Schlagwort: 4X-Spiel

Der Voidfall-Kosmos – drei Kampagnen, ein Universum

Crowdfunding-Rückblick auf Voidfall, Revenant und Voidfall: Resurgence


🧭 Worum es hier geht

Stück für Stück arbeite ich mich durch all unsere Crowdfunding-Projekte, die ihren Weg ins Regal gefunden haben – reihum, ein Projekt nach dem anderen. Einige Stationen dieser Reihe sind hier im Blog schon erschienen, heute kommt die nächste dazu.

Die spannende Frage dabei ist für mich immer dieselbe: Was ist an so einer Kampagne Jahre später eigentlich noch interessant? Die Spielregeln und Bewertungen findet man später überall. Aber was ein Pledge damals gekostet und geboten hat, wie lange man auf die Lieferung gewartet hat und ob sich das Ganze im Rückblick gelohnt hat, das verschwindet mit der Zeit aus dem Netz. Genau diese kleine Crowdfunding-Archäologie will ich festhalten.

Chronologisch ist nun Voidfall an der Reihe; und weil das Universum seitdem deutlich gewachsen ist, nehme ich gleich die ganze Familie mit: das Grundspiel, die brandneue Erweiterung Resurgence und das eigenständige Revenant.

Vorweg ein kleines Geständnis: Ich mag Sci-Fi, ich mag dieses Universum, und ich mag Premium. Voidfall war unser allererstes 4X-Spiel – und damit logischerweise auch unser erstes 4X mit Premium-Komponenten. Treffender ist aber: Es war überhaupt das erste Strategiespiel mit dieser Wucht an Premium-Material, das bei uns auf den Tisch kam. Wo gibt es schon mal Triple-Layer-Player-Boards? Allein der Name ist doch eigentlich schon sexy.

Insofern hat dieses Spiel für mich einen ganz besonderen Platz.

🌌 Das verbindende Band: ein Universum und ein Grafiker

Drei Projekte, ein Kosmos. Voidfall, Revenant und Resurgence spielen alle im selben Universum – im untergegangenen galaktischen Imperium Domineum, das die Novarchen einst regierten.

Das zweite verbindende Element ist für mich fast noch wichtiger: Ian O’Toole. Sein Artwork und Grafikdesign prägen alle drei Boxen. Nicht von ungefähr ist O’Toole auch bei den großen Titeln von Vital Lacerda meist gesetzt. Seine Gestaltung wirkt oft anspruchsvoll und dicht, bleibt dabei aber erstaunlich gut lesbar. Genau diese Mischung aus Wertigkeit und Klarheit macht für mich seine Handschrift aus.

Wichtig für die Einordnung: Bei den Designern muss man trennen. Voidfall stammt von Nigel Buckle und Dávid Turczi, Revenant dagegen von Allan Kirkeby mit Entwicklungsarbeit von Robin Hegedűs. Das Universum und der Grafiker sind also die Klammer – nicht das Designteam.

📦 Voidfall – die Galactic Box (Kampagne 2021)

Damals habe ich für „gerade mal“ 135 € ein richtig großes Paket bekommen: die Galactic Box ohne weitere Add-ons. Drin war schlicht alles, was das Spiel zu bieten hatte:

  • Competitive-, Cooperative- und Solo-Inhalte
  • 80 detaillierte Flotten-Miniaturen
  • 36 Corruption-Miniaturen
  • 12 bemalte Metall-Handels-Tokens
  • 4 bemalte Metall-Spielreihenfolge-Tokens
  • Triple-Layered Player Boards
  • modulares Plastik-Tray
  • alle Stretch Goals

Das Paket war und ist riesig. Die Komponenten sind wertig, die Schiffe auf ihren durchsichtigen Stützen besonders schick. Die Triple-Layer-Boards sind bis heute ein haptisches Highlight.

Zwei Dinge habe ich mir damals gespart: die Premium Paladin Sleeves – ich bin bis heute kein Sleeve-Freund – und die Painted Metal Infrastructure Tokens. Letztere haben mich dann aber doch nicht losgelassen. Also habe ich sie 2025 auf der SPIEL in Essen nachgekauft. Viel zu teuer, aber einfach schön.

Noch ein ehrliches Wort zu den Miniaturen: Bemalt ist vielleicht ein Drittel, und das in meiner allerersten Painting-Phase. Da war und ist noch viel Luft nach oben. Für ein Design aus der Feder von Ian O’Toole war mein damaliger Einsatz eigentlich fast ein bisschen unwürdig. Aber man muss ja irgendwo anfangen.


Noch ein Blick auf die Flotte. Für O’Tooles Designs ist da definitiv noch Luft nach oben – aber man muss ja irgendwo anfangen.

👉 Eine ausführliche Spielebewertung zur Galactic Box hat Josef bereits geschrieben: Voidfall (galaktische Box) – Spielebewertung. Hier soll es ausdrücklich um die Kampagnen gehen, nicht um eine erneute Bewertung.

🪙 Exkurs: Von Holz zu Metall

Vielleicht ein wenig „versaut“ durch zahlreiche Kampagnen, habe ich gerade bei solchen Spielen Metall als Komponentenmaterial sehr schätzen gelernt. Früher war es Holz, heute darf es gerne Metall sein – siehe die nachgekauften Infrastructure-Tokens.

Mittelfristig könnte daraus glatt eine kleine Brettspiel-Münzsammlung werden. Der Extremfall ist für mich übrigens Brass Birmingham mit seinem separaten Münzen-Pledge; aber das nur als Randnotiz.

🛸 Revenant – das Universum wächst (Kampagne 2024)

Mit Revenant verlässt Mindclash das 4X-Genre und liefert ein eigenständiges, kompetitives Worker-Placement-Spiel im Voidfall-Universum. Man spielt rivalisierende Admiräle, die die Verteidigung einer fliehenden Flotte koordinieren und gleichzeitig um Einfluss bei den Großen Häusern ringen. Die Previews beschreiben das Gefühl treffend als „Battlestar Galactica im Voidfall-Universum“.

Wichtig: Hier kann ich natürlich noch nicht aus eigener Spielerfahrung berichten. Revenant ist bei uns bislang ein bezahlter Pledge, auf den wir noch warten. Entsprechend geht es an dieser Stelle vor allem um die Kampagne, den Umfang und die Vorfreude.

Mein Pledge war hier mit 169 € etwas teurer – aber im Vergleich noch völlig in Ordnung, zumal ich direkt sinnvoll aufgestockt habe:

  • Admiral Edition — Core Game, Reason-and-Faith-Erweiterung, alle Miniaturen, alle freigeschalteten Inhalte, modulares Tray — 119 €
  • Metal Resource Pack – 30 €
  • Main Board Playmat – 20 €

Auch hier warte ich aktuell noch auf die Lieferung. Das letzte Update vom 08.06.2026 verspricht aber, dass das Fulfillment bald auch in der EU und damit in Deutschland losgeht. Vielleicht trifft das Spiel ja noch vor dem Sommerurlaub ein.

✨ Voidfall: Resurgence – die Rückkehr (Kampagne 2026)

Die jüngste Kampagne bringt die erste große Erweiterung fürs Grundspiel. Im Zentrum steht eine neue Psionik-Mechanik: ein Psionic Agenda Deck mit wiederverwendbaren Fähigkeiten sowie einmalig nutzbare Psionic-Combat-Tokens. Dazu kommen sechs neue Häuser, drei davon psionisch ausgerichtet, neue Technologien, frische Szenarien und verbesserte Koop- und Solo-Modi.

Auch hier gilt: Das ist noch kein Erfahrungsbericht, sondern ein Blick auf die Kampagne und auf das, was uns daran reizt. Resurgence ist reine Vorfreude – und bei Crowdfunding heißt Vorfreude bekanntlich auch immer: Geduld mitbringen.

Mein Pledge liegt hier bei 135 €:

  • Wiederauferstehung Erweiterung — Deutsch, Deluxe — 75 €
  • Resurgence: Metal Structure Set – 25 €
  • Voidfall: Das Erbe der Novarchen – 35 €

Was uns an diesem Projekt besonders reizt, ist der Kampagnenmodus. Wir hätten gern noch mehr kooperative Missionen und sind gespannt, was sich hier anbahnt. Schade ist nur, dass der Modus auf zwei Spieler beschränkt ist – aber das kommt in letzter Zeit ja häufiger vor.

Geduld ist gefragt: Die voraussichtliche Lieferung ist erst für Juni 2027 angekündigt. Das dauert also noch rund ein Jahr. 😉

⚖️ 135 € damals, 135 € heute – der Crowdfunding-Reality-Check

Und damit zum eigentlich spannendsten Punkt. Schaut man sich an, was 135 € bei Voidfall über die Jahre hinweg bedeutet haben, wird die Entwicklung im Crowdfunding richtig greifbar:

Das ist schon bemerkenswert: 2021 bekam ich für 135 € das komplette, randvolle Grundspiel mit allem Drum und Dran. Fünf Jahre später kostet mich derselbe Betrag „nur noch“ eine Erweiterung samt zwei Add-ons.

Rückblickend muss man definitiv sagen: Die Kampagnen von damals haben deutlich mehr fürs Geld geboten. Das ist keine Kritik an einem einzelnen Projekt, sondern eher eine Momentaufnahme, wie sich Preise und Pledge-Werte im Hobby insgesamt verschoben haben.

⏳ Wo wir gerade stehen

Interessant ist vielleicht, dass dieser Artikel über drei Dinge in völlig unterschiedlichem zeitlichem Zustand schreibt:

  • Voidfall steht gespielt und geliebt im Regal – hier ist echter Rückblick möglich und vorhanden.
  • Revenant ist bezahlt, aber noch unterwegs: das Fulfillment soll bald in der EU starten.
  • Resurgence ist reine Vorfreude: die Lieferung erfolgt hoffentlich Mitte 2027.

Aus einem einzigen Pledge von einst ist also längst ein ganzer Kosmos geworden, von dem zwei Drittel noch gar nicht auf dem Tisch liegen. Genau das macht für mich den Reiz aus, diese Reise jetzt festzuhalten.

❣️ Fazit

Voidfall war unser Einstieg ins 4X-Genre und mein erstes echtes Premium-Erlebnis am Spieltisch – und es hat den Hunger nach mehr geweckt. Dass Mindclash dieses Universum mit Revenant und Resurgence weiter ausbaut und Ian O’Tooles Handschrift dabei durchgängig erhalten bleibt, macht es leicht, dranzubleiben. Dass die 135 € von 2021 im Rückblick ein außergewöhnlich gutes Geschäft waren, schmälert die Vorfreude auf das Kommende kein bisschen – es erinnert nur daran, mit wachem Blick zu pledgen.

ℹ️ Projektinfos

Voidfall

  • Verlag: Mindclash Games
  • Autoren: Nigel Buckle, Dávid Turczi
  • Grafik: Ian O’Toole
  • Typ: 4X-Strategiespiel · 1–4 Spieler · ca. 90–240 Min.
  • Kampagne: 2021 · erschienen 2023

Revenant

  • Verlag: Mindclash Games
  • Autor: Allan Kirkeby · Grafik: Ian O’Toole
  • Typ: kompetitives Worker-Placement im Voidfall-Universum, eigenständig
  • Kampagne: 2024 · Fulfillment 2025/2026

Voidfall: Resurgence

  • Verlag: Mindclash Games · Grafik: Ian O’Toole
  • Typ: Erweiterung + Galactic-Box-Reprint
  • Kampagne: 2026 · voraussichtliche Lieferung Juni 2027

Last Light – Spielbewertung

Schickes 4X im Schnelldurchlauf – richtig hübsch, aber mit einer ordentlichen Prise Glück

🧭 Übersicht

Gestolpert sind wir über Last Light im Discord zum Podcast „The Board Game Theory“ (BGT). Dort bot jemand aus Bocholt, genauer gesagt aus Biemenhorst, also quasi um die Ecke, eine besonders schicke Variante an: die Deluxe-Version inklusive der Infinity-Erweiterung, der Promo „Golden Planet“, zusätzlichen Völkern und allem zusammen in einer Box mit 3D-gedrucktem Insert. Für 110 € inklusive Versand.

Schon die Bilder zum Material sahen ausgesprochen wertig aus, und so konnte ich im Dezember 2025 nicht daran vorbeigehen. Besonders die kleinen, haptischen Planeten in ihren verschiedenen Farbschattierungen hatten es mir sofort angetan. Davon abgesehen mögen wir 4X-Spiele ohnehin sehr gern, spätestens seit unseren Partien in Voidfall. Und Last Light versprach das genaue Gegenteil von epischer Länge: ein schnelles, kurzes 4X-Erlebnis.

Auf BoardGameGeek steht das Spiel bei einem Rating von 7,3 und einem Weight von 2,78 – also ein vergleichsweise leichtgewichtiger Vertreter seines Genres, der in der Szene aber durchaus seinen Platz hat.

Auf den Tisch kam es bei uns dann allerdings erst im Mai 2026 – unser Backlog ist eben doch recht lang.

📦 Was haben wir hier eigentlich auf dem Tisch?

Bei uns landete nicht die schlichte Retail-Ausgabe, sondern eine üppig ausgestattete Deluxe-Variante. Mit dabei waren unter anderem:

  • die Infinity-Erweiterung mit zusätzlichen Völkern
  • die Promo „Golden Planet“
  • die haptischen 3D-Planeten in verschiedenen Farbschattierungen
  • ein passgenaues, 3D-gedrucktes Insert
  • alles gebündelt in einer Box

Die erwartete Haptik war voll und ganz gegeben. Die rotierenden Rundplatten des Spielbretts verändern nach jeder Runde zwar planbar, aber doch merklich die Situation im All – gepaart mit den hübschen Planeten macht das direkt eine tolle Tischpräsenz her.

🌌 Worum geht es in Last Light?

Das Universum liegt im Sterben. Kurz vor dem Wärmetod machen sich verschiedene Alien-Völker auf den Weg zum letzten Weißen Zwerg, um dessen Licht für das eigene Überleben einzusammeln. Wer zuerst 20 Licht zusammenhat, gewinnt.

Das Herzstück ist ein rotierendes Spielbrett: Jede Runde wählen alle gleichzeitig eine Aktionskarte und führen ihre Züge dann (nahezu) simultan aus – erkunden, Rohstoffe abbauen, Technologien erforschen und Flotten kommandieren. Anschließend dreht sich das Brett ein Stück weiter, wodurch sich die Lage im „Weltall“ verändert. Last Light will damit ein echtes 4X-Gefühl liefern, aber in deutlich kürzerer Zeit als die großen Genrevertreter.

👥 Unsere Partien

Gespielt haben wir zu dritt – mit Josef und Maja. Das Regelheft war (irgendwie passend zur Spielzeit) schnell gelesen, und ich konnte die Regeln den beiden direkt beibringen. Alles keine komplexe Geschichte.

Die kurze Spieldauer ergibt sich auch daraus, dass alle gleichzeitig (oder fast immer gleichzeitig) ihren Zug ausführen und die Interaktion untereinander in etwa fünf von sechs Fällen recht übersichtlich bleibt.

Für mich liefen die Partien allesamt sehr glücklich – und das meine ich durchaus wörtlich. Denn ein wenig Glück ist im Spiel, je nachdem, was man im tiefen Raum oder bei den Planeten beim Erstbesuch entdeckt. Eine der möglichen Belohnungen ist es, eine seiner Aktionskarten zurückzuerhalten. Dasselbe lässt sich auch über eine (zufällig gezogene) Forschung erreichen.

Aus unserer Sicht sind beides sehr mächtige Funktionen, die einen großen Vorteil verschaffen können. In einer Partie wurde bei mir direkt beides ausgelöst – mit dem Ergebnis, dass ich die nötigen Zielpunkte schon in der zweiten Runde erreicht hatte. Deutlich schneller als alle anderen, weil ich nahezu konkurrenzlos im Raum stand.

Den anderen beiden hat das Spiel – sicher auch, weil es sich an dieser Stelle etwas unausbalanciert anfühlt – nicht ganz so gut gefallen.

🧠 Einstieg, Lernkurve und Spielgefühl

Der Einstieg ist angenehm niedrig. Das Regelwerk ist überschaubar, schnell erklärt und auch für jüngere Mitspielende gut zugänglich. Hier muss niemand erst einen Regelabend überstehen, bevor es losgeht.

Im Gegenzug sollte man wissen, worauf man sich einlässt: Last Light ist ein leichtgewichtiges 4X. Die taktische Tiefe der großen Brocken des Genres erreicht es bewusst nicht – dafür ist man eben in unter einer Stunde durch.

⚡ Tempo und Glück: Der große Reiz und gleichzeitig unser größtes Manko

Genau hier liegt für uns die Stärke des Spiels: das Tempo. Schnell erklärt, schnell gespielt, schicke Tischpräsenz, kaum Wartezeit dank der simultanen Züge. Wer ein 4X-Gefühl für zwischendurch sucht, bekommt hier genau das.

Gleichzeitig ist das auch der Punkt, an dem es bei uns hakt. Der Glücksfaktor bei den Entdeckungen im tiefen Raum und beim Erstbesuch der Planeten kann – in Kombination mit den sehr starken „Aktionskarte zurück“-Effekten – zu Partien führen, die sich nicht ganz ausgewogen anfühlen. Wenn beides zusammenkommt, ist das Rennen mitunter früher entschieden, als allen lieb ist.

🗣️ Stimmen aus der Runde

Hendrik: „Das Tempo und die Optik haben mich sofort abgeholt – ein 4X in unter einer Stunde, das auf dem Tisch was hermacht, ist genau mein Ding. In einer Partie ist mir allerdings direkt beides um die Ohren geflogen: Aktionskarte zurück über die Belohnung und noch einmal über die Forschung. Da war ich nach zwei Runden durch. Spannend ist das dann eher für mich als für den Rest.“

Josef: „Ich finde es stark, wenn man Karten zurückbekommt, aber nicht alle Boni sind gleich gut. Sonst aber eine schöne Spielmechanik.“

Maja: „Die Optik und das Material finde ich richtig spannend gestaltet – das macht schon was her. Nur fühlt sich das Spiel für mich einfach nicht gut ausbalanciert an.“

⭐ Unsere Bewertung ⭐

Zugänglichkeit: 🟢 Hoch Regeln schnell erklärt, niedriger Einstieg, auch für jüngere Mitspielende geeignet.

Tiefe: 🟡 Mittel Bewusst leichtgewichtiges 4X – eher taktisch und flott als tief-strategisch.

Interaktion: 🟡 Mittel Durch die simultanen Züge bleibt die direkte Interaktion in den meisten Fällen übersichtlich.

Downtime: 🟢 Gering Dank gleichzeitiger Züge gibt es kaum Wartezeit – ein klarer Pluspunkt.

Spielspaß: 🟡 Gut Schnell und schick, aber das Glücks- und Balancegefühl trübt den Spaß für einen Teil der Runde.

Wiederspielwert: 🟡 Mittel Variable Völker, Brett und Technologien sprechen dafür, der Glücksfaktor dagegen.

❣️ Gesamtbewertung

👉 3 von 5

Last Light ist ein optisch toller, herrlich schneller Einstieg ins 4X-Genre, der genau das liefert, was er verspricht: ein Raumfahrt-Erlebnis in unter einer Stunde, mit starker Tischpräsenz und niedriger Einstiegshürde.

Warum keine 4? Weil der Glücksfaktor in Kombination mit den sehr mächtigen „Aktionskarte zurück“-Effekten zu unausgewogenen Partien führen kann. Höre ich auf meine Koautoren Josef und Maja, müsste ich deshalb sogar eher eine 2,5 vergeben.

Warum keine 2? Weil das Spiel sein Kernversprechen – schnelles, schickes 4X – wirklich einlöst. Tempo, Material und Zugänglichkeit stimmen, und für die richtige Runde ist das genau das Richtige.

Und sonst?

Gerade in dieser Deluxe-Ausstattung macht das Material ordentlich etwas her. Die haptischen Planeten, die rotierenden Rundplatten und das passgenaue 3D-gedruckte Insert sorgen dafür, dass das Spiel auch optisch und beim Aufbau Eindruck hinterlässt.

Mit der Infinity-Erweiterung und den zusätzlichen Völkern liegt zudem noch reichlich ungenutztes Potenzial in der Box.

Fazit und Ausblick

Für 4X-Fans, die zwischendurch eine schnelle Galaxie-Eroberung suchen, ist Last Light einen Blick wert. Wer ein durchbalanciertes, planbares Strategieerlebnis erwartet, sollte den Zufall im tiefen Raum allerdings einkalkulieren.

Was bei uns noch aussteht: eine Partie in größerer Besetzung sowie ein Ausflug in die zusätzlichen Völker der Infinity-Erweiterung. Beides reichen wir nach, sobald es soweit ist.

ℹ️ Spieleinfos (BGG)

  • Name: Last Light (2023)
  • Designer: Roy Cannaday
  • Illustrationen: Jose David Lanza Cebrian, Clark Miller, Christian Strain
  • Verlag: Grey Fox Games
  • Spielerzahl: 2–4 (Grundspiel; mit Infinity mehr)
  • Spieldauer: 45–75 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Komplexität: 2,78 / 5
  • BGG-Wertung: 7,3