Durch die „SPIEL DOCH!“ gesellten sich einige weitere Holzspiele zu unserer bisherigen Sammlung. Sie gehören wie „Quarto“ und „Quoridor“ zur Gigamic-Reihe. Unsere neuen Titel heißen „Quixo“, „Qomet“, „Quantik“ und „Pylos“. Jetzt erhaltet ihr zu jedem eine kurze Zusammenfassung.
Quixo
Quixo besteht aus einem Feld, das aus fünf mal fünf Würfeln besteht. Diese werden abwechselnd aus dem Rand genommen, auf sein Symbol gedreht und dann wieder so hinein geschoben, dass sich die entstandene Lücke schließt. Man gewinnt, wenn man eine vollständige Reihe gelegt hat.
Besonders gefällt mir, dass sich das Spielfeld bei jedem Zug leicht verändert. Das erinnert irgendwie an das Verrückte Labyrinth gemischt mit Tic Tac Toe.
📊 BoardGameGeek
Erscheinungsjahr: 1995
Autor: Thierry Chapeau
Spieler: 2–4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Komplexität: 1,62 / 5
BGG-Bewertung: 6,3 / 10 (über 1.100 Bewertungen)
BGG-Rang (Abstract Strategy): Platz 297
Qomet
Qomet hat eine einzigartige Mechanik, weswegen sie in Kürze schwer zu erklären ist. Dies macht dieses Spiel jedoch auch so toll und reizvoll zu spielen.
Gewonnen hat, wer als Erster ein Quadrat aus seinen Spielsteinen bildet. Dabei gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, als man zunächst vermuten würde. Genau das macht jede Partie spannend.
🏕️ Hendriks Meinung
„Mich erinnert Qomet irgendwie an den Klassiker Mühle. Auch hier kann man seinem Gegenspieler Fallen stellen und Züge vorbereiten. Das hat mir richtig gut gefallen. Da sich auf der SPIEL DOCH! niemand für Qomet entschieden hatte, durfte das Spiel einfach so bei uns einziehen.“
📊 BoardGameGeek
Erscheinungsjahr: 2025
Autor: Fabrice Puleo
Spieler: 2
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Komplexität: 2,00 / 5
BGG-Bewertung: 6,8 / 10 (59 Bewertungen)
Quantik
Quantik ist sehr ähnlich zu einem Sudoku. Immer wenn man einen seiner Spielsteine auf dem Spielbrett, das aus vier zwei-mal-zwei Feldern besteht, platzieren möchte, muss man darauf achten, dass kein gegnerischer gleicher Spielstein in der gleichen Reihe oder im gleichen zwei mal zwei Feld liegt. Wer dann als Erstes eine Reihe aus vier verschiedenen Steinen, egal welcher Farbe, bildet, gewinnt.
Insgesamt ist es ein sehr schönes Spiel, auch wenn es Maja nicht so sehr gefällt, wie mir und Hendrik.
🏕️ Hendriks Meinung
„Jeder von uns durfte sich auf der SPIEL DOCH! ein Gigamic-Spiel aussuchen. Ich habe mich für Quantik entschieden. Irgendwie erinnert mich der Mechanismus an eine Mischung aus Sudoku und Quarto – zwei Spiele, die ich sehr mag. Deshalb hat mich Quantik sofort angesprochen.“
📊 BoardGameGeek
Erscheinungsjahr: 2019
Autor: Nouri Khalifa
Spieler: 2
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Komplexität: 1,56 / 5
BGG-Bewertung: 6,0 / 10 (456 Bewertungen)
BGG-Rang (Abstract Strategy): Platz 632
Pylos
In Pylos baut man eine Pyramide aus Kugel mit einer vier mal vier Grundfläche. Wer die Spitze legt, gewinnt. Weil das Spiel ja sonst langweilig wäre, gibt es noch einige weitere Regeln, die es einem ermöglichen Kugeln wieder zu entfernen oder umzulegen, was dem Spiel eine spannende Mechanik gibt.
Mein Favorit ist es zwar nicht, aber Maja mag es wirklich gerne.
👧 Majas Meinung
„Mir gefällt Pylos besonders gut, weil sich das Spiel auch dann noch wenden kann, wenn man erst einmal hinten liegt. Dadurch bleibt jede Partie bis zum Schluss spannend.“
📊 BoardGameGeek
Erscheinungsjahr: 1993
Autor: David G. Royffe
Spieler: 2
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 10 Minuten
Komplexität: 1,92 / 5
BGG-Bewertung: 6,3 / 10 (über 2.300 Bewertungen)
BGG-Rang (Abstract Strategy): Platz 253
Mein Fazit
Mir haben alle vier Spiele gut gefallen. Jedes spielt sich anders und trotzdem haben sie gemeinsam, dass man viel nachdenken muss. Ich bin gespannt, welche Gigamic-Spiele wir als Nächstes kennenlernen.
Ich bin Josef – Schüler, Fußballer, Tüftler und begeisterter Gesellschaftsspieler.
⚽ Sport
Seit dem Kindergarten spiele ich Fußball im Verein und bin inzwischen Innenverteidiger in der C1. Ich bin eher der ruhige Organisator, gehe mit meinen rund 1,80 Metern aber auch gern in den Zweikampf.
Außerdem mache ich beim Schülertriathlon mit und gehe bouldern.
🤖 MINT & Mathematik
Mathe, Technik und Programmieren interessieren mich besonders. Gemeinsam mit meiner Schwester Maja habe ich beim Wettbewerb „Schüler macht MI(N)T“ an einem LEGO-Sortierroboter gearbeitet.
Mein Schwerpunkt lag bei der Programmierung der Waage, mit der die Steine über ihr Gewicht erkannt wurden.
Beim Känguru-Wettbewerb der Mathematik erreiche ich regelmäßig einen bundesweiten ersten Preis. In diesem Jahr gab es dafür Bomb Busters – inzwischen unser drittes Exemplar.
🎲 Spiele
Ich spiele gern Schach und mag taktische Spiele mit klaren Regeln und schwierigen Entscheidungen.
Zu meinen Favoriten gehören Terraforming Mars: Ares Expedition, Heroes of Might and Magic III: Das Brettspiel und Unmatched. Besonders häufig spiele ich Zwei-Personen-Spiele gegen meinen Vater.
✍️ Blog & Gaming
Für die Spielwiese der Hügelzelter schreibe ich eigene Beiträge und Bewertungen, unter anderem zu Bomb Busters, Unmatched, Light Speed Arena, Tainted Grail, Voidfall und Kwiz.
Außerdem spiele ich am PC, auf der Nintendo Switch und auf der PlayStation 5. LEGO gehört ebenfalls noch dazu – inzwischen aber etwas seltener als früher.
Als minderjähriges Mitglied der Redaktion veröffentliche ich unter dem Namen „Josef“ und verfüge über einen gültigen Jugendpresseausweis.
Dieser Boss Battler war auf der Spiel 2025 in Essen ein voller Erfolg und hatte dazu eine sehr große Erstauflage. Doch trotz der Unübersehbarkeit dieses Messehits griffen wir hier nicht zu. Der Grund: Wir hatten bereits eine beträchtliche Anzahl an Spielen in unseren Taschen. Außerdem wartete mit One Hit Heroes bereits ein Boss Battler zuhause auf uns.
Doch dann landete Boss Fighters QR unter unserem Weihnachtsbaum…
⚙️Spielmechanik – Was ist das für ein Spiel?
In diesem kooperativen Boss Battler kämpft man mit seinen individuellen Helden gegen dreiköpfige Oger und explosive Erfindungen. Die Charaktere kann man selbst aus einer Klasse und einer Rasse zusammenstellen und so als Elfen Schurke oder Troll Magierin kämpfen.
Die Helden steuert man über Karten. Auf deren Rückseite befindet sich jeweils ein QR-Code, den man mit der App scannt. Mithilfe einer App kann man so verschiedene Gegner herausfordern, die jeweils über besondere Fähigkeiten verfügen. Immer wenn man dran ist wählt man eine Karte, die man spielen will und scannt den QR-Code auf ihrer Rückseite. Um Strafen zu umgehen, müssen die Spieler darauf achten, welche Verhaltensweisen bei welchem Boss negative Effekte auslösen können.
Nachdem man einen Kampf erfolgreich beendet, schaltet man neue Inhalte, wie hilfreiche Gegenstände oder mächtige Karten, frei. Außerdem kommen im Laufe des Spiels neue Regeln hinzu.
👤Unsere Spielrunde
Kurz nach Weihnachten weckte das Spiel sofort unser Interesse und es kam schnell auf den Tisch. Als erstes haben wir die Kampagne zu viert mit Maria begonnen, der gerade zu Besuch war. Danach haben wir das Spiel zurückgesetzt, um zu dritt und mit anderen Heldenkombinationen noch mal von vorne zu beginnen.
In Höchstgeschwindigkeit haben wir noch in den Ferien einen Boss nach dem anderen bekämpft. Wir wollten immer direkt wissenm, was wohl der nächste für Fähigkeiten, Sonderregeln und Herausforderungen mit sich bringt. Dazu gab es noch einen speziellen Weihnachtsboss, den wir uns zusätzlich vornehmen konnten.
⭐️Unsere Bewertung⭐️
Zugänglichkeit: 😄 hoch – Die Regeln sind einfach und werden nach und nach mehr, ein idealer Boss Battler gerade für Familien.
Interaktion: 😄hoch – Man muss sich als Team abstimmen und überlegen, wie angegriffen und verteidigt wird.
Spielspaß: 🤩sehr hoch – Uns hat es persönlich super gefallen, es ist zugänglich und hat trotzdem verschiedene Spielansätze und eine gewisse taktische Tiefe.
Wiederspielwert: 😄 hoch – Neue Karten, Regeln und Bosse bieten Abwechslung und machen Lust auf mehr, nachdem wir alle Bosse einmal besiegt hatten, wanderte Boss Fighters QR zwar erstmal wieder ins Regal, aber es sollten noch weitere Gegner hinzugekommen, wie z. B. zu Weihnachten oder Ostern
💬Stimmen aus der Familie
Hendrik
Tolles Spiel! Das zeigt sich auch daran, dass ich mich darüber ärgere, den Oster Boss verpasst zu haben.
Josef
Ich mag die QR-Mechanik und die versteckten Bossfähigkeiten.
Maja
Ich war vor jedem Boss gespannt, was es für Fähigkeiten und neue Regeln wohl gibt! Das hat mich total gepackt.
❣️Gesamtbewertung
Insgesamt hat uns Boss Fighters QR richtig abgeholt. Die Kombination von der App mit dem Brettspiel funktioniert sehr gut. Außerdem gefällt es uns, dass über die App neue Bosse eingefügt werden können, ohne dass es einer Erweiterung bedarf.
Unser einziger Kritikpunkt ist, dass wenn man die Kampagne einmal durch hat, die Motivation, die ganzen Karten auseinander zu sortieren, um in anderen Kombinationen erneut loszulegen, eher gering ist.
⭐️⭐️⭐️⭐️½ 4,5/5 Huegelzelterpunkte
📊Eckdaten
🎲 Spieler: 2–4 (Community-Empfehlung: 3 Spieler)
⏱️ Spieldauer: 40–60 Minuten
👦 Alter: ab 10 Jahren (Community: bereits ab 8 Jahren gut spielbar)
🧠 Komplexität (BGG Weight): 2,13 / 5
⭐ BoardGameGeek-Rating: 8,0 / 10
🏆 BGG-Rang: Platz 1.529 insgesamt, Platz 388 der Familienspiele
✍️ Autoren: Michael Palm & Lukas Zach
🎨 Illustrationen: Artur Fast, Maximilian Jasionowski, Bartłomiej Kordowski und Timo Mimus
Als Anfang Juli Rebirth zum Kennerspiel des Jahres 2026 gewählt wurde, mussten wir ein wenig schmunzeln. Nicht, weil uns die Entscheidung überrascht hätte, sondern weil wir das Spiel bereits Monate vorher ins Herz geschlossen hatten.
Schon auf der SPIEL DOCH! konnten wir Rebirth am Stand von Frosted Games bzw. im offenen Brettspielbereich anspielen. Damals war uns schnell klar: Das hier ist ein Titel, den wir unbedingt noch einmal in Ruhe zu Hause auf den Tisch bringen möchten. Leider war das Spiel auf der Messe bereits ausverkauft und anschließend auch im Handel kaum noch zu bekommen.
SPIEL DOCH! Dortmund
Also hieß es warten.
Umso größer war die Freude, als uns Frosted Games schließlich den Reprint zuschickte. Eine kleine Besonderheit: Unsere Ausgabe stammt noch aus der ersten Nachproduktion und trägt deshalb noch nicht das inzwischen bekannte anthrazite Kennerspiel-des-Jahres-Siegel.
Nicht aus Sammlergründen, sondern weil es uns daran erinnert, dass wir Rebirth schon begeistert waren, bevor plötzlich alle begeistert waren.
🎲 Ein weiterer Knizia – aber wieder ein ganz anderer
Der Name Reiner Knizia dürfte Brettspielfans längst ein Begriff sein. Kaum ein anderer Spieleautor hat in den vergangenen Jahrzehnten so viele Spiele veröffentlicht.
Erst kürzlich begegnete uns sein Name sogar im Inhalt eines anderen Brettspiels, bei einer Schätzfrage in Wer stiehlt mir die Show?. Dort lautete die Aufgabe sinngemäß:
Wie viele Spiele hat Reiner Knizia eigentlich veröffentlicht?
Die tatsächliche Zahl war beeindruckend und zeigt eindrucksvoll, welchen Einfluss Knizia bis heute auf unser Hobby hat.
Mit Rebirth beweist er erneut, dass elegante Spielmechaniken oft mehr überzeugen als komplizierte Regelwerke.
🏰 Worum geht es?
Nach mehreren Katastrophen liegt Schottland in Trümmern. Die alten Clans beginnen damit, das Land neu aufzubauen: nachhaltiger, naturverbundener und hoffnungsvoller als zuvor. EIne Thema, dass ins unsere Zeit passt.
Spielerisch geschieht dies durch das Platzieren von Plättchen auf dem Spielplan. Jeder Spieler verfügt über denselben Vorrat und damit grundsätzlich über identische Voraussetzungen. Runde für Runde übernimmt man Burgen, prägt die Landschaft durch Energie oder Landwirtschaft und versucht sich in der Nähe von Kathedralen zu platzieren; während gleichzeitig verschiedene Wertungsziele erfüllt werden.
Die Regeln sind erstaunlich schnell erklärt. Genau darin liegt aber auch die große Stärke des Spiels.
Denn schon nach wenigen Partien merkt man, dass hinter den einfachen Abläufen eine beachtliche strategische Tiefe steckt.
🤔Thema und Mechanik – zwei verschiedene Welten?
Während unserer Partien entstand eine spannende Diskussion am Tisch.
Rebirth erzählt die Geschichte einer Welt, die sich nach dem Zusammenbruch der Zivilisation neu erfindet. Nachhaltigkeit, Windkraft und ein respektvoller Umgang mit der Natur stehen im Mittelpunkt der Hintergrundgeschichte.
Spielmechanisch spürt man davon allerdings vergleichsweise wenig.
Letztlich legen wir Plättchen, erfüllen Wertungen und sammeln Punkte. Mit einer anderen Illustration könnte dieselbe Mechanik vermutlich genauso gut Eisenbahnstrecken, Handelsrouten oder mittelalterliche Städte darstellen.
Das ist ausdrücklich keine Kritik.
Im Gegenteil. Rebirth funktioniert spielerisch hervorragend und zeigt vielmehr, dass ein Brettspiel nicht zwangsläufig eine tief verwobene Geschichte erzählen muss, um Spaß zu machen.
Die Diskussion hat uns vielmehr auf eine spannende Idee gebracht: Vielleicht lohnt sich irgendwann einmal ein eigener Artikel darüber, wie eng Thema und Mechanik in Brettspielen tatsächlich miteinander verbunden sind oder eben auch nicht.
🖼️ Eines der schönsten Cover des Jahres
Auch wenn das Thema spielmechanisch eher im Hintergrund bleibt, begeistert uns die Gestaltung umso mehr.
Schon das Cover sorgte auf der Messe dafür, dass wir stehen blieben.
Während unserer Partien waren wir uns sogar einig: Diese Illustration könnte problemlos als Poster an der Wand hängen.
Eine mächtige Burg erhebt sich über sanfte Hügel, moderne Windräder drehen sich zwischen weiten Feldern und im Hintergrund erstreckt sich eine Landschaft, die sofort an Schottland erinnert.
Zufällig hatte ich erst heute einen Artikel über die enorme Anzahl historischer Burgen in Wales gelesen. Auch wenn Rebirth in Schottland spielt, transportiert das Cover genau dieses Gefühl der britischen Burgenlandschaften.
Historische Architektur trifft auf eine hoffnungsvolle Zukunft.
Genau dieses Bild vermittelt Rebirth schon, bevor die erste Partie überhaupt begonnen hat.
🧠 Überraschend viele Wege zum Sieg
Nach mehreren Partien wurde deutlich, dass jeder von uns ganz unterschiedliche Strategien verfolgte.
Josef konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Auftragskarten. Während wir noch versuchten, überall ein paar Punkte mitzunehmen, arbeitete er konsequent auf die Zusatzwertungen hin.
Maja entschied sich dagegen für eine vollkommen andere Herangehensweise. Im letzten Spiel baute sie nahezu ein riesiges Energiefeld auf und sammelte damit eine beeindruckende Anzahl an Punkten.
Ich selbst versuchte möglichst ausgewogen zu spielen und überall ein wenig mitzunehmen.
Rückblickend war das allerdings die schwächste unserer Strategien.
Gerade das zeigt, dass Rebirth deutlich mehr Tiefe besitzt, als man den wenigen Seiten der Spielanleitung zunächst zutrauen würde.
⚔️ Man spielt irgendwann gegen die Mitspieler, nicht gegen das Spiel
Eine weitere Erkenntnis stellte sich erst nach einigen Partien ein.
Anfangs sucht man einfach den eigenen besten Zug.
Mit zunehmender Erfahrung richtet sich der Blick aber immer häufiger auf die Mitspieler.
Welche Wertung verfolgt Josef gerade?
Welche Landschaft möchte Maja unbedingt noch vervollständigen?
Ab welchem Zeitpunkt lohnt es sich mehr, einen gegnerischen Plan zu verhindern, als den eigenen weiter auszubauen?
Genau diese kleinen Störmanöver sorgen dafür, dass Rebirth auch nach mehreren Partien spannend bleibt.
⚡ Kaum Downtime und genau unser Geschmack
Einen Punkt möchten wir besonders hervorheben.
Rebirth spielt sich unglaublich flüssig.
Während die Mitspieler am Zug sind, kann der eigene Zug meist bereits vollständig geplant werden. Die Entscheidungsmöglichkeiten sind bewusst überschaubar, ohne banal zu wirken.
Wer aufmerksam mitzählt, kann sogar relativ gut abschätzen, welche Plättchen sich noch im eigenen Vorrat befinden und welche Wahrscheinlichkeiten sich daraus ergeben.
Dadurch reduziert sich der Glücksfaktor Stück für Stück.
Für uns ist genau das die ideale Mischung:
Wenig Downtime, schnelle Spielzüge und trotzdem ausreichend strategische Tiefe.
📦 Material & Ausstattung
Die Materialqualität bewegt sich auf einem sehr guten Retail-Niveau.
Alle Komponenten erfüllen ihren Zweck, die Plättchen sind stabil und das Spiel macht auf dem Tisch einen hochwertigen Eindruck.
Dennoch würden wir – wie inzwischen bei einigen unserer Lieblingsspiele – vermutlich auch hier zu einer zukünftigen Premium-Version greifen, sollte Frosted Games oder Mighty Boards irgendwann eine solche veröffentlichen.
Notwendig wäre das allerdings keineswegs.
Bereits die Standardausgabe macht einen ausgezeichneten Eindruck.
👨👩👧👦 Stimmen aus der Runde
Hendrik ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
„Für mich lebt Rebirth genau von der Mischung aus schnellen Spielzügen und echter strategischer Tiefe. Ich mag Spiele, die kaum Downtime besitzen und trotzdem viele Entscheidungen verlangen. Genau das gelingt hier hervorragend.“
Anne ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
„Leicht erklärt, wunderschön gestaltet und trotzdem jedes Mal spannend. Genau die Art Spiel, die man immer wieder gern auf den Tisch bringt.“
Maja ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
„Mir gefällt, dass man völlig unterschiedliche Strategien ausprobieren kann. Mein riesiges Energiefeld hat gezeigt, dass Spezialisierung richtig belohnt werden kann.“
Josef ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
„Die Auftragskarten fand ich am spannendsten. Es macht Spaß, seine ganze Strategie auf diese Ziele auszurichten und zu sehen, dass das am Ende auch funktioniert.“
⚖️ Für wen eignet sich Rebirth?
Persönlich hätten wir Rebirth durchaus auch im Bereich Familienspiel des Jahres gesehen.
Die Regeln sind innerhalb weniger Minuten erklärt. Das Regelheft umfasst nur wenige Seiten und ermöglicht einen schnellen Einstieg.
Wie so häufig bei Spielen von Reiner Knizia gilt jedoch:
Easy to learn – hard to master.
Die ersten Partien gelingen sofort.
Wer allerdings dauerhaft gewinnen möchte, wird lernen müssen, Wahrscheinlichkeiten einzuschätzen, die Strategien der Mitspieler zu lesen und langfristig zu planen.
Gerade dadurch spricht Rebirth sowohl Familien als auch erfahrene Vielspieler an.
Besonders empfehlen können wir das Spiel allen, die strategische Entscheidungen mögen, dabei aber keine zwei Stunden Grübelzeit am Tisch verbringen möchten.
⭐ Unser Fazit
Gesamtwertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5)
Rebirth gehört für uns zu den größten positiven Überraschungen des Jahres.
Nicht wegen einer spektakulären Innovation oder außergewöhnlich komplexer Mechaniken.
Sondern weil es etwas schafft, das erstaunlich wenige Spiele erreichen:
Es erklärt sich in wenigen Minuten, spielt sich in unter einer Stunde, besitzt kaum Downtime und entfaltet dennoch genügend strategische Tiefe, um auch nach mehreren Partien immer wieder neue Wege zum Sieg zu eröffnen.
Dass wir den Titel bereits vor seiner Auszeichnung entdeckt hatten, macht die Geschichte für uns natürlich noch ein wenig schöner.
Ob mit oder ohne Kennerspiel-Siegel:
Rebirth hätte seinen Platz in unserem Spieleregal ohnehin sicher gehabt.
Unsere Wertung
Kategorie
Wertung
🎲 Spielspaß
⭐⭐⭐⭐⭐
📖 Zugänglichkeit
⭐⭐⭐⭐⭐
🧠 Strategische Tiefe
⭐⭐⭐⭐⭐
👨👩👧👦 Familientauglichkeit
⭐⭐⭐⭐⭐
🎨 Material & Gestaltung
⭐⭐⭐⭐☆
🔁 Wiederspielreiz
⭐⭐⭐⭐⭐
📊 Eckdaten
Autor: Reiner Knizia
Illustrationen: Anna „Mikado“ Przybylska, Vesna Redesiuk
Verlag (deutsch): Frosted Games
Originalverlag: Mighty Boards
Erscheinungsjahr: 2024
Spielerzahl: 2–4 Personen
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45–60 Minuten
BGG-Bewertung: 7,8 / 10
Komplexität (Weight): 2,00 / 5
BGG-Rang (Stand heute):
Gesamt: Platz 365
Strategy Games: Platz 233
Family Games: Platz 57
Mechaniken: Tile Placement, Area Majority, Contracts, Endwertungen, Hexfeld-Spielplan
James Bond begleitet mich schon beinahe mein ganzes Leben. Deshalb musste mich IO Interactive mit „007 First Light“ auch gar nicht lange überzeugen. Zwar hatte ich vor dem Kauf bereits einen Beitrag im Podcast „Auf ein Bier“ gehört, aber vermutlich wäre das Spiel ohnehin sehr schnell in meiner Steam-Bibliothek gelandet.
Dafür hängen einfach zu viele Erinnerungen an dieser Figur.
Meinen ersten James-Bond-Film habe ich vermutlich mit etwa zwölf Jahren gesehen. Es war Ostern, wir kamen vom Osterfeuer zurück und im öffentlich-rechtlichen Fernsehen lief noch ein Bond. Welcher Film es genau war, weiß ich heute nicht mehr. Aber ich weiß noch, dass mich diese Welt sofort gepackt hat.
Danach habe ich die Filme gemeinsam mit Freunden gesehen – meistens bei irgendjemandem zu Hause und auf VHS-Kassetten, die wir in den Sammlungen unserer Eltern fanden. Später bekam ich die „Ultimate Collector’s Edition“ auf DVD geschenkt. Zunächst dachte ich, das sei vielleicht zehn Jahre her. Bei genauerem Nachdenken dürften es inzwischen eher zwanzig sein.
Gesehen habe ich sie alle. Und auf ihre jeweilige Art geliebt habe ich ebenfalls fast alle.
Auch spielerisch gibt es eine Erinnerung, die bis heute geblieben ist: „GoldenEye 007“ auf dem Nintendo 64. Während meines Grundwehrdienstes hatte ich zeitweise ein ausgeliehenes N64 dabei und schlug mir damit während so mancher Schicht die Nacht um die Ohren. Das ist inzwischen ebenfalls beinahe dreißig Jahre her.
Als nun überall zu hören war, dass „007 First Light“ endlich wieder ein richtig gutes James-Bond-Spiel sein sollte, habe ich nicht lange gezögert.
Nach 16,7 Stunden lief bei mir der Abspann.
Und ich war begeistert.
„007 First Light“ erzählt keine weitere Episode des bekannten Film-Bonds, sondern eine neue Ursprungsgeschichte rund um den jungen MI6-Rekruten. Bild: IO Interactive
🕵️ Noch nicht 007 – aber auf dem besten Weg dorthin
In „007 First Light“ spielen wir nicht den bereits weltbekannten Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten. Stattdessen erleben wir einen jungen, einfallsreichen und zuweilen leichtsinnigen James Bond, der sich seine Nummer erst noch verdienen muss.
Nach einer Heldentat erhält der junge Marineluftwaffensoldat die Chance, am wiederbelebten Doppelnull-Programm des MI6 teilzunehmen. Doch eine Mission gegen einen abtrünnigen Agenten endet tragisch. Gemeinsam mit seinem zunächst wenig begeisterten Mentor Greenway muss Bond schließlich eine Verschwörung aufdecken und einen drohenden Putsch verhindern.
IO Interactive bezeichnet das Spiel als eigenständige, neu interpretierte Ursprungsgeschichte. Entwickelt und veröffentlicht wurde es von IO Interactive in Zusammenarbeit mit Amazon MGM Studios. Für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erschien es Ende Mai 2026.
Noch kein perfekter Agent: Der junge James Bond ist charmant und talentiert, handelt aber auch impulsiv und überschätzt sich gelegentlich.
Dabei ist es den Entwicklern erstaunlich gut gelungen, eine bekannte Figur zu zeigen, ohne lediglich eine jüngere Kopie eines der Film-Bonds zu erschaffen. Viele charakteristische Merkmale sind bereits vorhanden: sein Selbstvertrauen, sein Charme, seine Schlagfertigkeit und seine Neigung, Regeln eher als unverbindliche Empfehlungen zu betrachten.
Trotzdem befindet sich dieser James Bond noch sichtbar in der Entwicklung.
Das betrifft nicht nur seine Fähigkeiten im Einsatz, sondern auch seine Motive, seinen Umgang mit anderen Menschen und seine sozialen Beziehungen. Selbst sein Verhältnis zu Frauen ist bereits klar als Teil der späteren Bond-Figur erkennbar, wirkt aber noch nicht wie eine über Jahrzehnte perfektionierte Routine.
Besonders gut hat mir die Entwicklung der Beziehung zu seinem Mentor Greenway gefallen. Zu Beginn begegnen sich beide eher widerwillig. Greenway hält wenig von Bonds spontanen Alleingängen, während Bond nur begrenzt bereit ist, sich unterzuordnen.
Aus dieser Ausgangslage entwickelt sich eine glaubwürdige Beziehung mit Konflikten, wachsendem Respekt und vorsichtigem Vertrauen. Die einzelnen Schritte waren für mich jederzeit nachvollziehbar und sinnvoll in die Handlung eingebaut.
Gerade diese sozialen Interaktionen verstärken den filmischen Charakter des Spiels erheblich. Man arbeitet nicht einfach Missionen ab, sondern erlebt eine tatsächliche Figurenentwicklung.
🎬 Ein spielbarer James-Bond-Film
Im Grunde habe ich während meiner knapp 17 Stunden einen neuen James-Bond-Film erlebt.
Nur durfte ich ihn selbst spielen.
Das Spiel hat nahezu alles, was ich von einem Bond-Abenteuer erwartet habe: den MI6, Q, technische Spielereien, elegante Veranstaltungen, exotische Schauplätze, schnelle Fahrzeuge, Verfolgungsjagden, Nahkämpfe und kurze, intensive Schusswechsel.
Auch die bekannten Elemente werden nicht bloß als Checkliste abgearbeitet. Sie greifen ineinander und ergeben ein erstaunlich geschlossenes Gesamtbild.
Elegante Abendveranstaltungen gehören ebenso zum Bond-Erlebnis wie Spionage, Verfolgungsjagden und handfeste Auseinandersetzungen. Bild: IO Interactive
Die Nähe zu den Filmen zeigt sich nicht nur in der Inszenierung, sondern auch in zahlreichen kleinen Referenzen. Bereits die Namen einzelner Missionen und Herausforderungen spielen immer wieder mit bekannten Formulierungen aus der Filmgeschichte.
Ein besonders offensichtliches Beispiel ist „In His Majesty’s Secret Service“, das unverkennbar auf „On Her Majesty’s Secret Service“ anspielt. Selbst in den offiziellen Patch Notes nutzt IO Interactive diesen Missionsnamen.
Darüber hinaus gibt es im MI6-Hauptquartier zahlreiche Details und Anspielungen zu entdecken. Wer die Filme kennt, wird immer wieder Gegenstände, Bezeichnungen oder kleine visuelle Hinweise erkennen.
Diese Referenzen sind schöner Fanservice, aber das Spiel verlässt sich nicht ausschließlich auf die Vergangenheit. Es erzählt seine eigene Geschichte und entwickelt einen eigenständigen Bond, statt lediglich bekannte Szenen nachzustellen.
🌍 Schauplätze mit eigenem Charakter
Besonders begeistert hat mich der Abwechslungsreichtum der Schauplätze.
Keine Mission fühlte sich einfach wie eine leicht veränderte Variante der vorherigen an. Jeder Ort besaß eine eigene Atmosphäre und eine erkennbare Funktion innerhalb der Geschichte.
Bereits die Villa zu Beginn vermittelt genau die Mischung aus Eleganz und unterschwelliger Gefahr, die ich mit James Bond verbinde. Die Anfahrt auf das Gelände war für mich einer dieser Momente, in denen sofort klar wurde, wie stark das Spiel seine filmische Inszenierung in den Mittelpunkt stellt.
Schon die Anfahrt zur Villa vermittelt das klassische Bond-Gefühl aus Eleganz, Luxus und drohender Gefahr.
Später blieb mir insbesondere Aleph im Gedächtnis. Die im Süden Afrikas gelegene Piratenstadt wirkt improvisiert, rau und vollkommen anders als die vornehmen Villen, Galas und Einrichtungen des MI6.
Aleph gehört zu den markantesten Schauplätzen des Spiels und bildet einen deutlichen Kontrast zu den eleganteren Abschnitten. Bild: IO Interactive
Auch die weiteren Orte hatten jeweils ein spezielles Ambiente. Selbst das Hauptquartier des MI6 war nicht nur ein Übergangsbereich, in dem man möglichst schnell den nächsten Einsatz auswählt. Es gab dort einiges zu erkunden und zahlreiche Details zu entdecken.
Diese unterschiedlichen Kulissen tragen entscheidend dazu bei, dass sich die Geschichte tatsächlich wie eine weltumspannende Bond-Produktion anfühlt.
🤫 Erst schleichen, dann improvisieren
Spielerisch überzeugte mich vor allem die Mischung der verschiedenen Herangehensweisen.
In vielen Situationen konnte ich zunächst beobachten, Gegner ablenken und mich möglichst unauffällig durch ein Gebiet bewegen. Gadgets halfen dabei, Informationen zu sammeln, Hindernisse zu umgehen oder Wachen in die falsche Richtung zu schicken.
Wenn das nicht funktionierte – oder ich schlicht keine Geduld mehr hatte –, konnte Bond auch körperlicher vorgehen.
Besonders gelungen fand ich die Faustkämpfe. Sie bestanden nicht nur aus einer einfachen Abfolge von Schlägen und Kontern. Bond bezog regelmäßig seine Umgebung in die Auseinandersetzungen ein. Möbel, Wände und herumliegende Gegenstände wurden Teil des Kampfes.
Dadurch wirkten die Begegnungen körperlich, direkt und vor allem filmisch.
Auch die Schusswechsel haben mir gut gefallen. Sie waren meist vergleichsweise kurz, dafür aber intensiv. Das Spiel verwandelte sich nicht dauerhaft in einen gewöhnlichen Third-Person-Shooter. Der Einsatz von Schusswaffen bildete vielmehr häufig den explosiven Höhepunkt einer zuvor langsam eskalierten Situation.
Genau diese Mischung hat für mich das richtige Bond-Gefühl erzeugt:
erst beobachten, dann improvisieren – und wenn der Plan endgültig gescheitert ist, die Situation mit Fäusten, Waffen und einer möglichst spektakulären Flucht retten.
🎮 Kein knüppelhartes Agententraining
Dabei sollte allerdings niemand ein besonders schweres oder gnadenloses Actionspiel erwarten.
Ich habe „007 First Light“ auf dem mittleren und damit normalen Schwierigkeitsgrad gespielt. Die Kämpfe blieben spannend, stellten mich aber nur selten vor große Schwierigkeiten.
Wenn Bond dennoch einmal das Zeitliche segnete, war ich meist selbst dafür verantwortlich. Vielleicht hatte ich eine Situation falsch eingeschätzt, mich zu früh entdeckt oder schlicht zu lange mitten im Schussfeld aufgehalten.
Unfair fühlten sich diese Momente kaum an.
Wäre „007 First Light“ ein neues „Splinter Cell“ gewesen, hätte ich den Schwierigkeitsgrad vermutlich erhöht. Dann hätte ich möglichst lange ungesehen bleiben, jede Bewegung planen und mich intensiv mit den Laufwegen der Wachen beschäftigen wollen.
Aber hier wollte ich etwas anderes.
Ich wollte James Bond.
Ich wollte keinen harten Schleichsimulator, sondern einen spannenden Film, in dem ich die Hauptrolle übernehme. Genau dieses Erlebnis bekam ich auf dem normalen Schwierigkeitsgrad.
🛠️ Auf meinem Rechner nahezu makellos
Größere technische Probleme kann ich aus meinem Durchgang nicht berichten.
Dabei muss ich allerdings erwähnen, dass ich auf einem sehr leistungsstarken Rechner gespielt habe. Selbst in 4K geriet dieser nicht in Schwierigkeiten. Es gab keine auffälligen Ruckler und keine störenden Leistungseinbrüche.
Auch ansonsten lief das Spiel bei mir ausgesprochen sauber. Während der gesamten Spielzeit hatte ich keinen Absturz und konnte mich auch an keinen nennenswerten Bug erinnern.
Die Gegner verhielten sich überwiegend nachvollziehbar. Die künstliche Intelligenz vollbrachte keine Wunder, reagierte aber halbwegs vernünftig auf meine Aktionen und fiel nicht durch ständige grobe Aussetzer auf.
Die offiziellen PC-Anforderungen fallen im Vergleich zu meinem System deutlich moderater aus. IO Interactive nennt mindestens einen Intel Core i5-9500 oder AMD Ryzen 5 3500, 16 GB Arbeitsspeicher und eine GTX 1660 beziehungsweise RX 5700. Empfohlen werden unter anderem eine RTX 3060 Ti oder RX 6700 XT. In beiden Fällen werden 80 GB Speicherplatz und eine SSD vorausgesetzt.
⌨️ Kleine Ungenauigkeiten bei der Steuerung
Einen kleineren Kritikpunkt gab es dann aber doch.
Mit Tastatur und Maus hatte ich bei einigen Kletterpassagen gelegentlich Schwierigkeiten. Wollte ich Bond beispielsweise kontrolliert von einer Kante fallen lassen oder eine bestimmte Aktion an der Umgebung ausführen, reagierte er manchmal anders als beabsichtigt.
Besonders irritierend war das, wenn auf dem Bildschirm bereits die passende Taste angezeigt wurde. Trotz des vermeintlich richtigen Tastendrucks führte Bond gelegentlich eine andere Aktion aus oder reagierte nicht sofort wie erwartet.
Es wirkte teilweise so, als würde das Spiel noch eine vorherige Bewegung verarbeiten oder eine andere Interaktionsmöglichkeit priorisieren. Gerade wenn mehrere Objekte oder Kanten dicht beieinanderlagen, erkannte die Steuerung nicht immer zuverlässig, was ich gerade tun wollte.
Das war in einzelnen Momenten nervig, insgesamt aber verschmerzbar. Dafür trat das Problem zu selten auf und die Folgen waren meist zu unbedeutend, um mein Spielerlebnis ernsthaft zu beeinträchtigen.
⏱️ Der Abspann kam genau richtig
Nach 16,7 Stunden war die Geschichte für mich beendet.
Und selten hat ein Spiel den richtigen Zeitpunkt für seinen Abspann so genau getroffen.
Ich hatte eine vollständige Geschichte erlebt, viele abwechslungsreiche Schauplätze besucht und zahlreiche spielerische Möglichkeiten genutzt. Gleichzeitig zeigten mir die Errungenschaften, dass ich längst nicht alles entdeckt oder abgeschlossen hatte.
Dennoch blieb kein Gefühl zurück, etwas Wesentliches verpasst zu haben.
Ebenso wenig hatte sich das Spiel in seinen letzten Stunden unnötig in die Länge gezogen.
Gerade als selbstständiger Erwachsener mit Familie und zahlreichen großen und kleinen Hobbys empfinde ich eine Spielzeit von ungefähr 16 bis 17 Stunden als nahezu ideal. Nicht jedes Spiel schafft es bei mir bis zum Abspann – selbst dann nicht, wenn ich zuvor bereits deutlich mehr Zeit investiert habe.
Viele moderne Spiele verlieren sich in riesigen Welten, wiederkehrenden Nebenaufgaben und künstlich gestreckten Beschäftigungen. Manchmal ist das großartig. Häufig führt es bei mir aber dazu, dass ein anfangs gutes Spiel irgendwann einfach liegen bleibt.
„007 First Light“ machte diesen Fehler nicht.
Der Abspann kam nicht zu früh.
Vor allem kam er aber auch nicht zu spät.
🏆 Fazit: Das perfekte Bond-Spiel
„007 First Light“ bekommt von mir 5 von 5 Punkten.
Ich warte seit Jahren auf einen neuen James-Bond-Film. Stattdessen bekam ich nun ein Spiel, das dieses Bedürfnis mindestens genauso gut erfüllt hat.
Vielleicht sogar besser, weil ich nicht nur zuschauen, sondern selbst Teil dieses Abenteuers sein durfte.
Ich wollte exotische Schauplätze, elegante Villen, geheime Einrichtungen, schnelle Fahrzeuge, Gadgets, Faustkämpfe, kurze Schusswechsel und einen Helden, der sich auch aus einer vollkommen misslungenen Situation noch irgendwie herausarbeitet.
Ich wollte Q, den MI6, charmante Dialoge, Filmreferenzen und eine Geschichte, die mich bis zum Abspann unterhält.
Genau das habe ich bekommen.
„007 First Light“ ist vielleicht nicht das schwerste, komplexeste oder längste Spiel. Für mich ist es aber das perfekte Bond-Spiel. Es versteht die Figur, es versteht die Filme und vor allem versteht es, welches Gefühl ein James-Bond-Abenteuer auslösen soll.
Nach 16,7 Stunden war die Geschichte erzählt. Ich war begeistert, zufrieden und hatte das Gefühl, gerade einen neuen James-Bond-Film erlebt zu haben.
Nur eben einen, den ich selbst spielen durfte.
Bewertung: 5 von 5 Punkten
ℹ️ Eckdaten
Titel: 007 First Light Genre: Spionage-Action-Adventure Entwickler: IO Interactive A/S Publisher: IO Interactive A/S Veröffentlichung: 26./27. Mai 2026, abhängig von Plattform und Freischaltungszeit Gespielte Plattform: PC über Steam Meine Spielzeit bis zum Abspann: 16,7 Stunden Schwierigkeitsgrad: Mittel / Standard Speicherplatz: 80 GB
Steam führt das Spiel aktuell insgesamt und bei den neuesten Rezensionen als „sehr positiv“. Die absoluten Bewertungszahlen verändern sich fortlaufend.
Die verwendeten offiziellen Pressebilder wurden von IO Interactive bereitgestellt. Die übrigen Abbildungen sind eigene Screenshots aus der PC-Version.
Es gibt Bands, die hört man einfach. Und es gibt Bands, die laufen irgendwie über Jahre mit.
Die Toten Hosen gehören für mich ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie. Nicht jeden Tag. Nicht immer vorne im Regal. Aber immer wieder da. In Erinnerungen, auf alten CDs, auf Partys, im Ferienlager, im Auto, auf Konzerten, irgendwo zwischen Punk, Nostalgie und einem sehr lauten „Weißt du noch?“.
Und wenn eine solche Band dann ihre Abschiedstournee spielt, dann will man eigentlich dabei sein.
Eigentlich.
Der erste Versuch: Fünf Minuten und alles weg
Direkt nach Verkaufsstart saß ich natürlich bereit. Düsseldorf, Köln, Münster, alles, was irgendwie in erreichbarer Nähe lag, war interessant.
Und dann passierte das, was bei solchen Bands eben passiert: Nach gut fünf Minuten war gefühlt alles weg.
Ausverkauft.
Schade. Sehr schade sogar. Denn die Punker um Campino noch einmal live zu erleben, hätte ich schon ziemlich gerne mitgenommen.
Kurz darauf kam dann aber die Nachricht, dass in Münster zusätzliche Konzerte stattfinden würden. Also noch ein Versuch. Diesmal mit mehr Glück. Ich konnte Karten für Anne und mich ergattern.
Damit war das Thema eigentlich erledigt.
Eigentlich.
Köln, Düsseldorf und das Ticket-Karussell
Zu Weihnachten gab es dann noch einmal eine Überraschung: zwei Karten für das Wochenende am 18. Juli in Köln.
Ein tolles Geschenk.
Nur leider genau an einem Wochenende, an dem wir schon verplant waren. Keine Chance. Die Tickets fanden aber immerhin dankbare Abnehmer und mussten nicht traurig in irgendeiner digitalen Schublade verstauben.
Dann bot Callipo mir ein Ticket für Düsseldorf an.
Nur eins.
Und eigentlich wollte ich ja mit Anne hin. Außerdem war ich am Freitag eigentlich mit Marcel zum Tauchen verabredet. Also ging dieses Ticket erst einmal als Geburtstagsgeschenk von uns an Maria.
Und dann kam sie doch noch: die Nachricht über zwei weitere Tickets.
Tja.
Marcel, der vor rund 30 Jahren zuletzt auf einem Konzert der Toten Hosen war, musste nicht lange überzeugt werden. Aus Tauchen wurde also kein Tauchen. Statt Neopren, Flasche und Maske gab es Stadion, Bier und Pogo.
Auch eine Art Extremsport.
Bad Nerves, Rise Against und ein sehr optimistischer Punk
Den Anfang machten Bad Nerves. Leider war der Sound bei ihnen nicht wirklich dankbar abgemischt. Da wäre vermutlich mehr drin gewesen, aber so richtig gezündet hat es bei mir nicht.
Danach kamen Rise Against.
Auch hier war der Start für mich erst etwas holprig. Der Gesang wirkte zunächst irgendwie schräg, zumindest aus unserer Position. Aber ab dem vierten Lied war es dann richtig stark.
Und dann war da natürlich der Pogo Circle.
Ich war direkt mit Callipo drin, und der hatte es in sich. Gefühlt härter als noch bei Rock am Ring. Vielleicht lag es an der Arena. Vielleicht an der Stimmung. Vielleicht daran, dass niemand so richtig wusste, ob man gerade eine Vorband feiert oder schon heimlich den eigenen Rücken ruiniert.
Besonders sonderbar wurde es, als ein junger Punk mit vielleicht 60 Kilo Körpergewicht die aus sportlicher Sicht eher ambitionierte Idee hatte, mich auf die Schultern zu nehmen.
Zur Erinnerung: Ich wiege inzwischen zwar keine 110 Kilo mehr, aber immer noch deutlich über 90.
Das Vorhaben war mutig. Die Ausführung war kurz. Das Ergebnis war ein Video, auf dem wir beide ziemlich lustig und wenig elegant in die Menge kippen.
Punk ist eben auch, wenn die Statik nicht ganz mitspielt.
Opel-Gang und Abschiedsstimmung
Dann kamen die Toten Hosen.
Los ging es mit „Opel-Gang“, und sofort war klar: Das wird kein Abend, an dem man einfach nur ein paar Lieder hört. Das wurde eine Reise durch Jahrzehnte.
Alte Stücke wechselten sich mit Songs vom neuen Album „Trink aus, wir müssen gehen“ ab. Und genau das machte den Abend so stark. Es war nicht einfach ein Best-of-Programm, bei dem man brav die Pflichtklassiker abhakt. Es fühlte sich eher an wie ein Rückblick, der trotzdem noch mitten im Leben steht.
Die Band wirkte emotional. Das Publikum sowieso.
Und irgendwo zwischen all den bekannten Refrains, den neuen Liedern, den hochgerissenen Armen und Campinos Präsenz auf der Bühne merkte man: Das hier bedeutet vielen Menschen etwas. Nicht nur uns.
Drei Zugaben, Broilers-Moment und Ärzte-Cover
Am Ende gab es noch drei Zugaben.
Ein besonderer Moment war der gemeinsame Auftritt mit Sammy Amara von den Broilers. Die Düsseldorfer Jungs gaben mit ihm zusammen ein Stück zum Besten, wie man es auch von den Extra-Stücken der LP kennt.
Und dann wurde es noch einmal herrlich schräg und großartig zugleich: Die Toten Hosen coverten „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten.
Das ist schon eine besondere Form von Punk-Geschichte. Die einen spielen die anderen. Alle singen mit. Und irgendwie passt es dann doch perfekt.
Freunde, Bommerlunder und sehr viel eigene Geschichte
Bei „Freunde“ lagen wir uns in den Armen.
Und bei „Eisgekühlter Bommerlunder“ bin ich gedanklich sofort wieder im Ferienlager. Das Lied ist für mich gar nicht nur ein Partysong. Es ist auch Erinnerung. An früher. An laut sein. An Quatsch machen. An Sommer, Gruppen, Lagerfeuerstimmung und diese ganz eigene Art von Jugendgefühl, die man später nie wieder ganz genauso bekommt.
Meine erste CD der Toten Hosen war „Learning English Lesson One“.
Danach kamen viele weitere.
Und auch wenn ich die Hosen nicht ständig höre, waren sie über die Jahre immer wieder da. Als Soundtrack zu Momenten, die man gar nicht alle einzeln aufzählen kann.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Abend so gut funktioniert hat. Es ging nicht nur um eine Band auf einer Bühne. Es ging auch um die eigene Geschichte mit dieser Band.
Trink aus? Noch nicht ganz.
Am Ende war es ein toller, mega gelungener Abend.
Mit Energie. Mit Emotionen. Mit einer super Stimmung. Mit alten Erinnerungen und neuen Geschichten. Mit Callipo im Pogo. Mit Marcel statt beim Tauchen im Stadion. Mit Maria dank Geburtstagskarte ebenfalls dabei. Und mit einem sehr ambitionierten Punk, der mich kurzzeitig für tragbar hielt.
Das Schönste ist: Die Schallplatte ist auf dem Weg zu mir und kommt morgen an.
Noch besser: Im September sind wir noch einmal dabei.
Und wenn es irgendwie möglich ist, brauche ich für das nächste Jahr auch noch Karten am Ende der Tournee.
Denn so ganz fertig bin ich mit den Toten Hosen dann wohl doch noch nicht.