Offtopic und zugleich der Auftakt. In den kommenden Wochen erzähle ich in drei Teilen, wie diese App entstanden ist: in zehn Urlaubsabenden, auf einem iPad, ohne je zuvor eine Zeile Swift geschrieben zu haben. Vorher aber das Ergebnis: sieben Bildschirme, was sie zeigen und warum sie so aussehen, wie sie aussehen.
Stand der Dinge: Die App läuft in Swift Playground auf einem iPad. Sie liegt in keinem App Store und wird dort auch nie liegen. Sie verwaltet aktuell 151 Spiele und 16 erfasste Partien.
Die Sammlung

Der erste Reiter ist der, den ich am häufigsten öffne. Jede Zeile trägt das Cover, den Titel, den Verlag, die Spielerzahl und die Spieldauer — darunter die BGG-Bewertung, die Komplexität und das Erscheinungsjahr.
Zwei Details, die im Bild leicht untergehen: Bei Spielen mit abweichendem englischen Titel steht dieser klein unter dem deutschen — bei 7 Wonders Architects etwa 7 Wonders: Architects, bei Alhambra Family Box das Alhambra: Family Box von BGG. Ohne diese zweite Zeile findet man in einer deutschen Sammlung nichts wieder, was in einer englischen Datenbank steht.
Und die Liste ist ehrlich: Aventuria mit einer BGG-Wertung von 4,6 steht genauso drin wie Ark Nova mit 8,5. Eine Sammlung ist keine Bestenliste.
Das einzelne Spiel

Die Detailansicht ist bewusst dreigeteilt, und die Reihenfolge ist Absicht.
Oben unsere eigenen Angaben: Verlag, Spielerzahl, Spielzeit — dazu der Redaktionsstatus und unsere Bewertung. Bei Deep Regrets stehen dort noch zwei Striche, weil wir zwar zwei Partien gespielt, aber noch nichts geschrieben haben.
Darunter der Block von BoardGameGeek: Autor und Grafik (bei diesem Titel beides Judson Cowan), Jahr, Altersfreigabe, Komplexität, Bewertung, Rang und die Mechaniken. Wichtig ist die letzte Zeile: Stand: 17. Aug 2026. BGG-Werte altern, Ränge verschieben sich. Wer eine Zahl aus einer Datenbank zitiert, sollte dazusagen, wann er sie geholt hat — das gilt für einen Blogartikel genauso wie für einen Prüfbericht.
Ganz unten der Verlagstext, überschrieben mit „Verlagstext von BGG“. Er steht bewusst am Ende und bewusst mit Herkunftsangabe. Was der Verlag über sein Spiel sagt, ist eine Information — aber eben nicht unsere.
Die Partien

Jede Partie mit Datum und Teilnehmenden, absteigend nach Datum. Was hier nach einer schlichten Liste aussieht, ist die Grundlage für alles Weitere: Ohne erfasste Partien gibt es keine Statistik, keine Siegquoten und keinen „lange nicht gespielt“-Vorschlag.
Zu sehen ist übrigens auch, wie ein Urlaub aussieht, in dem nebenbei eine App entsteht: dreimal dnup an zwei Tagen, dreimal Quantik, zweimal Flip 7. Kurze Spiele gewinnen, wenn abends noch programmiert wird.
Ein Eintrag heißt „Unbekanntes Spiel“. Auch das bleibt drin — es ist ein Testdatensatz aus den ersten Tagen, und er erinnert mich daran, dass jede Datenbank ihre Altlasten hat.
Die Statistik

Der Überblick oben ist schnell erzählt: 151 Spiele, 16 Partien, 9 Stunden 35 Minuten Spielzeit. Darunter der laufende Monat, die meistgespielten Titel und eine Zeile pro Person mit Partien und Siegen.
Interessanter ist der untere Teil, der nichts mit Statistik zu tun hat: Sicherung exportieren, Sicherung einlesen, BGG-Abgleich starten, Spiele einzeln nachbearbeiten, BGG-Kennzahlen aktualisieren. Das sind die Werkzeuge, die aus Schaden/Fehlern entstanden sind: ein verrutschtes Einfügen, zwei gelöschte Dateien, drei Stunden Reparatur. Die Geschichte dazu kommt im dritten Teil der Serie; die Export-Funktion steht jedenfalls nicht ohne Grund an erster Stelle.
Ganz unten steht das „Powered by BGG“-Logo. Das ist keine Höflichkeit, sondern die Bedingung, unter der BoardGameGeek seine Schnittstelle für private Zwecke freigibt.
Das Ranking

Hier liegt die Idee, auf die ich am meisten stolz bin, und sie ist geklaut — aus dem Schach.
Niemand bringt 151 Spiele in eine Reihenfolge. Aber jeder kann sagen, welches von zwei Spielen ihm besser gefällt. Genau das fragt die App, immer wieder, mit zwei Coverbildern nebeneinander: dnup oder The Witcher: Old World? Dazu „Unentschieden“, „Überspringen“ und — für jede Seite einzeln — „Kenne ich nicht“.
Aus diesen Paarvergleichen entsteht eine Elo-Wertung, wie man sie von Schachranglisten kennt. Unten sieht man das Ergebnis, und man sieht auch, wie jung es noch ist: An der Spitze stehen Dune: Imperium, Voidfall und Terra Nova mit 1.572 Punkten, aber der lange Rest hängt bei 1.548 — dem Startwert. Diese Spiele wurden schlicht noch nicht verglichen. Eine Rangliste braucht Zeit, und das ist in Ordnung: Sie soll ja das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen sein, nicht eines langen Abends.
Der Vorschlag

Und hier kommen die Karteikarten von 2016 zurück, nur mit Gedächtnis.
Man stellt ein, wer mitspielt, wie viel Zeit zur Verfügung steht und ob eine bestimmte Mechanik gefragt ist. Die App nimmt daraufhin die persönlichen Top 50 aller Beteiligten, bildet die Schnittmenge und prüft, was zur Spielerzahl und zur Zeit passt.
Herauskommen fünf Vorschläge — im Bild Photosynthese, 7 Wonders Architects, Borderlands, Wizard und Agent Avenue, jeweils mit Mechaniken darunter. Wem das nicht gefällt, drückt auf „Nochmal würfeln“; der Name ist eine Verbeugung vor den Karten.
Darunter steht die Rubrik, die mir am wichtigsten ist: Lange nicht gespielt. Ein einzelner Titel, der es aus eigener Kraft nie in die Auswahl schaffen würde. Im Bild ist es Zug um Zug — ein Spiel, das jeder kennt, jeder mag und trotzdem seit Ewigkeiten im Regal steht.
Das Funding

Der siebte Reiter ist der, der außerhalb dieses Blogs vermutlich niemanden interessiert und für uns der wertvollste ist: zahlreihe unterstützte Crowdfunding-Projekte mit Plattform, Verlag, Status und gezahltem Betrag in Euro.
Tainted Grail: The Fall of Avalon für 127,44 €, Frosthaven für 125,32 €, Munchkin Dungeon für 77,79 € und dazwischen VOYAGES als Print-and-Play für 4,63 €. Genau diese Zahlen verschwinden nach ein paar Jahren gern aus dem Netz, wenn Kampagnenseiten umgebaut oder gelöscht werden. Was hier steht kann von uns später noch genutzt werden.
Oben lässt sich nach ausstehenden Projekten filtern. Die Antwort auf „Was kommt eigentlich noch?“ dauert jetzt zwei Sekunden statt zwei Stunden.
Hinter den Kulissen

Zum Schluss ein Blick auf das, worin das alles steckt: Swift Playground auf dem iPad, links die Dateiliste, rechts die ContentView — jene Datei, in der die sieben Reiter definiert werden, die durch diesen Artikel geführt haben.
Man sieht in der Seitenleiste ganz gut, wie so ein Projekt wächst: BGGService, BGGImport, BGGSearchView, CampaignFormView, ExpansionPickerView, HuegelzelterStore. Aus den drei Dateien, für die diese Umgebung gedacht ist, sind rund dreißig geworden.
Was noch fehlt
Alles, was hier zu sehen ist, liegt auf genau einem Gerät. Die Ranglisten der anderen entstehen nur, wenn ich ihnen das iPad reiche — für ein Werkzeug, dessen ganzer Sinn die unterschiedlichen Perspektiven auf dasselbe Regal sind, ist das der eigentliche Mangel.
Der nächste Schritt steht deshalb fest, und er hat mit Brettspielen wenig zu tun: ein Mac, Xcode statt Playground, eine Synchronisierung über die Geräte hinweg und eine Verteilung an die Familie. Wenn das läuft, melde ich mich wieder.
Zuvor aber die Geschichte dahinter. Warum ein Steuerberater überhaupt anfängt, Apps zu bauen; wie aus „welche App lade ich eigentlich?” in zehn Abenden das hier wurde; und was dabei gründlich schiefgegangen ist — in drei Teilen, hier auf der Spielwiese.