Am 26.4. haben wir die SPIEL DOCH! in Dortmund besucht, eine tolle Gelegenheit neue Spiele auszuprobieren. Denn diese Messe lädt mit ihren unzähligen Tischen und einem großen Spieleverleih genau dazu ein. Einen ausführlichen Überblick über die SPIEL DOCH! findet ihr bereits in Hendriks Artikel. Bei mir soll es um einige Spiele gehen, die wir getestet, aber nicht gekauft haben.
Hier findet ihr den ersten Teil der Reihe zur SPIEL DOCH!:
🌱Als erstes gespielt: Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit
Direkt nach dem ersten durchqueren der Halle, haben wir uns eingeladen gefühlt, etwas zu spielen und so ist Rebirth auf unserem Tisch gelandet. Dank der kurzen Anleitung von nur vier Seiten konnten wir schnell unsere erste Partie des Tages starten.
Nach dem Spielen waren wir uns einig, dieses Spiel mit seiner Plättchenlegemechanik und der kurzen Downtime gefällt uns. Auf der Messe haben wir zwar nur die einfachere Variante auf dem Schottlandplan, wir sind aber auch gespannt auf die Irland Variante.
Wir hätten Rebirth gerne mitgenommen, aber leider war es vergriffen. Dennoch wird es wahrscheinlich noch in unsere Spielesammlung einziehen.
🐘Artengarten – Ein Zoo aus Plättchen
Im Anschluss kam uns Artengarten, ein Arche Nova Spiel, in die Hände. Hierbei baut man aus Plättchen einen Zoo auf. Arche Nova haben wir bereits zuhause, aber Artengarten ist an sich ein anderes Spiel. Einige Dinge sind zwar analog, dennoch enthält es andere Mechaniken. Insgesamt ist es simpler.
Uns persönlich hat es jedoch gestört, dass man seinen Zug nicht vorausplanen kann, weil sich die zentrale Plättchenauslage während jedes Zuges deutlich verändert. Dadurch sind bei uns lange Wartezeiten entstanden. Das ist aber nur unser erster Eindruck und natürlich nicht aussagekräftig genug für eine richtige Bewertung
Insgesamt ist Artengarten trotzdem ein einsprechendes Spiel mit schönen Mechaniken.
🐈⬛Witchbound-Solospiel an der Kesselküste
Im Verlauf der Messe sind wir am Stand von Board Game Circus auf Witchbound gestoßen. Dieses liebevoll illustrierte Solospiel erlaubt es einem, in die Rolle des neugierigen Mädchens Reni zu schlüpfen.
Die Kernmechanik des Spiels ist es, als Point and Click Adventure verschiedene Orte zu erkunden und Charaktere kennenzulernen. Dabei wollen wir mehr über die mysteriöse Magie herausfinden.
Besonders mich hat Witchbound total angesprochen, doch leider war es auf der Messe nicht erhältlich.
🃏Kleine Kartenspiel- Castle Combo und Ghostbumpers
Zwischendurch hatten wir auch noch die Gelegenheit, zwei kleine Kartenspiele anzuspielen.
Bei Castle Combo kauft man sich Karten aus einer Auslage und legt sie bei sich in einem 3×3 Feld aus. Dabei geben uns die Karten nützliche Soforteffekte und Punkte, wenn wir bestimmte Bedingungen erfüllen. Es war jedoch etwas ungünstig, dass wir dafür nur einen kleinen Stehtisch hatten.
Ghostbumpers ist ein Stichspiel von Inka und Markus Brand bei dem man mehrere Zahlen zu einer Dezimalzahl kombinieren kann. Dabei schätzt man im Vorhinein, wie viele Stiche man bekommt und darf auf keinen Fall mehr bekommen. Uns war das Spiel nach dem ersten Test aber zu unberechenbar, weil man , wenn man eine Dezimalzahl spielt neue Karten zieht und es unvorhersehbare Sonderkarten gibt. Deswegen ist es kein schlechtes Spiel, würde sich bei uns aber wahrscheinlich nicht gegen andere Stichspiele durchsetzten.
➡️ Fazit
Insgesamt war die Spiel Doch! ein gelungenes Erlebnis mit vielen neuen Eindrücken. Auch wenn wir nicht alles mitnehmen konnten oder wollten, hat es sich auf jeden Fall gelohnt!
🎸 Rock am Ring 2026 – Zwischen Bühne, Brettspiel und Bierbank
🧭 Übersicht Mit 46 Jahren gehöre ich zu einer Generation, die beides wirklich erlebt hat: 👉 analog aufgewachsen, digital groß geworden.
Und irgendwie fühlt es sich so an, als hätten wir jeden einzelnen Schritt dieser Entwicklung selbst mitgestaltet.
Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe rund um Rock am Ring 2026 und aus einer Perspektive, die man dort vielleicht nicht erwartet.
💾 Kassetten, C64 und der Anfang von allem
Gestartet hat alles irgendwo zwischen C64, Amiga und den ersten 286er-PCs.
Digital war spannend – aber Musik? 👉 Die war noch komplett analog.
Kassetten. Aufnahmen aus dem Radio. Der Finger auf „Rec“ und die stille Hoffnung, dass der Moderator nicht reinquatscht.
Das war nicht bequem. Aber es war echt.
💿 Die CD – und plötzlich war alles möglich
Dann kam die CD.
Meine erste: Scorpions. Kurz danach: Metallica – das schwarze Album.
Und ich habe sie gefeiert.
Auf der alten Bang & Olufsen Anlage meiner Eltern lief das plötzlich in einer Qualität, die ich so noch nicht kannte. 👉 Man hatte das Gefühl: Jetzt geht wirklich alles.
🇬🇧 England, neue Musik – und bleibende Erinnerungen
Im Austauschjahr in England hat sich mein musikalischer Horizont dann noch einmal komplett verschoben.
Jonathan hat mir neue Richtungen gezeigt. Neue Bands. Neue Sounds.
Unvergessen ist Frank Black, aber auch viele andere.
Die Kassetten von damals liegen heute noch auf dem Dachboden. Und warten – ganz ehrlich – darauf, irgendwann wieder gehört zu werden.
🎪 Rock am Ring – Soundtrack einer Generation
2000 bei Rock am Ring – ein Moment, eigentlich ein Ergeinis, das hängen bleibt.
Ich denke sofort an: – Korn – Such a Surge – Rage Against the Machine – Die Toten Hosen – und parallel dazu Papa Roach
Alles hintereinander. Alles intensiv. Alles laut.
👉 Und die CDs dazu? Corssing all Over 3 und 4 Die liefen danach und dabei rauf und runter.
Unvergessen. Und bald wieder: bei Rock am Ring 2026.
💻 MP3, Napster und das Studentenleben
Im Studentendorf wurde es dann noch einmal digitaler.
MP3 kam auf. Und plötzlich gab es diesen einen Server, auf dem gefühlt alles lag.
Napster. Winamp. Und die Frage:
👉 Wer baut aus einem alten Rechner eigentlich ein Abspielgerät für den Opel Corsa?
Ich habe trotzdem weiter CDs gekauft. Fürs Auto. Für die Qualität.
Aber die Möglichkeiten der MP3? Die waren einfach zu groß, um sie zu ignorieren.
🎧 DJ Winamp – und ein bisschen Magie
Die Partys der Fachschaft (Wirtschafts-)Mathematik? Die liefen über meinen Rechner.
Ich war DJ. Mit Winamp. (Eigentlich waren alle DJ … an meinem Rechner)
Und das war… 👉 eine unglaubliche Zeit.
Manchmal frage ich mich heute, ob man noch einmal so unbeschwert und gleichzeitig technikverliebt aufwachsen kann.
📀 Zurück zur CD und weiter zum Klang
Irgendwann ist die MP3-Sammlung gewachsen und gleichzeitig dennoch in den Hintergrund gerückt.
Die CDs sind geblieben. Und sie sind wieder wichtiger geworden.
Parallel dazu habe ich mich tiefer mit Klang beschäftigt: Frequenzweichen. Holz. Lötkolben.
👉 Eigene Lautsprecher bauen.
Soundcheck? Einfach nur: geil.
🎁 Vinyl und plötzlich wird alles langsamer
Zu meinem 40. Geburtstag habe ich mir etwas gewünscht: 👉 einen Plattenspieler.
Meine Freunde haben mir dazu Platten geschenkt, jede einzelne verbunden mit einer Erinnerung.
Und genau da hat es mich erwischt.
Vinyl ist wieder eingezogen. Und mit ihm etwas, das ich lange nicht mehr hatte:
👉 Entschleunigung
Plötzlich wieder: – ganze Alben hören – bewusst Musik erleben – kein Shuffle, kein Next
🤖 Und trotzdem: Alexa in jedem Raum
Man soll ja ehrlich bleiben.
Natürlich ist auch die andere Seite da:
Die erste in Deutschland per Losverfahren verfügbare Alexa ist direkt eingezogen. Und es blieb nicht bei einer.
👉 Fast jeder Raum hat heute Musik auf Knopfdruck (bzw. Zuruf).
Teilweise gekoppelt mit meinen eigenen Anlagen. Teilweise einfach bequem.
Und ja: 👉 Ein bisschen Anspruch an Sound bleibt trotzdem. (Siehe: drölfzig Kopfhörer 😉)
❤️ Musik, Technik und eine Menge Gefühl
Ich liebe Musik. Ich liebe Technik. Ich liebe gute Qualität.
Und inzwischen liebe ich auch wieder: 👉 das bewusste Hören
Und das Beste ist: Heute geht alles gleichzeitig.
🎲 Und was hat das mit Brettspielen zu tun?
Mehr, als man denkt.
Denn wenn Vinyl das analoge Gegenstück zur digitalen Musik ist, dann ist das Brettspiel genau das Gleiche im Gaming.
👉 Noch analoger geht kaum. (okay… vielleicht Bossfighter QR 😉)
Unsere Sammlung wächst. Die Regale auch.
Und vor allem: 👉 die Abende.
Mit Freunden. Mit meinen Kindern. Mit Geschichten, Kampagnen, Minis und Momenten, die bleiben.
🌊 Ein letzter Gedanke
Wenn ich in ein Hobby eintauche, dann richtig.
Ohne Kompromisse. Mit voller Leidenschaft.
Musik läuft dabei fast immer.
Fast.
👉 Nur beim Freitauchen nicht. Das ist der eine Moment, in dem Stille perfekt ist.
Und genau deshalb auch dieser Moment so besonders.
Freundlicherweise wurden wir vom w. nostheide verlag gmbh für die SPIEL DOCH! 2026 akkreditiert und so konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Sonntag gemeinsam mit Josef und Maja an meinem alten Studienort Dortmund zu verbringen.
Am Sonntag, den 26. April 2026, waren wir also zusammen auf der Messe unterwegs. Für mich hatte das Ganze dadurch gleich mehrere Ebenen: ein Messetag mit der Familienredaktion, viele Spieleindrücke, nette Gespräche vor Ort und dazu noch ein kurzer Ausflug zurück an einen Ort, mit dem ich ohnehin viele Erinnerungen verbinde.
Zwischendurch haben wir außerdem noch Freunde aus Schulzeit und Studium getroffen, die mittlerweile wieder in Dortmund wohnen. Eigentlich hatten wir uns ursprünglich für Spielenachmittag an diesem Sonntag bei uns in Bocholt verabredet. Nun wurde es stattdessen ein kurzes Treffen auf der Messe. Da die beiden erst gegen 15 Uhr ankamen, blieb es diesmal bei einem Austausch erster Eindrücke; gemeinsam gespielt haben wir leider nicht mehr. Das holen wir nach.
Dieser Artikel soll kein Spieletest werden. Es geht um die Messe selbst: um das Ambiente, die Erreichbarkeit, den Aufbau, die vorhandenen Spielmöglichkeiten, Presseinformationen und die Kontakte vor Ort. Die eigentlichen Spieleindrücke folgen dann in separaten Beiträgen der Jugendpresse.
🚗 Anreise nach Dortmund, unkompliziert trotz Fußballabend
Die Lage der Messe Dortmund ist für eine solche Veranstaltung fast schon dankbar: direkt an der B1, gut erreichbar und grundsätzlich angenehm anzusteuern. Selbst mit dem Stadion direkt nebenan und einem Fußballspiel am Abend blieb die Anreise beziehungsweise Abreise für uns am Sonntag problemlos.
Gerade für eine Publikumsmesse ist das aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt. Wer mit Familie, Taschen, vielleicht noch Einkaufsliste und Spielplänen unterwegs ist, möchte nicht schon vor dem Betreten der Halle das Gefühl haben, die erste größere Herausforderung des Tages bestanden zu haben.
Für uns war der Start jedenfalls entspannt und das passte sehr gut zum Charakter der Messe.
🏛️ Halle 4: voll belegt, aber angenehm spielbar
Die SPIEL DOCH! in Dortmund ist spürbar eine Publikumsmesse. Hier geht es nicht darum, möglichst laut Neuheiten in die Halle zu rufen, sondern möglichst viele Menschen an Tische zu bringen. Und genau das funktionierte aus unserer Sicht richtig gut.
Die große Halle 4 der Messe Dortmund war vollständig belegt: mit Ausstellern, Verlagen, Ständen, Spielbereichen, Demotischen und einem großen Bereich zum Ausleihen und Testen von Spielen. Die Halle war gut gefüllt, aber für uns nie unangenehm überlaufen.
Das fand ich besonders bemerkenswert: Wir hatten trotz vieler Besucherinnen und Besucher nie das Gefühl, keinen Platz zu finden. Immer wieder ergab sich irgendwo eine Möglichkeit, sich an einen Tisch zu setzen, etwas auszuprobieren oder eine neue Entdeckung genauer anzuschauen.
Gerade dadurch unterscheidet sich die SPIEL DOCH! für mich angenehm von Messen, auf denen man am Ende mehr durch Gänge geschoben wird, als tatsächlich zu spielen.
🧩 Spielen statt nur schauen
Besonders angenehm war für uns, dass die SPIEL DOCH! nicht nur aus Ständen und Verkaufsflächen besteht. Der große Spielbereich mit Ausleihe und zahlreichen Tischen machte die Messe zu dem, was sie im Kern sein möchte: ein Ort, an dem gespielt wird.
Nicht irgendwann zuhause. Nicht nur theoretisch nach einer Erklärung am Stand. Sondern direkt vor Ort.
Man konnte Spiele ausprobieren, Eindrücke sammeln, sich treiben lassen und immer wieder neu entscheiden, worauf man gerade Lust hatte. Für Familien, Gelegenheitsspieler, Vielspieler und Neugierige ist das ein sehr zugängliches Konzept.
Und genau diese Mischung macht die Messe sympathisch: Sie wirkt nicht wie eine reine Verkaufsfläche, sondern wie ein großer gemeinsamer Spieltag.
🛍️ Second-Hand-Markt und Spieleflohmarkt
Auch einen Second-Hand-Bereich beziehungsweise Spieleflohmarkt gab es auf der Messe. Der Bereich machte auf uns grundsätzlich einen guten Eindruck. Der Aufbau wirkte überlegt, die Mitarbeitenden waren freundlich.
Allerdings waren wir am letzten Messetag dort und aus unserer Sicht war die Ausbeute zu diesem Zeitpunkt eher mau.
Das möchte ich aber ausdrücklich nicht als Kritik verstanden wissen. Gerade bei einem Second-Hand-Markt hängt der Eindruck stark davon ab, wann man kommt, wonach man sucht und was vorher bereits den Besitzer gewechselt hat. Wer am Sonntag schaut, darf sich vermutlich nicht wundern, wenn die spannendsten Funde schon früher entdeckt wurden.
Deshalb enthalten wir uns hier einer echten Bewertung.
Eine interessante Idee für die Zukunft wäre vielleicht ein noch stärker ausgebauter Spieleflohmarkt. Vom Spieleflohmarkt der Bonn-Spielt hört man beispielsweise viel Gutes. So etwas in ähnlicher Form wäre sicher auch für Dortmund spannend – gerade weil die SPIEL DOCH! ohnehin so stark vom Gedanken lebt, Menschen an Spiele und Spieltische zu bringen.
👨👧👦 Unterwegs als Familienredaktion
Da wir als Familienredaktion unterwegs waren, teilen wir unsere Eindrücke auch entsprechend auf.
Dieser Artikel bleibt bewusst beim Messegefühl, bei Dortmund, der Organisation, dem Ambiente und den Kontakten vor Ort. Die eigentlichen Spieleindrücke folgen in separaten Beiträgen der Jugendpresse.
Und da kam an diesem Sonntag einiges zusammen.
Maja wird sich den Spielen widmen, die wir gespielt, aber nicht gekauft haben. Josef schaut auf die Spiele, die nicht nur ausprobiert, sondern auch direkt mitgenommen wurden. So entsteht aus einem Messetag nicht nur ein einzelner Bericht, sondern eine kleine Artikelreihe aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Das passt gut zu unserer Seite und ehrlich gesagt auch gut zu einer Messe, die so stark vom gemeinsamen Entdecken lebt.
🧙 Was Maja noch erzählen wird: Witchbound und Rebirth
Maja wird sich in einem eigenen Beitrag den Spielen widmen, die wir auf der Messe gespielt, aber noch nicht gekauft haben.
Ganz vorne steht dabei Witchbound, das auf Deutsch bei Board Game Circus im Vertrieb ist. Wir hatten das Spiel vollständig auf dem Tisch, haben aber nur etwa 15 Minuten hineingespielt. Für einen vollständigen Test reicht das natürlich noch nicht – für einen sehr deutlichen Ersteindruck aber schon.
Material, Geschichte und Grafik haben uns am Tisch sofort abgeholt. Gerade Maja wirkte nach der kurzen Partie durchaus so, als könne hier ihr erstes echtes Solospiel einziehen. Ich gebe zu: Ich würde vermutlich ebenfalls hineinschauen.
Die Mechanik machte auf mich einen sehr angenehmen Eindruck, die optische Gestaltung hat uns ohnehin sofort angesprochen. Das war kein „nett gesehen und weiter“, sondern eher ein Spiel, das gedanklich direkt auf der Liste gelandet ist.
Ebenfalls auf Majas Liste steht Rebirth von Reiner Knizia, das auf Deutsch bei Frosted Games erschienen ist beziehungsweise aktuell in unsere Richtung winkt. Auch hier gilt: Das war kein flüchtiger Messeneindruck, sondern ein Titel, der ziemlich sicher noch bei uns einziehen und später einen vollständigen Testbericht erhalten wird. Nur leider war das Spiel am Sonntagnachmittag vergriffen.
🪵 Was Josef noch erzählen wird: Spiele aus Holz – Teil 2
Josef wird dagegen auf die Spiele schauen, die nicht nur gespielt, sondern auch gekauft wurden.
Darunter war einiges von Gigamic – und damit sind wir wieder bei einem Thema, das bei uns schon einmal sehr gut funktioniert hat: Zweipersonenspiele aus Holz.
Nach Quarto und Quoridor wird es also vermutlich Zeit für:
„Spiele aus Holz – Teil 2“
Mitgenommen beziehungsweise gespielt wurden unter anderem:
Quantik Mini, Pylos Mini, Quixo Mini und das ganz neue Qomet.
Das schreit eigentlich nach einem eigenen Abend, einem eigenen Tisch und einem eigenen Artikel.
🤝 Kontakte vor Ort: Board Game Circus und Haumea Games
Schön war auch, dass sich vor Ort einige Kontakte auffrischen und neu knüpfen ließen.
Unter anderem kam ich mit mehreren Mitarbeitenden von Board Game Circus ins Gespräch. Die Spiele des Verlags gefallen uns schon seit längerer Zeit, und tatsächlich steht bei uns auch noch eine etwas größere Bestellung aus.
Mit Daniel konnte ich kurz darüber sprechen, ob sich eine Lieferung vielleicht sinnvoll splitten lässt, denn gegen früheren Nachschub im Spieleregal haben wir natürlich nichts einzuwenden.
Besonders hängen geblieben ist aber Witchbound. Das Spiel hatte uns am Tisch sofort, und gerade für Maja könnte das ein spannender Einstieg in ein größeres Solospiel werden. Dass Board Game Circus hier die deutsche Version begleitet, macht den Titel für uns natürlich noch interessanter.
Ein ebenfalls sehr sympathischer Kontakt ergab sich mit dem Team von Haumea Games aus Belgien, das die Erweiterung zu Eternitium zeigte.
Ein kleines Spiel, ein kleiner Verlag – aber genau solche Begegnungen machen Messen für mich besonders reizvoll. Aufmerksam geworden war ich ursprünglich über BGT, widerstehen konnte ich der Gamefound-Kampagne dann nicht.
Vor Ort blieb mir also nur noch, mein Pledgelevel abzugleichen. Kaufen konnte ich nichts mehr – es war schlicht schon alles enthalten.
🗞️ Ein Blick in die Presseinformationen
Auch die Presseinformationen passten gut zu unserem Eindruck vor Ort: Die 7. SPIEL DOCH! wurde als bislang größte und vielfältigste Ausgabe angekündigt.
Neben bekannten Branchengrößen wie Pegasus, Ravensburger, Schmidt Spiele, KOSMOS oder Asmodee waren auch neue beziehungsweise zurückkehrende Aussteller vertreten. Genannt wurden unter anderem Ulisses/Ottavio, Helvetiq und HABA, das nach kurzer Absenz wieder dabei war.
Dazu kamen Rahmenpunkte wie die Deutsche CATAN Meisterschaft, verschiedene Turniere, Signierstunden und der Schülertag am Freitag. Gerade dieser Schülertag passt aus meiner Sicht sehr gut zum Charakter der Veranstaltung: Brett- und Kartenspiele werden hier nicht nur als Hobby für bestehende Szenemenschen verstanden, sondern als etwas, das neue Zielgruppen erreichen kann.
Besonders spannend ist der Blick nach vorne: Die Halle 4 war mit 8.300 Quadratmetern vollständig belegt, die Flächen waren trotz Erweiterung ausgebucht. Für 2027 steht daher offenbar bereits die mögliche Hinzunahme einer weiteren Halle im Raum.
Das wäre aus meiner Sicht ein logischer Schritt, solange die Messe dabei ihren angenehm spielerischen Charakter behält.
❤️ Fazit: 2027 kommen wir wieder
Für uns war die SPIEL DOCH! 2026 ein sehr gelungener Messesonntag: gut erreichbar, angenehm organisiert, voll, aber nicht überfordernd, mit vielen Spieltischen, netten Gesprächen und mehreren Titeln, die uns noch weiter beschäftigen werden.
Die Messe fühlte sich nicht wie ein hektischer Pflichttermin an, sondern wie ein großer öffentlicher Brettspieltag. Genau das ist ihre Stärke.
Für uns als Familienredaktion war es außerdem schön, dass jeder von uns eigene Eindrücke mitgenommen hat. Maja wird über Witchbound, Rebirth und ihre weiteren Ersteindrücke schreiben. Josef wird sich den gekauften Spielen und sehr wahrscheinlich einer neuen Runde „Spiele aus Holz“ widmen. Und ich nehme aus Dortmund vor allem das Gefühl mit, dass die SPIEL DOCH! eine Messe ist, die sehr gut verstanden hat, was sie sein möchte.
2027 werden wir zurückkehren – und dann hoffentlich noch mehr spielen.
Es hat Spaß gemacht und hilft wunderbar dabei, die Zeit bis zur SPIEL in Essen zu überbrücken.
Aktuelle Entwicklungen bei Wallace Designs und noch eine Partie zum Anlass
Manchmal sind es nicht geplante Spieleabende oder neue Erweiterungen, die ein Spiel zurück auf den Tisch bringen, sondern eine Nachricht, die man eigentlich lieber nicht gelesen hätte.
Genau so war es bei Steam Power.
Vor wenigen Tagen gab es auf Gamefound ein Update rund um Wallace Designs, das aufhorchen lässt. Hinter den eher nüchtern formulierten Zeilen steckt eine Entwicklung, die man als Brettspielfan nur bedauerlich finden kann: personelle Veränderungen, organisatorischer Umbau und die Ankündigung, dass Steam Power weder nachgedruckt noch erweitert werden soll.
Für alle, die das Spiel bereits besitzen, macht das die Deluxe-Ausgabe plötzlich tatsächlich zu etwas Besonderem. Trotzdem bleibt bei so einer Meldung natürlich ein schaler Beigeschmack. Vor allem für die Mitarbeitenden ist das schade. Und auch für Martin Wallace beziehungsweise Wallace Designs insgesamt kann man nur hoffen, dass die noch laufenden Projekte und offenen Auslieferungen für die Backer am Ende sauber und verlässlich abgewickelt werden.
Für uns war genau das der Anlass, Steam Power noch einmal hervorzuholen.
Noch mal auf den Tisch – diesmal mit Josef auf „West Country“
Also kam das Spiel in der vergangenen Woche noch einmal auf den Tisch — diesmal zu zweit mit Josef und auf der Karte West Country.
Und was sollen wir sagen: Auch diese Partie hat wieder gezeigt, warum uns Steam Power grundsätzlich gut gefällt.
Der Einstieg ist weiterhin angenehm direkt, die Züge laufen flott, und trotz der überschaubaren Regeldichte entstehen immer wieder enge Entscheidungen. Wo baue ich mein Netz sinnvoll aus? Welche Städte will ich anbinden? Welche Aufträge bekomme ich noch effizient erfüllt? Und wie stark profitiere ich dabei von den Wegen und Möglichkeiten des Mitspielers?
Gerade zu zweit funktioniert das alles überraschend straff. Die Partie hatte ein schönes Auf und Ab, bei dem sich gefühlt mehrfach die Frage gestellt hat, wer hier eigentlich gerade vorne liegt.
Dramatisches Finale mit Gleichstand
Am Ende wurde es dann sogar noch kurios.
Nach der Schlusswertung stand es 67 zu 67, also exakter Punktegleichstand. Der nächste Blick ging entsprechend direkt in die Regeln.
Dort ist der Gleichstand sauber geregelt: Wer mehr Aufträge erfüllt hat, gewinnt.
Und damit war die Sache zunächst klar: Josef hätte gewonnen.
Ein starker Schlusspunkt für eine ohnehin enge Partie und eigentlich auch ein schönes Ende für diesen kleinen spontanen Steam-Power-Abend.
Und dann kam der verrutschte Acrylstein
Beim Aufräumen passierte dann aber noch das, was bei Spielen mit ungewöhnlichem Material eben manchmal passiert:
Einer der Acryl-Auftragssteine war unter einen der dünnen Stoff-Spielpläne gerutscht.
Also noch einmal nachgerechnet.
Und plötzlich lagen dort noch zusätzliche Punkte für mich, die in der Endwertung zunächst schlicht unter den Teppich geraten waren; im wahrsten Sinne des Wortes.
Das macht das Partieende natürlich nicht weniger amüsant. Im Gegenteil: Gerade solche kleinen, leicht absurden Momente bleiben am Ende oft länger hängen als jede noch so sauber geplante Optimierungsrunde.
Unser Eindruck heute: weiterhin gut, aber wohl kein Dauerbrenner
An unserer grundsätzlichen Einschätzung hat die neue Partie wenig geändert, eher im positiven Sinne bestätigt.
Steam Power ist aus unserer Sicht weiterhin ein gutes, clever konstruiertes Eisenbahnspiel, das vor allem durch seinen zugänglichen Regelrahmen, den flüssigen Ablauf und die abwechslungsreichen Karten punktet. Gerade die Deluxe-Ausgabe bringt zudem einige sehr eigene Materialideen mit, die dem Spiel einen besonderen Charakter geben.
Trotzdem würden wir nach weiteren Partien heute auch sagen:
👉 Steam Power gefällt uns weiterhin gut, ist für uns aber vermutlich kein echter Dauerbrenner.
Das ist gar nicht böse gemeint. Es ist eher diese Kategorie von Spiel, bei der man sich über eine Partie freut, die man gern spielt und auch jederzeit wieder mitspielen würde, das sich aber im Regal nicht automatisch gegen die ganz großen Favoriten durchsetzt.
Und wahrscheinlich wäre es auch diesmal ohne die aktuelle Meldung rund um Wallace Designs eher ein anderes Spiel gewesen, das auf dem Tisch gelandet wäre.
Gerade deshalb war diese Partie aber auch eine schöne Erinnerung daran, dass gute Spiele manchmal einfach den richtigen Anlass brauchen.
Wie geht es weiter?
Für Steam Power dürfte bei uns die nächste Haltestelle wohl ein anderer Rahmen sein: nicht die isolierte Einzelpartie, sondern ein späterer Vergleich mit mehreren Bahnspielen gleichzeitig.
Spannend könnte das vor allem dann werden, wenn Titel wie Brass: Pittsburgh und weitere Genrevertreter tatsächlich bei uns eingezogen sind. Denn genau in so einem Vergleich zeigt sich oft besonders gut, welchen Platz ein Spiel langfristig im Regal und auf dem Tisch behaupten kann.
Bis dahin bleibt Steam Power für uns ein bemerkenswertes, zugängliches und in der Deluxe-Version auch ungewöhnlich ausgestattetes Bahnspiel und inzwischen offenbar auch ein Spiel, das in genau dieser Form wohl eine echte Limited Edition bleiben wird.
Ribbon Cutting mit Vertretern der Verbände und Koelnmesse Geschäftsführung. v.l.n.r. Gerald Böse (Vorsitzender der Geschäftsführung, Koelnmesse), Bastian Fassin (Vorsitzender, Arbeitskreis Internationale Süßwarenmesse (AISM), Dr. Carsten Bernoth (Hauptgeschäftsführer, Bundesverbands der Dt. Süßwarenindustrie (BDSI)), Prof. Dr. Katharina Riehn (Vizepräsidentin der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)), Carola Herbst (Stellvertretende Geschäftsführerin, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)), Ulrich Zuenelli (Vorsitzender des Aufsichtsrat Sweets Global Network (SG)), Joachim Eckert (Vorstandsvorsitzender, Sweets Global Networks (SG)), Oliver Frese (Geschäftsführer, Koelnmesse), Eingang Süd, Oliver Frese Geschäftsführer, Koelnmesse
Die ISM ist die weltweit größte Messe für Süßwaren und Snacks. Wer sie nur auf Schokolade und Gebäck reduziert, greift allerdings zu kurz. Für uns von Hügelzelter war der Besuch vor allem eines: eine Gelegenheit, hinter die Kulissen einer Branche zu schauen, die Genuss, Industrie, Politik und Inszenierung miteinander verbindet.
Wir waren diesmal bewusst zu dritt vor Ort – Maja, Josef und ich – mit Pressezugang, offiziellem Rundgang und sehr unterschiedlichen Blickwinkeln. Herausgekommen ist kein klassischer Messebericht, sondern ein geteilter Gesamteindruck: internationaler Handel, Zukunftsfragen rund um Nachhaltigkeit und ein sehr unmittelbares Messe-Erlebnis.
👨👩👧👦 Warum Hügelzelter auf der ISM?
Hügelzelter ist kein Food-Blog. Aber wer sich mit Brettspielen, Kultur, Kreativität und Familienprojekten beschäftigt, stößt immer wieder auf ähnliche Fragen: Wie entsteht ein erster Eindruck? Was bleibt hängen? Wie werden Produkte erlebbar gemacht?
Die ISM ist dafür ein spannendes Umfeld. Hier geht es nicht nur um Geschmack, sondern um Präsentation, Storytelling und Inszenierung – gewissermaßen Table Presence im großen Maßstab. Unser Ziel war es deshalb nicht, möglichst viel zu probieren, sondern Eindrücke zu sammeln: wirtschaftlich, gesellschaftlich und ganz konkret sinnlich.
Und natürlich gehört zu einem guten Brettspielabend auch der ein oder andere Snack. Im Idealfall einer, der das Spielmaterial schont und keine klebrigen oder schmierigen Spuren auf Karten, Spielplänen und Figuren hinterlässt. Auch diese ganz praktische Perspektive schwang bei unserem Messebesuch immer wieder mit.
🌍 Wenn Süßigkeiten plötzlich politisch werden
Eröffnung der ISM / ProSweets Cologne 2026, Thorsten Burmester, Gerald Böse, Oliver Frese
Der Einstieg in die ISM war überraschend ernst. Begrüßung und Panel setzten früh einen inhaltlichen Rahmen, der deutlich machte: Süßwaren entstehen nicht im luftleeren Raum. Themen wie internationaler Handel, Zölle, Tarife und Lieferketten standen klar im Fokus.
Sehr schnell wurde deutlich, wie global diese Branche denkt – und denken muss. Rohstoffe, Produktionsstätten und Absatzmärkte liegen auf verschiedenen Kontinenten. Politische Entscheidungen wirken sich direkt auf Produkte aus, die später ganz selbstverständlich im Regal stehen.
Der Wunsch nach stabilen Freihandelsabkommen war klar spürbar. In diesem Zusammenhang fiel auch der Blick auf Lateinamerika – etwa auf Perspektiven rund um Mercosur und Mexiko –, allerdings eher als einordnender Nebenaspekt denn als zentrales Thema.
Für uns war dieser Auftakt wichtig. Er hat der Messe sofort Tiefe gegeben und gezeigt, dass Genuss immer auch auf wirtschaftlichen und politischen Grundlagen aufbaut.
Gerade bei aktuellen Kickstarter- und Gamefound-Kampagnen zeigt sich, wie sensibel diese Themen inzwischen auch die Brettspielbranche betreffen. Unkalkulierbare Zollentwicklungen stellen Entwickler zunehmend vor Herausforderungen. Neben Risiken bei Rohstoff- und Transportkosten ergeben sich immer häufiger zusätzliche Unsicherheiten – zuletzt insbesondere durch wechselhafte Entwicklungen in der US-Zollpolitik.
🌱 Majas Blick: Nachhaltigkeit, Tierwohl und Ingredients
Majas Schwerpunkt war schnell gesetzt. Während viele Stände zum Probieren einluden, blieb ihr Blick häufig bei dem hängen, was hinter den Produkten steckt: Zutaten, Herkunft und Produktionsweisen.
Nachhaltigkeit wirkte dabei nicht wie ein bloßes Schlagwort. Pflanzliche Lebensmittelfarben, alternative Rohstoffe oder Upcycling-Ansätze – etwa Schokolade aus Biertrester – zeigten, wie intensiv in der Branche nach neuen Lösungen gesucht wird. Auch bei den Produktionsstraßen selbst ging es immer wieder um Effizienz, aber ebenso um einen schonenden Umgang mit Lebensmitteln und Ressourcen.
Spannend war, wie offen diese Themen diskutiert wurden – auch im direkten Austausch mit Entscheidern. Gerade vor dem Hintergrund ihres geplanten Praktikums in der Lebensmittelchemie, mit Fokus auf Grundstoffe und Ingredients, ergab sich hier ein sehr stimmiges Gesamtbild: Zukunft entsteht dort, wo Prozesse hinterfragt und neu gedacht werden.
Gleichzeitig bleibt auch in dieser Branche die kritische Frage präsent, was tatsächlich nachhaltig ist – und was eher unter Greenwashing fällt. Besonders im Bereich Verpackungen zeigen sich deutliche Parallelen zur Brettspielwelt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund aktueller und kommender EU-Regelungen.
Für Josef war die ISM vor allem eines: ein Erlebnis. Probieren, vergleichen, staunen. Schokolade, Waffeln, Kekse, Gummis und Getränke aus unterschiedlichsten Ländern – die Vielfalt war enorm.
Auffällig war, wie stark das Aussehen der Produkte wirkt. Viele Süßwaren waren so aufwendig gestaltet, dass sie fast wie kleine Kunstwerke erschienen. Und natürlich spielte auch der Geschmack eine große Rolle: Überraschungen wie Matcha, neue Kombinationen, aber auch sehr klassische Varianten überzeugten.
Dazu kam das Messegefühl selbst: volle Hallen, Farben, Gerüche, Bewegung. Die ISM wirkte weniger wie eine Fachmesse, sondern eher wie ein großer Erlebnisraum, in dem man die Internationalität der Branche unmittelbar wahrnehmen konnte.
🎲 Zurück zur großen Linie: Erlebnis, Inszenierung und Transfer
Gamification / Glücksrad / interaktive Stände
Am Ende liefen viele Eindrücke wieder zusammen. Die ISM zeigt sehr deutlich, wie stark Produkte heute über Inszenierung funktionieren. Table Presence ist hier vor allem visuell geprägt, ergänzt durch Haptik, Interaktion – und natürlich Geschmack und Geruch.
Viele Stände setzen bewusst auf spielerische Elemente, kleine Interaktionen und einen starken Einstieg. Der erste Eindruck entscheidet, ob man stehen bleibt oder weitergeht.
Dieses Prinzip ist erstaunlich nah an dem, was wir aus der Brettspielwelt kennen: Erlebnis vor Regelwerk, Gefühl vor Detail. In dieser Hinsicht ist die ISM nicht nur eine Fachmesse, sondern auch ein Ideenlabor für Präsentation und Erlebnisdesign.
🧩 Fazit: Drei Perspektiven, ein Eindruck
Die ISM ist vieles zugleich: Weltmarkt, Zukunftslabor und Erlebnisraum. Mit drei unterschiedlichen Perspektiven – wirtschaftlich, nachhaltig und unmittelbar erlebend – ergab sich für uns ein sehr runder Gesamteindruck.
Gerade dieser Perspektivwechsel machte den Besuch für Hügelzelter so wertvoll. Inspiration entsteht oft dort, wo man sie nicht sofort erwartet – manchmal zwischen Weltmarkt, Waffeln und Wow-Effekten.
[BILD 6 – persönliches Foto vor der ISM-Photowand | Abschluss]
Heute war ich auf der Boot Düsseldorf. Der Kontakt zur Messe Düsseldorf und zum Boot-Team wirkte dabei durchgehend professionell und gut organisiert. Nur eins habe ich leider nicht geschafft: schon am Freitag beim Presseevent aufzutauchen. Dort gab es einige Neuvorstellungen und eine gezielte Führung für Medienvertreter. Das hätte ich gern mitgenommen.
Wie schon im Vorjahr war ich mit Marcel dort unterwegs. Und obwohl wir beide wegen ganz handfester Themen (Tauchen, Ausrüstung, Einkauf) auf die Messe gehen, erwische ich mich jedes Mal dabei, wie ich zwischen den Hallen kurz stehenbleibe und denke: Das ist schon eine andere Welt.
Was mich dieses Jahr direkt wieder gepackt hat, war der Kontrast zu „unserer“ Messe in Essen: Die Hallen wirken auf der Boot noch einmal größer, die Publikumsdichte verteilt sich ganz anders – wirklich „crowded“ war es für mich eigentlich nur in der Tauchhalle. Und dann… naja: Eine Luxusyacht kostet dann eben doch etwas mehr als ein gut gefüllter Kallax. 😉
Von der Neoprenwelt zur Transportfrage
Auf der Boot war ich letztes Jahr zum ersten Mal und habe dabei eher zufällig mitbekommen, dass man über einen Blog (in dem Fall ein Wassersport-/Bootsblog) überhaupt eine Presseakkreditierung erreichen kann. Das war damals ein ziemlich spannender Gedanke. Dieses Jahr bin ich aber vor allem wieder als Wassersportler hier und mit einem sehr konkreten Ziel:
Ich suche eine große, möglichst wasserresistente Tasche für Tauchausrüstung. Flossen, Neo, Maske, Kleinkram – alles soll rein. Gleichzeitig sollen ein paar Dinge trocken bleiben, ohne dass ich dafür noch drei Extrabeutel brauche. Und: Die Tasche darf groß sein, aber bitte nicht so groß, dass sie im Schwimmbad wirkt, als würde ich gleich zu einer Expedition aufbrechen.
In der engeren Auswahl gelandet sind zwei sehr unterschiedliche Kandidaten – beide spannend, aber mit klar unterschiedlichem „Charakter“:
Nynamic Nord – Duffle Bag LDB-100 (104 l)
Volumen 104 l, Maße 33 × 35 × 90 cm, TPU-beschichtetes Nylon, IPX6, HF-geschweißte Nähte, wasserabweisender Reißverschluss, herausnehmbares inneres Trockenfach, weite Öffnung, Tragesystem als Rucksack. Kurz gesagt: durchdacht, mit sauberer Trennung zwischen „nass“ und „trocken“ – und vom Format her noch so, dass man sie auch im Alltag gut nutzen kann.
Ich hatte am Stand einen sehr netten Kontakt, und es stand im Raum, dass online auch Messepreise möglich sind. Das ist noch nicht schriftlich bestätigt – das werde ich als nächstes einmal nachfassen.
Cressi – (135 l)
Die Cressi spielt in einer anderen Größenklasse: 135 l, Maße 95 × 34 × 42 cm, Gewicht 1,6 kg. Ebenfalls mit HF-/RF-geschweißten Nähten und wasserresistentem Reißverschluss – und mit ein paar Features, die sehr nach „Praxis am Wasser“ klingen: Die Tasche ist lang genug für lange Freitauchflossen (z. B. Gara), besteht aus robustem PVC mit verschweißten Nähten und ist so dicht, dass man die Ausrüstung sogar im Inneren der Tasche ausspülen kann. Danach lässt sich Wasser über eine Ablasskappe am Ende der Tasche bequem ablassen. Dazu kommen Tragegriffe und Gurte, die auch als Schulterträger dienen. Laut Beschreibung bleibt beim Transport (selbst im Auto) alles dicht – kein Wasser läuft aus.
Was mir an diesem Thema gefällt: Es ist am Ende dieselbe Denke, die ich bei Spielen auch mag – praktisch, lösungsorientiert, und mit Blick darauf, dass Dinge heil und ordentlich bleiben. Nur dass es heute eben um Flossen statt um Kartenstapel geht.
Je länger ich darüber nachdenke, desto eher lande ich bei der Dynamic Nord – wegen der Trennung in nass/trocken und dem Format, das nicht sofort nach „Reisegepäck XXL“ aussieht. Die Cressi bleibt aber eine sehr starke Option, wenn „möglichst viel, möglichst unkompliziert“ das Hauptziel ist.
Update: Dynamic Nord hat sich gemeldet und den angekündigten Messepreis bestätigt – 20 % Messerabatt. Ich habe die Tasche direkt bestellt. Sobald sie da ist, mache ich einen kurzen Praxis-Check (Packen, nass/trocken, Alltagstauglichkeit) – dann sehen wir, ob sie auch als „Schwimmbad-taugliche“ Lösung durchgeht.
DYNAMICNORD hat mir in einer zweiten Mail die Nutzung von ein bis zwei offiziellen Produktbildern sowie der technischen Daten ausdrücklich erlaubt. Verlinkt wird auf die Produktseite. Es handelt sich um einen unabhängigen, unbezahlten Erfahrungsbeitrag.
Quelle: DYNAMICNORD · Produkt: LDB-10
🌐 DYNAMICNORD: https://dynamicnord.com/de/
🎒 Produkt: https://dynamicnord.com/de/ldb-100/
Update2: Praxis-Fazit nach dem ersten Packen:
Die Tasche nimmt problemlos komplette Tauchausrüstung auf, inklusive langer Flossen und Neopren. Nasses und trockenes Material lässt sich sauber trennen. Zusätzlich bleibt noch ausreichend Platz für weiteres Zubehör.
Viel Platz für Tauchausrüstung, inklusive langer Flossen für das Freitauchen
Fun Fact: Es passen auch erstaunlich viele Brettspiele hinein. Zwölf Stück wären vermutlich problemlos möglich, wobei auf dem Foto durchaus ein paar größere Klopper dabei sind. Das Format entspricht ziemlich genau der bekannten Kallax-Breite. Ob das sogar eine Tasche für die SPIEL in Essen sein könnte? Möglich. Für zwölf Spiele in einer Tasche sollte man dann allerdings auch etwas Muskeltraining einplanen. 😉
Bonus: Auch Brettspiele lassen sich überraschend gut verstauend.
Bluegame: „Spielzimmer auf See“ – nur ohne Zugang
In Halle 6 bin ich bei den großen Yachten zufällig über Bluegame gestolpert. Vom Namen her musste ich direkt grinsen – „Bluegame“ schreit ja schon nach einer Brücke. Ich hätte total gern ein paar Eindrücke der Innenausstattung gesammelt (und ja: in meinem Kopf stand da sofort ein Tisch, auf dem man problemlos ein episches Brettspiel ausbreiten könnte).
Kurzfristig war aber kein Zugang möglich: Das Boot war voll – und selbst potenzielle Kunden wurden zeitweise nicht mehr zugelassen. Am frühen Abend hätte ein Termin mit einem Marketing-Kontakt klappen können, aber mein Zeitfenster war weg. Das ist kein Drama, eher ein guter Reminder: Bei den großen Marken läuft vieles nur mit Slot. Ich werde daher Pressematerial anfragen, vielleicht ergibt sich daraus noch etwas für einen späteren Beitrag.
Ein sehr netter Kontakt: Michel Ley, Cartoons und ein Hai, der spielt
Ein weiteres Highlight war ein Stand in der Tauchhalle: Dort habe ich Michel Ley (Gummersbach) kennengelernt, der sein Buch „Unter Wasser lachen kann tödlich sein“ dabeihatte – eine Sammlung von Cartoons.
Wir kamen ins Gespräch, er hat ein Exemplar seines Buches signiert, ein paar Anekdoten erzählt und wir haben lose vereinbart, uns gegenseitig zu verlinken. Als ich erwähnte, dass ich mit huegelzelter.de eigentlich aus der Brettspiel-Ecke komme, passte es perfekt, dass ich mir als kleine Zeichnung „einen Hai beim Brettspielen“ wünschen durfte.
Der Zufall war dann zu gut: Auf den ersten Seiten gibt es ohnehin schon einen Cartoon, in dem ein Hai mit einem Taucher Schach spielt, mit dem Spruch „mit dem Essen spielt man nicht“.
Cartoon von Michel Ley („Unter Wasser lacht man nicht“) – Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung.
Als nette Randnotiz: Michel erwähnte, dass er in Gummersbach auch Inka und Markus Brand kennt – in unserer Szene natürlich ein Name wie ein Türöffner, wenn man einmal „Exit“ gesagt hat.
Reiseziele: Malta und wie immer ohne Kompromisse
In einer Halle habe ich außerdem einen längeren Beitrag über Malta gesehen. Und ich merke: Das könnte wirklich das nächste Ziel werden. Ein paar Mittelmeerinseln haben wir ja schon hinter uns – aber Malta fühlt sich gerade wie der nächste logische Schritt an. Tauchen und Brettspiele: klingt für mich nach einer ziemlich guten Kombination.
Damit das auch mit Kindern entspannt klappt, planen wir als Vorbereitung noch einen Abstecher ins Monte Mare Rheinbach, um das Flaschentauchen nochmal aufzufrischen.
Und ganz ehrlich: Ich mag diese Kombination aus „draußen etwas erleben“ und „abends gemeinsam am Tisch landen“. Wenn Malta wirklich klappt, wir wollen und müssen per Auto und Boot anreisen, wird das vermutlich genauso laufen: tagsüber Wasser, abends Spiele und dazwischen die ganz praktische Frage, wie man Ausrüstung und Spieleschachteln so organisiert, dass am Ende alles in die Familienkutsche passt.
Es gibt Spiele, die spielt man. Und es gibt Welten, in die wächst man hinein – gemeinsam mit anderen.
Das Schwarze Auge ist für mich genau das. Nicht nur wegen Aventurien, Regeln oder Kampagnen. Sondern wegen der Menschen, mit denen ich diese Welt seit Jahrzehnten teile.
Mein Einstieg liegt 1988. Abenteuer-Basisspiel. Der Streuner soll sterben. Die Kanäle von Grangor. Damals ahnte ich nicht, dass diese Spielwelt mich nicht nur begleiten, sondern verbinden würde.
Richtig tief wurde es im Studium. Anfang der 2000er. Unser Meister für die großen Geschichten war und ist Christian. Wir haben schon gemeinsam das Abitur gemeistert, verloren uns aus den Augen, und trafen uns später zufällig auf einer Studentenparty wieder. Aus einem „Was machst du eigentlich heute?“ wurde eine Runde. Aus einer Runde eine Kampagne. Und aus einer Kampagne die legendäre G7.
Mein Kor-Geweihter Daedalus al Shrabat wurde zu Ruhm geführt – und starb. Aventurisch konsequent. Sicherlich war er der kämpferische Kern der Gruppe, außer bei Grottenschraten. Aber die sind unfair. Aber die Gruppe blieb.
Zu dieser Gruppe gehört auch Maria. Damals wie heute Mitspieler, inzwischen nicht nur Freund, sondern auch Patenonkel von Josef. Esther, jahrelang Teil der Runde, damals Nachbarin von Maria, später Mitspielerin, heute mit Christian verheiratet. Tim und Franzi komplettieren die Gruppe – ebenfalls verheiratet, nachdem Tim früher einmal WG-Mitbewohner von Maria war und später mit Esther und Maria zusammenlebte.
Es gab aber nicht nur konstanz. Diese Runde ist kein statisches Konstrukt. Sie hat Phasen erlebt. Nähe und Abstand. Umzüge, neue Partner, Kinder, berufliche Wege, andere Städte. Manchmal wurde weniger gespielt. Manchmal monatelang gar nicht. Und dann kam immer wieder der Moment, in dem jemand schrieb: „Habt ihr Lust, mal wieder?“
Heute spielen wir anders. Online über Zoom, unterstützt von Roll20 und Foundry VTT. Die Technik ist moderner, die Geschichten nicht weniger intensiv. Und Aventurien fühlt sich immer noch vertraut an.
Und dann ist da die nächste Generation.
Mit den Kindern habe ich die erste Kampagne der DSA-Einsteigerbox „Das Geheimnis des Drachenritters“ gespielt. Zunächst geleitet von Esther über Foundry für uns alte Krieger, später habe ich selbst für die Kinder gemeistert. Eine Rezension dazu steht noch aus. Sie wird folgen, nachdem wir auch das zweiter Abenteuer beschritten haben.
Auch abseits des klassischen Rollenspiels sind wir tief in der Welt verankert: Crowdfunding-Projekte wie Das Aventurische Lexikon und Kirchen Alverans, Aventuria – The Adventure Board Game mit Erweiterungen, der Aventurische Bote, den ich seit Jahren abonniert lese. Aventurien ist bei uns kein Nostalgiethema, sondern Gegenwart.
Warum dieser Beitrag? Weil Out of Context auf der Spielwiese der Hügelzelter genau dafür da ist: für die Geschichten hinter den Spielen. Für das, was bleibt, wenn man Regeln vergisst und Charakterbögen verblassen.
👉 Die Rezension zur Einsteigerbox folgt. 👉 Weitere Beiträge zu Aventurien sind geplant.
Manche Spielwelten wechseln Editionen. Manche Gruppen wechseln Lebensphasen.
Aber manche Geschichten trägt man ein Leben lang mit sich – und würfelt sie immer wieder neu.
Es gibt Spiele, die spielt man. Und es gibt Spiele, die bleiben.
Valheim gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.
🧭 Einstieg: Podcast, Bier und ein nordisches Fegefeuer
Auf Valheim aufmerksam geworden bin ich 2022 über einen meiner Lieblingspodcasts: „Auf ein Bier“. Dort wurde über die Open-Access-Phase gesprochen – nicht hypegetrieben, sondern mit genau der Mischung aus Neugier und Skepsis, die bei mir funktioniert.
Kurz darauf haben zwei Freunde (Burns und Call!po) und ich zugeschlagen. Und was soll ich sagen: Wir haben uns reingesogen.
Nach gut 160 Spielstunden waren wir damals mit dem verfügbaren Content durch. Nicht „alles gesehen“, sondern: alles erlebt.
⚔️ Sterben gehört dazu – und tut richtig weh
Valheim ist unverzeihlich.
Wenn man stirbt, dann stirbt man richtig:
Waffen weg
Rüstung weg
Loot weg
Buffs weg (das ist fast das Schlimmste)
Ohne gute Nahrung fehlt dir Leben und Ausdauer – und die brauchst du dringend, wenn die Biome schwieriger werden. Ungebufft seinen Grabstein zurückzuholen? 👉 Fast aussichtslos.
Im Team geht es deutlich besser. Und genau da liegt die Stärke.
🛖 Teamplay, Serverleben und Boss um Boss
Am längsten haben Call!po und ich durchgehalten. Über Discord verbunden, auf einem eigenen dedizierten Server, haben wir uns Stück für Stück hochgearbeitet:
Basen gebaut
Ressourcen gefarmt
Ausrüstung optimiert
und einen Boss nach dem anderen gelegt
Wir spielen viele Survival Games gemeinsam – mal zu zweit, mal zu dritt, manchmal mit mehr Leuten. Valheim war eines der ersten Spiele, bei dem wir gemerkt haben, wie gut dieses Prinzip funktioniert:
Quests immer gemeinsam
Bauen gemeinsam und auch mal solo
Bosskämpfe geht nur gemeinsam
Inventarpflege auch mal solo
So verbringt man Abende zusammen – selbst wenn man längst nicht mehr in derselben Stadt wohnt.
👉 Zocken als Freundschaftspflege auf Distanz.
🌲 Warum Valheim geblieben ist
Valheim hat sich bewährt. Nicht durch Story-Twists oder Cutscenes, sondern durch das, was zwischen den Zeilen passiert:
das erste Mal ein neues Biom betreten
der Moment, wenn man eine neue Mechanik kennenlernt oder neue Rezepte bekommt
der Frust nach einem Tod
und die Erleichterung, wenn man seinen Grabstein zurückholt
Für uns war Valheim eines der Spiele, die man nicht „durchspielt“, sondern mitnimmt, denn die Erinnerung bleiben.
🔁 Generationswechsel: Josef betritt Valheim
Den umgekehrten Weg geht jetzt Josef.
Wir haben gerade gemeinsam am PC wieder von vorne angefangen – Multiplayer, ganz klassisch. Und parallel startet, eingentlich knapp vor uns, startet Call!po ebenfalls neu und auch mit seinem Sohn.
So sieht Wissensweitergabe generationsübergreifend im Jahr 2026 aus: 👉 Jagen, sterben, fluchen – und nochmal losziehen.
🧾 Grundlagen zum PC-Spiel (Kurzinfo)
Genre: Koop-Survival / Exploration
Spieler: 1–10 (empfohlen 3–5 im Koop)
Release: 2. Februar 2021 (Early Access)
Entwickler: Iron Gate AB
Publisher: Coffee Stain Publishing
Plattform: PC (Steam)
Preis: häufig ~10 € im Sale
🧠 Kurzfazit (PC)
Koop-Survival mit Härte, Herz und Grabstein-Frust. Valheim ist kein Spiel für Ungeduldige – aber ein zeitloser Klassiker für Teams.
👉 Für kleines Geld eine klare Kaufempfehlung, vor allem gemeinsam.
(oder: Wie aus einer Idee aus dem Brettzeit-Discord eine maßgeschneiderte Neopren-Tischdecke wurde)
Zu Weihnachten gab es bei uns kein neues Spiel, sondern etwas, das fast noch wichtiger ist: einen vernünftigen Untergrund für den Spieltisch.
Die Initialzündung kam – wie so oft – eher zufällig. Im Discord-Forum zum Podcast Brettzeit habe ich ein Foto von einem Spieltisch mit einem richtig guten Untergrund gesehen. Keine verrutschenden Karten, keine harten Tischkanten, kein Gefummel mehr beim Aufnehmen. Die Idee gefiel mir so gut, dass ziemlich schnell klar war: Das will ich auch.
🪑 Der Ausgangspunkt: unser Tisch (und seine Schwächen)
Unser Spieltisch besteht aus drei IKEA-Tischen, die wir je nach Spiel zusammenschieben. Praktisch, flexibel … aber mit einem entscheidenden Nachteil: Stellkanten.
Gerade bei großen Spielen oder längeren Partien ist das einfach nicht optimal. Karten bleiben hängen, Marker kippen, und optisch ist es auch eher… funktional.
Spätestens da war klar: Eine durchgehende Spielfläche muss her.
🔍 Die Suche: groß, größer, Sondermaß
Im Internet habe ich mich zunächst nach fertigen Spielmatten umgesehen. Das Problem: Alles, was man bekommt, endet irgendwo bei 1,20 × 90 cm oder 1,50 × 90 cm. Für unseren Tisch mit 1,20 × 1,80 m war das schlicht zu klein.
Zuerst habe ich dort eine Anfrage für eine mögliche Sonderanfertigung gestellt – am Ende aber direkt die passende Menge Neopren bestellt.
Das Material: ca. 3 mm stark, schwer, griffig, genau richtig. Aber damit begann das nächste Problem.
🧵 Nähen ist nicht gleich Nähen
Durch die Bestellung kam ich in Kontakt mit Marion von „neoprenprofi.de“, die mir einen sehr guten Tipp gab: 👉 Polsterei oder Segelmacherei.
Klingt logisch, wenn man bedenkt, was 3 mm Neopren für eine Nähmaschine bedeuten.
Die lokale PolstereiReining in Borken war sehr bemüht und hat es auch versucht, musste aber irgendwann aufgeben: Die Maschinen kamen schlicht nicht durch das Material. Immerhin ein positiver Nebeneffekt: Ich werde mir dort wohl demnächst einen neuen Brettspielstuhl zulegen. Das Probesitzen war schon mal sehr überzeugend.
🧰 Die Lösung: Sattlerei (und falsche Vorstellungen)
Der nächste Tipp war eine Sattlerei. Zu meiner Schande muss ich gestehen: Ich hatte dabei zuerst Pferdesättel im Kopf. Weit gefehlt.
Hier geht es vielmehr um Autointerieur, dicke Stoffe, robuste Materialien – also genau das richtige Umfeld. Fündig geworden bin ich schließlich bei der Sattlerei Activia Automobilservice GmbH.
Ich hatte Kontakt zu Monique, und sie hatte sofort eine passende Idee: Die Matte wird professionell zugeschnitten und – ähnlich wie bei Auto-Fußmatten – mit einem schwarzen Randmaterial sauber eingefasst.
Das Ergebnis: Einfach perfekt. Ich glaube Monique wird sich auch noch eine Spielmatte erstellen.
🎲 In Aktion: Spiele auf dem neuen Untergrund
[Bild 5: Stars of Akarios auf der schwarzen Neoprenfläche]
Gerade große Spiele kommen auf der Matte richtig zur Geltung. Stars of Akarios – frisch gekauft – wirkt mit seiner Sternenthematik und der tollen Bemalung vom Vorbesitzer auf dem dunklen Untergrund noch einmal ganz anders.
[Bild 6: Valheim aufgebaut]
Auch Valheim profitiert enorm: Alles liegt ruhig, nichts verrutscht, Marker lassen sich leicht aufnehmen – und die Spielfläche wirkt endlich wie „aus einem Guss“.
🧾 Fazit: Ein Upgrade, das bleibt
Die Neopren-Tischdecke ist eines dieser Upgrades, bei denen man sich im Nachhinein fragt: Warum habe ich das nicht früher gemacht?
keine Kanten mehr
leise Würfel
Karten lassen sich problemlos aufnehmen
rutschfester Untergrund
und optisch einfach eine andere Liga
Für uns ist klar: Der Untergrund bleibt. Und große Spiele fühlen sich darauf genau so an, wie sie es verdienen.
Brettspiele kommen und gehen – aber schöne Boxen bleiben. Zumindest sollten sie das.
Als uns die Speakeasy-Leihgabe erreichte, war die Euphorie groß … doch der Karton hatte sichtbar gelitten. Parallel wartete der Isofarian Guard-Karton aus einem Gebrauchtkauf ebenfalls auf Reparatur.
Damit war der perfekte Anlass für diesen Offtopic-Beitrag gegeben: Wie wir zwei beschädigte Brettspielboxen mit einfachen Mitteln wieder stabil bekommen haben.
📦 Ausgangslage: Zwei Boxen, zwei Risse
Beide Boxen hatten ähnliche Schäden: eingerissene Kanten, aufgespreizte Kartonschichten und instabile Ecken.
🧴 Bücherleim als Wunderwaffe
Zum Einsatz kam Bücherleim – ideal, weil er klar trocknet, flexibel bleibt und Papier dauerhaft verbindet.
Aufgetragen wurde er mit einem einfachen Q-Tip, um wirklich zwischen die Kartonlagen zu gelangen.
🧪 Versuch 1: Stabil, aber unpraktisch
Der erste Ansatz war ein Stück Karton aus einer Cornflakes-Packung als Verstärkung. Ergebnis: zu dick, zu starr. Also wieder entfernt.
🧻 Versuch 2: Die richtige Idee – gefaltetes Papier
Stattdessen kam ein mehrfach gefalteter Papierstreifen zum Einsatz:
dünn
flexibel
stabilisierend
Dieser wurde innen eingeklebt und sorgt seitdem für eine erstaunlich saubere Fixierung.
🌙 Über Nacht trocknen – und staunen
Beide Boxen wurden beschwert (praktischerweise mit anderen Brettspielen 😉) und durften über Nacht trocknen.
🧩 Fazit
Es braucht kein teures Spezialmaterial, um Brettspielboxen zu reparieren. Mit etwas Bücherleim, einem Q-Tip, einem und etwas Geduld lassen sich viele Schäden unauffällig ausbessern.
Einfach, günstig, effektiv – und die Boxen sehen wieder richtig gut aus.