Monat: Dezember 2025

How to save a World – Spielbewertung


🧭Übersicht

Ein Komet rast auf euren Heimatplaneten Alarria zu. Und nur ihr könnt ihn retten. Oder ist das gar nicht mehr möglich und ihr solltet lieber einige Einwohner evakuieren und so eure Art retten.


⚙️Spielmechanik

In How to Save a World könnt ihr drei verschiedene Projekte unterstützen um eure Art zu retten. Projekt eins ist ein gewaltiger Laser, der den Kometen schmelzen und zu explodieren zu bringen. Sollte dieses Projekt nicht funktionieren muss Projekt zwei, ein riesiges Schild um den Planeten Alarria, helfen. Hat das erste und das zweite Projekt nicht funktioniert hilft es nur noch Teile der Bevölkerung zu evakuieren. Wer die einzelnen Projekte am meisten unterstützt hat, bekommt auch die meisten Punkte dafür. Dabei zählt das erfolgreiche Projekt aber am meisten. Unterstützten tut man die Projekte dadurch, das man mit seinen Figuren verschiedene Aktionen auf dem Mond und auf dem Planeten Alarria macht und seine Aktions- und Reaktionskarten spielt.


⭐️Unsere Bewertung⭐️

Zugänglichkeit: 😄 hoch – die Regeln sind recht simpel

Interaktion: 🤩 sehr hoch – es gibt immer einen harten Kampf in und zwischen den Projekten

Spielspaß: 🙂 mittel – eine tolle Spielidee, die aber nicht perfekt umgesetzt wurde

Wiederspielwert: 🙂 niedrig – eine Runde reicht meist erstmal, weil die Partien meistens ähnlich verlaufen

Gestaltung: 🙂 mittel – teilweise doublelayer Playerboards die sich leider etwas biegen. Sonst ist die Gestaltung sehr anschaulich


💬Familienmeinung

Josef: Eigentlich eine tolle Spielidee, aber für meinen Geschmack enthält es etwas zu viel Glück.

Hendrik: Mir werden immer wieder die Premium Komponenten angeboten. Diesmal brauche ich sie glaube ich aber nicht.

Maja: Eigentlich sollten wir zuerst die Erde retten, aber so ein Komet ist natürlich etwas anschaulicher.


❣️Gesamtbewertung

3 von 5 Meeples

Eine schöne Spielidee die mit recht viel Glück kombiniert wurde. Wer einfachere Spiele, Glücksmechanik und etwas Taktik mag, für denn könnte How to Save aWorld ein gutes Spiel sein.


ℹ️Spielinfos

Name: How to Save aWorld

Autor: Yuval Grinspun

Verlag: Frosted Games

Spielart: Worker-Placement

Komplexität: 🧠🧠🧠

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Alter: ab 8 Jahre

🎄 Ein neuer Untergrund für große Spiele

(oder: Wie aus einer Idee aus dem Brettzeit-Discord eine maßgeschneiderte Neopren-Tischdecke wurde)

Zu Weihnachten gab es bei uns kein neues Spiel, sondern etwas, das fast noch wichtiger ist: einen vernünftigen Untergrund für den Spieltisch.

Die Initialzündung kam – wie so oft – eher zufällig. Im Discord-Forum zum Podcast Brettzeit habe ich ein Foto von einem Spieltisch mit einem richtig guten Untergrund gesehen. Keine verrutschenden Karten, keine harten Tischkanten, kein Gefummel mehr beim Aufnehmen.
Die Idee gefiel mir so gut, dass ziemlich schnell klar war: Das will ich auch.


🪑 Der Ausgangspunkt: unser Tisch (und seine Schwächen)

Unser Spieltisch besteht aus drei IKEA-Tischen, die wir je nach Spiel zusammenschieben. Praktisch, flexibel … aber mit einem entscheidenden Nachteil: Stellkanten.

[Bild 1: Drei Tische mit Stellkanten]

Gerade bei großen Spielen oder längeren Partien ist das einfach nicht optimal. Karten bleiben hängen, Marker kippen, und optisch ist es auch eher… funktional.

[Bild 2: Valheim auf "weiß"]

Spätestens da war klar: Eine durchgehende Spielfläche muss her.


🔍 Die Suche: groß, größer, Sondermaß

Im Internet habe ich mich zunächst nach fertigen Spielmatten umgesehen. Das Problem:
Alles, was man bekommt, endet irgendwo bei 1,20 × 90 cm oder 1,50 × 90 cm.
Für unseren Tisch mit 1,20 × 1,80 m war das schlicht zu klein.

Also: Meterware statt Fertigprodukt.

Fündig wurde ich schließlich bei
👉 www.neoprenprofi.de

Zuerst habe ich dort eine Anfrage für eine mögliche Sonderanfertigung gestellt – am Ende aber direkt die passende Menge Neopren bestellt.


[Bild 3: Ausgerollte Neoprenfläche in Rot]
[Bild 4: Rückseite der Matte in Schwarz]

Das Material: ca. 3 mm stark, schwer, griffig, genau richtig.
Aber damit begann das nächste Problem.


🧵 Nähen ist nicht gleich Nähen

Durch die Bestellung kam ich in Kontakt mit Marion von „neoprenprofi.de“, die mir einen sehr guten Tipp gab:
👉 Polsterei oder Segelmacherei.

Klingt logisch, wenn man bedenkt, was 3 mm Neopren für eine Nähmaschine bedeuten.

Die lokale Polsterei Reining in Borken war sehr bemüht und hat es auch versucht, musste aber irgendwann aufgeben: Die Maschinen kamen schlicht nicht durch das Material.
Immerhin ein positiver Nebeneffekt: Ich werde mir dort wohl demnächst einen neuen Brettspielstuhl zulegen. Das Probesitzen war schon mal sehr überzeugend.


🧰 Die Lösung: Sattlerei (und falsche Vorstellungen)

Der nächste Tipp war eine Sattlerei.
Zu meiner Schande muss ich gestehen: Ich hatte dabei zuerst Pferdesättel im Kopf.
Weit gefehlt.

Hier geht es vielmehr um Autointerieur, dicke Stoffe, robuste Materialien – also genau das richtige Umfeld. Fündig geworden bin ich schließlich bei der Sattlerei Activia Automobilservice GmbH.

Ich hatte Kontakt zu Monique, und sie hatte sofort eine passende Idee:
Die Matte wird professionell zugeschnitten und – ähnlich wie bei Auto-Fußmatten – mit einem schwarzen Randmaterial sauber eingefasst.

[Bild 5: Einfassung der Neoprenmatte]

Das Ergebnis: Einfach perfekt. Ich glaube Monique wird sich auch noch eine Spielmatte erstellen.


🎲 In Aktion: Spiele auf dem neuen Untergrund

[Bild 5: Stars of Akarios auf der schwarzen Neoprenfläche]

[Bild 6: Stars of Akarios]

Gerade große Spiele kommen auf der Matte richtig zur Geltung.
Stars of Akarios – frisch gekauft – wirkt mit seiner Sternenthematik und der tollen Bemalung vom Vorbesitzer auf dem dunklen Untergrund noch einmal ganz anders.

[Bild 6: Valheim aufgebaut]

[Bild 7: Valheim auf schwarzem Untergrund]

Auch Valheim profitiert enorm:
Alles liegt ruhig, nichts verrutscht, Marker lassen sich leicht aufnehmen – und die Spielfläche wirkt endlich wie „aus einem Guss“.


🧾 Fazit: Ein Upgrade, das bleibt

Die Neopren-Tischdecke ist eines dieser Upgrades, bei denen man sich im Nachhinein fragt:
Warum habe ich das nicht früher gemacht?

  • keine Kanten mehr
  • leise Würfel
  • Karten lassen sich problemlos aufnehmen
  • rutschfester Untergrund
  • und optisch einfach eine andere Liga

Für uns ist klar: Der Untergrund bleibt.
Und große Spiele fühlen sich darauf genau so an, wie sie es verdienen.

Kelp Hai vs. Oktopus – Spielebewertung


🧭Übersicht

Das Kelp ist das Territorium des Oktopusses. Vom Hunger getrieben sucht der Hai nach ihm . Doch schütz das Kelp den Oktopus vor dem Blick des Hai, aber wie lange noch. Schließlich muss der Oktopus ja auch seine Beute erreichen und neue Aktionen freischalten. Aber den Oktopus zu finden, reicht nicht aus. Der Hai muss ihn auch noch fangen und die Reaktion richtig voraussehen.


⚙️Spielmechanik

Kelp basiert auf einer asymmetrischen Spielmechanik. In der Mitte liegt ein Spielbrett. Auf diesemgibt es neun Felder vom Oktopus auf dem jeweils ein Stein steht, der so gedreht ist, dass ihn nur der Oktopus sieht. Auf diesen sind verschiedene Symbole wie Muscheln, Fallen und auch der Oktopus. In dem man eine bestimmte Anzahl Muscheln umdreht, kann der Oktopus verschiedene Aktionen ausführen. Zwischen den Felder sind Linien, auf denen sich der Hai bewegen kann. Dafür braucht er Würfel, die er aus einem Beutel ziehen kann. Aus dem Beutel kann er auch andere Steine ziehen und so andere Aktionen machen. Wenn der Hai den Oktopus gefangen hat, müssen beide eine von drei Karten aufdecken.Haben diese die gleiche Farbe , hat der Hai gewonnen.


⭐️Unsere Bewertung⭐️

Zugänglichkeit: 🙂Mittel – zwar nicht so schwer rein zu kommen, aber wenn man die Rollen tauscht muss man die Regel noch mal neu lernen.

Interaktion: 🤩sehr hoch – Man muss genau auf die Aktionen des Anderen achten um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Spielspaß: 😄hoch – Tolle Spielmechanik

Wiederspielwert: 😄hoch bis 🤩sehr hoch – Wegen der asymmetrischen Mechanik gibt es viele Möglichkeiten, das Spiel zu spielen.

Gestaltung: 😄hoch – qualitativ gutes Spielmaterial und schöne Illustrationen.


💬Familienmeinung

Hendrik: Wir brauchen mehr asymmetrischen Spiele.

Maja: Ein echt cooles Spiel. Ich spiele am liebsten den Oktopus.

Josef: Ich finde Kelp wegen der asymmetrischen Spielmechanik echt super. Ich Spiel aber lieber den Hai.


❣️Gesamtbewertung

4 von 5 Meeples

Kelp ist wegen der asymmetrischen Spielmechanik ein echt gutes zweispieler Spiel. Auch die Komponenten sind hochwertig und das Spiel sieht gut aus.Alles in allem ist es eines meiner Lieblings zweispieler Spiele.


ℹ️Spielinfos

Name: Kelp Hai vs. Oktopus

Autor: Carl Robinson

Verlag: Wonderbow Games

Spielart: asymmetrisches zwei Spieler Spiel

Komplexität:🧠🧠🧠

Alter: ab 10 Jahre

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Spieleranzahl: 2 Spieler

🪵 Spiele aus Holz – unser 2-Personen-Holzabend (Quarto!, Quoridor & Lass die Kirche im Dorf)

🧭 Übersicht

Josef und ich waren allein zu Hause und hatten Lust auf eine Runde – eigentlich nur „kurz was Kleines“. Nach Aspen und Quarto! war mir aber ziemlich schnell klar: Heute wird ein Holzabend. Und zwar mit Spielen, die sich zu zweit richtig gut anfühlen: wenig Regeln, viel Taktik, schnelle Revanche.

Die Klammer des Abends: Holz (okay… und bei Jenga auch ein bisschen Quatsch), aber vor allem: 2-Personen-Duelle, bei denen man die Regeln schnell drauf hat – und trotzdem nach der dritten Partie denkt: „Mist, das hätte ich doch sehen müssen.“

Aspen gehört thematisch perfekt dazu – bekommt aber wegen Tiefe und Umfang eine eigene Rezension.
👉 Hier geht’s zur Aspen-Bewertung


🪵 Holzabend in Zahlen

Drei Spiele waren die „Kopf“-Fraktion: leicht zu lernen, schwer zu meistern – ohne echtes Glückselement.

Zum Schluss gab’s dann Jenga als Absacker: Holz ja, Hirn… eher nicht. 😉

📊 Mini-Vergleich – Haptik, Größe, Holzgefühl

SpielTischpräsenzHaptik / MaterialAufbau / TransportDenkmuskel
Quarto!kleinsehr fein, edelsuper kompakthoch
Quoridormittelwertig, „preiswürdig“sperrigerhoch
Lass die Kirche im Dorfmittel„roher“, aber charmantokaysehr hoch
Jengamittelklassisch Holzeasy…Finger 😄

🧠 Quarto! – Reisebegleiter mit Köpfchen

🧭 Übersicht

Quarto! ist für uns ein echter Klassiker. Das Spiel hat Anne und mich schon 2008 auf unserer Rucksacktour durch Südostasien begleitet (Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha – und kurz Malediven).

Fun Fact: Eine Studienfreundin hat uns damals in Bangkok besucht und im Hostel („Friends House“) wurde – natürlich – erstmal Quarto gespielt.

Mechanisch ist Quarto herrlich gemein: Du willst schlau sein – aber dein Gegner gibt dir das Teil, mit dem du schlau sein musst. 😅

Kurz: ein Duell, bei dem man sich in 20 Minuten sehr elegant auseinandernehmen kann.

BGG: Quarto! (1991), 2 Spieler, ca. 20 Min, ab 8+, Weight ~1.87/5,
Designer/Artist: Blaise Muller, Publisher u. a. Gigamic

⭐️ Unsere Bewertung

  • Zugänglichkeit: Hoch – Regeln schnell drin, sofort spielbar
  • Interaktion: Sehr hoch – du spielst immer gegen den Kopf des anderen
  • Spielspaß: Hoch – schnelle Revanche-Gefahr
  • Wiederspielwert: Hoch – jedes Spiel läuft anders
  • Gestaltung / Haptik: Hoch – schlicht, edel, Holz pur

💬 Familienmeinung

Hendrik: „Unser Reise-Klassiker. Quarto funktioniert überall.“
Josef: „Man denkt, man hat’s im Griff – und dann legst du mir den letzten Stein selbst hin.“

❣️ Gesamtbewertung: 4,0 von 5 Meeples


🧱 Quoridor – Blocken, bis es weh tut

🧭 Übersicht

Quoridor stand lange auf der Wunschliste, war mir aber irgendwie immer etwas zu teuer. Dieses Jahr habe ich dann in einem Ausverkauf in der Spielebude Bocholt zugeschlagen: Testexemplar, Verpackung leicht mitgenommen – innen aber top.

Spielerisch ist das Ding ein fieses Duell aus „ich will rüber“ und „ich setze dir ’ne Wand in den Weg“. Und ja: Wir blocken viel. Sehr viel.

BGG: Quoridor (1997), 2–4 Spieler, ca. 15 Min, ab 8+, Weight ~1.82/5,
Designer/Artist: Mirko Marchesi, Publisher u. a. Gigamic

⭐️ Unsere Bewertung

  • Zugänglichkeit: Hoch
  • Interaktion: Sehr hoch
  • Spielspaß: Gut – aber weniger elegant als Quarto
  • Wiederspielwert: Hoch
  • Gestaltung / Haptik: Hoch, aber sperriger

❣️ Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Meeples


⛪ Lass die Kirche im Dorf – roher, aber gnadenlos

🧭 Übersicht

Dieses Spiel kam als Geschenk meines Schwiegervaters – und hat sich als überraschend bissig entpuppt.

Optisch nicht so fein wie Quarto oder Quoridor, spielerisch aber das gemeinste der drei.

Josef gewinnt hier gefühlt immer – meist, indem er eines meiner Häuser so platziert, dass ich es nicht mehr herausbekomme, während er in Ruhe sein Ziel fertig baut. 😄

BGG: Lass die Kirche im Dorf! (2016), 2 Spieler, 15-30 Min, ab 10+, Weight ~2.00/5,
Designer: Dieter Stein, Publisher: Gerhards Spiel und Design

⭐️ Unsere Bewertung

  • Zugänglichkeit: Mittel
  • Interaktion: Hoch
  • Spielspaß: Hoch (wenn man Ehrgeiz mag)
  • Wiederspielwert: Hoch
  • Gestaltung / Haptik: Mittel – spielerisch top, optisch rau

❣️ Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Meeples


🧊 Jenga – der Holz-Absacker (ohne Wertung)

Nach vier Spielen mit viel Nachdenken war klar: Jetzt wird gezogen.

Zwei Runden, ehrgeizig, kompetitiv – und ein guter Abschluss, bevor man merkt, dass auch Finger müde werden können.


🧾 Fazit – Holzabend? Bitte wieder.

Quarto! bleibt unser eleganter Favorit.
Quoridor ist tief und wertig – aber sperriger.
Lass die Kirche im Dorf ist das raue Biest mit dem größten Denk-Punch.

Jenga war der Holz-Quatsch zum Runterkommen.

Und Aspen? Aspen bleibt in der Holz-Ecke – spielt aber in einer anderen Liga und hat deshalb seine eigene Rezension. 😉

🛠️ Offtopic: Brettspielboxen retten – unsere kleine Reparaturwerkstatt

Brettspiele kommen und gehen – aber schöne Boxen bleiben. Zumindest sollten sie das.

Als uns die Speakeasy-Leihgabe erreichte, war die Euphorie groß … doch der Karton hatte sichtbar gelitten. Parallel wartete der Isofarian Guard-Karton aus einem Gebrauchtkauf ebenfalls auf Reparatur.

Damit war der perfekte Anlass für diesen Offtopic-Beitrag gegeben: Wie wir zwei beschädigte Brettspielboxen mit einfachen Mitteln wieder stabil bekommen haben.


📦 Ausgangslage: Zwei Boxen, zwei Risse

Beide Boxen hatten ähnliche Schäden: eingerissene Kanten, aufgespreizte Kartonschichten und instabile Ecken.


🧴 Bücherleim als Wunderwaffe

Zum Einsatz kam Bücherleim – ideal, weil er klar trocknet, flexibel bleibt und Papier dauerhaft verbindet.

Aufgetragen wurde er mit einem einfachen Q-Tip, um wirklich zwischen die Kartonlagen zu gelangen.


🧪 Versuch 1: Stabil, aber unpraktisch

Der erste Ansatz war ein Stück Karton aus einer Cornflakes-Packung als Verstärkung. Ergebnis: zu dick, zu starr. Also wieder entfernt.


🧻 Versuch 2: Die richtige Idee – gefaltetes Papier

Stattdessen kam ein mehrfach gefalteter Papierstreifen zum Einsatz:

  • dünn
  • flexibel
  • stabilisierend

Dieser wurde innen eingeklebt und sorgt seitdem für eine erstaunlich saubere Fixierung.


🌙 Über Nacht trocknen – und staunen

Beide Boxen wurden beschwert (praktischerweise mit anderen Brettspielen 😉) und durften über Nacht trocknen.


🧩 Fazit

Es braucht kein teures Spezialmaterial, um Brettspielboxen zu reparieren. Mit etwas Bücherleim, einem Q-Tip, einem und etwas Geduld lassen sich viele Schäden unauffällig ausbessern.

Einfach, günstig, effektiv – und die Boxen sehen wieder richtig gut aus.


🍾 Speakeasy – Early Review (Preproduction Edition)Ein Hügelzelter-First-Look in die verbotenen Bars Manhattans

🛑 Vorweg – Transparenz-Hinweis

Wir haben Speakeasy als Leihgabe von Skellig Games für eine frühe Rezension erhalten. Darüber freuen wir uns sehr, bleiben aber wie immer ehrlich, objektiv und direkt.

(Und ja, wir sagen es offen: Nach zwei Partien wissen wir bereits, dass wir das Spiel kaufen werden.)

📦 Unboxing – Euphorie, dann ein kleiner Dämpfer

Wir hatten dem Paket regelrecht entgegengefiebert. Entsprechend groß war der Schreck, als wir sahen, dass der Karton unterwegs gelitten hatte:
eine eingedrückte Ecke, Risse im Deckel und am unteren Boxrand.

Skellig reagierte sofort freundlich, verständnisvoll und professionell. Schade war es trotzdem (erst recht auch für den nächsten Tester).

Dafür konnte das Material diesen Eindruck schnell wettmachen:

  • gigantische Tischpräsenz,
  • der unverkennbare Ian O’Toole-Grafikstil,
  • Triple-Layer-Playerboards, optisch wie mechanisch ein Highlight,
  • Premium-Komponenten bereits einsortiert.

Einziger Minuspunkt: Die Inlays wirken etwas dünn – unser 3D-Drucker wird hier wohl früher oder später aktiv.

🧱 Eckdaten zum Spiel

  • Titel: Speakeasy
  • Designer: Vital Lacerda
  • Artwork: Ian O’Toole
  • Publisher: Eagle-Gryphon Games, Skellig Games (DE)
  • Spielerzahl: 1–4
  • Spielzeit: 50–180 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Komplexität: 4,27 / 5 (laut BGG)
  • Erscheinungsjahr: 2025

🪑 Tischpräsenz & Material

Speakeasy braucht Platz. Viel Platz.

Speakeasy ist groß. Sehr groß.

Auf unserem Tisch (1,20 × 1,80 m) fühlte es sich genau richtig an. Darunter wird es eng.
Wer Lacerda spielt, weiß: „Platzbedarf“ ist eine Mechanik für sich.

Optisch liefert Speakeasy exakt das, was man bei einem Team aus Vital Lacerda + Ian O’Toole erwartet:

  • der Stadtplan im 1920er-Look ist hoch thematisch gelungen
  • große, übersichtliche Playerboards,
  • hochwertige Komponenten, sehr „Eagle-Gryphon“-typisch,
  • Premium-Marker und dicke Pappteile,
  • wunderschöne Kartenillustrationen.
  • ein Plan, der sofort Lust macht, einzutauchen

🧠 Komplexität – Lacerda pur

Die BGG-Komplexität von 4,27/5 ist gerechtfertigt. (wobei die Anzahl der Stimmen noch übersichtlich ist)

Der Einstieg ist anspruchsvoll, aber es ist eine schöne Komplexität.

Die Regeln sind umfangreich, aber logisch aufgebaut. Die Iconografie ist hervorragend und führt einen fast intuitiv durchs Spiel.

Die Mechanik kombiniert:

  • Worker Placement (mit Möglichkeit, besetzte Felder durch „Bestechung“ trotzdem zu nutzen)
  • Kartenmanagement
  • Stadtviertel-Mehrheiten
  • Risiko durch Polizei & Mafia
  • schmutziges vs. gewaschenes Geld
  • Produktion & Verkauf von Schnaps
  • Schmuggel, Überfälle, Einfluss

Es ist intensiv. Aber es ist auch sehr belohnend

🕵️ Partie 1 – Die große Lernphase

Wir waren uns sicher, alles verstanden zu haben. Spoiler: Hatten wir nicht.

  • Josef manövrierte sich früh in eine ungünstige Lage, als mehrere seiner Speakeasies übernommen wurden.
  • Maja und ich hatten andere Anfängerfehler, die das gut kompensierten.

Erster Schreckmoment nach einer Stunde und der ersten Lucky-Luciano-Phase (eine Art Zwischenwertung):

Nach Runde 1 nimmt die Mafia dir erst mal die halbe Auslage wieder weg – und die Polizei erledigt den Rest. Es gab einen Moment, wo die Stimmung kippte und ein Neustart im Raum stand.
Aber wir entschieden uns fürs Durchziehen.
Gut so – denn die Runde war lehrreich und am Ende gewann überraschend Josef.

🚀 Partie 2 – Jetzt hat’s „geklickt“

Nur drei Stunden (statt vier) dauerte Durchlauf Nummer zwei, und plötzlich war klar:

  • Strategien wurden erkennbarer
  • Timing war besser
  • Ressourcenplanung floss leichter
  • die Interaktion nahm zu

Unsere Herangehensweisen in Partie 2:

Hendrik: Boote überfallen & riskant-aggressiv spielen
Maja: Sofort auf große Gebäude und Prestige setzen
Josef: Die Familie stärken, Stadtviertel dicht machen – und am Ende deutlich vorn liegen

Stark waren vor allem die Mechaniken rund um:

  • Blockaden durch die Polizei
  • Verdrängung durch fremde Mobster
  • schmutziges und gewaschenes Geld

Das alles wirkt strategisch steuerbar und nie rein zufällig.

Einzig das „Frisieren der Bücher“ erschien uns vorläufig etwas schwach im Verhältnis zum Aufwand. Demgegenüber wirkte Produktion & Verkauf aktuell sehr stark – hier werden weitere Partien zeigen, ob das nur unserem Lernstand geschuldet ist.

📊 Speakeasy im Vergleich zu Weather Machine

Unsere Einordnung im Lacerda-Kosmos:

  • Komplexer zu lernen als Weather Machine,
  • strategisch schneller greifbar, sobald der Knoten platzt,
  • interaktiver, da man sich gegenseitig massiv in die Quere kommt
  • ähnlich belohnend, wenn der eigene Plan aufgeht.

Speakeasy fühlt sich wie ein moderner, frischer Lacerda an – anders, aber auf Augenhöhe.

👥 Für wen eignet sich Speakeasy?

Speakeasy ist ein Expertenspiel. Es richtet sich klar an:

  • Vielspieler,
  • Lacerda-Fans,
  • Worker-Placement-Enthusiasten,
  • Gruppen, die Interaktion und Konfrontation mögen,
  • Spieler, die langfristige Planung lieben.

Für klassische Familienrunden ist es zu komplex. Für uns Hügelzelter aber: genau richtig.

Wir möchten unbedingt noch mit Maria spielen – unserem Lacerda-Enthusiasten im Freundeskreis.

🗣️ Hügelzelter-Stimmen

Maja: „So viele Möglichkeiten! Ich will gleich noch mal spielen.“

Josef: „Wenn man die Familie richtig spielt, ist es eigentlich gar nicht so schwer.“

Hendrik: „Der Kontakt zu Skellig Games, das schöne geschriebene Regelheft mit den Passagen zum Hintergrund der Geschichte. Ich bin sehr begeistert. Das Spiel wird lange in Erinnerung bleiben“

⭐ Vorläufiger Wertungskasten (Early Review – Preproduction Edition)

KategorieBewertung
Material⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Regelwerk & Zugang⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
Komplexität⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Interaktion⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Spaßfaktor⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5)
Wiederspielreiz⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5)
Gesamt⭐⭐⭐⭐⭐ 4,5/5

Hinweis: Diese Wertung basiert auf dem Preproduction-Exemplar und zwei Partien. Sie wird bei Erhalt der finalen Retail-Version ggf. aktualisiert.

📝 Fazit – Ein starker Lacerda mit Zukunft

Speakeasy ist:

  • atmosphärisch,
  • fordernd,
  • thematisch brillant,
  • interaktiv wie selten,
  • mechanisch tief,
  • grafisch ein Traum.

Da wir die Leihgabe vermutlich nicht ewig halten können, schließen wir diesen Early-Test an dieser Stelle ab.

Fest steht: Sobald die finale Retail-Version verfügbar ist, wird Speakeasy bei uns einziehen.

Dann folgt:

„Speakeasy – Final Release Review (Teil 2)“
mit Langzeiterfahrung, finalem Materialvergleich und aktualisierter Wertung.

🔭 Ausblick – Mehr Lacerda auf dem Hügel

  • The Great Library haben wir bereits bei Kickstarter gebackt.
  • Lisboa ist auf dem Weg zu uns.

Die Reise in die Welten von Vital Lacerda geht also weiter – und Speakeasy hat einen richtig starken Eindruck hinterlassen.