Schlagwort: Brettspiele

gamescom 2026:

Zwei Tage, ein Brettspielblog und viel Merch

20 Meter nach unten statt Opening Night Live

Meine erste gamescom begann mit einem Versäumnis. Für die Opening Night Live hatte ich mir nicht rechtzeitig ein Ticket besorgt, und als ich mich endlich darum kümmerte, waren sowohl die regulären Karten als auch die gesonderten Presseplätze längst vergeben. Die normale Akkreditierung allein reicht dafür nämlich nicht. Damit steht dieser Punkt jetzt ziemlich weit oben auf der Liste für nächstes Jahr.

Der Abend war trotzdem nicht verloren, er fiel nur deutlich nasser aus als geplant. Statt Bombast bei der ONL ging es nach Bonn zu Dive4Life, und dort in ein 20 Meter tiefes Becken. Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass Freitauchen mit Marcel bei uns immer mal wieder Thema ist. An diesem Abend kam ein kleiner persönlicher Rekord dazu: einmal komplett bis nach unten, dort kurz hingesetzt, in Ruhe umgeschaut, wieder hoch. 20 Meter waren für mich Premiere. Als Ersatzprogramm für eine Show, die ich verpasst hatte, kann man das durchaus gelten lassen.

[BILD: Dive4Life / Tauchbecken]

Zwei Tage, die kaum unterschiedlicher hätten sein können

Auf der Messe selbst war ich anschließend an zwei Tagen, und die hatten wenig miteinander zu tun.

Der erste war der Mittwoch, also der Media- und Fachbesuchertag. Ich war allein unterwegs, ohne Plan, ohne Zeitfenster, ohne Vorstellung davon, was mich eigentlich erwartet. Passenderweise begann dieser Tag auch nicht mit Spielen, sondern mit einer Videokonferenz: Laptop auf im Pressezentrum, Kopfhörer rein, arbeiten. Erst gegen elf Uhr konnte ich den Rechner zuklappen und wirklich losziehen. Was danach folgte, war vor allem staunen, laufen und mich treiben lassen. Ich habe an diesem Tag deutlich mehr gesehen als ausprobiert.

Der zweite Tag war der Sonntag, für die gamescom also Tag fünf, für mich erst Tag zwei. Diesmal war Maja dabei, für die es der erste Messetag war. Und plötzlich sah alles anders aus: Wir hatten ein Ziel für neun Uhr, eine grobe Reihenfolge, klare Interessen und mit meinem Vorwissen aus dem Mittwoch auch eine Idee davon, welche Wege sich lohnen. Dafür waren die Hallen voller, die Schlangen länger und die Auswahl entsprechend härter.

Planlos und überrolt gegen gezielt und zu zweit. Beides hatte seinen Reiz, und ehrlich gesagt hätte ich auf keinen der beiden Tage verzichten wollen.

Auch auf Fahrzeugen ist man lange unterwegs auf der Gamescom

Durch die Hallen: erste Eindrücke

Halle 8 war vielleicht der falsche Einstieg

Meinen ersten Schritt auf die Messe machte ich in Halle 8, und rückblickend war das nicht der klügste Ort, um sich langsam an eine gamescom heranzutasten. Langsam war hier nämlich überhaupt nichts. Standflächen in der Größe eines Einfamilienhauses, Displays, auf denen man den Vorspann eines Kinofilms hätte zeigen können, Figuren, Fahrzeuge, Bühnen und zwischen all dem sehr, sehr viele Menschen. Ich habe die erste Stunde im Grunde nur geschaut.

Und mich fotografieren lassen. Auf einem Motorrad, das nirgendwohin fuhr. Neben Geralt von Riva, der freundlicherweise stillhielt. Man kann sich dagegen wehren, aber warum eigentlich.

Nebenbei gab es an dieser Stelle tatsächlich Neuigkeiten: CD Projekt Red hatte zur Messe nicht nur eine überarbeitete Fassung von The Witcher 3 angekündigt, sondern auch die kommende Erweiterung Songs of the Past näher vorgestellt. Ein paar Meter weiter war Lara Croft auf dem Weg nach Atlantis unterwegs. Auch so ein Moment, in dem man einfach stehen bleibt.

Gerald … jetzt habe ich eine Tasse mit Ihm

Wo bleibt man eigentlich stehen?

Danach habe ich die Hallen 7, 6 und 9 eher durchquert als besucht. Und genau hier lag meine größte Schwierigkeit am ersten Tag: Wenn hinter jeder Ecke wieder ein gigantischer Stand, eine neue Ankündigung oder irgendeine völlig überdimensionierte Figur wartet, wird die Frage „Wo bleibe ich stehen?“ überraschend anstrengend. Man kann nicht überall anhalten, und wer sich das nicht eingesteht, steht am Ende des Tages immer noch in derselben Halle.

Irgendwann habe ich aufgehört, das lösen zu wollen, und mich einfach treiben lassen. Das war vermutlich die richtige Entscheidung, auch wenn es sich anfangs wie Kapitulation anfühlte.

Einen kurzen Blick habe ich außerdem in die Business Area geworfen, die nicht bei den großen Publikumshallen liegt, sondern etwas abseits. Kontakte habe ich dort keine geknüpft, das war für diesen ersten Besuch ehrlich gesagt auch gar nicht mein Anspruch. Ich wollte vor allem sehen, wie sich dieser Teil der Messe anfühlt: deutlich ruhiger, deutlich geschäftsmäßiger und ungefähr so weit vom Bombast in Halle 8 entfernt, wie es auf einem Gelände möglich ist.

Halle 5: Lootboxen funktionieren im echten Leben leider hervorragend

In den Ebenen 5.1 und 5.2 verschiebt sich das gamescom-Gefühl noch einmal komplett. Unten das Cosplay Village, oben Reihe um Reihe Merchandise, dazwischen Anime, Fanartikel, Künstlerinnen und Künstler und sehr viele Dinge, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie haben möchte.

Und immer wieder: Lootboxen.

Das ist insofern absurd, als ich Lootboxen in Spielen für eine ziemlich zweifelhafte Erfindung halte. Zufallsgenerator gegen Geld, mit allem, was da an Mechanik dranhängt. Stellt mir aber im echten Leben eine Überraschungsbox hin, und irgendein Teil meines Gehirns fragt sofort: Was da wohl drin ist?

Enttäuscht wurde ich bislang tatsächlich nie. Was allerdings nicht dasselbe ist wie: gebraucht hätte ich es. Ich brauche keinen Minecraft-Topflappen. Ich brauche vermutlich auch keine weitere Guardians-of-the-Galaxy-Minifigur. Und mein Leben wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ohne zusätzliches Star-Wars-Kissen vollständig. Mein Regal wäre mir sogar ausgesprochen dankbar.

Maja sieht das nüchterner. Als wir am Sonntag am Stand von Where Winds Meet vorbeikamen und ich mit der Idee liebäugelte, mich für ein Werbegeschenk anzustellen, kam ihr Kommentar prompt: „Anstehen nur für Merch für Papa? Irgendwie Quatsch.“

Sie hat natürlich recht. Ich habe mich trotzdem angestellt.

Codes, Rätsel und ein sehr ratloser Bellwright-Eindruck

Ein Stand hat uns am zweiten Tag deutlich länger festgehalten als geplant, nämlich der von Snail Games. Dort musste man an verschiedenen Stellen Codes einsammeln und daraus ein Dechiffrierrätsel lösen. Für ein Brettspielblog ist das ungefähr die freundlichste Art, jemanden anzusprechen. Wir haben natürlich mitgemacht.

Die Belohnung war, wie sollte es anders sein, ein T-Shirt. Dazu will ich nach dem Absatz oben nichts mehr sagen.

Am selben Stand habe ich dann Bellwright angespielt, und die knapp fünfzehn Minuten haben mich vor allem mit einer Frage zurückgelassen: Was möchtest du eigentlich sein? Auf den ersten Blick wirkte einiges wie ein Open-World-Rollenspiel, allerdings sichtbar weniger poliert. Vor allem auf dem Pferd bin ich gefühlt an jedem zweiten Objekt hängen geblieben. Dann tauchten plötzlich Aufbau- und Managementelemente auf: Ställe errichten, Farmer beschäftigen, das eigene Dorf entwickeln. Und zwischendurch überfiel uns eine Gruppe Diebe, die ich immerhin erfolgreich abwehren konnte.

Rollenspiel, Survival, Aufbauspiel? Vermutlich von allem etwas. Nach einer Viertelstunde wusste ich jedenfalls noch nicht, ob diese Mischung für mich funktioniert. Das muss nichts heißen, ein Spiel dieser Art braucht wahrscheinlich schlicht mehr Zeit, als eine Messedemo bieten kann. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich sie ihm geben würde.

Am gleichen Stand …

Halle 10: kleinere Stände, größere Ideen

Am spannendsten wurde es für mich dort, wo die Standflächen wieder schrumpfen. In Halle 10.1 lag unter anderem der Jobs-und-Karriere-Bereich mit heise, in Halle 10.2 die große Indie Area.

Hier ist alles eine Nummer kleiner: die Stände, die Budgets, oft auch die Spiele. Dafür steht mit hoher Wahrscheinlichkeit jemand hinter dem Tresen, der das Spiel tatsächlich gebaut hat. Die Gespräche werden dadurch sofort persönlicher, und man bekommt Dinge erklärt, statt sie nur vorgeführt zu bekommen.

In dieser Ecke bin ich außerdem Dom Schott über den Weg gelaufen und habe kurz Hallo gesagt. Ich höre „Auf ein Bier von Gamespodcast.de“, in der Community meist nur „The Pod“ genannt, seit 2019. Was mir daran gefällt, ist die Perspektive: Es geht dort eben nicht nur um Wertungen und Rezensionen, sondern um das Medium insgesamt, um die Menschen, die Spiele bauen, um Arbeitsbedingungen, Entwicklung und Kunst. Dom Schott macht daneben mit OK COOL noch seinen eigenen Podcast, der in eine ähnliche Richtung geht.

Es blieb bei zwei, drei Sätzen, aber die musste ich loswerden. Ich finde den Podcast gut, ich finde seine Haltung gut, und ich habe ihm das gesagt. Man freut sich ja selbst über Lob, also sollte man es auch verteilen, wenn man schon die Gelegenheit dazu hat.

Ansonsten lagen genau hier am Ende zwei meiner größten Überraschungen. Dazu gleich mehr.

Meine Highlights

Drei Spiele haben sich bei mir festgesetzt, und interessanterweise aus drei völlig unterschiedlichen Gründen.

Gate Zero

Mein spannendster Fund des ersten Tages stand in Halle 10.1, an einem Stand, wie er unauffälliger kaum sein könnte. Gate Zero ist ein Action-Adventure, das die Spielenden ins Israel des ersten Jahrhunderts versetzt. Historische Orte wie Kapernaum und Jerusalem sollen dabei so glaubwürdig wie möglich dargestellt werden, und die gamescom war die erste Messe, auf der das Spiel mit einem öffentlich zugänglichen Stand und einer neuen Demo vertreten war.

Was hier zusammenkam, war ziemlich genau die Mischung, wegen der ich Halle 10 überhaupt so gemocht habe: Der Kontakt am Stand war ausgesprochen freundlich, ich durfte die Demo komplett durchspielen, und niemand stand mit der Stoppuhr daneben.

Spielerisch hat mich das direkt abgeholt. Die Action funktioniert, die Mechaniken greifen ineinander und machen Lust auf mehr. Bei der Geschichte war mein erster Eindruck dagegen eher zurückhaltend. Es ging unter anderem um eine Vater-Sohn-Konstellation, und ich konnte nach der Demo noch nicht abschätzen, wie tief das Spiel an dieser Stelle tatsächlich gehen möchte oder ob die Erzählung am Ende nur Rahmen für die Spielmechanik bleibt. Das muss eine Messedemo aber auch gar nicht leisten.

Wichtig genug war es mir jedenfalls, um am zweiten Tag noch einmal mit Maja hinzugehen. Und sie hat die Demo ebenfalls komplett durchgespielt, was bei der Hallendichte an einem Sonntagnachmittag durchaus etwas heißen will. Ihr Fazit war knapp und eindeutig:

„Habe ich auch durchgezockt, also die Demo. Das müssen wir uns besorgen.“

Damit steht Gate Zero bei uns endgültig auf der Liste. Und ich habe am zweiten Tag noch mal einen Notizblock (Kustledergebunden) bekommen. So bekommt man mich.

Rayman Legends Retold

Auf dieses Spiel hatten wir uns schon vor der Messe gefreut, entsprechend klar war unser Ziel für den zweiten Tag. Wir sind morgens direkt in Halle 6 zu Ubisoft gelaufen und konnten Punkt neun Uhr die erste Runde spielen: zwanzig Minuten, drei unterschiedliche Demolevel, gemeinsam auf einem Sofa.

Genau darum ging es uns. Couch-Coop ist bei uns keine Nische, sondern der Normalfall. Spiele, die wir zu zweit oder zu dritt nebeneinander spielen können, statt jeder für sich vor einem eigenen Bildschirm, haben es bei uns grundsätzlich leichter. Davon dürfte es deutlich mehr geben.

Das Remake gehört zu den größeren Neuankündigungen der Messe und soll bereits am 1. Oktober erscheinen, was die Vorfreude nicht gerade dämpft. Maja hat die Sache direkt praktisch betrachtet:

„Da müssen wir einsteigen. Gut, dass die Switch 1 und 2 schon zu Hause sind.“

Dem ist wenig hinzuzufügen. Wir haben zwanzig Minuten lang gelacht und uns durch die Spielmechanik gekäpft, wobei diese in allen drei Demoleveln unterschiedlich war. Fazit: Ich muss etas mehr üben…

1001 Threads of Mizan

Das dritte Highlight ist das mit dem größten Fragezeichen dahinter, und trotzdem geht es mir seit der Messe nicht mehr aus dem Kopf.

1001 Threads of Mizan ist ein kooperatives Action-Adventure für drei Spielende und war am ersten Tag bei MBC Game Studio in Halle 8 zu sehen. Ich habe mich dafür tatsächlich einmal richtig angestellt, was an diesem Mittwoch die Ausnahme war.

Die Demo hat das eingelöst. Unter anderem durfte ich auf einem fliegenden Teppich Gegner verprügeln, was für sich genommen schon als Kaufargument funktionieren könnte. Vor allem aber sprang bei mir sofort der Gedanke an, der bei uns zu Hause über jedes Spiel entscheidet: Das könnten wir zu dritt spielen.

Am Stand haben sie dann allerdings ganze Arbeit geleistet. Ich bin am ersten Tag mit einer riesigen Merch-Tasche wieder herausgekommen, in der für jeden von uns ein Pin mit einem der Charaktere steckte, dazu ein ausgewachsenes Mousepad. Josef, der an diesem Tag nicht dabei sein konnte, hat seinen Pin am Abend bekommen. Drei Pins für drei Personen, bei einem Spiel für exakt drei Personen: Damit ist die Sache eigentlich entschieden.

Ich weiß natürlich, dass das kein Argument ist. Aber wir haben es hier ja bereits geklärt — ich bin käuflich, und zwar erschreckend günstig.

Maja hat es am Sonntag nur im Vorbeigehen gesehen, ohne selbst zum Controller zu kommen. Ihre Einschätzung fiel trotzdem klar aus:

„Wenn Papa recht hat und es ein Spiel für drei Personen ist, müssen wir das im Blick behalten. Klingt super spannend.“

Genau so würde ich es auch formulieren. Ein kooperatives Abenteuer, das für exakt drei Personen gebaut ist, ist bei einer dreiköpfigen Spielrunde kein Zufall mehr, sondern fast schon eine Einladung. Der Pin liegt jedenfalls schon bereit.

[BILD: 1001 Threads of Mizan]
[BILD: Merch-Tasche / Pins / Mousepad]

Was macht ein Brettspielblog eigentlich auf der gamescom?

Das ist eine berechtigte Frage, und ich habe sie mir auf dem Weg nach Köln selbst gestellt. Die Antwort fiel dann vor Ort deutlich klarer aus als erwartet: Die Grenze zwischen Brettspiel und Videospiel ist inzwischen so durchlässig, dass man sie kaum noch ziehen muss. An gleich mehreren Ständen stand das Brettspiel direkt neben der digitalen Fassung, und in einem Fall war die Reihenfolge sogar umgekehrt.

Heroes of Might and Magic III — und ein Denkfehler

Es gibt Momente, in denen eine Messe kurz zur Erinnerungsmaschine wird. Bei mir war das der Heroes-Stand. Und es gibt Momente, in denen man sich hinterher an den Kopf fasst. Das war, wie sich herausstellte, derselbe Stand.

Ubisoft hatte am Abend zuvor auf der Opening Night Live das Remake von Heroes of Might and Magic III angekündigt – auf jener Veranstaltung, die ich zugunsten eines Tauchbeckens verpasst hatte. Erscheinen soll es 2027, mit einer frei drehbaren 3D-Welt statt der starren Isometrie von damals, dazu 4K, Wetter und Jahreszeiten. Beide Add-ons sind enthalten, neun Fraktionen, Karteneditor, Online-Partien für bis zu acht Spieler. Und, für mich der eigentliche Punkt: ein Hotseat-Modus.

Anspielen hätte ich es können. Ich habe es gelassen.

Der Grund ist so banal wie ärgerlich: Ich hatte schlicht angenommen, dort stehe Heroes of Might and Magic: Olden Era. Das ist der von Unfrozen entwickelte Prolog zur Reihe, der seit April im Early Access ist und ohnehin auf meiner Festplatte liegt. Knapp fünf Stunden stehen dort auf der Uhr, was ehrlicherweise heißt: angefangen, für gut befunden, dann kam etwas dazwischen. Zwei Heroes-Titel innerhalb weniger Monate, beide neu, beide in ähnlicher Optik beworben; ich habe im Vorbeigehen die falsche Schublade aufgezogen und bin weitergelaufen.

Und damit habe ich mir ausgerechnet das Spiel entgehen lassen, an dem für mich am meisten hängt. Denn die Erinnerungen brauchen zwar keine Demo, aber sie hätten eine verdient gehabt: lange Hotseat-Abende in den WGs von Maria, Tim und Esther, ein Rechner, mehrere Leute und immer dieser eine Zug, nach dem angeblich Schluss sein sollte. Später habe ich das Spiel dann mit Josef gespielt, was den Kreis auf angenehme Weise schließt. Dass ausgerechnet der Hotseat-Modus im Remake wieder dabei ist, halte ich deshalb für keine Kleinigkeit.

Lehre für das nächste Mal: einmal nachfragen kostet nichts. Auf einer Messe mit über tausend Ausstellern reicht ein flüchtiger Blick auf ein Logo eben nicht.

Umso schöner, dass direkt daneben die Brettspielumsetzung stand und die ist tatsächlich Teil III, nicht Olden Era. Sie steht bei uns schon eine Weile im Regal [LINK: Heroes-Brettspiel-Test]. Passenderweise wartete zu Hause noch die große Erweiterungsbox aus der zweiten Gamefound-Kampagne darauf, ausgepackt zu werden.

Was Josef und ich am Abend nach dem ersten Messetag gemacht haben, dürfte damit absehbar sein. Die Box war offen, bevor ich die Schuhe ausgezogen hatte. Wir wollten sogar noch eine Partie anfangen, haben dann aber auf die Uhr gesehen und die Sache vertagt. Manchmal gewinnt die Vernunft. Am Nachmittag hatte sie eindeutig Pause.

Star Squadrons

Der spannendste Fund für ein Brettspielblog stand in der Indie Area in Halle 10.2, bei Indies Stand Together. Star Squadrons ist ein taktisches Sci-Fi-Sammelkartenspiel, das derzeit als frühe Alpha direkt im Browser gespielt werden kann; eine Steam-Version mit Crossplay ist ebenfalls geplant.

Interessant finde ich vor allem die Richtung dahinter. Die digitale Fassung soll Menschen an das Spiel heranführen. Parallel wird das physische Sammelkartenspiel weiterentwickelt und soll erneut über Kickstarter finanziert werden. Perspektivisch denkt das Team sogar über eine Erweiterung Richtung Tabletop nach. Digitales Spiel, Kartenspiel, Tabletop: Mit dieser Kombination rennt man bei unserer Redaktion normalerweise offene Türen ein.

Maja war deutlich zurückhaltender:

„Wir können Star Squadrons gern mal testen. Aber Trading Card Games mit Suchtfaktor sind mir eigentlich zu nah an Lootboxen. Ich bin skeptisch.“

Sie hat damit einen Punkt, den ich beim Zuhören lieber nicht so scharf gehabt hätte. Ein Sammelkartenspiel lebt vom Nachkaufen, vom Booster, vom nächsten Päckchen, und der Unterschied zur Lootbox ist am Ende vor allem der, dass die Karten anschließend physisch auf dem Tisch liegen. Ob das ein prinzipieller Unterschied ist oder nur ein angenehmerer, kann ich ehrlich gesagt nicht sicher sagen.

Und wenn wir schon dabei sind, kann ich mir das Urteil gleich selbst sprechen. In meinem Crowdfunding-Tracker stehen aktuell 99 Projekte. Neunundneunzig. Wer bei einer Kampagne wegen eines exklusiven Stretch Goals zwei Stunden vor Ende doch noch auf „Pledge“ klickt, sollte über den Suchtfaktor bei anderen vielleicht nicht allzu laut reden.

Star Squadrons behalte ich trotzdem im Auge, und zwar genau wegen des Konzepts dahinter. Über den Rest reden wir dann, wenn die Kampagne läuft. Vermutlich mit Maja daneben.

Onitama, Compile und ein Mitbringsel für Josef

Natürlich führte der Weg an beiden Tagen durch Halle 5, und natürlich blieb es nicht bei Überraschungsboxen. Zwischen Merch, Cosplay-Zubehör und mehr Würfeln, als ein Mensch in einem Leben braucht, stehen dort auch etliche Brettspielhändler.

Zwei Erweiterungen sind mit nach Hause gekommen: eine für Onitama und eine für Compile [LINK: Compile-Test]. Compile 2 hätte ich ebenfalls gerne mitgenommen, das war allerdings ausverkauft. Man bekommt offenbar selbst auf der gamescom nicht alles.

Am schönsten war daran ohnehin etwas anderes. Josef konnte an diesem Tag nicht mit, und beide Erweiterungen passen ziemlich genau zu dem, was wir zu dritt am Tisch spielen. Ein Mitbringsel, das nicht nur nett gemeint ist, sondern tatsächlich benutzt wird, ist deutlich mehr wert als das zwölfte T-Shirt.

Womit ich mir also vorwerfen lassen muss, dass ich in Halle 5 offenbar doch vernünftige Entscheidungen treffen kann. Zumindest an guten Tagen.

Alles Weitere in der Übersicht

Spiel Wo & wann Kurzurteil Auf der Liste?
Counter-Strike 2 Tag 1, Halle 8 Erster PC des Tages, einmal warmspielen. Unser Training am Dienstag hatte ich schließlich verpasst. Läuft ohnehin
Crimson Desert Tag 1, Samsung, Halle 9 Liegt bei mir auf der Platte, weit bin ich nicht. Die Demo-Figur war deutlich weiter und hatte einen Drachen als Reittier. Fühlte sich vertraut und fremd zugleich an. Weiterspielen
Call of Duty Tag 1, Halle 9 Team Deathmatch gewonnen, zugegeben mit starkem Team. Belohnung: T-Shirt. Sieg ist Sieg. Nein
Fruit Ninja (Google Play) Tag 1 Eine Runde gespielt, 100 Store-Credits kassiert, kurz gefragt warum. Mobile ist einfach nicht meine Spielewelt. Nein
Bellwright Tag 2, Snail Games Rollenspiel, Survival und Aufbauspiel gleichzeitig. Nach 15 Minuten war ich vor allem ratlos. Ausführlich weiter oben. Unentschieden
Honeycomb: The World Beyond Tag 2, Snail Games Survival-Crafting auf einem fremden Planeten. Sehr cozy, für meinen Geschmack fast zu niedlich. Könnte trotzdem etwas für uns gemeinsam sein. Beobachten
Silver Palace Tag 2 Action-RPG mit Ermittlungen, Rätseln und Echtzeitkämpfen. Jeder an einem eigenen Rechner. Maja: „Ich mag ja den Detektiv-Anteil, aber Manga ist optisch doch etwas cringe.“ Beobachten
TARAE: The Unbound Tag 2, später Nachmittag Eastern Dark Fantasy, sechs Klassen, wir haben je eine ausprobiert und waren beide angetan. Hatte allerdings einen unfairen Vorteil: Wir konnten sitzen. Beobachten
Where Winds Meet Tag 2 Nur die Minispiele am Rand des Standes, kein Gameplay gesehen. Angestellt haben wir uns trotzdem – für Merch. Siehe oben. Kein Urteil möglich
Valheim Tag 2 Kurzer Blick auf die kommende Version 1.0 nach langer Alpha. Maja: „Hat Spaß gemacht und muss auf unseren Server zu Hause.“ Ist es inzwischen auch. Läuft bereits

Fazit: Wir kommen wieder

Der erste Tag war vor allem eines: zu groß. Ich bin ohne Plan hineingegangen, habe zwei Stunden lang nur geschaut und am Abend vermutlich immer noch nicht verstanden, wie groß diese Messe eigentlich ist. Der zweite Tag war das Gegenteil. Zu zweit, mit Zielen, mit Vorwissen und mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass man Eindrücke sofort mit jemandem abgleichen kann. Beides hat funktioniert, und ich würde es wieder genau so machen.

Geblieben sind drei Titel, die wir weiterverfolgen, ein Sammelkartenspiel, über das wir zu Hause noch diskutieren werden, zwei Brettspielerweiterungen, ein Server, auf dem seit dem Wochenende Valheim läuft, und ein Anspieltermin, den ich aus reiner Schludrigkeit habe sausen lassen.

Dazu eine Menge Werbegeschenke, die kein Mensch braucht. Bei mir sorgen die für eine kurze Ausschüttung von Endorphinen, bei Maja eher für den Gedanken „Save the Planet“. Sie hat recht. Ich nehme das nächste T-Shirt trotzdem mit, und wir wissen inzwischen beide, dass ich das tue.

Am meisten mitgenommen habe ich allerdings etwas anderes: Die Trennung zwischen Brettspiel und Videospiel, die wir hier gelegentlich noch mitdenken, existiert auf einer Messe wie dieser praktisch nicht mehr. Ein Klassiker von 1999 bekommt ein Remake und steht neben seiner eigenen Brettspielumsetzung. Ein Indie-Team baut erst das digitale Kartenspiel und dann das analoge. Und das Spiel, auf das wir uns am meisten freuen, ist ausgerechnet eines für ein gemeinsames Sofa.

Wir kommen wieder, nächstes Jahr dann hoffentlich mit der ganzen Redaktion. Und wenn wir ehrlich sind, war das Ganze auch eine ziemlich gute Vorbereitung auf das nächste große Ereignis. In Essen brauchen wir dann allerdings deutlich mehr Platz im Auto.

Ich packe meinen Berlingo… und nehme 30 Brettspiele mit

Es gibt Menschen, die überlegen vor dem Urlaub zuerst, welche Kleidung sie einpacken.

Bei mir läuft das etwas anders.

Die erste Frage lautet jedes Jahr: Welche Brettspiele müssen mit?

Meine Frau Anne behauptet mittlerweile, ich würde dabei etwas übertreiben (also nicht nur bei den Brettspielen). Ich sehe das naturgemäß völlig anders. Schließlich weiß man nie, worauf man nach einem langen Urlaubstag Lust hat. Ein schnelles Kartenspiel? Einen anspruchsvollen Kennerspielabend? Oder vielleicht doch eine große Kampagne?

Und außerdem: Dieses Jahr ist der Neo sogar zuhause geblieben. Das ist doch schon fast Minimalismus.


Der Berlingo als Spielemobil

Wer unseren Reiseberichten schon länger folgt, kennt die Tradition.

Im Berlingo wird zuerst die obere Kofferraumablage mit Brettspielen gefüllt. Dort sind sie jederzeit griffbereit und lassen sich schnell hervorholen.

Normalerweise verschwinden zusätzlich noch einige kleine Schachteln unter den Vordersitzen. Dieses Jahr hat das allerdings längst nicht gereicht.

Also wanderte zusätzlich eine komplette Klappkiste voller Spiele ins Auto.

Werden wir wirklich alle Spiele spielen? Vermutlich nicht.

Werden wir es versuchen? Auf jeden Fall.

Genau das gehört inzwischen irgendwie zu unseren Urlauben dazu.


Brettspiele sind nur ein Teil des Urlaubs

Auch wenn der Kofferraum etwas anderes vermuten lässt: Wir verbringen den Urlaub natürlich nicht ausschließlich am Spieltisch.

In der Dachbox und im restlichen Auto befinden sich außerdem unter anderem:

  • Tischtennisschläger
  • Frisbee
  • Taucherflossen
  • Schnorchelausrüstung
  • Boulderschuhe
  • diverses Camping- und Freizeitmaterial.

Gebouldert haben wir inzwischen bereits zweimal und auch das Tauchen beziehungsweise Schnorcheln wird in den kommenden Tagen sicherlich noch eine größere Rolle spielen. Nach zwei Tagen SUP fragen wir uns außerdem gerade: Wieviele SUP könnte man noch ins Auto bekommen?

Die Brettspiele übernehmen dann den gemütlichen Teil des Tages.


Technik darf ebenfalls nicht fehlen

Ganz ohne Technik fahren wir ebenfalls nicht los.

Mit dabei sind dieses Jahr:

  • Steam Deck
  • Nintendo Switch 2
  • Apple Vision Pro
  • Surface
  • iPad Pro
  • Kindle
  • fünf oder sechs Romane.

Besonders spannend entwickelt sich dabei für mich inzwischen die Apple Vision Pro.

Während längerer Autofahrten kann ich als Beifahrer Filme schauen, Bilder sortieren, Rezensionen schreiben oder mit Tastatur und Trackpad insbesondere produktiv arbeiten. Gerade für längere Reisen ist das deutlich angenehmer geworden, als ich ursprünglich erwartet hätte.

Dazu wird es nach dem Urlaub sicherlich noch einen eigenen Erfahrungsbericht geben.

Das Surface begleitet mich dagegen hauptsächlich für die Redaktion der Spielwiese der Hügelzelter, für ein wenig Arbeit und aktuell natürlich auch für die Gründung unseres Gaming & E-Sport Vereins.


Auch das Hobby fährt mit

Wie schon im vergangenen Jahr befinden sich außerdem wieder Miniaturen und Farben im Gepäck.

Die Farben reisen selbstverständlich gut gekühlt in einer Kühltasche.

Vielleicht ergibt sich irgendwo zwischen Campingplatz, Ferienwohnung und Terrasse wieder die Gelegenheit, ein paar Figuren zu bemalen.

Schließlich gehört für mich zum Brettspielhobby längst nicht mehr nur das Spielen selbst.


Was bisher auf den Tisch kam

Eine Woche Urlaub liegt inzwischen hinter uns. Erstaunlich viele Spiele haben wir bereits geschafft.

Und bei fast jedem davon gab es einen guten Grund, warum es unbedingt mitfahren musste.


Dune: Imperium

Eigentlich sollte unsere Rezension zu Dune: Imperium bereits online sein.

Unsere erste Partie in der Runde der Redaktion fand tatsächlich erst hier im Urlaub statt. Der Artikel ist inzwischen fast fertig geschrieben, allerdings möchten wir vor der Veröffentlichung noch mindestens eine weitere Partie spielen. Zum einen, um unsere Eindrücke zu bestätigen, zum anderen fehlen uns schlicht noch ein paar schöne Fotos.

Der Bericht wird deshalb vermutlich kurz nach diesem Urlaubsartikel erscheinen.

Schon jetzt können wir aber verraten: Das Spiel hat unsere Erwartungen definitiv erfüllt. Erneut!


Rebirth

Nach unserer ausführlichen Rezension musste Rebirth natürlich ebenfalls mit auf Reisen.

Das Spiel gehört inzwischen zu unseren liebsten Kennerspielen. Die Regeln sind schnell erklärt, trotzdem steckt jede Menge taktische Tiefe darin. Gerade an ruhigen Urlaubsabenden funktioniert Rebirth deshalb hervorragend.


Agent Avenue

Ein Spiel, das deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die Mischung aus Bluffen, Einschätzen des Gegners und cleverem Timing macht jede Partie spannend. Außerdem passt die kleine Schachtel problemlos noch irgendwo zwischen die großen Kartons.


Confusing Lands

Confusing Lands war ebenfalls schnell eingepackt.

Die Regeln sind in wenigen Minuten erklärt, trotzdem beginnt das Gehirn schon nach kurzer Zeit zu rauchen. Genau solche Spiele lieben wir im Urlaub.


Mindbug

Mindbug gehört inzwischen ebenfalls zu den festen Begleitern unserer Reisen.

Wenige Karten, kurze Spielzeit und trotzdem fühlt sich jede Partie komplett anders an. Besonders schön: Dieses Mal durfte zusätzlich auch Mindbug: King of Tokyo mit ins Gepäck.

Was in den nächsten Tagen noch auf den Tisch soll

Der Urlaub ist allerdings noch lange nicht vorbei. Gut neun Tage (in Ferienwohnungen) liegen noch vor uns und entsprechend lang ist auch die Liste der Spiele, die wir unbedingt noch spielen möchten.

Witchbound

Ganz oben auf meiner persönlichen Liste steht Witchbound.

Die Situation ist inzwischen fast schon etwas kurios. Nachdem ich vorher lange darauf gewartet habe, endlich meine Hände an das Spiel zu legen, bin ich immer noch nicht dazu gekommen. Maja hat das Spiel bereits komplett durchgespielt und wartet nun geduldig darauf, dass ich endlich nachziehe. Erst dann können wir gemeinsam unsere Eindrücke zusammentragen und den Artikel veröffentlichen.

Eigentlich ist genau dafür Urlaub da: endlich einmal genügend Zeit, um ein umfangreicheres Spiel in Ruhe kennenzulernen.


Deep Regrets

Auf Deep Regrets freue ich mich mindestens genauso sehr.

Das Spiel ist bei uns erst kurz vor dem Urlaub angekommen. Eigentlich hätte es schon deutlich früher im Regal stehen sollen. Ich hatte allerdings den Fehler gemacht, die Bestellung gemeinsam mit einigen Titeln aufzugeben, die erst deutlich später erschienen sind. Dadurch musste das gesamte Paket warten.

Umso größer war die Freude, als es schließlich doch noch rechtzeitig vor unserer Abreise ankam.

Bevor wir loslegen, möchte ich allerdings erst einmal in Ruhe die Regeln lesen und das Spiel vorbereiten. Genau dafür bieten sich entspannte Urlaubstage hervorragend an.

Vielleicht wird Deep Regrets sogar die Überraschung dieser Reise.


Keep the Heroes Out

Auch Keep the Heroes Out musste selbstverständlich wieder mit.

Eigentlich müsste inzwischen längst die Boss-Battles-Erweiterung auf den Tisch kommen. Die liegt nämlich schon seit einer gefühlten Ewigkeit bei uns im Regal.

Das Problem ist allerdings nicht die Erweiterung.

Wir sind schlicht noch immer nicht mit dem Grundspiel fertig.

Warum? Weil wir uns konsequent weigern, auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad zu spielen.

Das sorgt regelmäßig dafür, dass die Helden uns ordentlich einheizen. Frustig wird das erstaunlicherweise trotzdem nie. Im Gegenteil, gerade dieser Anspruch sorgt dafür, dass wir immer wieder eine neue Partie starten möchten.


Zug um Zug – Legenden des Westens

Auch Zug um Zug – Legenden des Westens durfte erneut mitfahren.

Die Legacy-Kampagne haben wir längst abgeschlossen und unsere Rezension ist ebenfalls bereits erschienen.

Viele Legacy-Spiele verschwinden nach der Kampagne dauerhaft im Regal.

Nicht dieses.

Denn genau das hat uns an Legenden des Westens so begeistert. Am Ende der Kampagne verschwindet das Spiel nicht im Schrank, sondern entwickelt sich zu einem vollwertigen Zug-um-Zug-Spiel, das wir auch Monate später noch unglaublich gerne auf den Tisch bringen.

Gerade deshalb durfte die große Schachtel erneut mit in den Urlaub. Auch ohne neue Umschläge oder Überraschungen macht das fertige Spiel einfach richtig viel Spaß.


DOG

Natürlich musste auch DOG wieder mitfahren.

Eigentlich besitzen wir inzwischen mehrere Varianten. Agent DOG, Black DOG und sogar die kleine Reiseversion stehen ebenfalls im Regal.

Mitgenommen wurde trotzdem das Original.

Nicht die platzsparende Reiseausgabe mit drei Figuren pro Spieler, sondern ganz bewusst die große Box.

Irgendwie spielt sich DOG mit vier Figuren pro Spieler einfach genau so, wie es sein soll.

Außerdem bietet die große Schachtel noch einen weiteren Vorteil.

Zwischen den Einsätzen verstecken sich bei uns nämlich gleich mehrere andere Spiele.


Skull Queen, Slice and Dice und Doppelkopf reisen gleich mit

In unserer DOG-Schachtel wohnen inzwischen nicht nur die Originalfiguren.

Dort haben außerdem Skull Queen, Slice and Dice und sogar ein Doppelkopfblatt ihren festen Platz gefunden.

Die Box ist einfach groß genug und spart dadurch erstaunlich viel Platz im Auto.


Die Frühstücksspiele

Während Maja und ich morgens durchaus noch etwas länger schlafen, sieht der Rest der Familie das etwas anders.

Anne und Josef sitzen häufig schon mit einer ersten Partie am Frühstückstisch.

Genau deshalb dürfen einige kleine Spiele bei keinem Urlaub fehlen.

Allen voran:

  • Qwixx
  • Qwinto
  • Noch mal! Noch mal so gut!

Gerade Noch mal! Noch mal so gut! begleitet uns inzwischen schon länger.

Die Partien dauern nur wenige Minuten und trotzdem entsteht erstaunlich schnell ein kleiner Wettkampf darum, wer den besseren Start in den Tag erwischt.


Terraforming Mars fährt zwar nicht mit…

… zumindest nicht als ganz großes Brettspiel.

Die riesige Schachtel mit allen Erweiterungen hätte dann vielleicht doch irgendwann den verfügbaren Platz gesprengt.

Ganz verzichten müssen wir auf den Mars allerdings trotzdem nicht.

Für „kleinere“ Runden liegt deshalb Terraforming Mars: Ares Expedition nich tmeh im Regal zuhause.


Pen & Paper darf natürlich ebenfalls nicht fehlen

Ganz ohne Das Schwarze Auge wäre ein Urlaub inzwischen offenbar ebenfalls unvollständig.

Diesmal hat Maja gleich mehrere Regelwerke eingepackt.

Eine komplette Pen-&-Paper-Runde steht zwar nicht auf dem Programm, aber sie möchte in den Ferien einmal in meine DSA-Runde hineinschnuppern.

Dafür entsteht gerade ihr eigener Held.

Ich bin ehrlich gespannt, was sie sich am Ende zusammenbaut.

Vielleicht ist das ja der Beginn einer neuen Mitspielerin in unserer langjährigen Runde.


Vielleicht schaffen sie es auch noch auf den Tisch

Ein paar Spiele warten außerdem noch geduldig in der Klappkiste.

  • Sea Salt & Paper
  • Skyjo
  • DNUP

Vielleicht kommen sie noch auf dem Campingplatz zum Einsatz.

Oder später während unserer letzten Stationen der Reise.

Besonders gute Chancen rechne ich allerdings unserem Exit-Spiel aus.

In der Jugendherberge in Würzburg dürfte sich dafür hoffentlich ein ruhiger Abend finden.

Urlaub bedeutet mehr als nur Brettspiele

Natürlich werden wir in den kommenden Tagen nicht ausschließlich am Spieltisch sitzen.

Wir werden tauchen und schnorcheln gehen, weiter klettern, Städte erkunden, am Strand liegen und sicherlich noch die ein oder andere spontane Idee umsetzen.

Genau diese Mischung macht unsere Urlaube aus.

Brettspiele sind für uns kein Selbstzweck. Sie gehören einfach genauso selbstverständlich dazu wie das gemeinsame Frühstück, ein Sprung ins Wasser oder ein gemütlicher Abend auf der Terrasse.

Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum jedes Jahr wieder so viele Schachteln den Weg ins Auto finden.


Ein kleiner Blick hinter die Kulissen

Vielleicht ist euch beim Lesen aufgefallen, dass wir gar nicht jedes Spiel rezensieren, sobald wir es gekauft haben.

Das hat einen einfachen Grund.

Viele Spiele begleiten uns zunächst über mehrere Wochen oder sogar Monate. Erst wenn wir das Gefühl haben, wirklich etwas dazu sagen zu können, entsteht daraus ein Artikel auf der Spielwiese der Hügelzelter.

Genau deshalb entstehen manche Rezensionen auch erst im Urlaub.

Hier bleibt endlich einmal genügend Zeit, mehrere Partien zu spielen, Fotos zu machen und Eindrücke zu sammeln.

So wird beispielsweise unser Artikel zu Dune: Imperium erst nach diesem Reisebericht erscheinen. Und auch Witchbound sowie Deep Regrets stehen bereits auf unserer To-do-Liste.

Der Urlaub ist für uns deshalb nicht nur Erholung.

Er ist gleichzeitig die produktivste Zeit des Jahres für unsere kleine Brettspielredaktion.


Was eigentlich nie fehlen darf

Bei all den Spielen, Büchern und technischen Geräten könnte man fast vergessen, dass wir eigentlich ganz unterschiedliche Hobbys haben.

Deshalb fahren neben den Brettspielen eben auch Boulderschuhe, Taucherflossen, Tischtennisschläger und Frisbee mit.

Und natürlich reichlich Lesestoff.

Manchmal verbringen wir einen ganzen Nachmittag draußen.

Manchmal sitzen wir bis spät in die Nacht über einem Brettspiel.

Und manchmal wird aus einem geplanten Spieleabend doch einfach nur ein langer Abend auf dem Balkon.

Genau diese Mischung macht Urlaub für uns aus.


Fazit

Meine Frau Anne hätte vermutlich lieber die Wanderschuhe eingepackt.

Am besten zusammen mit unserem Hund Juli, der ausgedehnte Wanderungen deutlich mehr zu schätzen weiß als der Rest der Familie.

In diesem Sommerurlaub haben wir uns allerdings bewusst für einen anderen Schwerpunkt entschieden.

Viel Wasser, Bouldern, Städte entdecken und natürlich jede Menge Brettspiele passten einfach besser zu unseren Plänen. Deshalb verbringt Juli diese Reise bestens versorgt bei seinen Großeltern.

Das ist allerdings keineswegs die Regel. Allein in diesem Jahr war Juli bereits zweimal mit uns unterwegs und spätestens im Herbst- oder Osterurlaub gehört er wieder ganz selbstverständlich zur Reisegruppe.

Die Wanderschuhe durften dieses Mal trotzdem zuhause bleiben.

Dafür sind die Boulderschuhe mitgefahren. Denn ganz ehrlich …

Wer will schon wandern, wenn man stattdessen klettern, tauchen, schwimmen oder gemeinsam Brettspiele spielen kann?

Natürlich werden wir auch dieses Jahr längst nicht alles schaffen, was wir eingepackt haben.

Aber genau das gehört inzwischen irgendwie dazu.

Lieber ein Spiel zu viel im Auto als genau das eine zuhause lassen, auf das man plötzlich Lust bekommt.

Und falls ihr euch jetzt fragt, ob Anne vielleicht doch recht hat und ich mit meinem Gepäck ein wenig übertreibe …

… dann denkt einfach daran:

Ich habe den Neo dieses Jahr sogar zuhause gelassen.

Das nenne ich echte Selbstbeherrschung.

Holzspiele – Teil 2


Durch die „SPIEL DOCH!“ gesellten sich einige weitere Holzspiele zu unserer bisherigen Sammlung. Sie gehören wie „Quarto“ und „Quoridor“ zur Gigamic-Reihe. Unsere neuen Titel heißen „Quixo“, „Qomet“, „Quantik“ und „Pylos“. Jetzt erhaltet ihr zu jedem eine kurze Zusammenfassung.


Quixo

Quixo besteht aus einem Feld, das aus fünf mal fünf Würfeln besteht. Diese werden abwechselnd aus dem Rand genommen, auf sein Symbol gedreht und dann wieder so hinein geschoben, dass sich die entstandene Lücke schließt. Man gewinnt, wenn man eine vollständige Reihe gelegt hat.

Besonders gefällt mir, dass sich das Spielfeld bei jedem Zug leicht verändert. Das erinnert irgendwie an das Verrückte Labyrinth gemischt mit Tic Tac Toe.

📊 BoardGameGeek

  • Erscheinungsjahr: 1995
  • Autor: Thierry Chapeau
  • Spieler: 2–4
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 15 Minuten
  • Komplexität: 1,62 / 5
  • BGG-Bewertung: 6,3 / 10 (über 1.100 Bewertungen)
  • BGG-Rang (Abstract Strategy): Platz 297

Qomet

Qomet hat eine einzigartige Mechanik, weswegen sie in Kürze schwer zu erklären ist. Dies macht dieses Spiel jedoch auch so toll und reizvoll zu spielen.

Gewonnen hat, wer als Erster ein Quadrat aus seinen Spielsteinen bildet. Dabei gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, als man zunächst vermuten würde. Genau das macht jede Partie spannend.

🏕️ Hendriks Meinung

„Mich erinnert Qomet irgendwie an den Klassiker Mühle. Auch hier kann man seinem Gegenspieler Fallen stellen und Züge vorbereiten. Das hat mir richtig gut gefallen. Da sich auf der SPIEL DOCH! niemand für Qomet entschieden hatte, durfte das Spiel einfach so bei uns einziehen.“

📊 BoardGameGeek

  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Autor: Fabrice Puleo
  • Spieler: 2
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 15 Minuten
  • Komplexität: 2,00 / 5
  • BGG-Bewertung: 6,8 / 10 (59 Bewertungen)

Quantik

Quantik ist sehr ähnlich zu einem Sudoku. Immer wenn man einen seiner Spielsteine auf dem Spielbrett, das aus vier zwei-mal-zwei Feldern besteht, platzieren möchte, muss man darauf achten, dass kein gegnerischer gleicher Spielstein in der gleichen Reihe oder im gleichen zwei mal zwei Feld liegt. Wer dann als Erstes eine Reihe aus vier verschiedenen Steinen, egal welcher Farbe, bildet, gewinnt.

Insgesamt ist es ein sehr schönes Spiel, auch wenn es Maja nicht so sehr gefällt, wie mir und Hendrik.

🏕️ Hendriks Meinung

„Jeder von uns durfte sich auf der SPIEL DOCH! ein Gigamic-Spiel aussuchen. Ich habe mich für Quantik entschieden. Irgendwie erinnert mich der Mechanismus an eine Mischung aus Sudoku und Quarto – zwei Spiele, die ich sehr mag. Deshalb hat mich Quantik sofort angesprochen.“

📊 BoardGameGeek

  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Autor: Nouri Khalifa
  • Spieler: 2
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 20 Minuten
  • Komplexität: 1,56 / 5
  • BGG-Bewertung: 6,0 / 10 (456 Bewertungen)
  • BGG-Rang (Abstract Strategy): Platz 632

Pylos

In Pylos baut man eine Pyramide aus Kugel mit einer vier mal vier Grundfläche. Wer die Spitze legt, gewinnt. Weil das Spiel ja sonst langweilig wäre, gibt es noch einige weitere Regeln, die es einem ermöglichen Kugeln wieder zu entfernen oder umzulegen, was dem Spiel eine spannende Mechanik gibt.

Mein Favorit ist es zwar nicht, aber Maja mag es wirklich gerne.

👧 Majas Meinung

„Mir gefällt Pylos besonders gut, weil sich das Spiel auch dann noch wenden kann, wenn man erst einmal hinten liegt. Dadurch bleibt jede Partie bis zum Schluss spannend.“

📊 BoardGameGeek

  • Erscheinungsjahr: 1993
  • Autor: David G. Royffe
  • Spieler: 2
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 10 Minuten
  • Komplexität: 1,92 / 5
  • BGG-Bewertung: 6,3 / 10 (über 2.300 Bewertungen)
  • BGG-Rang (Abstract Strategy): Platz 253

Mein Fazit

Mir haben alle vier Spiele gut gefallen. Jedes spielt sich anders und trotzdem haben sie gemeinsam, dass man viel nachdenken muss. Ich bin gespannt, welche Gigamic-Spiele wir als Nächstes kennenlernen.

Über mich – Josef

Ich bin Josef – Schüler, Fußballer, Tüftler und begeisterter Gesellschaftsspieler.

⚽ Sport

Seit dem Kindergarten spiele ich Fußball im Verein und bin inzwischen Innenverteidiger in der C1. Ich bin eher der ruhige Organisator, gehe mit meinen rund 1,80 Metern aber auch gern in den Zweikampf.

Außerdem mache ich beim Schülertriathlon mit und gehe bouldern.

🤖 MINT & Mathematik

Mathe, Technik und Programmieren interessieren mich besonders. Gemeinsam mit meiner Schwester Maja habe ich beim Wettbewerb „Schüler macht MI(N)T“ an einem LEGO-Sortierroboter gearbeitet.

Mein Schwerpunkt lag bei der Programmierung der Waage, mit der die Steine über ihr Gewicht erkannt wurden.

Beim Känguru-Wettbewerb der Mathematik erreiche ich regelmäßig einen bundesweiten ersten Preis. In diesem Jahr gab es dafür Bomb Busters – inzwischen unser drittes Exemplar.

🎲 Spiele

Ich spiele gern Schach und mag taktische Spiele mit klaren Regeln und schwierigen Entscheidungen.

Zu meinen Favoriten gehören Terraforming Mars: Ares Expedition, Heroes of Might and Magic III: Das Brettspiel und Unmatched. Besonders häufig spiele ich Zwei-Personen-Spiele gegen meinen Vater.

✍️ Blog & Gaming

Für die Spielwiese der Hügelzelter schreibe ich eigene Beiträge und Bewertungen, unter anderem zu Bomb Busters, Unmatched, Light Speed Arena, Tainted Grail, Voidfall und Kwiz.

Außerdem spiele ich am PC, auf der Nintendo Switch und auf der PlayStation 5. LEGO gehört ebenfalls noch dazu – inzwischen aber etwas seltener als früher.

Als minderjähriges Mitglied der Redaktion veröffentliche ich unter dem Namen „Josef“ und verfüge über einen gültigen Jugendpresseausweis.

Von Digital zu Analog – Musik, Vinyl und warum wir wieder zurückgehen

🎸 Rock am Ring 2026 – Zwischen Bühne, Brettspiel und Bierbank

🧭 Übersicht
Mit 46 Jahren gehöre ich zu einer Generation, die beides wirklich erlebt hat:
👉 analog aufgewachsen, digital groß geworden.

Und irgendwie fühlt es sich so an, als hätten wir jeden einzelnen Schritt dieser Entwicklung selbst mitgestaltet.

Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe rund um Rock am Ring 2026 und aus einer Perspektive, die man dort vielleicht nicht erwartet.


💾 Kassetten, C64 und der Anfang von allem

Gestartet hat alles irgendwo zwischen C64, Amiga und den ersten 286er-PCs.

Digital war spannend – aber Musik?
👉 Die war noch komplett analog.

Kassetten.
Aufnahmen aus dem Radio.
Der Finger auf „Rec“ und die stille Hoffnung, dass der Moderator nicht reinquatscht.

Das war nicht bequem.
Aber es war echt.


💿 Die CD – und plötzlich war alles möglich

Dann kam die CD.

Meine erste: Scorpions.
Kurz danach: Metallica – das schwarze Album.

Und ich habe sie gefeiert.

Auf der alten Bang & Olufsen Anlage meiner Eltern lief das plötzlich in einer Qualität, die ich so noch nicht kannte.
👉 Man hatte das Gefühl: Jetzt geht wirklich alles.


🇬🇧 England, neue Musik – und bleibende Erinnerungen

Im Austauschjahr in England hat sich mein musikalischer Horizont dann noch einmal komplett verschoben.

Jonathan hat mir neue Richtungen gezeigt.
Neue Bands. Neue Sounds.

Unvergessen ist Frank Black, aber auch viele andere.

Die Kassetten von damals liegen heute noch auf dem Dachboden.
Und warten – ganz ehrlich – darauf, irgendwann wieder gehört zu werden.


🎪 Rock am Ring – Soundtrack einer Generation

2000 bei Rock am Ring – ein Moment, eigentlich ein Ergeinis, das hängen bleibt.

Ich denke sofort an:
– Korn
– Such a Surge
– Rage Against the Machine
– Die Toten Hosen
– und parallel dazu Papa Roach

Alles hintereinander.
Alles intensiv.
Alles laut.

👉 Und die CDs dazu? Corssing all Over 3 und 4
Die liefen danach und dabei rauf und runter.

Unvergessen.
Und bald wieder: bei Rock am Ring 2026.


💻 MP3, Napster und das Studentenleben

Im Studentendorf wurde es dann noch einmal digitaler.

MP3 kam auf.
Und plötzlich gab es diesen einen Server, auf dem gefühlt alles lag.

Napster.
Winamp.
Und die Frage:

👉 Wer baut aus einem alten Rechner eigentlich ein Abspielgerät für den Opel Corsa?

Ich habe trotzdem weiter CDs gekauft.
Fürs Auto. Für die Qualität.

Aber die Möglichkeiten der MP3?
Die waren einfach zu groß, um sie zu ignorieren.


🎧 DJ Winamp – und ein bisschen Magie

Die Partys der Fachschaft (Wirtschafts-)Mathematik?
Die liefen über meinen Rechner.

Ich war DJ.
Mit Winamp. (Eigentlich waren alle DJ … an meinem Rechner)

Und das war…
👉 eine unglaubliche Zeit.

Manchmal frage ich mich heute, ob man noch einmal so unbeschwert und gleichzeitig technikverliebt aufwachsen kann.


📀 Zurück zur CD und weiter zum Klang

Irgendwann ist die MP3-Sammlung gewachsen und gleichzeitig dennoch in den Hintergrund gerückt.

Die CDs sind geblieben.
Und sie sind wieder wichtiger geworden.

Parallel dazu habe ich mich tiefer mit Klang beschäftigt:
Frequenzweichen.
Holz.
Lötkolben.

👉 Eigene Lautsprecher bauen.

Soundcheck?
Einfach nur: geil.


🎁 Vinyl und plötzlich wird alles langsamer

Zu meinem 40. Geburtstag habe ich mir etwas gewünscht:
👉 einen Plattenspieler.

Meine Freunde haben mir dazu Platten geschenkt, jede einzelne verbunden mit einer Erinnerung.

Und genau da hat es mich erwischt.

Vinyl ist wieder eingezogen.
Und mit ihm etwas, das ich lange nicht mehr hatte:

👉 Entschleunigung

Plötzlich wieder:
– ganze Alben hören
– bewusst Musik erleben
– kein Shuffle, kein Next


🤖 Und trotzdem: Alexa in jedem Raum

Man soll ja ehrlich bleiben.

Natürlich ist auch die andere Seite da:

Die erste in Deutschland per Losverfahren verfügbare Alexa ist direkt eingezogen.
Und es blieb nicht bei einer.

👉 Fast jeder Raum hat heute Musik auf Knopfdruck (bzw. Zuruf).

Teilweise gekoppelt mit meinen eigenen Anlagen.
Teilweise einfach bequem.

Und ja:
👉 Ein bisschen Anspruch an Sound bleibt trotzdem.
(Siehe: drölfzig Kopfhörer 😉)


❤️ Musik, Technik und eine Menge Gefühl

Ich liebe Musik.
Ich liebe Technik.
Ich liebe gute Qualität.

Und inzwischen liebe ich auch wieder:
👉 das bewusste Hören

Und das Beste ist:
Heute geht alles gleichzeitig.


🎲 Und was hat das mit Brettspielen zu tun?

Mehr, als man denkt.

Denn wenn Vinyl das analoge Gegenstück zur digitalen Musik ist,
dann ist das Brettspiel genau das Gleiche im Gaming.

👉 Noch analoger geht kaum.
(okay… vielleicht Bossfighter QR 😉)

Unsere Sammlung wächst.
Die Regale auch.

Und vor allem:
👉 die Abende.

Mit Freunden.
Mit meinen Kindern.
Mit Geschichten, Kampagnen, Minis und Momenten, die bleiben.


🌊 Ein letzter Gedanke

Wenn ich in ein Hobby eintauche, dann richtig.

Ohne Kompromisse.
Mit voller Leidenschaft.

Musik läuft dabei fast immer.

Fast.

👉 Nur beim Freitauchen nicht.
Das ist der eine Moment, in dem Stille perfekt ist.

Und genau deshalb auch dieser Moment so besonders.

SPIEL DOCH! Dortmund 2026 – Familienmesse, Spieltische und ein Sonntag am alten Studienort

🧭 Übersicht

Freundlicherweise wurden wir vom w. nostheide verlag gmbh für die SPIEL DOCH! 2026 akkreditiert und so konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Sonntag gemeinsam mit Josef und Maja an meinem alten Studienort Dortmund zu verbringen.

Am Sonntag, den 26. April 2026, waren wir also zusammen auf der Messe unterwegs. Für mich hatte das Ganze dadurch gleich mehrere Ebenen: ein Messetag mit der Familienredaktion, viele Spieleindrücke, nette Gespräche vor Ort und dazu noch ein kurzer Ausflug zurück an einen Ort, mit dem ich ohnehin viele Erinnerungen verbinde.

Zwischendurch haben wir außerdem noch Freunde aus Schulzeit und Studium getroffen, die mittlerweile wieder in Dortmund wohnen. Eigentlich hatten wir uns ursprünglich für Spielenachmittag an diesem Sonntag bei uns in Bocholt verabredet. Nun wurde es stattdessen ein kurzes Treffen auf der Messe. Da die beiden erst gegen 15 Uhr ankamen, blieb es diesmal bei einem Austausch erster Eindrücke; gemeinsam gespielt haben wir leider nicht mehr. Das holen wir nach.

Dieser Artikel soll kein Spieletest werden. Es geht um die Messe selbst: um das Ambiente, die Erreichbarkeit, den Aufbau, die vorhandenen Spielmöglichkeiten, Presseinformationen und die Kontakte vor Ort. Die eigentlichen Spieleindrücke folgen dann in separaten Beiträgen der Jugendpresse.


🚗 Anreise nach Dortmund, unkompliziert trotz Fußballabend

Die Lage der Messe Dortmund ist für eine solche Veranstaltung fast schon dankbar: direkt an der B1, gut erreichbar und grundsätzlich angenehm anzusteuern. Selbst mit dem Stadion direkt nebenan und einem Fußballspiel am Abend blieb die Anreise beziehungsweise Abreise für uns am Sonntag problemlos.

Gerade für eine Publikumsmesse ist das aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt. Wer mit Familie, Taschen, vielleicht noch Einkaufsliste und Spielplänen unterwegs ist, möchte nicht schon vor dem Betreten der Halle das Gefühl haben, die erste größere Herausforderung des Tages bestanden zu haben.

Für uns war der Start jedenfalls entspannt und das passte sehr gut zum Charakter der Messe.


🏛️ Halle 4: voll belegt, aber angenehm spielbar

Die SPIEL DOCH! in Dortmund ist spürbar eine Publikumsmesse. Hier geht es nicht darum, möglichst laut Neuheiten in die Halle zu rufen, sondern möglichst viele Menschen an Tische zu bringen. Und genau das funktionierte aus unserer Sicht richtig gut.

Die große Halle 4 der Messe Dortmund war vollständig belegt: mit Ausstellern, Verlagen, Ständen, Spielbereichen, Demotischen und einem großen Bereich zum Ausleihen und Testen von Spielen. Die Halle war gut gefüllt, aber für uns nie unangenehm überlaufen.

Das fand ich besonders bemerkenswert: Wir hatten trotz vieler Besucherinnen und Besucher nie das Gefühl, keinen Platz zu finden. Immer wieder ergab sich irgendwo eine Möglichkeit, sich an einen Tisch zu setzen, etwas auszuprobieren oder eine neue Entdeckung genauer anzuschauen.

Gerade dadurch unterscheidet sich die SPIEL DOCH! für mich angenehm von Messen, auf denen man am Ende mehr durch Gänge geschoben wird, als tatsächlich zu spielen.


🧩 Spielen statt nur schauen

Besonders angenehm war für uns, dass die SPIEL DOCH! nicht nur aus Ständen und Verkaufsflächen besteht. Der große Spielbereich mit Ausleihe und zahlreichen Tischen machte die Messe zu dem, was sie im Kern sein möchte: ein Ort, an dem gespielt wird.

Nicht irgendwann zuhause.
Nicht nur theoretisch nach einer Erklärung am Stand.
Sondern direkt vor Ort.

Man konnte Spiele ausprobieren, Eindrücke sammeln, sich treiben lassen und immer wieder neu entscheiden, worauf man gerade Lust hatte. Für Familien, Gelegenheitsspieler, Vielspieler und Neugierige ist das ein sehr zugängliches Konzept.

Und genau diese Mischung macht die Messe sympathisch: Sie wirkt nicht wie eine reine Verkaufsfläche, sondern wie ein großer gemeinsamer Spieltag.


🛍️ Second-Hand-Markt und Spieleflohmarkt

Auch einen Second-Hand-Bereich beziehungsweise Spieleflohmarkt gab es auf der Messe. Der Bereich machte auf uns grundsätzlich einen guten Eindruck. Der Aufbau wirkte überlegt, die Mitarbeitenden waren freundlich.

Allerdings waren wir am letzten Messetag dort und aus unserer Sicht war die Ausbeute zu diesem Zeitpunkt eher mau.

Das möchte ich aber ausdrücklich nicht als Kritik verstanden wissen. Gerade bei einem Second-Hand-Markt hängt der Eindruck stark davon ab, wann man kommt, wonach man sucht und was vorher bereits den Besitzer gewechselt hat. Wer am Sonntag schaut, darf sich vermutlich nicht wundern, wenn die spannendsten Funde schon früher entdeckt wurden.

Deshalb enthalten wir uns hier einer echten Bewertung.

Eine interessante Idee für die Zukunft wäre vielleicht ein noch stärker ausgebauter Spieleflohmarkt. Vom Spieleflohmarkt der Bonn-Spielt hört man beispielsweise viel Gutes. So etwas in ähnlicher Form wäre sicher auch für Dortmund spannend – gerade weil die SPIEL DOCH! ohnehin so stark vom Gedanken lebt, Menschen an Spiele und Spieltische zu bringen.


👨‍👧‍👦 Unterwegs als Familienredaktion

Da wir als Familienredaktion unterwegs waren, teilen wir unsere Eindrücke auch entsprechend auf.

Dieser Artikel bleibt bewusst beim Messegefühl, bei Dortmund, der Organisation, dem Ambiente und den Kontakten vor Ort. Die eigentlichen Spieleindrücke folgen in separaten Beiträgen der Jugendpresse.

Und da kam an diesem Sonntag einiges zusammen.

Maja wird sich den Spielen widmen, die wir gespielt, aber nicht gekauft haben. Josef schaut auf die Spiele, die nicht nur ausprobiert, sondern auch direkt mitgenommen wurden. So entsteht aus einem Messetag nicht nur ein einzelner Bericht, sondern eine kleine Artikelreihe aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Das passt gut zu unserer Seite und ehrlich gesagt auch gut zu einer Messe, die so stark vom gemeinsamen Entdecken lebt.


🧙 Was Maja noch erzählen wird: Witchbound und Rebirth

Maja wird sich in einem eigenen Beitrag den Spielen widmen, die wir auf der Messe gespielt, aber noch nicht gekauft haben.

Ganz vorne steht dabei Witchbound, das auf Deutsch bei Board Game Circus im Vertrieb ist. Wir hatten das Spiel vollständig auf dem Tisch, haben aber nur etwa 15 Minuten hineingespielt. Für einen vollständigen Test reicht das natürlich noch nicht – für einen sehr deutlichen Ersteindruck aber schon.

Material, Geschichte und Grafik haben uns am Tisch sofort abgeholt. Gerade Maja wirkte nach der kurzen Partie durchaus so, als könne hier ihr erstes echtes Solospiel einziehen. Ich gebe zu: Ich würde vermutlich ebenfalls hineinschauen.

Die Mechanik machte auf mich einen sehr angenehmen Eindruck, die optische Gestaltung hat uns ohnehin sofort angesprochen. Das war kein „nett gesehen und weiter“, sondern eher ein Spiel, das gedanklich direkt auf der Liste gelandet ist.

Ebenfalls auf Majas Liste steht Rebirth von Reiner Knizia, das auf Deutsch bei Frosted Games erschienen ist beziehungsweise aktuell in unsere Richtung winkt. Auch hier gilt: Das war kein flüchtiger Messeneindruck, sondern ein Titel, der ziemlich sicher noch bei uns einziehen und später einen vollständigen Testbericht erhalten wird. Nur leider war das Spiel am Sonntagnachmittag vergriffen.


🪵 Was Josef noch erzählen wird: Spiele aus Holz – Teil 2

Josef wird dagegen auf die Spiele schauen, die nicht nur gespielt, sondern auch gekauft wurden.

Darunter war einiges von Gigamic – und damit sind wir wieder bei einem Thema, das bei uns schon einmal sehr gut funktioniert hat: Zweipersonenspiele aus Holz.

Nach Quarto und Quoridor wird es also vermutlich Zeit für:

„Spiele aus Holz – Teil 2“

Mitgenommen beziehungsweise gespielt wurden unter anderem:

Quantik Mini,
Pylos Mini,
Quixo Mini
und das ganz neue Qomet.

Das schreit eigentlich nach einem eigenen Abend, einem eigenen Tisch und einem eigenen Artikel.

Den ersten Teil findet ihr hier:

🪵 Spiele aus Holz – unser 2-Personen-Holzabend: Quarto, Quoridor & Lass die Kirche im Dorf


🤝 Kontakte vor Ort: Board Game Circus und Haumea Games

Schön war auch, dass sich vor Ort einige Kontakte auffrischen und neu knüpfen ließen.

Unter anderem kam ich mit mehreren Mitarbeitenden von Board Game Circus ins Gespräch. Die Spiele des Verlags gefallen uns schon seit längerer Zeit, und tatsächlich steht bei uns auch noch eine etwas größere Bestellung aus.

Mit Daniel konnte ich kurz darüber sprechen, ob sich eine Lieferung vielleicht sinnvoll splitten lässt, denn gegen früheren Nachschub im Spieleregal haben wir natürlich nichts einzuwenden.

Besonders hängen geblieben ist aber Witchbound. Das Spiel hatte uns am Tisch sofort, und gerade für Maja könnte das ein spannender Einstieg in ein größeres Solospiel werden. Dass Board Game Circus hier die deutsche Version begleitet, macht den Titel für uns natürlich noch interessanter.

Ein ebenfalls sehr sympathischer Kontakt ergab sich mit dem Team von Haumea Games aus Belgien, das die Erweiterung zu Eternitium zeigte.

Ein kleines Spiel, ein kleiner Verlag – aber genau solche Begegnungen machen Messen für mich besonders reizvoll. Aufmerksam geworden war ich ursprünglich über BGT, widerstehen konnte ich der Gamefound-Kampagne dann nicht.

Vor Ort blieb mir also nur noch, mein Pledgelevel abzugleichen. Kaufen konnte ich nichts mehr – es war schlicht schon alles enthalten.


🗞️ Ein Blick in die Presseinformationen

Auch die Presseinformationen passten gut zu unserem Eindruck vor Ort: Die 7. SPIEL DOCH! wurde als bislang größte und vielfältigste Ausgabe angekündigt.

Neben bekannten Branchengrößen wie Pegasus, Ravensburger, Schmidt Spiele, KOSMOS oder Asmodee waren auch neue beziehungsweise zurückkehrende Aussteller vertreten. Genannt wurden unter anderem Ulisses/Ottavio, Helvetiq und HABA, das nach kurzer Absenz wieder dabei war.

Dazu kamen Rahmenpunkte wie die Deutsche CATAN Meisterschaft, verschiedene Turniere, Signierstunden und der Schülertag am Freitag. Gerade dieser Schülertag passt aus meiner Sicht sehr gut zum Charakter der Veranstaltung: Brett- und Kartenspiele werden hier nicht nur als Hobby für bestehende Szenemenschen verstanden, sondern als etwas, das neue Zielgruppen erreichen kann.

Besonders spannend ist der Blick nach vorne: Die Halle 4 war mit 8.300 Quadratmetern vollständig belegt, die Flächen waren trotz Erweiterung ausgebucht. Für 2027 steht daher offenbar bereits die mögliche Hinzunahme einer weiteren Halle im Raum.

Das wäre aus meiner Sicht ein logischer Schritt, solange die Messe dabei ihren angenehm spielerischen Charakter behält.


❤️ Fazit: 2027 kommen wir wieder

Für uns war die SPIEL DOCH! 2026 ein sehr gelungener Messesonntag: gut erreichbar, angenehm organisiert, voll, aber nicht überfordernd, mit vielen Spieltischen, netten Gesprächen und mehreren Titeln, die uns noch weiter beschäftigen werden.

Die Messe fühlte sich nicht wie ein hektischer Pflichttermin an, sondern wie ein großer öffentlicher Brettspieltag. Genau das ist ihre Stärke.

Für uns als Familienredaktion war es außerdem schön, dass jeder von uns eigene Eindrücke mitgenommen hat. Maja wird über Witchbound, Rebirth und ihre weiteren Ersteindrücke schreiben. Josef wird sich den gekauften Spielen und sehr wahrscheinlich einer neuen Runde „Spiele aus Holz“ widmen. Und ich nehme aus Dortmund vor allem das Gefühl mit, dass die SPIEL DOCH! eine Messe ist, die sehr gut verstanden hat, was sie sein möchte.

2027 werden wir zurückkehren – und dann hoffentlich noch mehr spielen.

Es hat Spaß gemacht und hilft wunderbar dabei, die Zeit bis zur SPIEL in Essen zu überbrücken.