Es gibt Spiele, die spielt man. Und es gibt Welten, in die wächst man hinein – gemeinsam mit anderen.
Das Schwarze Auge ist für mich genau das. Nicht nur wegen Aventurien, Regeln oder Kampagnen. Sondern wegen der Menschen, mit denen ich diese Welt seit Jahrzehnten teile.
Mein Einstieg liegt 1988. Abenteuer-Basisspiel. Der Streuner soll sterben. Die Kanäle von Grangor. Damals ahnte ich nicht, dass diese Spielwelt mich nicht nur begleiten, sondern verbinden würde.
Richtig tief wurde es im Studium. Anfang der 2000er. Unser Meister für die großen Geschichten war und ist Christian. Wir haben schon gemeinsam das Abitur gemeistert, verloren uns aus den Augen, und trafen uns später zufällig auf einer Studentenparty wieder. Aus einem „Was machst du eigentlich heute?“ wurde eine Runde. Aus einer Runde eine Kampagne. Und aus einer Kampagne die legendäre G7.
Mein Kor-Geweihter Daedalus al Shrabat wurde zu Ruhm geführt – und starb. Aventurisch konsequent. Sicherlich war er der kämpferische Kern der Gruppe, außer bei Grottenschraten. Aber die sind unfair. Aber die Gruppe blieb.
Zu dieser Gruppe gehört auch Maria. Damals wie heute Mitspieler, inzwischen nicht nur Freund, sondern auch Patenonkel von Josef. Esther, jahrelang Teil der Runde, damals Nachbarin von Maria, später Mitspielerin, heute mit Christian verheiratet. Tim und Franzi komplettieren die Gruppe – ebenfalls verheiratet, nachdem Tim früher einmal WG-Mitbewohner von Maria war und später mit Esther und Maria zusammenlebte.
Es gab aber nicht nur konstanz. Diese Runde ist kein statisches Konstrukt. Sie hat Phasen erlebt. Nähe und Abstand. Umzüge, neue Partner, Kinder, berufliche Wege, andere Städte. Manchmal wurde weniger gespielt. Manchmal monatelang gar nicht. Und dann kam immer wieder der Moment, in dem jemand schrieb: „Habt ihr Lust, mal wieder?“
Heute spielen wir anders. Online über Zoom, unterstützt von Roll20 und Foundry VTT. Die Technik ist moderner, die Geschichten nicht weniger intensiv. Und Aventurien fühlt sich immer noch vertraut an.
Und dann ist da die nächste Generation.
Mit den Kindern habe ich die erste Kampagne der DSA-Einsteigerbox „Das Geheimnis des Drachenritters“ gespielt. Zunächst geleitet von Esther über Foundry für uns alte Krieger, später habe ich selbst für die Kinder gemeistert. Eine Rezension dazu steht noch aus. Sie wird folgen, nachdem wir auch das zweiter Abenteuer beschritten haben.
Auch abseits des klassischen Rollenspiels sind wir tief in der Welt verankert: Crowdfunding-Projekte wie Das Aventurische Lexikon und Kirchen Alverans, Aventuria – The Adventure Board Game mit Erweiterungen, der Aventurische Bote, den ich seit Jahren abonniert lese. Aventurien ist bei uns kein Nostalgiethema, sondern Gegenwart.
Warum dieser Beitrag? Weil Out of Context auf der Spielwiese der Hügelzelter genau dafür da ist: für die Geschichten hinter den Spielen. Für das, was bleibt, wenn man Regeln vergisst und Charakterbögen verblassen.
👉 Die Rezension zur Einsteigerbox folgt. 👉 Weitere Beiträge zu Aventurien sind geplant.
Manche Spielwelten wechseln Editionen. Manche Gruppen wechseln Lebensphasen.
Aber manche Geschichten trägt man ein Leben lang mit sich – und würfelt sie immer wieder neu.
Nachdem Lieferung und erster Eindruck überzeugt hatten, war klar: Das Brettspiel muss sofort auf den Tisch.
Wir sind mit drei Spielern gestartet, hatten später auch eine Partie mit Maria dabei und haben danach zu dritt alle Bosse einmal gelegt Einige Szenarien haben wir gespielt, andere liegen noch vor uns – bewusst.
Denn eines wurde schnell klar:
Dieses Spiel lebt von Wiedererkennung – und davon, dass man ihm Raum lässt. Nicht zu viele Runden an einem Wochenende.
🗺️ Szenarien & Struktur
Das Spiel arbeitet mit klar strukturierten Szenarien:
eigene Karten
klare Ziele
unterschiedliche Anforderungen an Vorbereitung, Kampf und Ausbau
Man merkt sofort: Hier wollte niemand einfach nur „Monster aneinanderreihen“, sondern Valheim als Erlebnis übersetzen.
Ein besonderer Reiz liegt darin, dass:
Sterben dazugehört
der Grabbesuch leider auch
Vorbereitung wichtiger ist als Heldentum
Genau wie im PC-Spiel.
Aber analog zum PC-Spiel ist auch beim Brettspiel der Ressourcen-Grind zentral. Spätestens in der dritten Runde kann sich dieser Teil dann allerdings etwas eintönig anfühlen.
⚔️ Mechanik & Spielgefühl
🔁 Sterben & Loot-Rückholung
Das vielleicht wichtigste Lob zuerst:
👉 Sterben tut weh. Und das ist gut so.
Ausrüstung weg
Buffs weg
Nahrung weg
Ungebufft loszuziehen fühlt sich genau so falsch an wie am PC. Und ja: Im Team geht es deutlich besser.
🎲 Kampfsystem
Das Kampfsystem hat uns alle überzeugt:
schnell
fair
flüssig
ohne Verwaltungsballast
Der aktive Spieler würfelt auch für die Gegner; das hält das Tempo hoch und fühlt sich erstaunlich ausgewogen an.
Für mich eines der besseren kooperativen Kampfsysteme der letzten Zeit.
Ganz ehrlich: In dieser Richtung hätte ich mir bei Isofarian Guard manchmal mehr Straffung gewünscht – dort dauern Kämpfe teils länger als die Geschichte, obwohl die Geschichte eigentlich im Fokus steht. (Aber das wird eine andere Rezension.)
🛠️ Ausbau & Progression – Licht und Schatten
✔️ Was hervorragend funktioniert
Ausbau der Ausrüstung
Vorbereitung auf Bosse
Ressourcenmanagement
Haus als zentrale Anlaufstelle
Aus jeder Pore des Spiels atmet das Brettspiel das PC-Original. Wer Valheim kennt, fühlt sich sofort zu Hause.
⚠️ Der Wehrmutstropfen: Heldenprogression
Was fehlt – zumindest teilweise:
keine echte Heldenprogression
keine langfristigen Skillbäume
keine Entwicklung „meines Charakters“
Ja, es gibt:
einen Kampagnenmodus
mehrere Szenarien in einem Run
Aber: Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, das sofort zu spielen.
Warum? Weil wir die Sorge hatten, uns zu übersättigen und das Spiel dann aus einem falschen Blickwinkel zu bewerten.
Die Erfahrung bis hierhin war einfach zu gut, um sie zu überfrachten.
🎲 Komponenten & Material
Miniaturen: stimmig, wertig
Neoprenmatte: fantastisch
Haus: Holz statt Pappe (positiv überrascht)
Möbel: Standees – funktional, okay
Ein kleiner Wunsch bleibt: 👉 Ein zweiter Würfelsatz wäre Gold wert. Memo an mich:
Bei allen zukünftigen Kampagnen immer einen Extra-Würfelsatz mitbacken.
💬 Stimmen aus unserer Runde
Hendrik: „Ich erkenne das PC-Spiel in fast jedem Mechanik-Moment wieder. Das hier ist keine Lizenzverwertung – das ist eine Adaption mit Herz.“
Maria: „Das Kampfsystem ist überraschend elegant. Ich hätte mehr Verwaltungsaufwand erwartet.“
Josef: „Sterben ist nervig. Aber genau deshalb fühlt sich ein Boss-Kill richtig gut an.“
Maja: „Der Gameplay-Loop ist in der fünften Runde dann doch zu gleichförmig. Wir brauchten eine Pause“
🔄 Der Kreis schließt sich: Zurück an den PC
Während wir das Brettspiel gespielt haben, ist etwas Lustiges passiert:
👉 Josef ist jetzt am PC eingestiegen.
Wir haben gemeinsam wieder von vorne angefangen – Multiplayer, Teamplay. Parallel dazu spielt Call!po aktuell mit seinem Sohn. (mehr dazu im Beitrag zum PC-Spiel)
So sieht Wissensweitergabe generationsübergreifend 2026 aus:
Discord
Server
Wikinger
und viel gemeinsames Scheitern
⭐️ Unsere Bewertung (Hügelzelter-Schema)
⭐️ Unsere Bewertung
Zugänglichkeit: 🟢 Gut (mit PC-Vorkenntnis sehr gut)
Interaktion: 🟢 Hoch (echtes Koop-Gefühl)
Spielspaß: 🟢 Hoch
Wiederspielwert: 🟡 Gut (Kampagnenmodus noch offen)
Gestaltung & Material: 🟢 Sehr hoch
❣️ Gesamtbewertung
4 von 5 Meeples ⭐⭐⭐⭐☆
Ein starkes, atmosphärisches kooperatives Brettspiel, das sein digitales Vorbild respektiert und versteht.
🧾 Fazit
Valheim: The Board Game ist kein Spiel für jeden. Aber für alle, die das PC-Original kennen oder kooperatives Survival mögen, ist es:
ehrlich
fordernd
thematisch sehr stimmig
Kein All-In-Zwang. Kein Blender. Ein Spiel, das weiß, woher es kommt.
Und ja: Wir bleiben dran – mit dem Kampagnenmodus, mit weiteren Szenarien und sicher auch mit weiteren Abenden in Valheim.
🧭 Ausgangslage: Liebe zum Spiel – Skepsis zur Umsetzung
Dass ich eine starke emotionale Bindung zu Valheim habe, ist kein Geheimnis. Umso überraschender vielleicht: Mein erster Eindruck vom Brettspiel war eher verhalten.
Als die Kampagne auf Gamefound startete, war ich skeptisch:
Das Bauelement wirkte auf den ersten Blick sehr schlicht
Das Haus sah nach Pappe aus und wenig passend zu den vielen Stunden, die ich im PC-Spiel mit dem Ausbau unserer Langhäuser verbracht hatte
Möbel als Standees statt als richtige Objekte? → fühlte sich nicht nach „Valheim“ an
Kurz: Nostalgie allein reicht nicht, um sofort einzusteigen.
🎙️ Wendepunkt: Spiel Essen & Brettzeit
Der Wendepunkt kam – wie sollte es anders sein – über die Spiel in Essen und einen Podcast.
Nick und Paul von „Brettzeit“ wirkten in ihrer Berichterstattung ehrlich angetan vom Brettspiel. Und das, obwohl ihr Beuteschema eigentlich eher bei kooperativen Dungeon Crawlern mit Progression liegt.
Das hat mich aufhorchen lassen.
Also habe ich mir die Kampagne noch einmal in Ruhe angesehen:
Miniaturen
Meeples
Neoprenmatte
Produktionsqualität
Und irgendwann kam der Gedanke:
„Vielleicht ist das hier kein 1:1-Abbild meiner PC-Erinnerungen – aber eine durchdachte Adaption.“
💸 Meine Entscheidung im Pledge Manager
Ich bin nicht All-In gegangen – bewusst.
Gebackt habe ich:
Deluxe Version für 115 €
Nicht genommen habe ich:
Haldors Hoard (+ ca. 40 €) → thematisch nett, aber für mich kein Muss
Rückblickend: 👉 Ich glaube, das war genau die richtige Entscheidung.
📦 Lieferung & erster Eindruck
Schon kurz nach der Spiel 2025 in Essen kam die Lieferung.
Und hier hat sich mein Bild deutlich geändert:
✔️ Sehr hochwertiger Karton
✔️ Große, saubere Neoprenmatte für die Spielwelt (und für das Wasser um den Inseln)
✔️ Schöne, stimmige Miniaturen
✔️ Holzhaus statt Pappe – das hatte ich so nicht erwartet
Ja:
Möbel sind weiterhin aus Pappe bzw. Standees
Aber: Holzstandees wären optional gewesen – und ehrlich gesagt nicht nötig
Wenn ich will, drucke ich mir hier vielleicht irgendwann noch etwas aus. Aber: Das Spiel funktioniert auch so sehr gut.
📊 Kampagnen-Fakten (kurz & nüchtern)
Valheim: The Board Game
Publisher: MOOD Publishing
Funding: ca. 2,4 Mio. €
Backer: über 10.600
Spieler: 1-4 (kooperativ)
Spielzeit: ca. 120 Minuten
Alter: ab 12 Jahren
🧾 Zwischenfazit zur Kampagne
Die Kampagne hat bei mir einen zweiten Blick gebraucht, aber dieser zweite Blick hat sich gelohnt.
Die Umsetzung ist wertiger als erwartet
Die Deluxe-Version trifft für mich den Sweet Spot
Die Nähe zum PC-Original wird nicht über Material, sondern über Mechanik hergestellt
👉 Kein Nostalgie-Cashgrab, sondern eine ernst gemeinte Adaption.
Es gibt Spiele, die spielt man. Und es gibt Spiele, die bleiben.
Valheim gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.
🧭 Einstieg: Podcast, Bier und ein nordisches Fegefeuer
Auf Valheim aufmerksam geworden bin ich 2022 über einen meiner Lieblingspodcasts: „Auf ein Bier“. Dort wurde über die Open-Access-Phase gesprochen – nicht hypegetrieben, sondern mit genau der Mischung aus Neugier und Skepsis, die bei mir funktioniert.
Kurz darauf haben zwei Freunde (Burns und Call!po) und ich zugeschlagen. Und was soll ich sagen: Wir haben uns reingesogen.
Nach gut 160 Spielstunden waren wir damals mit dem verfügbaren Content durch. Nicht „alles gesehen“, sondern: alles erlebt.
⚔️ Sterben gehört dazu – und tut richtig weh
Valheim ist unverzeihlich.
Wenn man stirbt, dann stirbt man richtig:
Waffen weg
Rüstung weg
Loot weg
Buffs weg (das ist fast das Schlimmste)
Ohne gute Nahrung fehlt dir Leben und Ausdauer – und die brauchst du dringend, wenn die Biome schwieriger werden. Ungebufft seinen Grabstein zurückzuholen? 👉 Fast aussichtslos.
Im Team geht es deutlich besser. Und genau da liegt die Stärke.
🛖 Teamplay, Serverleben und Boss um Boss
Am längsten haben Call!po und ich durchgehalten. Über Discord verbunden, auf einem eigenen dedizierten Server, haben wir uns Stück für Stück hochgearbeitet:
Basen gebaut
Ressourcen gefarmt
Ausrüstung optimiert
und einen Boss nach dem anderen gelegt
Wir spielen viele Survival Games gemeinsam – mal zu zweit, mal zu dritt, manchmal mit mehr Leuten. Valheim war eines der ersten Spiele, bei dem wir gemerkt haben, wie gut dieses Prinzip funktioniert:
Quests immer gemeinsam
Bauen gemeinsam und auch mal solo
Bosskämpfe geht nur gemeinsam
Inventarpflege auch mal solo
So verbringt man Abende zusammen – selbst wenn man längst nicht mehr in derselben Stadt wohnt.
👉 Zocken als Freundschaftspflege auf Distanz.
🌲 Warum Valheim geblieben ist
Valheim hat sich bewährt. Nicht durch Story-Twists oder Cutscenes, sondern durch das, was zwischen den Zeilen passiert:
das erste Mal ein neues Biom betreten
der Moment, wenn man eine neue Mechanik kennenlernt oder neue Rezepte bekommt
der Frust nach einem Tod
und die Erleichterung, wenn man seinen Grabstein zurückholt
Für uns war Valheim eines der Spiele, die man nicht „durchspielt“, sondern mitnimmt, denn die Erinnerung bleiben.
🔁 Generationswechsel: Josef betritt Valheim
Den umgekehrten Weg geht jetzt Josef.
Wir haben gerade gemeinsam am PC wieder von vorne angefangen – Multiplayer, ganz klassisch. Und parallel startet, eingentlich knapp vor uns, startet Call!po ebenfalls neu und auch mit seinem Sohn.
So sieht Wissensweitergabe generationsübergreifend im Jahr 2026 aus: 👉 Jagen, sterben, fluchen – und nochmal losziehen.
🧾 Grundlagen zum PC-Spiel (Kurzinfo)
Genre: Koop-Survival / Exploration
Spieler: 1–10 (empfohlen 3–5 im Koop)
Release: 2. Februar 2021 (Early Access)
Entwickler: Iron Gate AB
Publisher: Coffee Stain Publishing
Plattform: PC (Steam)
Preis: häufig ~10 € im Sale
🧠 Kurzfazit (PC)
Koop-Survival mit Härte, Herz und Grabstein-Frust. Valheim ist kein Spiel für Ungeduldige – aber ein zeitloser Klassiker für Teams.
👉 Für kleines Geld eine klare Kaufempfehlung, vor allem gemeinsam.
(oder: Wie aus einer Idee aus dem Brettzeit-Discord eine maßgeschneiderte Neopren-Tischdecke wurde)
Zu Weihnachten gab es bei uns kein neues Spiel, sondern etwas, das fast noch wichtiger ist: einen vernünftigen Untergrund für den Spieltisch.
Die Initialzündung kam – wie so oft – eher zufällig. Im Discord-Forum zum Podcast Brettzeit habe ich ein Foto von einem Spieltisch mit einem richtig guten Untergrund gesehen. Keine verrutschenden Karten, keine harten Tischkanten, kein Gefummel mehr beim Aufnehmen. Die Idee gefiel mir so gut, dass ziemlich schnell klar war: Das will ich auch.
🪑 Der Ausgangspunkt: unser Tisch (und seine Schwächen)
Unser Spieltisch besteht aus drei IKEA-Tischen, die wir je nach Spiel zusammenschieben. Praktisch, flexibel … aber mit einem entscheidenden Nachteil: Stellkanten.
Gerade bei großen Spielen oder längeren Partien ist das einfach nicht optimal. Karten bleiben hängen, Marker kippen, und optisch ist es auch eher… funktional.
Spätestens da war klar: Eine durchgehende Spielfläche muss her.
🔍 Die Suche: groß, größer, Sondermaß
Im Internet habe ich mich zunächst nach fertigen Spielmatten umgesehen. Das Problem: Alles, was man bekommt, endet irgendwo bei 1,20 × 90 cm oder 1,50 × 90 cm. Für unseren Tisch mit 1,20 × 1,80 m war das schlicht zu klein.
Zuerst habe ich dort eine Anfrage für eine mögliche Sonderanfertigung gestellt – am Ende aber direkt die passende Menge Neopren bestellt.
Das Material: ca. 3 mm stark, schwer, griffig, genau richtig. Aber damit begann das nächste Problem.
🧵 Nähen ist nicht gleich Nähen
Durch die Bestellung kam ich in Kontakt mit Marion von „neoprenprofi.de“, die mir einen sehr guten Tipp gab: 👉 Polsterei oder Segelmacherei.
Klingt logisch, wenn man bedenkt, was 3 mm Neopren für eine Nähmaschine bedeuten.
Die lokale PolstereiReining in Borken war sehr bemüht und hat es auch versucht, musste aber irgendwann aufgeben: Die Maschinen kamen schlicht nicht durch das Material. Immerhin ein positiver Nebeneffekt: Ich werde mir dort wohl demnächst einen neuen Brettspielstuhl zulegen. Das Probesitzen war schon mal sehr überzeugend.
🧰 Die Lösung: Sattlerei (und falsche Vorstellungen)
Der nächste Tipp war eine Sattlerei. Zu meiner Schande muss ich gestehen: Ich hatte dabei zuerst Pferdesättel im Kopf. Weit gefehlt.
Hier geht es vielmehr um Autointerieur, dicke Stoffe, robuste Materialien – also genau das richtige Umfeld. Fündig geworden bin ich schließlich bei der Sattlerei Activia Automobilservice GmbH.
Ich hatte Kontakt zu Monique, und sie hatte sofort eine passende Idee: Die Matte wird professionell zugeschnitten und – ähnlich wie bei Auto-Fußmatten – mit einem schwarzen Randmaterial sauber eingefasst.
Das Ergebnis: Einfach perfekt. Ich glaube Monique wird sich auch noch eine Spielmatte erstellen.
🎲 In Aktion: Spiele auf dem neuen Untergrund
[Bild 5: Stars of Akarios auf der schwarzen Neoprenfläche]
Gerade große Spiele kommen auf der Matte richtig zur Geltung. Stars of Akarios – frisch gekauft – wirkt mit seiner Sternenthematik und der tollen Bemalung vom Vorbesitzer auf dem dunklen Untergrund noch einmal ganz anders.
[Bild 6: Valheim aufgebaut]
Auch Valheim profitiert enorm: Alles liegt ruhig, nichts verrutscht, Marker lassen sich leicht aufnehmen – und die Spielfläche wirkt endlich wie „aus einem Guss“.
🧾 Fazit: Ein Upgrade, das bleibt
Die Neopren-Tischdecke ist eines dieser Upgrades, bei denen man sich im Nachhinein fragt: Warum habe ich das nicht früher gemacht?
keine Kanten mehr
leise Würfel
Karten lassen sich problemlos aufnehmen
rutschfester Untergrund
und optisch einfach eine andere Liga
Für uns ist klar: Der Untergrund bleibt. Und große Spiele fühlen sich darauf genau so an, wie sie es verdienen.
Josef und ich waren allein zu Hause und hatten Lust auf eine Runde – eigentlich nur „kurz was Kleines“. Nach Aspen und Quarto! war mir aber ziemlich schnell klar: Heute wird ein Holzabend. Und zwar mit Spielen, die sich zu zweit richtig gut anfühlen: wenig Regeln, viel Taktik, schnelle Revanche.
Die Klammer des Abends: Holz (okay… und bei Jenga auch ein bisschen Quatsch), aber vor allem: 2-Personen-Duelle, bei denen man die Regeln schnell drauf hat – und trotzdem nach der dritten Partie denkt: „Mist, das hätte ich doch sehen müssen.“
Aspen gehört thematisch perfekt dazu – bekommt aber wegen Tiefe und Umfang eine eigene Rezension. 👉 Hier geht’s zur Aspen-Bewertung
🪵 Holzabend in Zahlen
Drei Spiele waren die „Kopf“-Fraktion: leicht zu lernen, schwer zu meistern – ohne echtes Glückselement.
Zum Schluss gab’s dann Jenga als Absacker: Holz ja, Hirn… eher nicht. 😉
📊 Mini-Vergleich – Haptik, Größe, Holzgefühl
Spiel
Tischpräsenz
Haptik / Material
Aufbau / Transport
Denkmuskel
Quarto!
klein
sehr fein, edel
super kompakt
hoch
Quoridor
mittel
wertig, „preiswürdig“
sperriger
hoch
Lass die Kirche im Dorf
mittel
„roher“, aber charmant
okay
sehr hoch
Jenga
mittel
klassisch Holz
easy
…Finger 😄
🧠 Quarto! – Reisebegleiter mit Köpfchen
🧭 Übersicht
Quarto! ist für uns ein echter Klassiker. Das Spiel hat Anne und mich schon 2008 auf unserer Rucksacktour durch Südostasien begleitet (Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha – und kurz Malediven).
Fun Fact: Eine Studienfreundin hat uns damals in Bangkok besucht und im Hostel („Friends House“) wurde – natürlich – erstmal Quarto gespielt.
Mechanisch ist Quarto herrlich gemein: Du willst schlau sein – aber dein Gegner gibt dir das Teil, mit dem du schlau sein musst. 😅
Kurz: ein Duell, bei dem man sich in 20 Minuten sehr elegant auseinandernehmen kann.
BGG: Quarto! (1991), 2 Spieler, ca. 20 Min, ab 8+, Weight ~1.87/5, Designer/Artist: Blaise Muller, Publisher u. a. Gigamic
Hendrik: „Unser Reise-Klassiker. Quarto funktioniert überall.“ Josef: „Man denkt, man hat’s im Griff – und dann legst du mir den letzten Stein selbst hin.“
❣️ Gesamtbewertung: 4,0 von 5 Meeples
🧱 Quoridor – Blocken, bis es weh tut
🧭 Übersicht
Quoridor stand lange auf der Wunschliste, war mir aber irgendwie immer etwas zu teuer. Dieses Jahr habe ich dann in einem Ausverkauf in der Spielebude Bocholt zugeschlagen: Testexemplar, Verpackung leicht mitgenommen – innen aber top.
Spielerisch ist das Ding ein fieses Duell aus „ich will rüber“ und „ich setze dir ’ne Wand in den Weg“. Und ja: Wir blocken viel. Sehr viel.
BGG: Quoridor (1997), 2–4 Spieler, ca. 15 Min, ab 8+, Weight ~1.82/5, Designer/Artist: Mirko Marchesi, Publisher u. a. Gigamic
⭐️ Unsere Bewertung
Zugänglichkeit: Hoch
Interaktion: Sehr hoch
Spielspaß: Gut – aber weniger elegant als Quarto
Wiederspielwert: Hoch
Gestaltung / Haptik: Hoch, aber sperriger
❣️ Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Meeples
⛪ Lass die Kirche im Dorf – roher, aber gnadenlos
🧭 Übersicht
Dieses Spiel kam als Geschenk meines Schwiegervaters – und hat sich als überraschend bissig entpuppt.
Optisch nicht so fein wie Quarto oder Quoridor, spielerisch aber das gemeinste der drei.
Josef gewinnt hier gefühlt immer – meist, indem er eines meiner Häuser so platziert, dass ich es nicht mehr herausbekomme, während er in Ruhe sein Ziel fertig baut. 😄
BGG: Lass die Kirche im Dorf! (2016), 2 Spieler, 15-30 Min, ab 10+, Weight ~2.00/5, Designer: Dieter Stein, Publisher: Gerhards Spiel und Design
Nach vier Spielen mit viel Nachdenken war klar: Jetzt wird gezogen.
Zwei Runden, ehrgeizig, kompetitiv – und ein guter Abschluss, bevor man merkt, dass auch Finger müde werden können.
🧾 Fazit – Holzabend? Bitte wieder.
Quarto! bleibt unser eleganter Favorit. Quoridor ist tief und wertig – aber sperriger. Lass die Kirche im Dorf ist das raue Biest mit dem größten Denk-Punch.
Jenga war der Holz-Quatsch zum Runterkommen.
Und Aspen? Aspen bleibt in der Holz-Ecke – spielt aber in einer anderen Liga und hat deshalb seine eigene Rezension. 😉
Brettspiele kommen und gehen – aber schöne Boxen bleiben. Zumindest sollten sie das.
Als uns die Speakeasy-Leihgabe erreichte, war die Euphorie groß … doch der Karton hatte sichtbar gelitten. Parallel wartete der Isofarian Guard-Karton aus einem Gebrauchtkauf ebenfalls auf Reparatur.
Damit war der perfekte Anlass für diesen Offtopic-Beitrag gegeben: Wie wir zwei beschädigte Brettspielboxen mit einfachen Mitteln wieder stabil bekommen haben.
📦 Ausgangslage: Zwei Boxen, zwei Risse
Beide Boxen hatten ähnliche Schäden: eingerissene Kanten, aufgespreizte Kartonschichten und instabile Ecken.
🧴 Bücherleim als Wunderwaffe
Zum Einsatz kam Bücherleim – ideal, weil er klar trocknet, flexibel bleibt und Papier dauerhaft verbindet.
Aufgetragen wurde er mit einem einfachen Q-Tip, um wirklich zwischen die Kartonlagen zu gelangen.
🧪 Versuch 1: Stabil, aber unpraktisch
Der erste Ansatz war ein Stück Karton aus einer Cornflakes-Packung als Verstärkung. Ergebnis: zu dick, zu starr. Also wieder entfernt.
🧻 Versuch 2: Die richtige Idee – gefaltetes Papier
Stattdessen kam ein mehrfach gefalteter Papierstreifen zum Einsatz:
dünn
flexibel
stabilisierend
Dieser wurde innen eingeklebt und sorgt seitdem für eine erstaunlich saubere Fixierung.
🌙 Über Nacht trocknen – und staunen
Beide Boxen wurden beschwert (praktischerweise mit anderen Brettspielen 😉) und durften über Nacht trocknen.
🧩 Fazit
Es braucht kein teures Spezialmaterial, um Brettspielboxen zu reparieren. Mit etwas Bücherleim, einem Q-Tip, einem und etwas Geduld lassen sich viele Schäden unauffällig ausbessern.
Einfach, günstig, effektiv – und die Boxen sehen wieder richtig gut aus.
Wir haben Speakeasy als Leihgabe von Skellig Games für eine frühe Rezension erhalten. Darüber freuen wir uns sehr, bleiben aber wie immer ehrlich, objektiv und direkt.
(Und ja, wir sagen es offen: Nach zwei Partien wissen wir bereits, dass wir das Spiel kaufen werden.)
📦 Unboxing – Euphorie, dann ein kleiner Dämpfer
Wir hatten dem Paket regelrecht entgegengefiebert. Entsprechend groß war der Schreck, als wir sahen, dass der Karton unterwegs gelitten hatte: eine eingedrückte Ecke, Risse im Deckel und am unteren Boxrand.
Skellig reagierte sofort freundlich, verständnisvoll und professionell. Schade war es trotzdem (erst recht auch für den nächsten Tester).
Dafür konnte das Material diesen Eindruck schnell wettmachen:
gigantische Tischpräsenz,
der unverkennbare Ian O’Toole-Grafikstil,
Triple-Layer-Playerboards, optisch wie mechanisch ein Highlight,
Premium-Komponenten bereits einsortiert.
Einziger Minuspunkt: Die Inlays wirken etwas dünn – unser 3D-Drucker wird hier wohl früher oder später aktiv.
🧱 Eckdaten zum Spiel
Titel: Speakeasy
Designer: Vital Lacerda
Artwork: Ian O’Toole
Publisher: Eagle-Gryphon Games, Skellig Games (DE)
Spielerzahl: 1–4
Spielzeit: 50–180 Minuten
Alter: ab 14 Jahren
Komplexität: 4,27 / 5 (laut BGG)
Erscheinungsjahr: 2025
🪑 Tischpräsenz & Material
Speakeasy braucht Platz. Viel Platz.
Speakeasy ist groß. Sehr groß.
Auf unserem Tisch (1,20 × 1,80 m) fühlte es sich genau richtig an. Darunter wird es eng. Wer Lacerda spielt, weiß: „Platzbedarf“ ist eine Mechanik für sich.
Optisch liefert Speakeasy exakt das, was man bei einem Team aus Vital Lacerda + Ian O’Toole erwartet:
der Stadtplan im 1920er-Look ist hoch thematisch gelungen
große, übersichtliche Playerboards,
hochwertige Komponenten, sehr „Eagle-Gryphon“-typisch,
Premium-Marker und dicke Pappteile,
wunderschöne Kartenillustrationen.
ein Plan, der sofort Lust macht, einzutauchen
🧠 Komplexität – Lacerda pur
Die BGG-Komplexität von 4,27/5 ist gerechtfertigt. (wobei die Anzahl der Stimmen noch übersichtlich ist)
Der Einstieg ist anspruchsvoll, aber es ist eine schöne Komplexität.
Die Regeln sind umfangreich, aber logisch aufgebaut. Die Iconografie ist hervorragend und führt einen fast intuitiv durchs Spiel.
Die Mechanik kombiniert:
Worker Placement (mit Möglichkeit, besetzte Felder durch „Bestechung“ trotzdem zu nutzen)
Kartenmanagement
Stadtviertel-Mehrheiten
Risiko durch Polizei & Mafia
schmutziges vs. gewaschenes Geld
Produktion & Verkauf von Schnaps
Schmuggel, Überfälle, Einfluss
Es ist intensiv. Aber es ist auch sehr belohnend
🕵️ Partie 1 – Die große Lernphase
Wir waren uns sicher, alles verstanden zu haben. Spoiler: Hatten wir nicht.
Josef manövrierte sich früh in eine ungünstige Lage, als mehrere seiner Speakeasies übernommen wurden.
Maja und ich hatten andere Anfängerfehler, die das gut kompensierten.
Erster Schreckmoment nach einer Stunde und der ersten Lucky-Luciano-Phase (eine Art Zwischenwertung):
Nach Runde 1 nimmt die Mafia dir erst mal die halbe Auslage wieder weg – und die Polizei erledigt den Rest. Es gab einen Moment, wo die Stimmung kippte und ein Neustart im Raum stand. Aber wir entschieden uns fürs Durchziehen. Gut so – denn die Runde war lehrreich und am Ende gewann überraschend Josef.
🚀 Partie 2 – Jetzt hat’s „geklickt“
Nur drei Stunden (statt vier) dauerte Durchlauf Nummer zwei, und plötzlich war klar:
Strategien wurden erkennbarer
Timing war besser
Ressourcenplanung floss leichter
die Interaktion nahm zu
Unsere Herangehensweisen in Partie 2:
Hendrik: Boote überfallen & riskant-aggressiv spielen Maja: Sofort auf große Gebäude und Prestige setzen Josef: Die Familie stärken, Stadtviertel dicht machen – und am Ende deutlich vorn liegen
Stark waren vor allem die Mechaniken rund um:
Blockaden durch die Polizei
Verdrängung durch fremde Mobster
schmutziges und gewaschenes Geld
Das alles wirkt strategisch steuerbar und nie rein zufällig.
Einzig das „Frisieren der Bücher“ erschien uns vorläufig etwas schwach im Verhältnis zum Aufwand. Demgegenüber wirkte Produktion & Verkauf aktuell sehr stark – hier werden weitere Partien zeigen, ob das nur unserem Lernstand geschuldet ist.
📊 Speakeasy im Vergleich zu Weather Machine
Unsere Einordnung im Lacerda-Kosmos:
Komplexer zu lernen als Weather Machine,
strategisch schneller greifbar, sobald der Knoten platzt,
interaktiver, da man sich gegenseitig massiv in die Quere kommt
ähnlich belohnend, wenn der eigene Plan aufgeht.
Speakeasy fühlt sich wie ein moderner, frischer Lacerda an – anders, aber auf Augenhöhe.
👥 Für wen eignet sich Speakeasy?
Speakeasy ist ein Expertenspiel. Es richtet sich klar an:
Vielspieler,
Lacerda-Fans,
Worker-Placement-Enthusiasten,
Gruppen, die Interaktion und Konfrontation mögen,
Spieler, die langfristige Planung lieben.
Für klassische Familienrunden ist es zu komplex. Für uns Hügelzelter aber: genau richtig.
Wir möchten unbedingt noch mit Maria spielen – unserem Lacerda-Enthusiasten im Freundeskreis.
🗣️ Hügelzelter-Stimmen
Maja: „So viele Möglichkeiten! Ich will gleich noch mal spielen.“
Josef: „Wenn man die Familie richtig spielt, ist es eigentlich gar nicht so schwer.“
Hendrik: „Der Kontakt zu Skellig Games, das schöne geschriebene Regelheft mit den Passagen zum Hintergrund der Geschichte. Ich bin sehr begeistert. Das Spiel wird lange in Erinnerung bleiben“
Der Spice-Flow zwischen Deckbuilding, Worker Placement und Intrigen
🧭 Übersicht
Einer der größten Namen im modernen Brettspiel und das völlig verdient. Mit einem BGG-Rating von 8,4 und Platz 6 weltweit gehört Dune: Imperium zu den strategischen Schwergewichten der letzten Jahre.
Für mich persönlich begann der Weg nach Arrakis jedoch ganz woanders: Der erste Dune-Roman liegt seit Jahren ungelesen im Regal, aber die neuen Filme haben mich komplett gecatcht. Zusammen mit Freunden aus dem DORF war es jedes Mal ein Pflichttermin: Burger, Bier, Oberhausen, Kino. Inzwischen haben auch die Kinder die Filme gesehen und klar warten wir auf Teil 3.
Parallel dazu bin ich in Dune: Awakening auf dem PC eingestiegen. Aber das ist eine andere Geschichte (ungefähr so sandig wie unsere halb weggewehte Basis nach dem Sommerurlaub).
Jetzt ging es endlich um das Brettspiel: Dune: Imperium. Mit Marcel und Martin haben wir uns an einen Abend voller Karten, Agenten, Intrigen und Kämpfe gesetzt und es wurde ein großartiger Ausflug nach Arrakis.
Ich habe jeden Kampf gesucht; was anfangs gut lief, aber irgendwann gingen mir Truppen und Ressourcen aus. Martin konnte Atreides-typisch sauber planen. Marcel spielte solide Militärstrategie. Alles in allem: super Einstieg, sehr rund, sehr taktisch.
⚔️ Runde 2 – Der Atem des Spice & das große Finale
Hendrik: Paul Atreides
Martin: Count Ilban Richese
Marcel: Glossu “Beast” Rabban
Diese Runde war geprägt von:
massiver Spice-Förderung
kaum Wurmeinsatz
starkem Endgame-Fokus
Ich habe diesmal bewusst ruhiger gespielt, das Deck geschliffen und alles auf den letzten Kampf gesetzt. Und dann kam der Moment:
Intrigenkarte + Diplomatie = Allianz-Wechsel in letzter Sekunde. Genau das brachte den Sieg.
Spannung pur.
💬 Stimmen aus der Runde
Martin
„Es gibt Spiele, da merkt man schon beim Lesen der Regeln, dass sie genial sind. Das war damals bei Dominion so und ganz klar auch bei Dune.“
Marcel
„Ich hatte klar das beste Deck.“ (Runde 1) „Vielleicht hätte ich die Diplomatie-Karte nicht scrappen sollen…“ (Runde 2)
Hendrik
„Ein grandioser Mix aus Deckbuilding und Arbeiterplatzierung. Und nein, der Spaß hat nichts damit zu tun, dass ich beide Runden gewonnen habe ;)“
⭐️ Unsere Bewertung
Kategorie
Wertung
Zugänglichkeit
🟡 Mittel – Einstieg okay, aber viele Symbole und Optionen
🟢 Sehr hoch – unfassbar befriedigend und abwechslungsreich
Wiederspielwert
🟢 Extrem hoch – Leader, Decks, Konflikte, Strategien
Gestaltung
🟡 solide – gute Illustrationen, funktional; kein Deluxe-Overload
❣️ Gesamtbewertung
4,5 von 5 Meeples
Ein thematisch dichtes, spannendes und perfekt austariertes Kennerspiel, das sowohl Deckbuilding-Fans als auch Worker-Placement-Liebhaber abholt. Für uns ein Highlight und sicher nicht die letzte Partie. Für das Hügelzelterregal ist die Bestellung bereits raus.
🎬 Einleitung – Offtopic? Ja. Aber völlig im Rahmen.
Heute wird’s mal etwas anders hier auf Hügelzelter.de. Denn manchmal stolpert man über ein Spiel an Orten, an denen man es wirklich nicht erwartet. Zum Beispiel auf 10 Metern Tiefe, im Tauchbecken des Monte Mare Rheinbach.
Dort war ich mit Marcel zum Freitauchen unterwegs – und plötzlich stand es da: Ein riesiges, massives Vier Gewinnt-Spielfeld am Boden des Beckens. Natürlich haben wir spontan eine Runde angefangen. Wie sollte es anders sein.
Und da merkt man mal wieder: Spieleklassiker begleiten einen durchs ganze Leben – sogar unter Wasser.
Der Ausflug selbst war großartig: Ein angenehm tiefes Becken, schöne Anlage und genug kleine Herausforderungen zum Durchtauchen. Perfekt für ein paar entspannte Sessions – und fürs „Runterkommen“ im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich stehe nach wie vor bei 3:30 Minuten Statik, was okay ist, wenn man bedenkt, wie selten ich dazu komme. Marcel hingegen hat sich mit 4:15 Minuten souverän abgesetzt. Respekt, mein Freund – Herausforderung fürs nächste Mal ist gesetzt!
Zwischen Hindernissen, Abtauchen und Buddy-Checks dann diese Überraschung: Ein riesiges Vier Gewinnt am Grund. Natürlich haben wir es ausprobiert – abwechselnd runterzutauchen, einen Stein einzusetzen und wieder hoch. Langsam, anstrengend und irgendwie herrlich absurd.
🫧 Vier Gewinnt – Unterwasser-Edition
Unter Wasser Vier Gewinnt zu spielen fühlt sich an wie:
ein Mix aus Konzentration, Atemtraining und leichter Orientierungslosigkeit
„Runter, Stein setzen, HOCH!“
strategisches Denken im 10-Sekunden-Takt
Es ist sicher nicht die effizienteste Art, ein Spiel zu spielen – aber definitiv eine der ungewöhnlichsten.
Und überraschend spaßig. Auch wenn wir es nicht bis zum bitteren Ende geschafft haben – irgendwann war klar: Wir wollten tauchen, nicht knobeln. Aber als Anekdote bleibt’s unvergesslich.
🎒 Vier Gewinnt in meinem Leben – kleine Zeitreise
Vier Gewinnt ist eines dieser Spiele, das dich über Jahrzehnte begleitet, selbst wenn du’s gar nicht aktiv sammelst.
🏫 1. Schulzeit – Das OG-Legacy-System
Auf einem unserer Schultische war damals ein Raster eingeritzt. Man spielte mit Bleistift und Radiergummi. 100% analog, 0% Materialkosten – und perfekt, um Unterrichtsstunden etwas… erträglicher zu machen. Grüße an Moritz.
🎯 2. Familienversion mit bunten Bällen
Jahre später gab es eine physisch-aktive Variante: Bunte Bälle aus wenigen Metern Entfernung in ein großes Raster werfen. Ein Mix aus:
Geschick
Glück
und erstaunlich viel Taktik
Legendäre Nachmittage.
👨👩👧👦 3. Oberhausen – Familienduell gegen die Patentochter
Noch so eine aktive Version, diesmal in Oberhausen. Die Familie meiner Patentochter hat uns sehr würdig Paroli geboten – und wieder hat dieses simple Spiel für ein Lächeln bei allen gesorgt.
Man sieht: Vier Gewinnt hat mehr Facetten als man denkt.
📊 Ein Blick auf den Klassiker – Fakten & Daten
Zur Einordnung hier ein kurzer Blick auf die offiziellen Infos:
Titel:Connect Four (1974)
Designer: Ned Strongin & Howard Wexler
Spieler: 2
Spielzeit: ~10 Minuten
Komplexität: 1,18 / 5
BGG-Rating: 5,0
Deutscher Verlag: Schmidt Spiele
Es gibt unzählige Adaptionen, darunter sogar moderne Neuinterpretationen und aktive Versionen. Und jetzt auch: die Unterwasser-Edition von Rheinbach (inoffiziell).
🧊 Fazit – Vier Gewinnt geht immer
„Vier Gewinnt hat die niedrige 5,0 bei BGG nicht verdient. Ein Klassiker, der mich schon mein ganzes Leben begleitet … heute müssen die Kinder dann wohl doch noch mal ran an das Spiel ;)“
📸 PS: Monte Mare – wir melden uns
Wir schreiben die Betreiber an, um eventuell Fotomaterial nutzen zu dürfen. Sobald wir eine Rückmeldung haben, ergänzen wir den Artikel.
Freundlicherweise wurde uns Bildmaterial zur Verfügung gestellt