irgendwie an Spiele denken: Für Brettspiele blieb keine Zeit. Nicht einmal für eine Runde Doppelkopf.

Das sagt eigentlich schon fast alles.


⛺ Donnerstag – Anreise, Regen und die Geburt des Luxus-Camps

Die Anreise begann zunächst mit einer kleinen Ernüchterung: Der ursprünglich angesteuerte Campingplatz war voll. Also erst einmal umplanen, nachfragen, hoffen – und dann kam die Ersatzlösung.

Und die war am Ende vielleicht sogar besser.

Nähe zum Gelände, mehr Platz und trockener als zunächst befürchtet. Manchmal startet ein Festival eben nicht mit perfekter Planung, sondern mit einer Improvisation, die sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellt.

Der Aufbau selbst fand allerdings im Regen statt. Dabei lernt man schnell praktische Festivalweisheiten. Zum Beispiel: Wenn man mit freiem Oberkörper aufbaut, wird wenigstens das T-Shirt nicht nass. Ob das gesund, vernünftig oder optisch überzeugend war, sei einmal dahingestellt. Praktisch war es in dem Moment allemal.

Nach und nach entstand unser kleines Lager. Und dieses Lager war weit entfernt von „Dose Ravioli und lauwarmes Bier“.

Wir hatten Kühlschränke. Wir hatten Gefriereinheiten. Wir hatten einen Airfryer. Wir hatten einen Sandwichmaker. Wir hatten eine Teufel Rockster, also im Grunde eine mobile Monsterbox. Und wir hatten vor allem ziemlich gutes Essen.

Entrecôte, Rib Eye, Filet, Currywurst vom Grill mit selbstgemachter Soße – zwischen einfachen Zelten, Festivalregen und matschigem Boden wirkte das fast absurd luxuriös. Aber eben auch ziemlich perfekt.

Dazu kamen die üblichen ersten Festivalrituale: ankommen, einchecken, Tickets einlösen, Bändchen holen, sich orientieren und langsam begreifen, dass man jetzt wirklich für ein paar Tage in dieser eigenen kleinen Welt angekommen ist.

Der Ring hatte begonnen.


🪈Freitag – Flötenmann, Frühstückswhiskey und Linkin Park

Der erste Morgen auf dem Zeltplatz begann nicht etwa mit Vogelgezwitscher, sondern mit anderen Campern und dem Flötenmann.

Festivalweckdienst eben.

Danach wurde erst einmal gebruncht. Und auch hier blieb unser Camp seiner Linie treu: Rührei, Kaffee, Frühstückswhiskey und Steakbrötchen. Man kann schlechter in einen Festivaltag starten.

Anschließend ging es aufs Gelände. Drei Bühnen, viele Menschen, laute Musik und dieses typische Gefühl, dass der Tag eigentlich viel zu kurz ist für alles, was man sehen möchte.

Papa Roach war ein guter Einstieg. Danach wurde es mit Architects deutlich härter. Genau das macht ein Festival aber aus: Man steht plötzlich vor einer Bühne, hört Musik, die man vielleicht nicht jeden Tag auflegt, und merkt dann, wie gut diese Energie live funktionieren kann.

Mein persönlicher Hauptgrund für Rock am Ring war allerdings Linkin Park.

Die Vorfreude war groß, gerade auch mit Blick auf die neue Besetzung am Mikrofon. Und diese Vorfreude wurde erfüllt. Es war einer dieser Auftritte, bei denen man merkt, dass nicht nur die Musik selbst zählt, sondern auch die Erinnerungen, die daran hängen. Linkin Park war für mich nicht einfach nur ein Headliner, sondern ein emotionaler Fixpunkt des Wochenendes.

Nach dem Auftritt war dann allerdings kein Durchkommen mehr zu Limp Bizkit. Wir waren offenbar nicht die Einzigen, die diesen Plan hatten. Aber auch das gehört zu einem Festival: Manchmal entscheidet nicht der Zeitplan, sondern die Menschenmasse.

Also zurück zum Zeltplatz.

Sandwichmaker an.

Abend gerettet.


🔥Samstag – Electric Callboy, Marteria und ein deutsches Volkslied

Der Samstag wurde musikalisch der vielleicht stärkste Tag des Wochenendes.

Electric Callboy waren für mich die große Überraschung. Spaßig, druckvoll, komplett überdreht und live einfach ein Brett. Eine dieser Bands, bei denen man vielleicht vorher denkt: „Mal schauen“ – und danach weiß: „Okay, das war richtig stark.“

Und dann kam Tom Morello.

Für mich hatte dieser Auftritt gleich doppelt Gewicht. Zum einen wegen seines Satzes über das deutsche Volkslied „Killing in the Name“, den man in diesem Moment einfach feiern musste. Zum anderen, weil ich vor 26 Jahren schon Rage Against the Machine live bei Rock am Ring gesehen habe.

Da schloss sich für mich ein ziemlich lauter Kreis.

Danach ging es in eine ganz andere Richtung.

Marteria wäre vermutlich kein Act gewesen, für den ich alleine ein Ticket gekauft hätte. Aber genau dafür sind Festivals da. Man landet vor einer Bühne, bleibt stehen – und merkt plötzlich, dass das live richtig gut funktioniert. Deutschsprachiger Hip-Hop mit Festivalwucht, guter Stimmung und einem Auftritt, der mich deutlich mehr abgeholt hat, als ich vorher erwartet hätte.

Volbeat war danach für mich nicht ganz so stark wie im letzten Jahr in Oberhausen. Nicht schlecht, aber eben auch nicht dieser besondere Moment, den ich damals mitgenommen hatte. Manchmal ist der Vergleich mit einem vorherigen Konzert einfach unfair – aber er ist eben da.

Der Samstag hatte insgesamt hart abgeliefert. Nach über 32.000 Schritten, davon einige nicht ganz freiwillig und einige sehr freiwillig im Kreis vor den Bühnen, war bei mir irgendwann Schluss. H-Blockx habe ich nicht mehr geschafft.

Auch das gehört dazu: Irgendwann gewinnt nicht der Wille, sondern der Körper.

Also wieder zurück zum Camp. Wieder gutes Essen. Wieder dieser schöne Ausklang zwischen müden Beinen, lauter Musik und dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.


🎂Sonntag – Geburtstag, Sonne, Nachbarn und Sondaschule als Abrissbirne

Am Sonntag hatte Callipo Geburtstag.

Und wenn man schon auf einem Festival Geburtstag hat, dann bitte genau so: mit Freunden, Sonne, Musik am Zeltplatz, Gesprächen mit den Nachbarn, Sekt, Lynchburg, Bier und Kuchen.

Es war einer dieser Vormittage, bei denen man gar nicht sofort los muss. Man sitzt zusammen, lacht, hört Musik, schaut über den Zeltplatz und merkt, dass das Festival nicht nur vor den Bühnen stattfindet.

Manchmal ist der Campingplatz selbst die beste Bühne.

Wir starteten an diesem Tag etwas später Richtung Gelände, konnten dann aber bei Social Distortion direkt wieder durchstarten. Dieser Auftritt hatte Druck. Energie. Wucht. Das war kein nostalgisches „auch mal gesehen haben“, sondern ein richtig intensiver Konzertmoment.

Breaking Benjamin haben wir anschließend noch etwa zur Hälfte mitgenommen. Und nebenbei liefen dann auch noch ein paar eher unbekannte Nachwuchsprojekte wie The Offspring und Iron Maiden.

Der letzte Act unseres Festivals war dann Sondaschule.

Und das war genau der richtige Abschluss.

Laut, direkt, genial und mit genau der Energie, die man braucht, wenn der Körper eigentlich schon längst Feierabend angemeldet hat. Sondaschule haben mich noch einmal richtig durchgerockt. Deutscher Punk als perfekter Abschluss eines Wochenendes, das ohnehin kaum Pausen kannte.

Trotz spätem Start waren auch an diesem Tag die obligatorischen 30.000 Schritte wieder deutlich überschritten. Ein paar Extraschritte gab es anschließend noch im Lidl-Popupstore, wo gerade ordentlich laut Linkin Park lief.

Natürlich sind wir da noch einmal eine Runde gegangen.

Man muss Prioritäten setzen.


🚗Montag – Geburtstag Nummer zwei, Reste-Frühstück und Abreise als Letzte

Am Montag hatte dann Maria Geburtstag.

Also gab es erneut Kuchen. Dazu die Reste der Vortage zum Frühstück. Festivalküche in ihrer ehrlichsten Form.

Nach fünf Tagen Ring sieht ein Camp nicht mehr aus wie bei der Ankunft. Die Wiese ist müde, die Zelte sind müde, die Menschen sind müde. Aber irgendwie liegt genau darin auch ein Teil des Reizes.

Man packt zusammen, sortiert, sucht, findet Dinge wieder, die man längst vergessen hatte, und fragt sich, wie all das eigentlich jemals in die Autos gepasst hat.

Als wir gegen 12:30 Uhr die Heimreise antraten, waren wir gefühlt die Letzten auf dem Campingplatz.

Zurück blieben plattgetretene Wiesen, leere Verpackungen, schwere Beine und das sehr sichere Gefühl, dass dieses Wochenende noch eine ganze Weile nachhallen würde.


🤘Fünf musikalische Momente, die bleiben

Natürlich gab es sehr viel Musik. Viel mehr, als man in einem Artikel sinnvoll vollständig erzählen kann. Aber fünf Momente bleiben für mich besonders hängen.

Linkin Park war mein persönlicher Hauptgrund für den Besuch. Die neue Besetzung am Mikrofon hat für mich funktioniert, die Vorfreude wurde erfüllt und der Auftritt war einer der emotionalen Fixpunkte des Wochenendes.

Electric Callboy waren die große Überraschung. Spaßig, laut, druckvoll, komplett überdreht und live einfach unfassbar wirkungsvoll.

Tom Morello war für mich ein besonderer Kreis. Einerseits wegen seines Satzes zum deutschen Volkslied „Killing in the Name“. Andererseits, weil ich vor 26 Jahren schon Rage Against the Machine live bei Rock am Ring gesehen habe.

Social Distortion hatten eine ganz eigene Energie. Dieser Druck, diese direkte Art, diese Wucht – das war einer der intensivsten Auftritte des Wochenendes.

Und Sondaschule waren der perfekte Abschluss. Deutscher Punk, laut und mitreißend, genau richtig für die letzten Reserven eines langen Festivals.


🧭Fazit

Rock am Ring 2026 war für uns kein Presseevent, kein geplanter Artikel und ganz sicher kein Wochenende der Ruhe.

Es war laut, nass, sonnig, anstrengend, lecker, manchmal absurd und sehr oft ziemlich großartig.

Wir hatten keine Zeit für Brettspiele. Nicht einmal für Doppelkopf. Dafür hatten wir 120.000 Schritte, viele davon vor Bühnen, einige davon im Kreis, sehr gutes Essen, laute Musik, gute Gespräche, Geburtstage, Nachbarn, Muskelkater und ganz viel Freundschaft.

Keine Akkreditierung. Kein Pressebereich. Aber ein Mega-Event.

Und ganz sicher nicht unser letztes Festival.

Spiel Doch!-Gespielt, aber nicht gekauft

Am 26.4. haben wir die SPIEL DOCH! in Dortmund besucht, eine tolle Gelegenheit neue Spiele auszuprobieren. Denn diese Messe lädt mit ihren unzähligen Tischen und einem großen Spieleverleih genau dazu ein. Einen ausführlichen Überblick über die SPIEL DOCH! findet ihr bereits in Hendriks Artikel. Bei mir soll es um einige Spiele gehen, die wir getestet, aber nicht gekauft haben.

Hier findet ihr den ersten Teil der Reihe zur SPIEL DOCH!:

https://huegelzelter.de/🎲-spiel-doch-dortmund-2026-familienmesse-spieltische-und-ein-sonntag-am-alten-studienort/


🌱Als erstes gespielt: Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit

Direkt nach dem ersten durchqueren der Halle, haben wir uns eingeladen gefühlt, etwas zu spielen und so ist Rebirth auf unserem Tisch gelandet. Dank der kurzen Anleitung von nur vier Seiten konnten wir schnell unsere erste Partie des Tages starten.

Nach dem Spielen waren wir uns einig, dieses Spiel mit seiner Plättchenlegemechanik und der kurzen Downtime gefällt uns. Auf der Messe haben wir zwar nur die einfachere Variante auf dem Schottlandplan, wir sind aber auch gespannt auf die Irland Variante.

Wir hätten Rebirth gerne mitgenommen, aber leider war es vergriffen. Dennoch wird es wahrscheinlich noch in unsere Spielesammlung einziehen.


🐘Artengarten – Ein Zoo aus Plättchen

Im Anschluss kam uns Artengarten, ein Arche Nova Spiel, in die Hände. Hierbei baut man aus Plättchen einen Zoo auf. Arche Nova haben wir bereits zuhause, aber Artengarten ist an sich ein anderes Spiel. Einige Dinge sind zwar analog, dennoch enthält es andere Mechaniken. Insgesamt ist es simpler.

Uns persönlich hat es jedoch gestört, dass man seinen Zug nicht vorausplanen kann, weil sich die zentrale Plättchenauslage während jedes Zuges deutlich verändert. Dadurch sind bei uns lange Wartezeiten entstanden. Das ist aber nur unser erster Eindruck und natürlich nicht aussagekräftig genug für eine richtige Bewertung

Insgesamt ist Artengarten trotzdem ein einsprechendes Spiel mit schönen Mechaniken.


🐈‍⬛Witchbound-Solospiel an der Kesselküste

Im Verlauf der Messe sind wir am Stand von Board Game Circus auf Witchbound gestoßen. Dieses liebevoll illustrierte Solospiel erlaubt es einem, in die Rolle des neugierigen Mädchens Reni zu schlüpfen.

Die Kernmechanik des Spiels ist es, als Point and Click Adventure verschiedene Orte zu erkunden und Charaktere kennenzulernen. Dabei wollen wir mehr über die mysteriöse Magie herausfinden.

Besonders mich hat Witchbound total angesprochen, doch leider war es auf der Messe nicht erhältlich.


🃏Kleine Kartenspiel- Castle Combo und Ghostbumpers

Zwischendurch hatten wir auch noch die Gelegenheit, zwei kleine Kartenspiele anzuspielen.

Bei Castle Combo kauft man sich Karten aus einer Auslage und legt sie bei sich in einem 3×3 Feld aus. Dabei geben uns die Karten nützliche Soforteffekte und Punkte, wenn wir bestimmte Bedingungen erfüllen. Es war jedoch etwas ungünstig, dass wir dafür nur einen kleinen Stehtisch hatten.

Ghostbumpers ist ein Stichspiel von Inka und Markus Brand bei dem man mehrere Zahlen zu einer Dezimalzahl kombinieren kann. Dabei schätzt man im Vorhinein, wie viele Stiche man bekommt und darf auf keinen Fall mehr bekommen. Uns war das Spiel nach dem ersten Test aber zu unberechenbar, weil man , wenn man eine Dezimalzahl spielt neue Karten zieht und es unvorhersehbare Sonderkarten gibt. Deswegen ist es kein schlechtes Spiel, würde sich bei uns aber wahrscheinlich nicht gegen andere Stichspiele durchsetzten.


➡️ Fazit

Insgesamt war die Spiel Doch! ein gelungenes Erlebnis mit vielen neuen Eindrücken. Auch wenn wir nicht alles mitnehmen konnten oder wollten, hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

Bald folgt außerde Teil 3 von Josef.

Von Digital zu Analog – Musik, Vinyl und warum wir wieder zurückgehen

🎸 Rock am Ring 2026 – Zwischen Bühne, Brettspiel und Bierbank

🧭 Übersicht
Mit 46 Jahren gehöre ich zu einer Generation, die beides wirklich erlebt hat:
👉 analog aufgewachsen, digital groß geworden.

Und irgendwie fühlt es sich so an, als hätten wir jeden einzelnen Schritt dieser Entwicklung selbst mitgestaltet.

Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe rund um Rock am Ring 2026 und aus einer Perspektive, die man dort vielleicht nicht erwartet.


💾 Kassetten, C64 und der Anfang von allem

Gestartet hat alles irgendwo zwischen C64, Amiga und den ersten 286er-PCs.

Digital war spannend – aber Musik?
👉 Die war noch komplett analog.

Kassetten.
Aufnahmen aus dem Radio.
Der Finger auf „Rec“ und die stille Hoffnung, dass der Moderator nicht reinquatscht.

Das war nicht bequem.
Aber es war echt.


💿 Die CD – und plötzlich war alles möglich

Dann kam die CD.

Meine erste: Scorpions.
Kurz danach: Metallica – das schwarze Album.

Und ich habe sie gefeiert.

Auf der alten Bang & Olufsen Anlage meiner Eltern lief das plötzlich in einer Qualität, die ich so noch nicht kannte.
👉 Man hatte das Gefühl: Jetzt geht wirklich alles.


🇬🇧 England, neue Musik – und bleibende Erinnerungen

Im Austauschjahr in England hat sich mein musikalischer Horizont dann noch einmal komplett verschoben.

Jonathan hat mir neue Richtungen gezeigt.
Neue Bands. Neue Sounds.

Unvergessen ist Frank Black, aber auch viele andere.

Die Kassetten von damals liegen heute noch auf dem Dachboden.
Und warten – ganz ehrlich – darauf, irgendwann wieder gehört zu werden.


🎪 Rock am Ring – Soundtrack einer Generation

2000 bei Rock am Ring – ein Moment, eigentlich ein Ergeinis, das hängen bleibt.

Ich denke sofort an:
– Korn
– Such a Surge
– Rage Against the Machine
– Die Toten Hosen
– und parallel dazu Papa Roach

Alles hintereinander.
Alles intensiv.
Alles laut.

👉 Und die CDs dazu? Corssing all Over 3 und 4
Die liefen danach und dabei rauf und runter.

Unvergessen.
Und bald wieder: bei Rock am Ring 2026.


💻 MP3, Napster und das Studentenleben

Im Studentendorf wurde es dann noch einmal digitaler.

MP3 kam auf.
Und plötzlich gab es diesen einen Server, auf dem gefühlt alles lag.

Napster.
Winamp.
Und die Frage:

👉 Wer baut aus einem alten Rechner eigentlich ein Abspielgerät für den Opel Corsa?

Ich habe trotzdem weiter CDs gekauft.
Fürs Auto. Für die Qualität.

Aber die Möglichkeiten der MP3?
Die waren einfach zu groß, um sie zu ignorieren.


🎧 DJ Winamp – und ein bisschen Magie

Die Partys der Fachschaft (Wirtschafts-)Mathematik?
Die liefen über meinen Rechner.

Ich war DJ.
Mit Winamp. (Eigentlich waren alle DJ … an meinem Rechner)

Und das war…
👉 eine unglaubliche Zeit.

Manchmal frage ich mich heute, ob man noch einmal so unbeschwert und gleichzeitig technikverliebt aufwachsen kann.


📀 Zurück zur CD und weiter zum Klang

Irgendwann ist die MP3-Sammlung gewachsen und gleichzeitig dennoch in den Hintergrund gerückt.

Die CDs sind geblieben.
Und sie sind wieder wichtiger geworden.

Parallel dazu habe ich mich tiefer mit Klang beschäftigt:
Frequenzweichen.
Holz.
Lötkolben.

👉 Eigene Lautsprecher bauen.

Soundcheck?
Einfach nur: geil.


🎁 Vinyl und plötzlich wird alles langsamer

Zu meinem 40. Geburtstag habe ich mir etwas gewünscht:
👉 einen Plattenspieler.

Meine Freunde haben mir dazu Platten geschenkt, jede einzelne verbunden mit einer Erinnerung.

Und genau da hat es mich erwischt.

Vinyl ist wieder eingezogen.
Und mit ihm etwas, das ich lange nicht mehr hatte:

👉 Entschleunigung

Plötzlich wieder:
– ganze Alben hören
– bewusst Musik erleben
– kein Shuffle, kein Next


🤖 Und trotzdem: Alexa in jedem Raum

Man soll ja ehrlich bleiben.

Natürlich ist auch die andere Seite da:

Die erste in Deutschland per Losverfahren verfügbare Alexa ist direkt eingezogen.
Und es blieb nicht bei einer.

👉 Fast jeder Raum hat heute Musik auf Knopfdruck (bzw. Zuruf).

Teilweise gekoppelt mit meinen eigenen Anlagen.
Teilweise einfach bequem.

Und ja:
👉 Ein bisschen Anspruch an Sound bleibt trotzdem.
(Siehe: drölfzig Kopfhörer 😉)


❤️ Musik, Technik und eine Menge Gefühl

Ich liebe Musik.
Ich liebe Technik.
Ich liebe gute Qualität.

Und inzwischen liebe ich auch wieder:
👉 das bewusste Hören

Und das Beste ist:
Heute geht alles gleichzeitig.


🎲 Und was hat das mit Brettspielen zu tun?

Mehr, als man denkt.

Denn wenn Vinyl das analoge Gegenstück zur digitalen Musik ist,
dann ist das Brettspiel genau das Gleiche im Gaming.

👉 Noch analoger geht kaum.
(okay… vielleicht Bossfighter QR 😉)

Unsere Sammlung wächst.
Die Regale auch.

Und vor allem:
👉 die Abende.

Mit Freunden.
Mit meinen Kindern.
Mit Geschichten, Kampagnen, Minis und Momenten, die bleiben.


🌊 Ein letzter Gedanke

Wenn ich in ein Hobby eintauche, dann richtig.

Ohne Kompromisse.
Mit voller Leidenschaft.

Musik läuft dabei fast immer.

Fast.

👉 Nur beim Freitauchen nicht.
Das ist der eine Moment, in dem Stille perfekt ist.

Und genau deshalb auch dieser Moment so besonders.

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