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Confusing Lands – Verwirrende Landschaften für zwei

Rezensionsexemplar | zur Verfügung gestellt von Board Game Circus


🕹️ Von Witchbound zu schwebenden Landschaften – wie Confusing Lands zu uns fand

Manche Spiele kommen auf direktem Weg zu uns. Andere nehmen einen kleinen Umweg über einen Messestand in Dortmund, ein paar übersehene E-Mails und schließlich einen netten Kontakt namens Johannes, der bei Board Game Circus die Pressearbeit macht. Confusing Lands gehört zur zweiten Sorte und hat uns überrascht. Genau deshalb macht es mir besondere Freude, darüber zu schreiben.

Board Game Circus ist ein kleiner, aber umtriebiger Verlag aus Deutschland, der sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, ausgewählte Spiele auf Deutsch oder in einer deutschen Fassung herauszubringen. Und nach unserer Erfahrung hat der Verlag bei vielen Titeln ein gutes Händchen bewiesen. Bei uns ist der Verlag schon länger auf dem Radar: Newsletter abonniert, die eine oder andere Bestellung ausgelöst, Neuerscheinungen im Blick. Mythwind und Oros kennen wir bereits aus englischen Kickstarter-Kampagnen und zuletzt als dann Witchbound im Newsletter auftauchte, ein Spiel im wunderbaren Pixel-Art-Stil, der sofort Erinnerungen an meine Jugendzeit mit Point-and-Click-Adventures wachrief (Space Quest, Indiana Jones und Day of the Tentacle lassen grüßen), war das Interesse sofort geweckt.

Unsere erste Anfrage wegen eines Rezensionsexemplars versandete irgendwo im digitalen Nirgendwo. Auf der SPIEL DOCH! in Dortmund haben wir Board Game Circus dann glücklicherweise persönlich getroffen, Witchbound am Stand und auf der Spielfläche angespielt und – wichtig für eine Familienredaktion – auch Maja und Josef kurz an die Karten gelassen. Danach haben wir noch einmal nachgehakt, und Johannes hat uns daraufhin Confusing Lands zugeschickt, das in diesem Jahr (2026) in der deutschen Fassung bei Board Game Circus erschienen ist.

Kurze Transparenz-Notiz: Das Rezensionsexemplar wurde uns kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung bleibt davon unberührt – das versteht sich bei uns von selbst, aber wir sagen es trotzdem gern.


🌄 Spielidee

Macht euch bereit, majestätische Gebirge zu entdecken, verlorene Siedlungen zu finden, plätschernden Flüssen zu folgen und hin und wieder wilden Wölfen oder anmutigen Rehen zu begegnen.

Mit etwas Phantasie könnte es so aussehen.

Confusing Lands ist ein schnelles und knappes Kartenspiel, bei dem ihr verrückte Landschaften erschafft. Ihr seid abwechselnd an der Reihe und legt Karten mit verschiedenen Symbolen und Zielen aus. Sobald beide Spieler jeweils 8 Karten gespielt haben, wird gewerte; basierend auf einer gemeinsamen Zielbedingung sowie den individuellen Zielen in euren fertigen Landschaften. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Einen Solo-Modus gibt es laut Schachtel, den haben wir allerdings nicht getestet.


🃏 Mechanik & Spielgefühl

Was mich an Confusing Lands wirklich interessiert, ist ein Detail, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt: Jede Karte ist zweiseitig nutzbar. Eine Seite bietet mehr Fläche und Felder für die eigene Wertung der bisherigen Aufgaben, die andere eine alternative Wertungsoption. Diese kleine Entscheidung zieht sich durch jede Runde und sorgt für konstanten Grübelaufwand – bei einer Spielzeit von zehn Minuten ist das bemerkenswert effizient.

Dazu kommt die Strafmechanik: Wer eine zusätzliche Wertung aufnimmt, setzt sich automatisch 10 Minuspunkte. Lohnt es sich trotzdem? Manchmal ja, manchmal nein und genau diese Abwägung macht jede Runde ein bisschen anders.

Besonders schön finde ich den Moment, in dem man aus zwei zufällig gezogenen Karten eine behält und die andere dem Gegner gibt. Klingt simpel, führt aber zu echten Überlegungen: Vielleicht behalte ich die für mich schlechtere Karte – einfach um dem Gegenüber nicht in die Hände zu spielen. Dieses kleine bisschen Interaktion hebt das Spiel merklich über ein reines Puzzle-Erlebnis hinaus.

Board Game Circus ordnet das Spiel selbst so ein: mittlere Strategie, etwas Interaktion, wenig Glück, überschaubare Komplexität. Das deckt sich gut mit unserer Erfahrung – es ist kein Grübelmonster, aber auch kein reines Glücksspiel.


🖼️ Grafik & Material

Der Grafikstil ist nett. Zweckmäßig. Die Karten sind gut lesbar, die Symbole klar, die Ikonografie funktioniert. Was fehlt, ist das gewisse Etwas oder ein Stil, der einen beim Auspacken schon aufs Spielen einstimmt. Daher ist meine Einleitung zu den „majestätischen Gebirgen…“ nicht ganz frei von Ironie von BGG übernommen. Für ein Kartenspiel dieser Größe und Preisklasse ist das aber völlig in Ordnung, wer allerdings auf Augenschmaus hofft, wird hier nicht vollständig bedient.


👨‍👩‍👧‍👦 Familienzitate & Ergebnisse

Bei uns hat Confusing Lands über 30 Partien auf dem Tisch gehabt – in verschiedenen Konstellationen, zu verschiedenen Tageszeiten, mit und ohne Kaffee. Das Ergebnis in der ewigen Haushaltswertung der Hügelzelter:

🥇 Maja – Seriengewinnerin, sagt nichts dazu, lächelt nur. 🥈 Josef – Stabil im Mittelfeld, hat eine eigene Theorie zu den Karten ohne Majas Beobachtungsgabe entwickelt. 🥉 Hendrik – Kein einziger Sieg. Nicht einer.

„Kein gutes Spiel“, wäre mein erster Impuls – aber bei über 30 Partien und zwei anderen Spielern, die es offensichtlich mögen, ist das wohl weniger eine valide Spielkritik als ein Zeugnis meiner Punktestrategien.


✅ Fazit

Confusing Lands ist ein kleines, schnelles Kartenspiel, das mehr denken lässt als seine Spielzeit vermuten würde. Die Doppelseitigkeit der Karten, die Strafmechanik und das taktische Weitergeben machen aus einem Zehn-Minuten-Spiel eine echte Grübelrunde. Grafisch solide, ohne zu begeistern. Für Familien, die gerne kleine Duelle ausspielen, ist es ein prima Tischkandidat.

Wertung der Hügelzelter: 3,5 von 5 🌟🌟🌟½

Wer Board Game Circus noch nicht kennt: Der Test zu Witchbound folgt in den nächsten Wochen – Maja und ich sind beide mittendrin in der Kampagne, und die ersten Eindrücke machen Lust auf mehr.


🎲 Auf einen Blick

SpielConfusing Lands
VerlagBoard Game Circus (deutsche Ausgabe 2026)
Designer & IllustrationZak Eidsvoog
Spieler1–2
Spielzeit~10 Minuten
Alterab 12 Jahren
Komplexität1,6 / 5
BGG-Wertung7,2
BGGboardgamegeek.com

ℹ️ Infos

Confusing Lands (2026, deutsche Ausgabe) · Board Game Circus

Aspens – Der finale Spieletest

Ein lebendiger Wald aus Entscheidungen, Würfeln und Varianten


🧭 Übersicht

Nach Crowdfunding-Erfahrungsbericht, Zwischenfazit (Teil 1) und Platz 8 unserer Brettspiele des Jahres 2025 war klar:
Aspens bekommt bei uns einen abschließenden Testbericht.

➡️ Teil 1 – Erste Runden & Zwischenfazit:
➡️ Crowdfunding-Erfahrungsbericht:

Inzwischen haben wir alle Inhalte der Crowdfunding-Kampagne gespielt:

  • das Grundspiel
  • die Erweiterungen Wild Weather, Ancient Artifacts
  • den 4-Spieler-Modus Deciduous Duos
  • sowie Majestic Marvels (ohne Wertung)

Und vorweg:
👉 Aspens zieht dauerhaft bei uns ein.


🌳 Spielidee & Ablauf (Grundspiel)

Aspens ist ein schnelles, taktisches Zwei-Personen-Spiel, bei dem Sonne und Wind über Wachstum oder Stillstand entscheiden.

  • Die Spieler würfeln abwechselnd
  • das jeweilige Würfelergebnis gilt für beide
  • profitieren davon aber unterschiedlich, je nach Spielstil

Die Kernfrage jeder Partie bleibt:
Wachsen oder Expandieren? Sicherheit oder Risiko?

Besonders stark:
Trotz Würfeln fühlt sich keine Partie unfair an.
Der Zufall ist da, aber man entscheidet selbst, wie stark man ihn nutzt.


🎲 Würfel, Varianz & Fairness

Wir hatten Partien mit fast nur hohen Werten und andere mit vielen niedrigen.

  • viele kleine Waldflächen → niedrige Werte führen schell zu „Wachstum“
  • große Wälder → hohe Werte setzen dich vom anderen Spieler ab

👉 Wer auf Sicherheit spielt, gewinnt anders als jemand, der auf Glück setzt.
Beides funktioniert – und genau das macht Aspens so fair.


🛠️ Material & Immersion

Ein echtes Highlight sind die Custom Cut Treeple Pieces aus der Deluxe Edition.

  • vier unterschiedliche Baumtypen
  • gleiche Farbe, aber leicht variierende Formen
  • sofort erkennbar, wem welche Bäume gehören

Gleichzeitig entsteht auf dem Spielplan das Gefühl eines lebendigen, organischen Waldes.
Diese Detailverliebtheit verstärkt die Immersion enorm.

Hier setzt Aspens für mich neue Maßstäbe, die ich mir auch bei anderen Spielen wünschen würde.
Stellt euch vor, Meeple in Spielen wie Carcassonne, DOG oder anderen Klassikern wären nicht einfach nur gleichfarbig identisch, sondern würden sich in kleinen Details unterscheiden – gleiche Farbe, gleiche Funktion, aber leichte Varianz in Form oder Silhouette.
Keine Miniaturen, kein Overkill – sondern genau so viel Unterschied, dass das Spiel lebendiger wirkt.

Einziger kleiner Wermutstropfen:
👉 Das Custom Dice Tray fehlt mir noch.
Das muss ich irgendwie auftreiben –
hoffentlich auf der SPIEL in Essen 2026 😉


🌦️ Erweiterung: Wild Weather

Wild Weather bringt Wettereffekte ins Spiel:

  • unvorhersehbare Impulse
  • neue Chancen, neue Risiken
  • spürbar mehr Interaktion

Direkt nach den ersten Partien haben wir Wild Weather getestet –
und diese Runde konnte ich immerhin für mich entscheiden 😉

Das Wetter passt erstaunlich gut ins Grundsystem und verändert die strategischen Überlegungen genau so viel, dass es frisch bleibt, ohne zu überfordern.

💬 Maja:

„Ohne Erweiterungen spiele ich Aspens am stärksten – aber Wild Weather bringt richtig schöne Abwechslung.
Auch wenn Papa da einmal gewonnen hat.“
(Anmerkung der Redaktion: Es war nicht nur einmal 😉)


🏺 Erweiterung: Ancient Artifacts

Ancient Artifacts bringt einmalige Spezialfähigkeiten ins Spiel, die man sich durch geschicktes Positionieren verdient.

  • mehr Planung
  • mehr Tiefe
  • starke Effekte, aber gut kontrolliert

💬 Hendrik:

„Ancient Artifacts gibt mir genau die zusätzliche Tiefe, die ich mag – ohne Aspens komplizierter zu machen.“

Mein persönlicher Favorit unter den Erweiterungen.


🤝 Erweiterung: Deciduous Duos (4 Spieler)

Aspens im 2-vs-2-Teammodus:

  • stille Abstimmung mit dem Partner
  • kein offenes Reden (so zumindest spielen wir die Variante)
  • Abstimmung ohne Worte – wer oft zusammenspielt, versteht sich auch so

💬 Anne:

„Ein paar Partien Aspens zu viert brauche ich noch.
Zu viert spiele ich ja am liebsten.
Zu zweit bleibe ich bei Roll & Write.“

Die Variante ist spannend und funktioniert gut, auch wenn Aspens für uns im Kern weiterhin ein starkes Zwei-Personen-Spiel bleibt.


🏛️ Erweiterung außer Wertung: Majestic Marvels

Majestic Marvels verändert die Art der Wertung grundlegend (Flächenmehrheiten).

Die Idee ist interessant, aber das Spielbrett fühlt sich für uns weniger „Aspens-typisch“ an. Die Karten unter dem Spielbrett gefallen mir optisch weniger.

Da es ein Promo-Geschenk von der SPIEL war, lassen wir diese Variante bewusst raus aus der Wertung.


⭐️ Unsere Bewertung ⭐️

Zugänglichkeit: 🟢 Hoch
Schnell erklärt, gerade ohne Erweiterungen sofort spielbar.

Interaktion: 🟢 Hoch
Man spielt permanent gegeneinander – subtil, aber wirkungsvoll.

Spielspaß: 🟢 Sehr hoch
Kurze Partien, schnelle Revanche, hoher „Noch-eine-Runde“-Faktor.

Wiederspielwert: 🟢 Hoch
Durch Würfel, Spielstil und Erweiterungen immer leicht anders.

Material & Gestaltung: 🟢 Sehr hoch
Deluxe-Bäume, Würfel, Tableaus – Aspens ist ein echter Hingucker.


💬 Familienmeinungen

Maja:
„Aspens ohne Erweiterungen liegt mir am besten. Wild Weather ist cool – aber pur spiele ich es am stärksten.“

Josef:
„Ich mag eigentlich längere Spiele, aber Aspens ist perfekt für zwischendurch. Schnell erklärt, schnell gespielt.“

Anne:
„Zu viert brauche ich noch ein paar Partien. Aber grundsätzlich mag ich Teamspiele und Aspens hat da Potenzial.“

Hendrik:
„Aspens ist eines dieser Spiele, bei denen einfach alles zusammenpasst: Thema, Mechanik, Material und Präsentation.“


❣️ Gesamtbewertung

4,5 von 5 Meeples

Aspens ist:

  • ein starkes Zwei-Personen-Spiel
  • mit hervorragendem Material
  • fairer Würfelmechanik
  • und genau der richtigen Tiefe

Mit Erweiterungen wird es variabler,
ohne Erweiterungen bleibt es ein perfektes Spiel für zwischendurch.

👉 Das Spiel zieht dauerhaft bei uns ein.
👉 Weitere Partien folgen sicher auch 2026.
👉 Und wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen mit Ludivore Games,
Neil Edwards und Luke Roberts auf der SPIEL 2026 🌲
👉 Im Austausch mit den Entwicklern haben wir außerdem bereits gehört,
dass dort eine neue Kampagne von Ludivore vorgestellt werden soll.
Wir sind sehr gespannt, wohin die Reise geht und werden das natürlich aufmerksam begleiten.


ℹ️ Spieleinfos (BGG)

Name: Aspens
Designer: Neil Edwards, Luke Roberts
Verlag: Ludivore Games
Spielerzahl: 2 Spieler (4 mit Deciduous Duos)
Spieldauer: 20–45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Komplexität (BGG): 1,73 / 5
BGG-Wertung: 7,8 / 10

Erweiterungen:

  • Wild Weather
  • Ancient Artifacts
  • Deciduous Duos
  • Majestic Marvels (außer Wertung)