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SPIEL Essen 2026 – Was sonst noch alles bei uns eingezogen ist

Vier Tage Brettspielmesse, jede Menge spontane Entscheidungen und am Ende deutlich mehr Spiele, Erweiterungen und Zubehör als ursprünglich geplant.

Und plötzlich sind die Taschen voll

In den ersten beiden Teilen unserer SPIEL-Nachberichterstattung haben wir bereits ausführlich über unsere Crowdfunding-Projekte und die zahlreichen Spiele berichtet, die wir in Essen ausprobieren konnten.

Dabei haben wir natürlich auch das eine oder andere Spiel gekauft. Manchmal nach einer ausführlichen Partie, manchmal nach einer kurzen Demonstration und gelegentlich nach einem besonders netten Gespräch mit den Menschen hinter dem Spiel.

Aber das war längst nicht alles.

Schließlich gibt es auf der SPIEL noch eine andere Sorte Neuzugänge: Spiele, die man bereits im Vorfeld auf der Wunschliste hatte. Erweiterungen für alte Bekannte. Titel, über die man irgendwo einen Podcast gehört hat. Oder Spiele, die einfach deshalb mitkommen, weil sie gerade günstig in einer Kiste liegen.

Und dann gibt es natürlich noch die Dinge, die man eigentlich überhaupt nicht kaufen wollte.

Unsere Einkaufsliste ist jedenfalls ordentlich gewachsen. Wobei wir streng genommen nicht alles gekauft haben. Einige Spiele haben wir gewonnen, andere geschenkt bekommen oder als Rezensionsexemplar erhalten.

Aber der Reihe nach.

Große Spiele und neue Geschichten

Braided Skies – ein Spiel und gleich ein ganzes Universum

Braided Skies von Stonemaier Games gehörte zu den Spielen, die ich vor der SPIEL gar nicht auf dem Schirm hatte.

Am Stand ergab sich ein längeres und ausgesprochen interessantes Gespräch mit einem der Künstler, der an der Gestaltung des Spiels beteiligt war.

Dabei ging es nicht nur um das eigentliche Brettspiel, sondern auch um die größere Vision hinter der Spielwelt. Weitere Bücher und Spiele sollen das Universum künftig ergänzen und die Hintergrundgeschichte ausbauen.

Das klang spannend genug, um nicht nur das Spiel, sondern direkt auch das erste Buch mitzunehmen. Dabei handelt es sich um ein Prequel zur eigentlichen Geschichte.

Nun werde ich zunächst etwas lesen und anschließend das Spiel ausprobieren. Ich bin gespannt, wie gut sich die erzählerische Welt und die Spielmechaniken ergänzen.

Cozy Stickerville – ein bisschen Entspannung muss sein

Über Cozy Stickerville hatten wir bereits vor der Messe einiges gehört.

Das Spiel verspricht eine entspannte, kooperative Erfahrung, bei der wir gemeinsam eine kleine Welt entwickeln und diese im Laufe der Partien mit Stickern erweitern.

Eigentlich genau das Gegenteil unserer großen Dungeon-Crawler, Expertenspiele und umfangreichen Kampagnen.

In Computerspielbegriffen würde ich fast von einem Walking Simulator sprechen. Weniger Herausforderung, dafür Atmosphäre, kleine Entscheidungen und eine gemütliche gemeinsame Zeit.

Und genau darauf hatte ich Lust.

Also ist Cozy Stickerville eingezogen. Vielleicht ist es gerade zwischen unseren ganzen großen Projekten eine willkommene Abwechslung.

Der Herr der Ringe – Die Zwei Türme: Das Stichspiel

Auch das kooperative Stichspiel aus der Welt von Der Herr der Ringe bekommt mit Die Zwei Türme eine Fortsetzung.

Nachdem uns der erste Teil mit seinem zugänglichen Spielprinzip und der gelungenen Verbindung von Stichspielmechanik und erzählerischen Aufgaben bereits im letzten Jahr auf der Spiel gefallen hatte, war der zweite Teil für uns eine naheliegende Anschaffung.

Neue Aufgaben und Herausforderungen in Mittelerde können schließlich nicht schaden.

Und da das Spiel deutlich weniger Platz und Zeit benötigt als die meisten unserer großen Abenteuer, stehen die Chancen gut, dass es bald auf den Tisch kommt.

Erweiterungen für Spiele, die wir ohnehin lieben

Ein erheblicher Teil unserer Messekäufe bestand auch in diesem Jahr aus Erweiterungen.

Das ist eigentlich wenig überraschend. Wenn ein Spiel regelmäßig auf dem Tisch landet, sind zusätzliche Charaktere, Karten oder neue Mechaniken schließlich besonders verlockend.

Agent Avenue: Four Seasons – mehr Stoff für Josef und mich

Die Spiele von Nerdlab Games treffen inzwischen ziemlich genau unseren Geschmack.

Gerade Josef und ich spielen Mindbug und Agent Avenue immer wieder gerne. Kurze Partien, einfache Regeln und trotzdem genügend taktische Möglichkeiten, um sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.

Mit Agent Avenue: Four Seasons gibt es nun weitere Möglichkeiten für das kleine Katz-und-Maus-Spiel.

Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr bei einer Erweiterung zugeschlagen hatten, war dieser Neuzugang fast schon Pflicht.

Boss Fighters QR – Dschungelfieber

Boss Fighters QR war für uns eine der großen Überraschungen der SPIEL 2025.

Das kooperative Bosskampfspiel hat uns damals so gut gefallen, dass wir die vorhandenen Herausforderungen innerhalb von nicht einmal einer Woche durchgespielt hatten.

Entsprechend war klar, dass die neue Erweiterung Dschungelfieber mit nach Hause kommen würde.

Wir freuen uns auf weitere Gegner, neue Herausforderungen und hoffentlich wieder einige intensive gemeinsame Spielabende.

Light Speed Arena – Laser, Bananen und eine besondere Spielmatte

Light Speed Arena gehörte ebenfalls zu unseren besten Entdeckungen des vergangenen Jahres.

Das ungewöhnliche Echtzeitspiel mit seinen Raumschiffen und Laserstrahlen hat uns sofort begeistert. In diesem Jahr gab es nun einige interessante Ergänzungen.

Besonders gespannt bin ich auf die neue Spielmatte. Mit ihr können Laserstrahlen am Rand des Spielfeldes reflektiert werden und dadurch möglicherweise ganz neue Treffer erzielen.

Das klingt zumindest nach einer interessanten Erweiterung der taktischen Möglichkeiten.

Ob das tatsächlich so viel bringt, werden wir ausprobieren müssen.

Zusätzlich sind einige Promokarten und die Bananen-Erweiterung eingezogen.

Warum ausgerechnet Bananen durch den Weltraum fliegen müssen, erschließt sich mir zwar noch nicht vollständig. Aber nach den bisherigen Erfahrungen mit Light Speed Arena bin ich bereit, mich darauf einzulassen.

Too Many Bones – Laborratten und Riffle

Bei Frosted Games haben wir zwei Ergänzungen für Too Many Bones mitgenommen: Laborratten und Riffle.

Das kooperative Abenteuerspiel mit seinen schweren Pokerchips, individuellen Würfeln und zahlreichen Möglichkeiten zur Charakterentwicklung gefällt uns ausgesprochen gut.

Weitere Inhalte sind deshalb immer willkommen.

Eigentlich hatten wir Frosted Games auch wegen der deutschen Ausgabe von The Elder Scrolls auf unserer Besuchsliste. Die müssen wir allerdings noch etwas länger erwarten.

Immerhin sind wir nicht mit leeren Händen weitergezogen.

Update: Heute man die Versandt-Benachrichtigung (27.10.2026)

Flügelschlag – ein Würfelwurf mit Folgen

Auch bei Feuerland konnte man sein Glück versuchen.

Josef würfelte eine Eins. Eigentlich eine Niete.

Ich hatte gerade noch gesagt, dass er sich ruhig irgendetwas aussuchen könne. Nur bitte nicht … Zu spät.

Da hatte er bereits das Flügelschlag Fan Art Pack entdeckt.

Nun ja, zumindest haben wir damit wieder eine hübsche Ergänzung für ein Spiel, das längst in unserer Sammlung steht.

Terra Mystica und Wer stiehlt mir die Show?

Mit der Terra Mystica Automa Solo Box haben wir außerdem eine weitere Ergänzung für einen großen Klassiker mitgenommen. (Dies gab es bei einer 1 noch dazu am Feuerland Stand)

Und auch Wer stiehlt mir die Show? hat Zuwachs bekommen. Die Buzzer Edition verspricht zusätzliche Möglichkeiten für unsere nächsten Quizrunden.

Beides keine besonders spektakulären Messekäufe, aber nette Ergänzungen für bereits vorhandene Spiele.

Die Queen-Games-Mystery-Bag

Manchmal ist nicht das konkrete Spiel der Kaufgrund, sondern die Überraschung.

Bei Queen Games gab es eine Mystery Bag, die zwei ältere Titel aus dem Verlagsprogramm und ein Spiel aus der Stefan-Feld-City-Collection enthalten sollte.

Das klang nach einer ganz unterhaltsamen Möglichkeit, unsere Sammlung um ein paar Spiele zu erweitern, die wir uns vielleicht nicht selbst ausgesucht hätten.

Also haben wir zugeschlagen. In unserer Tasche landeten schließlich drei Spiele:

Future Energy beschäftigt sich mit dem Ausbau von Energieversorgung und entsprechenden Netzwerken. Wir entwickeln Verbindungen, investieren in neue Möglichkeiten und versuchen, mit unserer Energieversorgung erfolgreich zu wirtschaften.

Helsinki ist ein vergleichsweise zugängliches Legespiel rund um die finnische Hauptstadt. Hier stehen die geschickte Platzierung von Elementen und der Aufbau einer möglichst erfolgreichen Auslage im Mittelpunkt.

Kathmandu gehört zur Stefan-Feld-City-Collection und führt uns nach Nepal. Wir bewegen uns durch die Spielwelt, sammeln Gegenstände und versuchen, unsere Reise möglichst erfolgreich zu gestalten.

Ob wir mit diesen drei Titeln wirklich einen Glücksgriff gemacht haben, wird sich erst zeigen.

Aber schließlich gehört es zum Reiz einer Mystery Bag, dass man vorher nicht genau weiß, was man bekommt.

Wenn die Würfel für neue Spiele sorgen

Nicht alle unsere Neuzugänge mussten wir bezahlen.

Manchmal gehört auf der SPIEL auch einfach eine ordentliche Portion Glück dazu.

Planet Unknown – Maja räumt ab

Bei Strohmann Games konnte Maja ihr Glück versuchen.

Und sie war ziemlich erfolgreich. Eine 19 bei einem Dice 20. Mit ihrem Ergebnis sicherte sie uns den zweiten Preis: Planet Unknown zusammen mit zwei Erweiterungen.

Das Spiel beschäftigt sich mit der Entwicklung eines eigenen Planeten. Mithilfe unterschiedlicher Polyomino-Plättchen gestalten wir unsere Landschaft, erschließen Ressourcen und optimieren unsere Möglichkeiten.

Das klingt nach einem interessanten Legespiel. Wir sind gespannt.

Nun haben wir direkt genügend Material für zahlreiche Partien.

Maja sei Dank.

Tapestry – 27 von 30!

Auch bei Feuerland durfte gewürfelt werden.

Und diesmal hatte ich das Glück auf meiner Seite.

Mit 27 von 30 möglichen Punkten habe ich tatsächlich Tapestry gewonnen.

Das Zivilisationsspiel von Jamey Stegmaier hatte ich (eigentlich Maria) schon länger auf dem Schirm. Wir entwickeln unsere eigene Zivilisation, schreiten auf verschiedenen Entwicklungsleisten voran und versuchen, möglichst erfolgreich zu wirtschaften und zu expandieren.

Ein Spiel, das man wohl mit der Erweiterung testen sollte. Nun steht es bereits in unserem Regal.

Gelungenes Glücksspiel, würde ich sagen.

Exploding Kittens – noch mehr Verrücktheiten

Auch bei Exploding Kittens haben wir unser Glück versucht und gleich mehrere Spiele gewonnen, nachedem wir fleißig Stempel gesammelt haben.

Danger Danger, Hand-to-Hand Wombat und Happy Salmon sind auf diese Weise bei uns eingezogen.

Was uns dabei im Einzelnen erwartet, weiß ich noch nicht so genau.

Aber wer die Spiele des Verlags kennt, dürfte ahnen, in welche Richtung das Ganze gehen könnte. Ich rechne jedenfalls mit reichlich Unsinn.

Dazu kommt noch ein gewonnenes UNO Stack Pack. Auch das werden wir irgendwann ausprobieren.

Katzen, Explosionen und winzige Schachteln

Bei Exploding Kittens blieb es allerdings nicht nur bei den Gewinnen.

Mit Exploding Kittens: Fluch & Segen haben wir uns auch eine neue Variante des bekannten Kartenspiels gekauft.

Schon das ursprüngliche Exploding Kittens und die NSFW-Variante hatten uns mit ihrem absurden Humor und den gemeinen Aktionen gut unterhalten.

Deshalb bin ich gespannt, welche neuen Gemeinheiten sich die Entwickler diesmal ausgedacht haben.

Außerdem gab es das bekannte Grundspiel noch in einer Mini-Ausgabe.

Und wenn ich Mini sage, meine ich wirklich mini.

Die Schachtel ist kaum größer als eine Streichholzschachtel. Damit dürfte das Spiel künftig auch unterwegs problemlos Platz finden.

Ob man es unbedingt braucht? Vermutlich nicht.

Aber irgendwie ist es schon witzig.

Die Grabbelkisten der SPIEL

Es gibt auf der Messe natürlich nicht nur große Neuheitenstände und aufwendig präsentierte Spiele.

Manchmal sind gerade die Grabbelkisten besonders interessant.

Bei Frosted Games haben wir gleich mehrere kleine Entdeckungen gemacht.

Lucktails – der Entenhintern war schuld

Bei Lucktails kann ich den Kaufgrund ziemlich einfach erklären.

Ich habe keine Ahnung, ob das Spiel besonders gut ist.

Aber auf der Schachtel ist ein Entenhintern zu sehen.

Und irgendwie musste der mit.

Mehr gibt es dazu eigentlich noch nicht zu sagen.

War of the 3 Sanchos

Auch War of the 3 Sanchos stammt aus einer solchen Restekiste.

Ein kleines taktisches Spiel, das wir bislang noch nicht ausprobiert haben.

Vielleicht erwartet uns hier eine schöne Überraschung. Vielleicht auch nicht.

Der Preis war jedenfalls niedrig genug, um das Risiko einzugehen.

KartenReich – ein Geschenk für Josef

Mit KartenReich gab es außerdem noch ein kleines Geschenk.

Maria hat das Solo-Kartenspiel für sein Patenkind Josef entdeckt und für gerade einmal einen Euro mitgenommen.

Wir werden sehen, wie ihm das Spiel gefällt.

Thron der Lügen

Thron der Lügen gehört ebenfalls zu den spontanen Anschaffungen.

Ich hatte vor der Messe davon gehört, konnte es vor Ort aber leider nicht ausprobieren.

Das Spiel klang interessant, der Preis war günstig und am Ende hat die Neugier gewonnen.

Manchmal reicht das eben schon.

Für die nächste Reise ist ebenfalls gesorgt

Eine Tradition, die sich bei uns inzwischen über viele Jahre entwickelt hat, sind Rätselspiele im Urlaub.

Gerade wenn wir in Jugendherbergen übernachten, landen regelmäßig Exit– oder Unlock!-Spiele auf dem Tisch.

Deshalb haben wir uns mit Unlock! Short Adventures: Der Pfad des Katana direkt schon einmal für die nächste Reise ausgestattet.

Die kürzeren Abenteuer eignen sich hervorragend, um zwischendurch gemeinsam zu rätseln, ohne gleich einen ganzen Abend verplanen zu müssen.

Damit wäre also auch dieser Programmpunkt für den nächsten Urlaub vorbereitet.

Ein Rezensionsexemplar: Amfibido

Einen besonderen Platz unter unseren Messemitbringseln nimmt Amfibido: A Dojo Duel ein.

Bereits vor der SPIEL hatte uns Ron Cadier von Roca Games angeschrieben und gefragt, ob wir Interesse hätten, sein Spiel kennenzulernen und darüber zu berichten.

Am Samstagmorgen konnten wir uns am Stand treffen und einen ersten Eindruck gewinnen.

Amfibido ist ein taktisches Kartenduell für zwei Personen. Wir stellen unsere Kämpfer zusammen, kombinieren unterschiedliche Fähigkeiten und versuchen, in mehreren Dojos die Oberhand zu gewinnen.

Ron hat uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar überlassen.

Der erste Eindruck macht neugierig. Bevor wir uns allerdings ein Urteil erlauben, möchten wir natürlich noch einige ausführliche Partien spielen.

Eine eigene Rezension ist deshalb bereits vorgesehen.

Und nun? Ab an den Spieltisch!

Wenn ich mir unsere Neuzugänge nach vier Tagen SPIEL ansehe, muss ich schon ein wenig schmunzeln.

Wir hatten uns hervorragend vorbereitet. Die Hügelzelter-App war mit Crowdfunding-Projekten gefüllt, wir hatten Wunschlisten erstellt, Podcasts gehört und zahlreiche interessante Spiele vorgemerkt.

Und am Ende? Sind wir nicht nur mit den geplanten Titeln, sondern auch mit Mystery Bags, gewonnenen Spielen, spontanen Grabbelkistenfunden, Erweiterungen und reichlich neuen Ideen nach Hause gefahren.

Manches davon stand seit Monaten auf unserer Wunschliste. Andere Spiele hätten wir ohne die Messe vermutlich niemals entdeckt.

Gerade das macht für mich einen großen Teil der Faszination aus.

Vier Tage waren wir gemeinsam unterwegs. Haben gespielt, gelacht, Menschen kennengelernt und unser Hobby genossen. Als Familie, mit unserem Freund Maria und bei zahlreichen Begegnungen mit anderen Brettspielbegeisterten.

Die vielen neuen Spiele sind dabei eigentlich nur ein Teil dessen, was wir von der SPIEL mitgenommen haben. Allerdings ein ziemlich großer Teil.

Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wann wir das alles spielen wollen.

Zum Glück haben wir dafür ja unsere Hügelzelter-App. Und die darf in den kommenden Wochen gerne wieder etwas häufiger entscheiden, was als Nächstes auf den Tisch kommt.

Nach der SPIEL ist schließlich vor dem nächsten Spieleabend.

SPIEL Essen 2026 – Vier Tage, viele Spiele und einige Überraschungen

Von Concordia über Generals of Kaladan bis Pictures: Was wir auf der SPIEL ausprobiert haben, welche Spiele uns begeistern konnten und was schließlich mit nach Hause durfte.

Vier Tage und jede Menge Spielzeit

Vier Tage SPIEL Essen. Das bedeutet nicht nur unzählige Schritte durch die Messehallen, volle Gänge und jede Menge Neuheiten, sondern vor allem die Gelegenheit, Spiele auszuprobieren.

Und genau das haben wir ausgiebig getan.

Während wir uns in unserem ersten Rückblick mit den Crowdfunding-Projekten und Verlagsbesuchen beschäftigt haben, soll es diesmal um die eigentlichen Spielerlebnisse gehen.

Am Donnerstag waren Maja, Josef und ich unterwegs. Freitag und Samstag verstärkte Maria unsere Runde, bevor am Sonntag auch Anne dazukam und wir als komplette Hügelzelter-Familie die letzten Stunden auf der Messe verbrachten.

Dabei haben wir uns keineswegs nur an unsere ursprünglichen Wunschlisten gehalten. Natürlich gab es Spiele, die wir unbedingt ausprobieren wollten. Aber mindestens genauso häufig führte uns ein freier Tisch zu einem Titel, den wir vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatten.

Und manchmal sind gerade das die schönsten Entdeckungen.

Donnerstag – Ein Klassiker, ein paar Überraschungen und die ersten Einkäufe

Concordia: Mare Nostrum – eine vollständige Partie mit Mac Gerdts

Gleich am ersten Messetag ergab sich eine Gelegenheit, die uns besonders gut gefallen hat.

Concordia ist schließlich bereits 2013 erschienen. Trotzdem hatten wir es bislang noch nie gespielt. Nun saßen wir auf der SPIEL am Tisch, und das Spiel wurde uns von Mac Gerdts persönlich vorgestellt und erklärt.

Gemeinsam mit Philipp, der ebenfalls Interesse hatte, spielten wir eine vollständige Partie auf der neuen Karte Mare Nostrum.

Und ja, eine vollständige Partie auf der SPIEL funktioniert durchaus!

Man hört gelegentlich, dass man auf einer Messe möglichst viele Spiele kurz anspielen sollte. Wir sehen das etwas anders. Gerade bei einem anspruchsvolleren Strategiespiel braucht es manchmal ein wenig Zeit, bis die Mechaniken ineinandergreifen und man wirklich erkennt, warum es Spaß macht.

Concordia hat uns mit seinem kartenbasierten Aktionssystem, dem Ausbau von Handelswegen und dem wirtschaftlichen Wettstreit jedenfalls überzeugt.

Und nicht zuletzt war es eine schöne gemeinsame Runde mit einem zuvor völlig unbekannten Mitspieler.Brettspiele sind eben auch ein soziales Medium.

Unser Fazit: Concordia und die Erweiterung sind eingezogen. Dass ich die Special Edition bereits im Crowdfunding unterstützt hatte, fiel mir leider erst später beim Eintragen in unsere App auf. Nun ja, doppelt hält besser.

Check Mates – klein, schnell und genau richtig für zwischendurch

Mit Check Mates landeten wir bei einem deutlich kleineren Spiel.

Wir haben uns die Regeln direkt vor Ort selbst erarbeitet und anschließend gespielt. Das Spiel ist schnell erklärt, braucht nicht viel Platz und dauert gerade einmal rund 15 Minuten.

Uns hat es gut gefallen. Kein Spiel, für das man einen ganzen Abend reserviert, aber genau die Art von Titel, die man zwischendurch immer wieder hervorholen kann.

Unser Fazit: Eingezogen.

Vroom – Brumm, brumm!

Von Vroom hatte ich schon im Vorfeld in einem Podcast gehört. Die Idee klang etwas albern, aber durchaus unterhaltsam.

Wir bewegen kleine Autos um Hindernisse und erzeugen dabei selbst die passenden Motorengeräusche. Überzeugt haben uns die „Legacy“ Elemente.

Das macht erstaunlich viel Spaß, solange man bereit ist, sich auf den Unsinn einzulassen.

Noch am selben Abend haben wir das Spiel bei meiner Schwester und ihrer Familie erneut ausgepackt. Auch dort kam es gut an.

Ob Vroom langfristig regelmäßig auf unserem Spieltisch landen wird, bleibt abzuwarten. Aber als kurzer Absacker ist es eine schöne Idee.

Unser Fazit: Eingezogen. Auf die weiteren Varianten in der Schachtel sind wir gespannt.

Compress – Nullen, Einsen und ein wenig Informatik

Ein Spiel mit Nullen und Einsen?

Da werde ich als Wirtschaftsmathematiker natürlich neugierig.

Compress reduziert seine Karten auf die beiden Ziffern des Binärsystems. Spielerisch erinnert das Ganze an „Ich packe meinen Koffer“, nur eben in einer etwas anderen, „mathematisch“ angehauchten Variante. (Falls Fragen aufkommen: Mathematisch, weil man sich das ganze über Zahlenfolgen gut merken kann)

Die Idee ist simpel, ungewöhnlich und hat uns gefallen.

Unser Fazit:

01010101 01101110 01110011 01100101
01110010 00100000 01000110 01100001
01111010 01101001 01110100 00111010
00100000 01000101 01101001 01101110
01100111 01100101 01111010 01101111
01100111 01100101 01101110 00101110.

Rätselboxen und alte Bekannte

Daneben haben wir uns bei iDventure und Puzzle Potato einige Rätselboxen angesehen und ausprobiert.

Uns dreien gefallen solche Knobeleien grundsätzlich sehr gut. Allerdings finde ich die Boxen teilweise recht teuer, wenn man berücksichtigt, dass sie in der Regel nur einmal gelöst werden können.

Interessanterweise haben beide Anbieter bereits gemeinsam eine Kickstarter-Kampagne durchgeführt. Einige ihrer Rätselwürfel stehen deshalb ohnehin schon bei uns zu Hause.

Für mich sind solche Rätselboxen allerdings nicht unbedingt klassische Brettspiele.

Außerdem haben Maja und Josef noch einmal Paco Ŝako angespielt, das bereits vor einigen Jahren bei uns eingezogen war.

Auch für solche kurzen Wiederbegegnungen ist auf der SPIEL immer wieder Zeit.

Freitag – Kooperative Abenteuer und ein langer Spieleabend

Mit Maria waren wir am Freitag zu viert unterwegs. Und damit boten sich noch einmal andere Möglichkeiten, insbesondere für kooperative Spiele und längere Partien.

Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft

Bereits 2025 war Das Schicksal der Gemeinschaft auf der SPIEL ein großes Thema. Damals hatten wir allerdings keine Gelegenheit gefunden, das Spiel auszuprobieren. In diesem Jahr ergab sich die Chance.

Das kooperative Spiel von Matt Leacock überträgt Grundideen aus Pandemic in die Welt von Der Herr der Ringe. Gemeinsam versuchen wir, die Gemeinschaft zu unterstützen, Bedrohungen abzuwehren und unsere jeweiligen Aufgaben zu erfüllen.

Wir konnten einen Teil der Partie anspielen, aber der erste Eindruck war ausgesprochen positiv.

Die Atmosphäre passt, die Mechaniken greifen gut ineinander und die bekannte Geschichte funktioniert als Grundlage für ein kooperatives Brettspiel.

Unser Fazit: Der Hype aus dem vergangenen Jahr erscheint uns durchaus gerechtfertigt. Das Spiel war sogar schon am Donnerstag bei uns eingezogen. Jetzt müssen wir nur noch die vollständige Partie nachholen.

Professor Boom – erst getestet, dann verschenkt

Ein weiterer Titel auf unserer Liste war Professor Boom von Reiner Knizia.

Knizia hat inzwischen so viele Spiele entwickelt, dass selbst bei Wer stiehlt mir die Show? seine Veröffentlichungszahl schon als Quizfrage taugt.

Professor Boom sah nett aus, und wir wollten das Spiel gerne als Dankeschön für unsere Neffen mitbringen, bei denen wir während der Messe übernachten durften.

Aber selbstverständlich sollte vor dem Verschenken noch ein Test stattfinden.

Der verlief gut genug, dass wir das Spiel mitgenommen haben.

Unser Fazit: Am Donnerstag eingezogen und am Samstag bereits wieder ausgezogen. Unsere Neffen haben sich hoffentlich darüber gefreut.

Confusing Lands – Josef auf Rekordjagd

Confusing Lands kannten wir bereits ausführlich.

Board Game Circus hatte uns das Spiel freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, und wir haben es seitdem häufig gespielt. Auch nach Veröffentlichung unserer Rezension landete es immer wieder auf dem Tisch, vor allem bei Maja und Josef.

Auf der SPIEL gab es nun einen Wettbewerb zum Spiel. Eine Gelegenheit, die sich die beiden natürlich nicht entgehen ließen.

Und was soll ich sagen? Josef steht seit Freitag mit seinem Ergebnis auf Platz eins der Wertungsliste. Und am Sonntagnachmittag stand er dort noch immer.

Vor unserem Einsatz

Ich bin gespannt, ob überhaupt noch jemand an dieses Ergebnis herangekommen ist. 64 Punkte sind nahe am theroetischen Maximum.

Yut Nori – ein Blick in die koreanische Spielkultur

Bei Queensell konnten wir Yut Nori ausprobieren, ein traditionelles koreanisches Spiel. Spielerisch fühlten wir uns stark an Mensch ärgere dich nicht erinnert. Wir haben zu viert einige Runden gespielt, fanden das Ganze in Ordnung, aber nicht so spannend, dass es unbedingt bei uns einziehen musste.

Interessanter war fast noch das Konzept des Verlags, traditionelle Spiele verschiedener Kulturen im Rahmen eines geplanten Crowdfundings neu zugänglich zu machen. Darunter ist laut Kickstarter Preview auch The Royal Game of Ur sein. Und Mesopotamien ist nun einmal ein Thema, bei dem ich ziemlich schnell hellhörig werde.

Diese Kampagne werde ich deshalb im Auge behalten.

Fateforge – ein Dungeon-Crawler, der vielleicht öfter auf den Tisch kommt

Mit Fateforge: Die Chroniken von Kaan begegnete uns ein kooperativer Dungeon-Crawler, der eigentlich genau in unser Beuteschema fällt.

Monster bekämpfen, Charaktere entwickeln und gemeinsam Abenteuer erleben: Das mögen wir sehr.

Unser Problem ist allerdings bekannt. Wir besitzen längst zahlreiche Kampagnenspiele, von denen einige noch nicht abgeschlossen und andere noch nicht einmal begonnen sind.

Was Fateforge für mich besonders interessant macht, ist die App-Unterstützung.

Normalerweise bin ich kein großer Freund davon, wenn Brettspiele zwingend digitale Unterstützung benötigen. Hier übernimmt die App allerdings einen erheblichen Teil der Verwaltung. Dadurch kann der Fokus stärker auf den Kämpfen und den eigentlichen Entscheidungen liegen.

Weniger Verwaltungsaufwand, kürzere Partien und weniger Materialchaos auf dem Tisch?

Das könnte tatsächlich dafür sorgen, dass wir ein solches Spiel häufiger zwischendurch hervorholen.

Unser Fazit: Die Demopartie hat uns gefallen. Trotzdem habe ich noch drei Tage überlegt, bevor Fateforge am Sonntag schließlich eingezogen ist.

Tempel der Fünf – wenn die Regeln nicht ganz stimmen

Bei Stonemaier Games war gerade ein Tisch frei. Eigentlich wollte ich etwas anderes ausprobieren. Aber ein freier Tisch und ein Spiel mit einer Pyramide sind schon eine verlockende Kombination.

Also setzten wir uns zu Tempel der Fünf. (Vorsicht Dad Joke: Auch wenn wir nur zu viert waren)

Leider stellte sich heraus, dass uns die Regeln nicht vollständig korrekt erklärt worden waren. Dadurch entwickelte sich eine Mechanik in unserer Partie deutlich anders, als sie eigentlich vorgesehen war. Das hat unseren Eindruck natürlich beeinflusst.

Aber auch mit diesem Wissen blieb am Ende das Gefühl, dass uns das Spiel nicht ausreichend begeistert hatte.

Unser Fazit: In Ordnung, aber nicht eingezogen.

Freitagabend – Board Game Theory und noch mehr Spiele

Nach einem langen Messetag hätte man eigentlich denken können, dass irgendwann genug gespielt ist.

Aber natürlich hatten wir für Freitagabend noch das Community-Treffen von Board Game Theory im Roll&Dine Bistro eingeplant.

Und dort wurde weitergespielt.

Flip 7: With a Vengeance – noch ein bisschen gemeiner

Flip 7 hatten wir auf der SPIEL 2025 kennengelernt und waren sofort begeistert.

Einfach, schnell und gerade für Gelegenheitsspieler hervorragend geeignet. Entsprechend häufig haben wir es seitdem auch verschenkt.

Mit Flip 7: With a Vengeance bekommt das bekannte Push-your-Luck-Prinzip nun eine weitere Variante. Beim Community-Treffen konnten wir es zusammen mit Timo und Chris ausprobieren.

Und tatsächlich: Das Spiel wird gemeiner.

Während es beim ursprünglichen Flip 7 hauptsächlich darum geht, das eigene Glück herauszufordern, können wir nun auch unsere Mitspieler gezielt ärgern.

Uns hat das Spaß gemacht. Allerdings dürfte die neue Variante nicht in jeder Spielrunde gleich gut ankommen.

Unser Fazit: Eingezogen, vorerst aber nur für uns selbst.

Heat – warum habe ich das eigentlich so lange ignoriert?

Heat war für mich lange ein Spiel, um das ich einen Bogen gemacht habe.

Ein Autorennspiel als Brettspiel? Das erschien mir irgendwie absurd.

Beim Community-Treffen haben wir dann doch eine Runde gespielt, ebenfalls mit Timo und Chris.

Und ich muss zugeben: Ich habe dem Spiel unrecht getan.

Die Kombination aus Handkartenmanagement, Geschwindigkeit und dem Risiko, in den Kurven die Kontrolle zu verlieren, funktioniert erstaunlich gut. Besonders in einer größeren Runde mit bis zu sechs Spielern kann ich mir das richtig unterhaltsam vorstellen.

Unser Fazit: Mein Versprechen: Wenn ich gewinne, dann kaufe ich es … Hätte ich auch gern getan. Bei Asmodee waren allerdings nur Erweiterungen verfügbar. Vielleicht zieht Heat also später noch bei uns ein.

Samstag – Entwicklerkontakte, Miniaturen und ungewöhnliche Ideen

Am Samstag stand unter anderem ein konkreter Termin auf unserem Programm.

Generals of Kaladan – ein Spiel aus Ägypten

Bereits vor der Messe hatte uns Sherif kontaktiert, einer der Entwickler von Generals of Kaladan: Age of Crowns.

Das Spiel wurde in Ägypten entwickelt und produziert. Ein Ansatz, den ich durchaus sympathisch finde, zumal man bei Sherif schnell merkt, wie viel Begeisterung und persönliche Arbeit in diesem Projekt steckt.

Am Freitag hatten wir uns kurz am Stand getroffen und für Samstag um elf Uhr eine Spielrunde vereinbart.

Generals of Kaladan ist ein Fantasy-Skirmish-Spiel, bei dem verschiedene Fraktionen mit ihren Helden und Einheiten auf einem modularen Hexfeld-Schlachtfeld gegeneinander antreten.

Würfel spielen dabei eine wichtige Rolle, während die eigentlichen Regeln vergleichsweise zugänglich bleiben.

Uns hat die Partie gefallen. Ich würde meinen ersten Eindruck irgendwo bei sechs bis sieben von zehn Punkten einordnen.

Josef war dagegen deutlich begeisterter.

Gerade die einfache Zugänglichkeit könnte dafür sorgen, dass er das Spiel auch mit seinen Freunden auf den Tisch bringt. Für gelegentliche Spieler ist das schließlich ein großer Vorteil.

Sherif hatte uns bereits im Vorfeld erzählt, dass rund 80 Prozent der Spieler nach einer Proberunde sein Spiel kaufen würden.

Nun, wir gehören offenbar dazu.

Unser Fazit: Eingezogen. Wir haben das Spiel regulär gekauft und kein angebotenes Rezensionsexemplar angenommen.

Zoology – wer bin ich, nur mit Tieren?

Manchmal beginnt eine Partie damit, dass man einfach vor einem freien Stehtisch stehen bleibt. So war es bei Zoology.

Das Spiel erinnert an klassische „Wer bin ich?“-Konzepte, arbeitet allerdings mit Tieren und ihren unterschiedlichen Eigenschaften.

Über die Einschätzung von Charakteristika versuchen wir, die richtigen Zuordnungen herauszufinden.

Die Idee war nett, das Spiel funktionierte und wir hatten durchaus Spaß. Mehr aber auch nicht. Stimmt nicht ganz: Wir haben Aufkleber bekommen … 🙂

Unser Fazit: In Ordnung, aber nichts für unsere Sammlung.

Whitehall – ein Fall für Scotland Yard?

Während ich bei The Army Painter eine Miniatur bemalte, haben die anderen Whitehall ausprobiert.

Das gehört für mich ebenfalls zu einer Brettspielmesse: Man muss nicht unbedingt jede Partie gemeinsam spielen, wenn sich unterschiedliche Interessen ergeben.

Nach dem, was mir anschließend berichtet wurde, erinnert sehr stark Whitehall an Scotland Yard. Passenderweise spielt das Ganze ebenfalls in London.

Einen ausführlicheren eigenen Eindruck kann ich allerdings nicht liefern, da ich diesmal nicht mitgespielt habe.

Isabella Lucy Bird – plötzlich zum Regelerklärer geworden

Bei Isabella Lucy Bird mussten wir uns zunächst selbst durch die Regeln arbeiten.

Das Roll-and-Write-Spiel war danach durchaus zugänglich, allerdings empfanden wir die Wertung nicht ganz rund. Irgendwie wollte der Funke nicht richtig überspringen.

Lustiger als die eigentliche Partie war schließlich eine Begegnung mit zwei Spielerinnen aus Hamburg am Nachbartisch.

Da wir die Regeln inzwischen verstanden hatten, konnte ich ihnen das Einlesen ersparen und erklärte kurzerhand das Spiel.

Offenbar machte ich meine Sache so überzeugend, dass ich zwischenzeitlich für einen Mitarbeiter des Standes gehalten wurde.

Irgendwann fiel dann allerdings auf, dass ich ebenfalls nur ein gewöhnlicher Messebesucher war.

Unser Fazit: Nicht eingezogen. Eine nette Begegnung war es trotzdem.

Yōtei – Kartoffeln, Japan und Worker-Placement

Yōtei war eines der Spiele, die mich schon vor der Messe interessiert hatten.

Das japanische Setting, die Gestaltung und die Verbindung aus Worker-Placement und Kartenentwicklung hatten meine Neugier geweckt.

Vor Ort wurde uns das Spiel direkt vom Entwickler erklärt.

Und irgendwie ist es schon witzig, wenn man in einem japanischen Setting Kartoffeln als wichtige Ressource nutzt, Karten kauft und versucht, seine eigene Stadt möglichst geschickt bzw. „beautiful“ weiterzuentwickeln.

Das Spiel hat uns jedenfalls gefallen.

Unser Fazit: Eingezogen.

Sonntag – mit Anne durch die Hallen

Am letzten Messetag war auch Anne dabei. Damit waren wir als Hügelzelter-Familie vollständig unterwegs.

Unser Schwerpunkt verschob sich nun etwas stärker zu zugänglichen Spielen, kleineren Titeln und Neuheiten, die man auch ohne lange Regellektüre ausprobieren konnte.

Manila – schön, aber nicht unser Spiel

Mit Manila wollten wir endlich einmal einen Vertreter der Stefan-Feld-City-Collection ausprobieren.

Optisch hat uns das Spiel durchaus gefallen.

Spielerisch konnte es uns allerdings nicht überzeugen. Der Glücksanteil war uns zu hoch, und die Mechaniken trafen nicht wirklich unseren Geschmack.

Schade, aber auch dafür sind Messetests schließlich da.

Unser Fazit: Nicht eingezogen.

Pili Pili – ein kleines Stichspiel

Pili Pili ist ein unkompliziertes Stichspiel, bei dem wir zunächst vorhersagen, wie viele Stiche wir erzielen werden.

Das Grundprinzip erinnert an eine Mischung aus einem klassischen Stichspiel und Wizard. Zusätzliche Regeln sorgen für etwas Abwechslung.

Das Ganze ist schnell erklärt und flott gespielt.

Kein spielerisches Schwergewicht, aber ein netter Kandidat für den Beginn oder das Ende eines Spieleabends.

Unser Fazit: Eingezogen.

Quick Stop – Buchstaben, Kategorien und viel Gelächter

Mit Quick Stop wurde es dann wieder deutlich lebhafter.

Das Partyspiel verbindet Buchstaben mit unterschiedlichen Kategorien. Wir haben gleich drei Varianten ausprobiert, darunter die klassische, eine Party- und eine Weihnachtsversion.

Und wir haben viel gelacht.

Gerade für größere Runden, in denen nicht jeder Lust auf komplexe Regeln hat, sind solche Spiele eine schöne Ergänzung.

Unser Fazit: Eingezogen.

Sonntagsmaler – malen, ohne zu sehen

Ein Spiel mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Titel.

Sonntagsmaler heißt im Englischen I suck at drawing, wobei der englische Name das Prinzip zumindest etwas besser beschreibt.

Wir müssen Begriffe zeichnen, während die Mitspieler versuchen, unsere Kunstwerke zu erraten. Der entscheidende Haken: Wir sehen nicht, was wir gerade malen.

Das führt natürlich zu reichlich absurden Ergebnissen und entsprechenden Lachern. Wir hatten Spaß, allerdings war uns der spielerische Reiz für eine dauerhafte Anschaffung nicht groß genug.

Unser Fazit: Lustig, aber nicht eingezogen.

Pictures – nach Jahren endlich ausprobiert

Pictures ist bereits 2020 mit dem Spiel-des-Jahres-Preis ausgezeichnet worden.

Trotzdem haben wir es bislang weitgehend ignoriert. Dabei erinnere ich mich noch daran, dass wir uns das Spiel schon 2019 einmal angesehen hatten.

Nun war es endlich so weit. Wir konnten Pictures direkt mit der Erweiterung Violett ausprobieren.

Das Spielprinzip ist ebenso einfach wie ungewöhnlich: Wir stellen Bilder mit unterschiedlichen Materialien nach und hoffen, dass unsere Mitspieler erkennen, welches Motiv gemeint ist.

Die Erweiterung bringt zusätzliche Möglichkeiten und neue Ideen mit.

Uns hat das ausgesprochen gut gefallen. Gerade die Verbindung aus Kreativität, Kommunikation und den völlig unterschiedlichen Materialien macht den Reiz aus.

Unser Fazit: Endlich eingezogen.

Dobble Connect – bekannt und doch etwas anders

Zum Abschluss wurde auch noch Dobble Connect ausprobiert, wobei ich selbst diesmal nicht dabei war.

Das bekannte Prinzip, möglichst schnell übereinstimmende Symbole zu erkennen, wird hier um eine zusätzliche räumliche Komponente ergänzt.

Mehr kann ich aus eigener Erfahrung nicht berichten.

Unser Fazit: Nicht eingezogen.

Vier Tage, viele Spiele – und noch lange nicht alles gesehen

Wenn ich unsere vier Messetage rückblickend betrachte, bin ich vor allem überrascht, wie viel wir tatsächlich spielen konnten.

Natürlich gab es immer wieder volle Tische, lange Schlangen und Spiele, die wir uns gerne angesehen hätten, für die aber schlicht die Zeit fehlte.

Trotzdem haben wir zahlreiche vollständige und kurze Partien erlebt, neue Mechaniken kennengelernt und einige wunderbare Begegnungen gehabt.

Gerade die Partien mit unbekannten Mitspielern, die Erklärungen direkt durch Entwickler und die spontanen Tests an freien Tischen sind etwas, das eine Brettspielmesse für mich besonders macht.

Nicht jedes Spiel hat uns überzeugt. Und das ist auch gut so.

Bei Manila, Zoology oder Tempel der Fünf blieb es beim Ausprobieren. Heat dagegen hat mich positiv überrascht, obwohl ich es jahrelang ignoriert hatte.

Und dann gab es natürlich die Spiele, bei denen wir nach der Partie ziemlich schnell wussten: Das muss mit.

Concordia, Generals of Kaladan, Yōtei, Pictures und einige weitere sind genau auf diese Weise in unsere Sammlung gewandert.

Manchmal reicht eben eine einzige Partie, um aus einer interessanten Neuheit einen neuen Bewohner unseres Spieleregals zu machen.

Damit wäre auch schon der Übergang zum dritten und letzten Teil unserer SPIEL-Nachberichterstattung geschafft.

Denn neben all den Spielen, die wir vor Ort ausprobieren konnten, haben wir natürlich noch einiges mehr mit nach Hause gebracht.

Manches stand schon lange auf unserer Wunschliste, anderes haben wir spontan entdeckt. Und bei einigen Dingen frage ich mich inzwischen selbst, wie sie eigentlich in unsere Taschen gekommen sind.

Aber dazu mehr in unserem nächsten Beitrag: Was sonst noch von der SPIEL Essen 2026 bei uns eingezogen ist.

SPIEL Essen 2026 – Crowdfunding zwischen Vorfreude, Überraschungen und schweren Kartons

Vier Tage SPIEL Essen, zahlreiche unterstützte Kampagnen und eine lange Liste mit Verlagen, die wir besuchen wollten. Was haben wir tatsächlich gesehen, erfahren und vielleicht sogar mit nach Hause genommen?

Vier Tage SPIEL – und eine lange Crowdfunding-Liste

Vier Tage SPIEL Essen liegen hinter uns. Vier Tage voller Brettspiele, Menschen, Gespräche und unzähliger Eindrücke. Donnerstag waren Maja, Josef und ich unterwegs. Freitag und Samstag begleitete uns zusätzlich Maria, und am Sonntag war mit Anne schließlich auch unsere Hügelzelter-Familie vollständig auf der Messe vertreten.

Wir sind unglaublich viel gelaufen, haben uns durch nahezu alle Hallen gearbeitet, zahlreiche Spiele ausprobiert und uns immer wieder treiben lassen. Ein mehrtägiger Familienausflug, ein bisschen Urlaub und vor allem vier Tage gemeinsames Hobby.

In unseren Vorberichten hatten wir uns allerdings besonders ausführlich mit einem Thema beschäftigt: Crowdfunding.

Nicht, weil wir deshalb nach Essen gefahren wären. Dafür lieben wir Brettspiele und die besondere Atmosphäre der SPIEL viel zu sehr. Aber unsere offenen Kickstarter- und Gamefound-Kampagnen hatten bei der Vorbereitung einen ungewöhnlich großen Raum eingenommen.

Mit unserer Hügelzelter-App hatte ich eine Übersicht erstellt, Verlage herausgesucht und überlegt, welche unterstützten Projekte wir vor Ort ansehen, ausprobieren oder sogar abholen könnten.

Die offizielle SPIEL-App war dabei eine hervorragende Ergänzung. Spiele und Verlage ließen sich vormerken und während der Messetage nach und nach abhaken. Das hat erstaunlich gut funktioniert und uns geholfen, trotz der riesigen Auswahl den Überblick zu behalten.

Aber was ist nun tatsächlich aus unseren Crowdfunding-Plänen geworden?

Fangen wir mit dem vielleicht schönsten Erfolg an.

Fairytale – endlich ein Happy End!

Auf Fairytale von Smartup Games hatten wir schon ziemlich lange gewartet. So lange, dass ich zwischenzeitlich durchaus befürchtet hatte, hier könnte uns unsere erste Crowdfunding-Kampagne begegnen, bei der am Ende gar kein Spiel ankommt.

Doch dann kam kurz vor der SPIEL die erfreuliche Nachricht: Wir könnten unser Exemplar direkt am Stand abholen.

Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt. Glücklicherweise waren wir erst am späten Nachmittag dort. Denn was uns erwartete, war eine riesige Kiste mit einem Gewicht von über zehn, beinahe elf Kilogramm.

Und die durfte ich anschließend noch rund zwei Stunden durch die Messehallen tragen.

Immerhin hatten wir ein Lastenrad dabei, mit dem wir unsere Errungenschaften später transportieren konnten. Darüber war ich an diesem Tag besonders froh.

Am Stand selbst war einiges los. Mein Eindruck war, dass zahlreiche Unterstützer ihre Exemplare abholten. Der Kontakt war freundlich, die Übergabe unkompliziert und als kleine Entschuldigung für die lange Wartezeit gab es sogar noch eine Tragetasche dazu.

Die sieht übrigens aus wie ein Kürbis. Ein ziemlich ungewöhnliches Erinnerungsstück.

Fairytale steht inzwischen bei mir im Homeoffice. Ausgepackt habe ich es bereits, und die ersten Eindrücke vom Material sind ausgesprochen positiv. Die Komponenten sehen hervorragend aus. Jetzt freue ich mich darauf, endlich auch spielerisch herauszufinden, was die riesige Box zu bieten hat.

Vor allem aber freue ich mich, dass diese lange Crowdfunding-Geschichte nun doch noch ein gutes Ende gefunden hat.

Meeple Pug – Mesopotamia, eine verpasste Abholung und Aeolis

Bei Meeple Pug stehen gleich drei unterstützte Projekte auf unserer Liste: Alexandria, Byzantion und Mesopotamia.

Gerade beim letzten Spiel wurde es unmittelbar vor der Messe noch einmal spannend. Kurz nach Veröffentlichung unseres Vorberichts hatte ich erfahren, dass Mesopotamia offenbar direkt auf der SPIEL abgeholt werden könnte.

Also machten wir uns auf zum Stand. Und tatsächlich: Dort standen riesige Kartons bereit, die an Unterstützer ausgegeben wurden.

Leider war meine Kiste nicht darunter.

Im Gespräch mit einer freundlichen Mitarbeiterin stellte sich zunächst heraus, dass ich eigentlich bereits eine Versandbestätigung hätte erhalten sollen. Eine solche Nachricht war bei mir allerdings nicht angekommen.

Wir vereinbarten, dass ich mich noch einmal per E-Mail melden würde. Das habe ich natürlich direkt am Abend erledigt und in den folgenden Tagen mein Postfach deutlich häufiger aktualisiert als gewöhnlich.

Bei einem weiteren Besuch am Stand gab es schließlich die Erklärung: Ich hatte die Pre-Painted-Variante unterstützt, bei der die Miniaturen bereits mit einem Shading versehen sind. Diese Version war offenbar noch nicht versandbereit, während andere Ausführungen bereits ausgegeben wurden.

Also doch keine riesige Mesopotamia-Kiste für uns.

Einerseits vielleicht gar nicht so schlimm. Die Versandkosten waren ohnehin bezahlt und nach Fairytale war ich nicht unbedingt darauf erpicht, gleich den nächsten schweren Karton durch die Hallen zu schleppen.

Andererseits gilt für mich weiterhin: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Wenn das Spiel schon zu Hause steht, dann steht es eben zu Hause.

Und plötzlich stand Aeolis auf dem Tisch

Unser Besuch bei Meeple Pug entwickelte sich allerdings noch in eine ganz andere Richtung.

Während wir uns die übrigen Spiele ansahen, kamen wir mit dem Verlagsinhaber ins Gespräch. Dabei wurde uns Aeolis vorgestellt, ein kooperatives Area-Control-Spiel mit einem antiken Setting.

Kooperatives Area Control? Da war ich zunächst skeptisch. Das klingt nach einer ungewöhnlichen Kombination, und ich war nicht sofort überzeugt, dass das funktionieren würde.

Allerdings hat das Spiel einen entscheidenden Vorteil: Es spielt in der Antike.

Und wer unsere bisher unterstützten Meeple-Pug-Projekte kennt, dürfte wissen, dass man mich mit diesem Thema ziemlich leicht neugierig machen kann.

Das bemerkte offenbar auch unser Gesprächspartner. Als er erfuhr, dass wir bereits drei seiner Spiele im Crowdfunding unterstützt hatten, war die Freude groß. Das wurde dann auch direkt den anderen Mitarbeitern am Stand mitgeteilt.

Ein nettes Gespräch, ein interessanter erster Eindruck und schließlich ein freundlicher Vorzugspreis.

Was soll ich sagen? Aeolis ist eingezogen.

Eigentlich waren wir gekommen, um ein bereits bezahltes Spiel abzuholen. Am Ende gingen wir mit einem anderen, neu gekauften Spiel nach Hause.

So funktioniert die SPIEL.

Ludivore – ein Wiedersehen mit Neil Edwards

Bereits auf der SPIEL 2025 hatten wir Neil Edwards von Ludivore kennengelernt. Damals warteten wir noch auf unser unterstütztes Aspen, das kurz nach der Messe bei uns eintraf und uns ausgesprochen gut gefiel.

Entsprechend hatte ich mich auf ein Wiedersehen gefreut.

Tatsächlich haben wir Neil auch getroffen, allerdings blieb es diesmal bei einem kurzen Gespräch. Von der neuen Spielentwicklung, über die er mir bereits per E-Mail berichtet hatte, gab es noch nichts zu sehen. Dafür ist das Projekt offenbar noch nicht weit genug.

Und auf den Dice Tray, den ich irgendwann einmal bekommen sollte, wollte ich nun auch nicht unbedingt herumreiten.

Schön war es trotzdem, sich nach unserem ersten Kontakt im vergangenen Jahr wieder persönlich zu begegnen. Vielleicht gibt es auf der nächsten SPIEL ja schon mehr zu entdecken.

ICE Makes – Terrorscape 2 und die Frage nach den Neoprenmatten

Terrorscape hatten wir seinerzeit freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten. Das hat uns natürlich gefreut, auch wenn wir unsere Bewertungen davon selbstverständlich nicht beeinflussen lassen.

Das Spiel selbst hatte uns so gut gefallen, dass wir die Fortsetzung Terrorscape 2 ganz regulär im Crowdfunding unterstützt haben.

Besonders interessant fand ich vor Ort die neuen austauschbaren Gebäudefronten. Während das asymmetrische Spielprinzip mit Killer und Überlebenden erhalten bleibt, sollen die unterschiedlichen Schauplätze durch wechselnde Fassaden auch optisch deutlicher voneinander unterscheidbar werden.

Das sah wirklich gut aus. Eine einfache Idee, die das bekannte Material sinnvoll ergänzt.

Weniger überzeugt haben mich dagegen die angebotenen Neoprenmatten. Und das will bei mir schon etwas heißen.

Ich mag Neoprenmatten ausgesprochen gerne. Im vergangenen Jahr habe ich mir sogar eine große Neoprenauflage für unseren Brettspieltisch anfertigen lassen.

Aber bei Terrorscape passt das für mich nicht so richtig zusammen. Das Spiel lebt optisch stark von seinem dreidimensionalen Gebäude aus Pappe. Dieses auf eine zusätzliche Neoprenmatte zu stellen, wirkt auf mich eher unnötig und teilweise sogar etwas wackelig.

Interessanterweise waren die Matten auch auf den aufgebauten Spieltischen am Stand nicht im Einsatz. Ob das etwas bedeutet, weiß ich natürlich nicht. Mich hat es jedenfalls darin bestärkt, dass wir diese Ergänzung nicht unbedingt brauchen.

Auf das eigentliche Spiel freue ich mich dagegen weiterhin sehr.

KepKop – Arche Nova und ein kleiner Münzenfetisch

Ein weiterer Besuch führte uns zu den Komponenten der aufwendig ausgestatteten Arche Nova-Upgrades.

Und hier kann ich es kurz machen: Ich bin ausgesprochen froh, dass ich die Kampagne unterstützt habe.

Die ausgestellten Komponenten sahen hervorragend aus. Gerade die hochwertige Gestaltung, die Acrylteile und die zusätzlichen Ausstattungselemente haben mich überzeugt.

Im Netz und in den Gamefound-Kommentaren gab es durchaus Kritik an den Münzen. Insbesondere die Farbgestaltung scheint nicht jedem zu gefallen.

Mir dagegen schon. Sogar so gut, dass ich inzwischen überlege, die Münzen nachzubestellen.

Ursprünglich hatte ich darauf verzichtet, weil Geld in Arche Nova für mein Empfinden nicht unbedingt die wichtigste Komponente ist.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich in den vergangenen Jahren einen gewissen Münzenfetisch entwickelt habe. Gute Metallmünzen oder hochwertige Spielwährungen haben einfach ihren Reiz.

Und so könnte es passieren, dass ich bei dieser Kampagne doch noch einmal nachlege.

Mindclash Games – Voidfall, Revenant und Resurgence

Voidfall ist eines dieser Spiele, bei denen ich mir nach jeder Beschäftigung damit denke: Das müsste eigentlich viel häufiger auf den Tisch.

Ein großartiges Science-Fiction-Strategiespiel, hervorragende Optik und unglaublich viele Möglichkeiten.

Mit dem Grundspiel und Revenant haben wir inzwischen schon einiges aus dem Universum bei uns stehen. Trotzdem haben wir natürlich auch Resurgence unterstützt.

Auf der SPIEL konnten wir uns die ausgestellten Inhalte noch einmal ansehen, was die Vorfreude auf die Erweiterung durchaus verstärkt hat.

Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass wir das vorhandene Material längst nicht ausreichend gespielt haben.

Das ist bei großen Expertenspielen und umfangreichen Kampagnen inzwischen wohl unser größtes Problem: nicht mangelnde Begeisterung, sondern mangelnde Zeit.

Trotzdem: Voidfall muss unbedingt wieder auf den Tisch.

Awaken Realms – vieles gesehen, wenig gezielt besucht

Bei Awaken Realms hatten wir uns vor der Messe besonders viel vorgenommen. Schließlich gehören gleich mehrere unserer offenen Projekte zu diesem Verlag.

Nemesis war auf der Messe durchaus präsent. Auch einen Blick auf Lands of Evershade konnten wir werfen. Allerdings verteilten sich die verschiedenen Spiele und Präsentationen über mehrere Bereiche und teilweise auch über andere Verlage.

So richtig gezielt haben wir die einzelnen Projekte deshalb letztlich gar nicht verfolgt.

Einerseits schade, andererseits bin ich bei Awaken Realms vergleichsweise entspannt. Der Verlag hat inzwischen viel Erfahrung mit großen Crowdfunding-Kampagnen, und wir haben bereits zahlreiche Spiele von ihm erhalten.

Ich freue mich deshalb weiterhin auf Agricola Special Edition, Concordia Special Edition, Galileo’s Truth, Nemesis: Legacy, Lands of Evershade und die weiteren offenen Projekte.

Irgendwann werden die großen Kartons schon bei uns eintreffen.

Chip Theory Games und Frosted Games – The Elder Scrolls muss noch warten

Auf The Elder Scrolls: Betrayal of the Second Era in deutscher Sprache warten wir inzwischen schon eine ganze Weile.

Die englische Ausgabe ist längst erschienen, und entsprechend konnte man das Spiel auch auf der SPIEL bei Frosted Games wieder sehen.

Allerdings hatten wir es bereits in den vergangenen Jahren betrachtet. Deshalb haben wir diesmal auf eine weitere ausführliche Beschäftigung verzichtet und warten einfach die hoffentlich letzten Wochen bis zur deutschen Auslieferung ab.

Ganz ohne Einkauf sind wir bei Frosted Games allerdings nicht weggekommen. Mit Laborratten und Riffle haben wir zwei Ergänzungen für Too Many Bones mitgenommen.

Wenn man schon einmal bei einem Verlag steht, der Spiele mit diesen wunderbaren schweren Pokerchips anbietet, kann man schließlich schlecht mit leeren Händen weitergehen.

Mehr dazu dann in unserem Bericht über die Neuzugänge.

Brueh Games – Flame & Forge und die Sache mit den Spielertableaus

Bei Brueh Games haben wir uns insbesondere Flame & Forge angesehen. Das Spiel befindet sich noch in der Entwicklung, entsprechend gab es vor Ort einen Prototyp zu sehen.

Die Mischung aus Worker-Placement, Deckbuilding und Fantasy-Thema klingt weiterhin interessant. Allerdings bin ich bei den Spielertableaus noch etwas skeptisch. Gerade beim Platzieren der verschiedenen Komponenten sah das Ganze auf mich stellenweise etwas hakelig aus.

Hier würde ich mir Dual-Layer-Boards wünschen, bei denen die Spielsteine und Marker in Vertiefungen liegen und nicht so leicht verrutschen.

Ob das bei dem Preis des Spiels realistisch ist, weiß ich natürlich nicht. Aber notfalls gibt es ja noch eine andere Lösung.

Mit meinem 3D-Drucker habe ich inzwischen schon zahlreiche Inserts und Zubehörteile für Brettspiele hergestellt, darunter auch für Keep the Heroes Out! aus dem Hause Brueh Games.

Vielleicht wird Flame & Forge also irgendwann ebenfalls ein kleines Druckprojekt.

Contention Games – Slay the Spire: Downfall

Slay the Spire gehört für uns zu den besonders gelungenen Deckbuilding-Spielen. Das ursprüngliche Brettspiel haben wir relativ zügig durchgespielt, und uns allen hat es viel Spaß gemacht.

Entsprechend freuen wir uns auf Downfall.

Interessant finde ich allerdings, dass Contention Games mit Downfall eine Erweiterung auf Basis einer ursprünglich aus der Community stammenden Modifikation umsetzt, statt direkt einen zweiten großen Brettspielteil anzugehen.

Auf der SPIEL waren einige Elemente von Downfall zu sehen. Im Mittelpunkt stand allerdings vielerorts weiterhin das bekannte Grundspiel, das an verschiedenen Stellen präsentiert und gespielt wurde.

Wir kennen das Grundspiel, mögen es sehr und freuen uns darauf, mit Downfall wieder neue Herausforderungen zu bekommen.

Zombicide – jetzt bei Asmodee

Auch Zombicide: Dead Men Tales wollten wir uns ansehen.

Bei der Vorbereitung hatte ich zunächst noch CMON als Verlag in unserer App stehen. Tatsächlich liegen die Rechte inzwischen bei Asmodee, und die neue Piratenvariante erscheint unter Fantasy Flight Games.

Auf der Messe war Dead Men Tales aufgebaut und zu sehen. Leider war am Stand ziemlich viel los, sodass wir nicht wirklich an einen Spieltisch herankamen.

Ein kurzer Blick auf das Material und einige Karten musste deshalb reichen.

Spielerisch erwarte ich keine vollständige Neuerfindung. Das bekannte kooperative Zombicide-Prinzip funktioniert für uns gut, und mit dem Piratensetting kommt eine interessante neue Umgebung hinzu.

Wenn daraus am Ende wieder ein solides, unterhaltsames Spiel mit vielen Untoten wird, bin ich schon zufrieden.

Kurze Besuche und verpasste Gelegenheiten

Natürlich hat nicht jeder geplante Verlagsbesuch zu einem längeren Gespräch oder einer ausführlichen Präsentation geführt.

FryxGames – Terraforming Mars

Bei FryxGames waren wir nur kurz. Immerhin konnten wir einige Promokarten für Terraforming Mars: Ares Expedition mitnehmen.

Von The Legacy of Mars haben wir dagegen nicht viel gesehen. Es war bereits unser dritter Messetag und wir befanden uns kurz vor unserem abendlichen Aufbruch. Irgendwann lassen auch die Aufmerksamkeit und die Zeit für ausführliche Gespräche nach.

Haumea Games – Eternitium

Bei Eternitium ist es fast schon kurios.

Wir müssen unzählige Male durch die entsprechende Gegend in Halle 3 gelaufen sein. Trotzdem haben wir es geschafft, den Stand immer wieder zu übersehen.

Einen flüchtigen Blick auf das Spiel gab es zwar aus der Ferne, aber eine richtige Beschäftigung damit leider nicht.

Dabei bin ich auf dieses vergleichsweise kleine Deckbuilding-Spiel weiterhin gespannt. Es war irgendwann einmal ein eher spontaner Crowdfunding-Pick. Inzwischen sieht es so aus, als würde Eternitium auch bei seiner Auslieferung noch eine echte Überraschung sein.

Tycoon Games – Everdell Journeys

Auch bei Tycoon Games haben wir vorbeigeschaut.

Der Stand war für mein Empfinden allerdings eher nüchtern gestaltet und wirkte hauptsächlich wie eine Verkaufsfläche. Einige einfache Spieltische waren aufgebaut, aber insgesamt hat mich die Präsentation nicht sonderlich angesprochen.

Everdell Journeys kommt außerdem gerade erst aus seiner Crowdfunding-Kampagne. Entsprechend gab es aus meiner Sicht noch nicht allzu viel Neues zu entdecken.

Also sind wir weitergezogen.

Roxley Games – Brass: Birmingham

Roxley Games selbst war nicht auf unserer Messe vertreten. Trotzdem begegnete uns Brass: Birmingham gelegentlich an anderen Stellen.

Ich bin nach wie vor gespannt auf dieses hoch bewertete Strategiespiel, das seit Jahren zu den Favoriten der BoardGameGeek-Community gehört.

Irgendwann werden wir herausfinden, ob es die hohen Erwartungen auch bei uns erfüllen kann.

Eagle-Gryphon Games – The Great Library

Auch von The Great Library haben wir leider nichts Konkretes gesehen.

Andere Spiele von Vital Lacerda waren durchaus präsent. Wir haben uns kurz damit beschäftigt und uns am Stand umgesehen.

Zu Hause wartet inzwischen ohnehin schon On Mars auf unserem großen Brettspieltisch. Das Spiel habe ich aufgebaut und möchte es in den kommenden Tagen endlich ausprobieren.

Ein weiterer großer Lacerda-Titel muss also vielleicht nicht sofort dazukommen.

Dragori Games – eine Überraschung mitten in der Nacht

Eine der erfreulichsten Nachrichten erreichte uns ausgerechnet von einem Verlag, der gar nicht auf der SPIEL vertreten war.

Mit Dragori Games standen wir bereits seit längerer Zeit im Zusammenhang mit Odalin: Dungeons of Doom in Kontakt. Uns fehlten noch einige Komponenten, und besonders an einer deutschen Sprachfassung waren wir weiterhin interessiert.

In der Nacht von Freitag auf Samstag erreichte mich dann eine E-Mail: Es waren tatsächlich noch deutsche Sprachpakete gefunden worden, und wir konnten unsere Bestellung entsprechend ergänzen.

Außerdem sollten wir die noch fehlenden Boss-Miniaturen beziehungsweise Erweiterungskomponenten erhalten können.

Und wenn man schon einmal dabei ist, kann man sich natürlich auch noch ein paar Acrylmarker gönnen.

Also habe ich mitten in der Nacht den angepassten Pledge bezahlt.

Ein kleiner Einkaufsbummel während der SPIEL, ohne überhaupt an einem Messestand zu stehen.

Ich habe mich darüber wirklich gefreut. Gerade weil sich der Kontakt und die Suche nach den fehlenden Komponenten schon über einen längeren Zeitraum hingezogen hatten.

Nun können wir Odalin hoffentlich bald mit der gewünschten deutschen Ausstattung weiterspielen.

Hat sich unsere Crowdfunding-Vorbereitung gelohnt?

Unbedingt.

Nicht jeder geplante Besuch hat funktioniert. Einige Stände haben wir übersehen, bei anderen gab es wenig Neues zu sehen und manche Spiele waren schlicht noch nicht weit genug entwickelt.

Aber darum ging es letztlich auch gar nicht ausschließlich.

Wir haben Fairytale endlich nach Hause gebracht, bei Meeple Pug eine unerwartet nette Begegnung erlebt und mit Aeolis sogar ein zusätzliches Spiel entdeckt. Wir konnten uns zahlreiche Komponenten und Prototypen ansehen, unsere Vorfreude auf offene Kampagnen bestätigen und an einigen Stellen auch kritische Eindrücke sammeln.

Und ausgerechnet Dragori Games hat uns ohne eigenen Messeauftritt eine der schönsten Nachrichten des Wochenendes geschickt.

Gerade diese Mischung macht für mich den Reiz aus.

Unsere Crowdfunding-Liste und die Vorbereitung mit der Hügelzelter-App haben uns geholfen, gezielter durch die Messe zu gehen. Aber sie haben den Besuch nicht bestimmt.

Wir hatten vier Tage Zeit, um gemeinsam zu spielen, uns umzusehen und uns überraschen zu lassen.

Und genau das haben wir auch getan.

Dass wir dabei gelegentlich mit weiteren Spielen nach Hause gekommen sind, obwohl wir eigentlich nur nach einer bereits unterstützten Kampagne fragen wollten, gehört wohl einfach dazu.

Im nächsten Teil unserer SPIEL-Nachberichterstattung soll es deshalb um das gehen, was wir in Essen am liebsten gemacht haben: spielen.

Denn davon gab es reichlich. Und manche dieser Partien haben unmittelbar dafür gesorgt, dass unsere Taschen anschließend noch ein wenig schwerer wurden.

Unsere Crowdfunding-Warteliste geht auf Reisen

In unserem ersten Vorbericht zur SPIEL Essen 2026 haben wir bereits erzählt, wie wir uns auf die vier Messetage vorbereiten und welche Rolle unsere Hügelzelter-App dabei inzwischen spielt.

Ein besonderer Schwerpunkt war in diesem Jahr die Durchsicht unserer offenen Crowdfunding-Kampagnen. Über Kickstarter und Gamefound haben wir in den vergangenen Jahren schließlich eine ganze Reihe von Brettspielen unterstützt, die noch immer auf ihre Auslieferung warten.

Und genau diese Spiele wollen wir in Essen möglichst wiedersehen. Oder überhaupt zum ersten Mal sehen. Denn zwischen einem hübschen Kampagnenvideo und einem aufgebauten Spiel auf dem Messetisch liegt bekanntlich manchmal eine ganze Menge.

Wir haben uns deshalb eine Liste mit Verlagen zusammengestellt, die wir gerne besuchen möchten. Mal geht es uns darum, einen Prototyp auszuprobieren, mal möchten wir nach dem aktuellen Stand der Auslieferung fragen. Und manchmal würden wir auch einfach gerne die Menschen hinter den Projekten kennenlernen.

Ludivore – mit Aspen schließt sich ein Kreis

Wie schön solche Begegnungen sein können, haben wir bereits im vergangenen Jahr erlebt.

Damals warteten wir voller Vorfreude auf Aspen von Ludivore, das wir zuvor im Crowdfunding unterstützt hatten. Schon während der Kampagne und in den Monaten danach standen wir mit Neil Edwards in Kontakt. Auf der SPIEL 2025 ergab sich dann die Gelegenheit, erstmals persönlich miteinander zu sprechen.

Kurz darauf traf Aspen schließlich bei uns ein. Und das Spiel hat uns begeistert. Es gehört zu unseren liebsten Crowdfunding-Entdeckungen des vergangenen Jahres.

Umso mehr freue ich mich darauf, Neil in diesem Jahr wiederzusehen. Der Kontakt ist schließlich nicht mit der Auslieferung abgebrochen, sondern hat uns noch einige Zeit begleitet.

Vielleicht ist genau das einer der schönsten Aspekte am Crowdfunding: Man unterstützt nicht nur die Entwicklung eines Brettspiels, sondern kommt gelegentlich auch mit den Menschen dahinter in Kontakt.

Und nachdem wir diese Erfahrung mit Ludivore gemacht haben, möchten wir die SPIEL 2026 nutzen, um auch bei anderen unterstützten Projekten persönlich vorbeizuschauen.

Awaken Realms – gleich sieben Projekte auf unserer Liste

Beginnen wir mit einem Verlag, der in unserer Crowdfunding-Sammlung mittlerweile einen ziemlich großen Platz einnimmt: Awaken Realms.

Gleich sieben Projekte stehen auf unserer aktuellen Warteliste. Dabei ist die Bandbreite erstaunlich groß. Von klassischen Eurogames über düstere Science-Fiction-Abenteuer bis hin zu Pen-&-Paper-Rollenspielen ist einiges vertreten.

Agricola Special Edition

Mit Agricola erhält einer der großen Worker-Placement-Klassiker von Uwe Rosenberg eine besonders aufwendig ausgestattete Neuauflage. Wir entwickeln unseren Bauernhof, bestellen Felder, züchten Tiere und versuchen, unsere Familie durch die nächste Ernte zu bringen.

Spielerisch bleibt das anspruchsvolle Ressourcenmanagement das Herzstück. Besonders neugierig bin ich auf die neue Ausstattung und darauf, wie sehr diese das Spielgefühl verändert.

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Concordia Special Edition

Auch Concordia bekommt eine Neuauflage. Hier bauen wir im Römischen Reich unser Handelsnetz aus, errichten Handelshäuser und verbessern durch geschickt eingesetzte Aktionskarten unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten.

Das Kartensystem, bei dem wir unsere bereits ausgespielten Aktionen erst wieder zurückholen müssen, gehört zu den interessanten Elementen des Spiels. Auch hier möchten wir sehen, was Awaken Realms aus dem Klassiker gemacht hat.

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Galileo’s Truth

Bei Galileo’s Truth führt uns Awaken Realms in die Welt der frühen Wissenschaft. Wir übernehmen die Rolle von Gelehrten, sammeln Erkenntnisse und entwickeln unsere wissenschaftlichen Möglichkeiten weiter.

Mechanisch verbindet das Spiel Worker-Placement mit Kartenentwicklung und Ressourcenmanagement. Interessant klingt insbesondere, wie wir durch wissenschaftlichen Fortschritt nach und nach neue Aktionsmöglichkeiten erschließen.

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Lands of Evershade

Mit Lands of Evershade geht es wieder mitten hinein in die Fantasy-Welt. Das Spiel verbindet die Erkundung einer umfangreichen Spielwelt mit Charakterentwicklung, taktischen Kämpfen und einer fortlaufenden Geschichte.

Gerade solche großen Abenteuer reizen uns immer wieder. Deshalb hoffe ich, dass wir in Essen einen ausführlicheren Blick auf das Spiel werfen und vielleicht sogar einige Mechaniken ausprobieren können.

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Nemesis: Legacy

Nemesis gehört zu den Spielen, die Spannung, Misstrauen und Science-Fiction-Horror besonders gelungen miteinander verbinden. Nun soll die Reihe um eine Legacy-Variante erweitert werden.

Unsere Entscheidungen und die Ereignisse einzelner Partien verändern dabei den Verlauf einer größeren Kampagne. Gerade die Verbindung aus Survival-Horror und langfristigen Konsequenzen klingt spannend. Wir haben uns für den Collector’s Pledge entschieden und möchten natürlich sehen, wie sich das Projekt entwickelt.

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Tainted Grail – gleich zweimal als Rollenspiel

Etwas aus der Reihe fallen unsere beiden unterstützten Pen-&-Paper-Projekte: Tainted Grail TTRPG: Life and Death in Avalon und Tainted Grail TTRPG: Song of a Dying World.

Beide entführen uns in die düstere, von Artussagen inspirierte Welt von Tainted Grail. Im Gegensatz zu den Brettspielen stehen hier das gemeinsame Erzählen, die Entwicklung eigener Charaktere und die Entscheidungen innerhalb einer von der Spielleitung gestalteten Geschichte im Mittelpunkt.

Besonders interessant finde ich die Frage, wie die beiden Rollenspielprojekte unterschiedliche Zugänge zur gleichen Spielwelt eröffnen. Sollten wir Gelegenheit dazu bekommen, würden wir uns gerne genauer über die Unterschiede und den Entwicklungsstand informieren.

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Meeple Pug – drei Reisen in die Antike

Mit Meeple Pug steht ein weiterer Verlag auf unserer Liste, bei dem wir gleich drei Kampagnen unterstützt haben. Alle drei beschäftigen sich mit historischen Zivilisationen, setzen spielerisch aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Alexandria

In Alexandria entwickeln wir die berühmte antike Metropole und versuchen, mit unseren jeweiligen Fraktionen möglichst großen Einfluss auf ihre Entwicklung zu nehmen.

Das Strategiespiel verbindet unter anderem Würfeldrafting, Handel und technologische Entwicklung. Besonders interessant klingt, dass der gemeinsame Aufbau der Stadt immer wieder auch unseren Mitspielern zugutekommt.

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Byzantion

In Byzantion geht es um politische und militärische Machtkämpfe im Byzantinischen Reich. Unterschiedliche Fraktionen versuchen, ihre Interessen durchzusetzen und ihren Einfluss zu vergrößern.

Neben dem historischen Thema und der aufwendigen Ausstattung interessieren mich besonders die unterschiedlichen strategischen Möglichkeiten. Hier möchten wir außerdem nachfragen, wann wir mit der Auslieferung rechnen können.

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Mesopotamia

Mesopotamia führt uns noch weiter zurück in die Vergangenheit. Zwischen Euphrat und Tigris entwickeln wir unsere eigene Zivilisation, erforschen neue Technologien, errichten Städte und konkurrieren um Ressourcen und Einfluss.

Das Spiel greift klassische 4X-Elemente auf: Erkunden, Expandieren, Ausbeuten und Erobern. Besonders interessant finde ich das Forschungssystem, durch das sich unsere Aktionsmöglichkeiten im Spielverlauf verbessern.

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Große Abenteuer und kooperative Kampagnen

Natürlich dürfen auf unserer Liste die großen kooperativen Abenteuer nicht fehlen. Gerade hier gibt es einige Projekte, auf die wir schon länger gespannt sind.

Chip Theory Games / Frosted Games – The Elder Scrolls: Betrayal of the Second Era

Die Welt von The Elder Scrolls kennen wir natürlich vor allem aus den Computerspielen. Betrayal of the Second Era bringt dieses Universum als umfangreiches kooperatives Abenteuer auf den Spieltisch.

Wir erschaffen eigene Charaktere, entwickeln ihre Fähigkeiten weiter und erleben Kampagnen in den verschiedenen Regionen Tamriels. Taktische Kämpfe, Charakterentwicklung und zahlreiche individuelle Möglichkeiten sollen dabei für Abwechslung sorgen.

Besonders gespannt sind wir inzwischen auf die deutsche Ausgabe von Frosted Games. Auf diese warten wir schon eine ganze Weile, nun soll sie endlich bald erscheinen. Entsprechend möchten wir bei Frosted Games nachfragen, wie der aktuelle Stand aussieht und wann wir tatsächlich mit unserem Spiel rechnen dürfen.

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Contention Games – Slay the Spire: Downfall

Slay the Spire gehört zu den bekanntesten Deckbuilding-Spielen am Computer. Die Brettspielumsetzung hat das Prinzip aus Kartenoptimierung, taktischen Kämpfen und immer neuen Kombinationen sehr erfolgreich übernommen.

Mit Downfall kommen zusätzliche spielbare Charaktere und neue Herausforderungen hinzu. Wir sind gespannt, wie die Erweiterung das bekannte Spielprinzip verändert und welche neuen Möglichkeiten sich bei der Zusammenstellung unserer Kartendecks ergeben.

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ICE Makes – Terrorscape 2

Bei Terrorscape 2 erwartet uns erneut asymmetrischer Survival-Horror. Eine Seite übernimmt die Rolle eines Killers, während die anderen Spieler versuchen, sich zu verstecken, hilfreiche Gegenstände zu finden und schließlich zu entkommen.

Neue Charaktere, Schauplätze und Fluchtmöglichkeiten sollen das Katz-und-Maus-Spiel erweitern. Hier würden wir gerne sehen, welche neuen Ideen gegenüber dem ursprünglichen Terrorscape hinzugekommen sind.

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Smartup Games – Fairytale

Fairytale ist ein kooperatives Fantasy-Abenteuer mit tierischen Helden, einer märchenhaften Spielwelt und einer Geschichte voller Entscheidungen. Erkundung, Begegnungen und taktische Kämpfe bilden dabei die Grundlage.

Auf dieses Spiel freuen wir uns in Essen ganz besonders, allerdings aus einem etwas anderen Grund: Nach unserer Kontaktaufnahme mit Smartup Games können wir unser unterstütztes Exemplar direkt auf der Messe abholen.

Nach den zahlreichen Verzögerungen und meinen zwischenzeitlichen Zweifeln an einer erfolgreichen Auslieferung dürfte das ein erfreulicher Abschluss dieser Crowdfunding-Geschichte werden. Einen ausführlichen Spielbericht soll es natürlich ebenfalls geben.

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Erweiterungen und neue Kapitel bekannter Spiele

Nicht jedes unserer offenen Projekte ist ein vollständig neues Spiel. Einige Kampagnen erweitern Spiele, die wir bereits kennen und bei denen längst einiges im heimischen Spieleregal steht.

Mindclash Games – Voidfall: Resurgence

Mit Voidfall haben wir uns bereits intensiv beschäftigt. Das große Science-Fiction-Strategiespiel verbindet komplexes Engine-Building, galaktische Expansion und nahezu glücksfreie taktische Kämpfe.

Und mit dem Grundspiel sowie Revenant haben wir inzwischen auch schon einiges aus diesem Universum bei uns stehen.

Mit Resurgence soll die Spielwelt nun noch einmal erweitert werden. Neue Häuser, Technologien und psionische Fähigkeiten versprechen zusätzliche Möglichkeiten. Auch die kooperativen Spielvarianten erhalten weitere Inhalte.

Ob wir tatsächlich noch mehr Voidfall brauchen, könnte man natürlich fragen. Andererseits haben wir die neue Kampagne nicht ohne Grund unterstützt. Wir sind gespannt, was Mindclash Games in Essen zeigen wird und wann wir mit der nächsten Erweiterung rechnen können.

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OOMM Games – Mythwind: Herbalist & Shepherd

Mythwind verfolgt einen ungewöhnlich entspannten Ansatz. Statt ein klassisches Spielziel zu erreichen, entwickeln wir gemeinsam ein Fantasy-Dorf und erleben den Alltag seiner Bewohner.

Mit dem Kräuterkundigen und dem Schäfer kommen zwei weitere Charaktere hinzu, die jeweils eigene Mechaniken und Tätigkeiten mitbringen.

Das Grundspiel besitzen wir bereits auf Englisch. Entsprechend geht es uns bei der Erweiterung vor allem darum, mehr über den aktuellen Projektstand zu erfahren.

Einen Besuch bei Board Game Circus haben wir unabhängig davon ebenfalls eingeplant. Die Pressearbeit des Verlags erleben wir als ausgesprochen angenehm, und neben mehreren interessanten Spielen gibt es auch noch eine offene Bestellung, wegen der wir gerne vorbeischauen möchten.

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FryxGames – Terraforming Mars: The Legacy of Mars

Terraforming Mars gehört seit Jahren zu den Spielen, für die wir uns immer wieder begeistern können. Das Zusammenspiel aus Karten, Ressourcenproduktion und dem langfristigen Aufbau einer eigenen Strategie macht uns nach wie vor Spaß.

Mit The Legacy of Mars erhält das bekannte Spielprinzip nun eine übergreifende Kampagnenentwicklung. Entscheidungen aus einer Partie sollen sich auf spätere Spiele auswirken und so eine zusammenhängende Geschichte entstehen lassen.

Wir sind gespannt, wie gut sich dieser Ansatz mit dem ursprünglichen Spielgefühl verträgt.

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Tycoon Games – Everdell Journeys

Mit Everdell Journeys kehren wir in die bekannte und wunderschön illustrierte Welt von Everdell zurück. Diesmal steht allerdings nicht der klassische Stadtaufbau im Mittelpunkt.

Stattdessen stellen wir mithilfe von Card-Drafting einen Reiseweg zusammen, bewegen unsere Spielfigur darüber und versuchen, möglichst gewinnbringende Kombinationen aus Karten und Aktionen zu entwickeln.

Das klingt nach einer interessanten neuen Interpretation der Everdell-Welt, die wir uns gerne näher ansehen würden.

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Weitere Verlage auf unserer Besuchsliste

Auch abseits der besonders großen Projekte haben sich einige Spiele angesammelt, die wir gerne näher kennenlernen würden.

Addax Games – Rove: Anchorpoint

Mit Rove: Anchorpoint erwartet uns ein kooperatives Fantasy-Abenteuer mit taktischen Kämpfen, Charakterentwicklung und einer fortlaufenden Geschichte. Gleichzeitig haben wir den Reprint des ursprünglichen Rove unterstützt.

Gerade bei diesen kompakteren Abenteuerspielen finde ich interessant, wie viel taktische Tiefe und Atmosphäre sich mit vergleichsweise überschaubarem Material erreichen lässt.

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Haumea Games – Eternitium

Eternitium kombiniert Zeitreisen mit Deckbuilding. Wir bewegen uns durch verschiedene Epochen und versuchen, möglichst schnell den geheimnisvollen Kristall des ewigen Lebens zu erreichen.

Dabei optimieren wir unser Kartendeck und müssen geschickt entscheiden, welche neuen Technologien uns tatsächlich voranbringen. Das klingt nach einem schnellen, aber durchaus taktischen Kartenspiel.

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Brueh Games – Flame & Forge

Zwerge, Drachen und eine bedrohte Stadt bilden den Hintergrund von Flame & Forge. Spielerisch erwartet uns eine Mischung aus Worker-Placement, Deckbuilding und Push-your-Luck.

Wir sammeln Ressourcen, schmieden Ausrüstung und stellen uns immer größeren Gefahren. Gerade diese Kombination verschiedener Mechaniken hat mich bei der Kampagne neugierig gemacht.

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Und dann wäre da noch Zombicide …

Einen kleinen Umweg hat unsere Messevorbereitung bereits bei Zombicide: Dead Men Tales genommen.

Zombies und Piraten – eigentlich klingt diese Kombination schon ziemlich unterhaltsam. Im kooperativen Spiel kämpfen wir uns durch eine von Untoten heimgesuchte Piratenwelt, erkunden Schauplätze und versuchen, unsere Missionen zu erfüllen.

Bei der Durchsicht meiner App fiel mir allerdings auf, dass dort noch CMON als Verlag hinterlegt war. Tatsächlich wurden die Rechte an Zombicide inzwischen an Asmodee übertragen, und Dead Men Tales läuft über Fantasy Flight Games.

Einen eigenen Messestand von Fantasy Flight Games haben wir bislang nicht gefunden. Vielleicht können wir aber bei Asmodee zumindest etwas über den aktuellen Stand erfahren.

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Nicht nur unterstützte Projekte: Arctica

Neben unseren bereits finanzierten Spielen möchten wir uns auch neue Crowdfunding-Projekte anschauen. Ein besonders interessanter Kandidat ist dabei Arctica von This Way!.

Mit I C E haben wir bereits ein Spiel dieses Verlags unterstützt. Gerade die ungewöhnliche Gestaltung des mehrschichtigen Spielbretts hatte uns damals begeistert. Allerdings hat sich die Auslieferung erheblich länger hingezogen als ursprünglich erwartet.

Nun beschäftigt sich Arctica mit den empfindlichen Ökosystemen der Polarregionen. Über simultane Aktionswahl, Engine-Building und Gebietskontrolle entwickeln wir Tierpopulationen und versuchen, ihre Lebensräume möglichst geschickt zu beeinflussen.

Das klingt spannend. Allerdings möchten wir nach unseren Erfahrungen mit I C E nicht sofort wieder eine Kampagne unterstützen. Stattdessen hoffen wir, Arctica auf der SPIEL zunächst selbst ausprobieren oder zumindest genauer ansehen zu können.

Danach sehen wir weiter.

Und was steht sonst noch auf unserer Liste?

Natürlich sind das längst nicht alle Kampagnen, auf deren Auslieferung wir warten. Auch Brass: Pittsburgh, The Witcher: Legacy, Gothic: A Shadow’s Quest, NPC Rivals, Ronin’s Revenge und einige weitere Projekte würden wir uns gerne genauer ansehen.

Nicht für jeden dieser Titel haben wir allerdings einen passenden Messebesuch gefunden. Gerade bei Dragori Games, mit denen wir bereits im Zusammenhang mit Odalin Kontakt hatten, sieht es derzeit nicht nach einem eigenen Messeauftritt aus.

Aber wer weiß schon, über welche Prototypen oder Verlagskontakte wir in den Hallen noch stolpern werden?

Brass: Pittsburgh – Kampagne

The Witcher: Legacy – Kampagne

Gothic – A Shadow‘s Quest – Kampagne

NPC Rivals (Viva La Dirt League) – Kampagne

Ronin’s Revenge – Kampagne

Von Kampagnenupdates zu persönlichen Gesprächen

Natürlich wissen wir, dass nicht jedes unserer Spiele auf der Messe zu sehen sein wird. Manche Kampagnen befinden sich noch mitten in der Entwicklung, andere stehen vielleicht bereits kurz vor der Auslieferung.

Gerade deshalb möchten wir die Gelegenheit nutzen, direkt mit den Verlagen ins Gespräch zu kommen.

Denn so interessant die regelmäßigen Kampagnenupdates auch sind, ein persönliches Gespräch kann noch einmal einen ganz anderen Eindruck vermitteln. Vielleicht verstehen wir anschließend besser, warum sich manche Projekte so lange hinziehen. Vielleicht entdecken wir bei einem Prototyp neue Mechaniken, die in der ursprünglichen Kampagne noch gar nicht erkennbar waren.

Und vielleicht erleben wir bei einem der Verlage ja etwas Ähnliches wie im vergangenen Jahr mit Neil Edwards und Aspen.

Wobei wir uns über eine ganz bestimmte Entwicklung besonders freuen würden: wenn unsere Liste der offenen Crowdfunding-Projekte nach der SPIEL tatsächlich ein wenig kürzer geworden ist.

Die nächsten Kampagnen warten schließlich schon darauf, unterstützt zu werden.

Und vermutlich werden wir auch in Essen wieder mindestens ein Spiel entdecken, bei dem der Gedanke aufkommt:

Das sieht wirklich interessant aus. Vielleicht sollten wir uns die Kampagne doch einmal genauer ansehen …

SPIEL Essen 2026 – Von Vorfreude, Podcasts und einer etwas anderen Messevorbereitung

Die SPIEL beginnt schon lange vor der SPIEL

Es gibt wohl kaum eine Veranstaltung im Jahr, auf die wir uns als Brettspielfamilie so sehr freuen wie auf die SPIEL in Essen. Vier Tage voller Brettspiele, Neuheiten, Begegnungen und Entdeckungen. Und auch wenn wir seit vielen Jahren regelmäßig nach Essen fahren, hat sich an einer Sache nichts geändert: Die Vorfreude beginnt lange bevor wir zum ersten Mal die Messehallen betreten.

Eigentlich gehört die Vorbereitung längst zum Erlebnis dazu.

Seit Jahren haben wir unser kleines Ritual. Schon auf der Autofahrt nach Essen läuft ein Brettspiel-Podcast, der uns auf die kommenden Stunden einstimmt. Und natürlich beginnt das nicht erst auf der Autobahn. Bereits in den Wochen zuvor werden Neuheiten vorgestellt, persönliche Favoriten diskutiert und lange Listen mit Spielen besprochen, die man sich auf der Messe unbedingt ansehen sollte.

Dabei begleiten uns vor allem drei Podcasts: Brettzeit, Board Game Theory und Die Brettagogen.

Drei Podcasts, die auf ihre jeweils eigene Weise zeigen, wie vielfältig unser Hobby eigentlich ist.

Paul und Nick von Brettzeit begeistern sich besonders für die großen Kampagnenspiele, umfangreiche Abenteuer und Titel, die gerne einmal einen erheblichen Teil des Spieltisches einnehmen. Wer wie wir Spaß an großen kooperativen Herausforderungen, Charakterentwicklung und aufwendigen Spielwelten hat, findet hier regelmäßig neue Anregungen.

Die Brettagogen schlagen dagegen häufig eine andere Richtung ein. Hier begegnen uns auch die kleineren Spiele, Familien- und Gelegenheitsspiele und Titel, die vielleicht keinen ganzen Abend beanspruchen, aber trotzdem mit einer spannenden Idee oder einem besonderen Mechanismus überzeugen können.

Und Board Game Theory? Die Jungs bewegen sich irgendwo dazwischen und eigentlich auch überall sonst. Von anspruchsvollen Strategiespielen bis zu ungewöhnlichen Neuheiten ist vieles dabei. Gerade diese Bandbreite gefällt uns.

Denn wenn wir ehrlich sind, passt keiner dieser Schwerpunkte allein so richtig zu uns. Oder vielleicht passen sie gerade deshalb alle drei.

Wir lieben große Kampagnenspiele, verlieren uns gerne über Stunden in komplexen Expertenspielen und können uns für ausgefeilte Spielmechaniken begeistern. Genauso gerne holen wir aber ein kleines Kartenspiel aus dem Regal, probieren ein ungewöhnliches Familienspiel aus oder lassen uns von einem Titel überraschen, den wir vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatten.

Diese Mischung prägt nicht nur unser Spieleregal, sondern auch die Spielwiese der Hügelzelter. Und entsprechend wollen wir uns auch auf der diesjährigen SPIEL nicht auf eine bestimmte Kategorie festlegen.

Dieses Jahr ist trotzdem etwas anders

So vertraut unsere Vorbereitung mit Podcasts, Neuheitenlisten und ersten Favoriten auch ist, in diesem Jahr hat sich ein weiterer Schwerpunkt dazugesellt.

Seit Mitte des Jahres entwickle ich unsere eigene Brettspiel-App, die Hügelzelter-App. Was ursprünglich vor allem der Verwaltung unserer Spielesammlung und der Erfassung unserer Partien dienen sollte, hat inzwischen eine Reihe weiterer Funktionen bekommen. Darunter auch eine Übersicht unserer unterstützten Crowdfunding-Projekte.

Und genau dieser Bereich hat mich in den letzten Wochen vor der SPIEL besonders beschäftigt.

Denn beim Blick auf unsere offenen Kampagnen wurde mir noch einmal bewusst, wie viele Spiele wir über Kickstarter und Gamefound bereits unterstützt haben, die bislang noch nicht bei uns angekommen sind.

Welche dieser Projekte könnten auf der SPIEL vertreten sein? Welche Verlage haben einen Stand? Wie weit sind die Entwicklungen fortgeschritten? Gibt es inzwischen einen konkreten Auslieferungstermin? Können wir vielleicht schon einen Prototyp ausprobieren? Oder lässt sich das eine oder andere Spiel sogar direkt auf der Messe abholen?

Aus diesen Fragen wurde ziemlich schnell mehr als ein gelegentlicher Blick auf die Crowdfunding-Plattformen.

Ich habe unsere Kampagnen in der App ergänzt, fehlende Links nachgetragen, mich mit Schnittstellen zu Kickstarter und Gamefound beschäftigt und neue Funktionen entwickelt, um die Projekte nach Verlagen zu sortieren, offene Fragen festzuhalten und eine Liste für die Messe zusammenzustellen.

Natürlich lief dabei nicht alles auf Anhieb so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber gerade das gehört wohl dazu, wenn man neben dem eigentlichen Hobby auch noch Spaß daran entwickelt, die passenden Werkzeuge dafür selbst zu programmieren.

Und so habe ich in diesem Jahr einen erstaunlich großen Teil meiner Messevorbereitung nicht mit den eigentlichen Neuheiten, sondern mit unserer eigenen App und den bereits unterstützten Spielen verbracht.

Das hatte allerdings auch eine interessante Konsequenz: Während in den Podcasts längst die nächsten großen Messetitel diskutiert wurden und auf BoardGameGeek die üblichen Hype-Listen immer länger wurden, war ich gedanklich häufig noch bei den Spielen, auf die wir ohnehin schon warteten.

Der klassische Blick auf die Neuheiten der SPIEL, die offizielle Messe-App und die Hype-Titel auf BoardGameGeek ist deshalb in diesem Jahr etwas später dran als sonst.

Aber vielleicht ist das gar nicht so verkehrt.

Schließlich liegen in unserem Crowdfunding-Regal der Zukunft schon mehr als genug spannende Spiele. Und was könnte besser zur Vorbereitung auf eine Brettspielmesse passen, als sich zunächst einmal anzusehen, was aus all den Projekten geworden ist, für die wir uns in den vergangenen Jahren begeistert haben?

75 Kampagnen, 31 offene Lieferungen und jede Menge Fragen

Als ich mir unsere Crowdfunding-Projekte etwas genauer ansah, war ich selbst überrascht, wie viele Kampagnen sich über die vergangenen Jahre angesammelt hatten.

Inzwischen stehen 75 unterstützte Projekte in unserer Hügelzelter-App. 44 davon sind bereits bei uns angekommen, auf 31 warten wir noch. Natürlich ist es nicht so, dass wir diese Spiele irgendwann einmal unterstützt und anschließend vergessen hätten. Immer wieder schauen wir nach Updates, verfolgen die Entwicklung und freuen uns, wenn die nächste Versandankündigung im E-Mail-Postfach landet.

Allerdings passiert das im Alltag eher nebenbei. Hier ein Update von Kickstarter, dort eine Nachricht von Gamefound, zwischendurch die Ankündigung einer weiteren Verzögerung. Irgendwann verliert man dabei durchaus den Überblick.

Die bevorstehende SPIEL war deshalb eine schöne Gelegenheit, unsere offenen Projekte einmal systematisch durchzugehen. Welche Verlage sind in Essen vertreten? Wie weit sind die Entwicklungen fortgeschritten? Gibt es inzwischen konkrete Auslieferungstermine? Können wir vielleicht schon einen Prototyp ausprobieren oder sogar das eine oder andere Spiel direkt auf der Messe abholen?

Gerade die letzte Frage ging mir bei der Durchsicht immer wieder durch den Kopf: Hatte ich vielleicht in irgendeinem der zahlreichen Kampagnenupdates übersehen, dass eine Abholung auf der SPIEL angeboten wird?

Aus einer Liste wird ein Messebegleiter

Unsere App hatte bereits eine Übersicht der unterstützten Crowdfunding-Projekte. Für die Messe wollte ich diese allerdings noch etwas praktischer gestalten.

Also habe ich angefangen, neue Funktionen zu ergänzen. Die Kampagnen lassen sich inzwischen nach Verlagen gruppieren, bereits gelieferte Spiele ausblenden und für jedes Projekt können wir Fragen notieren, die wir vor Ort stellen möchten. Auch Bilder der Kampagnen und direkte Verknüpfungen zu Kickstarter und Gamefound sind hinzugekommen.

Besonders interessant war dabei die Möglichkeit, Informationen direkt von den Crowdfunding-Plattformen abzurufen. Gamefound bietet dafür eine öffentliche Schnittstelle, Kickstarter dagegen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Und so habe ich mich in den vergangenen Tagen nicht nur mit der Programmierung, sondern auch mit Datenabgleichen und den Eigenheiten der verschiedenen Plattformen beschäftigt.

Ganz automatisch funktioniert das Ganze weiterhin nicht. Gerade die interessanten Fragen nach Produktionsstand, möglichen Verzögerungen und Auslieferung lassen sich nicht einfach zuverlässig auslesen. Dafür muss man weiterhin die Updates lesen.

Immerhin haben wir inzwischen auch eine Exportfunktion für CSV-Dateien, die sich beispielsweise in Excel öffnen lassen, und einen direkten Ausdruck ergänzt. Schließlich muss man nicht unbedingt mit einem iPad durch die Hallen laufen, wenn eine einfache Liste mit Verlag, Spieltitel und Standnummer denselben Zweck erfüllt.

Und hat sich die zusätzliche Arbeit gelohnt? Auf jeden Fall!

Die Entwicklung unserer App macht mir inzwischen fast genauso viel Spaß wie die Beschäftigung mit den Spielen selbst. Neue Ideen entstehen oft direkt aus dem, was uns beim Spielen oder bei der Organisation unserer Sammlung fehlt. Daraus wird dann eine neue Funktion, die wiederum weitere Ideen mit sich bringt.

Irgendwie ist aus dem Werkzeug für unser Hobby längst ein weiterer Teil des Hobbys geworden.

Und wen wollen wir nun besuchen?

Nachdem unsere Crowdfunding-Projekte endlich etwas übersichtlicher geworden waren, begann der eigentlich spannende Teil: die Auswahl der Verlage und Spiele, die wir uns in Essen ansehen möchten.

Dabei ist eine durchaus beachtliche Besuchsliste zusammengekommen.

Besonders interessant sind natürlich die Verlage, bei denen wir gleich mehrere Projekte unterstützt haben. Bei Awaken Realms beispielsweise warten wir auf ganz unterschiedliche Spiele, von aufwendig neu aufgelegten Klassikern wie Agricola und Concordia bis hin zu großen Fantasy- und Science-Fiction-Projekten wie Lands of Evershade und Nemesis: Legacy.

Aber auch bei Mindclash Games, Chip Theory Games, Contention Games, Meeple Pug, FryxGames und zahlreichen weiteren Verlagen stehen Spiele auf unserer Liste, über die wir gerne mehr erfahren würden.

Und manchmal bringt die Recherche auch eine besonders erfreuliche Nachricht mit sich.

So können wir unser Exemplar von Fairytale bei Smartup Games direkt auf der SPIEL abholen. Nach der langen Wartezeit und meinen zwischenzeitlichen Zweifeln, ob das Spiel überhaupt noch ausgeliefert wird, ist das natürlich eine schöne Entwicklung. Ich hatte den Verlag angeschrieben und die Abholung vereinbaren können.

Damit dürfte eine unserer längeren Crowdfunding-Geschichten hoffentlich doch noch ihren guten Abschluss finden. Und anschließend werden wir natürlich auch über das Spiel berichten.

Bei anderen Projekten geht es uns weniger um eine konkrete Abholung. Vielmehr möchten wir sehen, wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist, die Spiele nach Möglichkeit ausprobieren und vielleicht auch ein paar der Menschen kennenlernen, mit denen wir bislang nur über Kampagnenupdates oder E-Mails Kontakt hatten.

Denn gerade das macht eine Messe wie die SPIEL für uns so interessant: Hinter den Spielen stehen schließlich Menschen, Ideen und oftmals jahrelange Arbeit.

Zwischen Crowdfunding und neuen Entdeckungen

Bei aller Begeisterung für unsere unterstützten Projekte wollen wir allerdings nicht vier Tage lang ausschließlich Liefertermine erfragen.

Ganz im Gegenteil.

Die Crowdfunding-Liste soll uns helfen, gezielt einige Verlage zu besuchen. Sie soll aber keinesfalls bestimmen, wie wir uns durch die Messe bewegen.

Wir möchten weiterhin genügend Zeit haben, um uns überraschen zu lassen, unbekannte Spiele auszuprobieren und auch einmal ganz spontan an einem Tisch Platz zu nehmen.

Denn so schön es ist, einem lange erwarteten Spiel endlich persönlich zu begegnen, manchmal sind es gerade die völlig ungeplanten Entdeckungen, die einem von einer SPIEL besonders in Erinnerung bleiben.

Und am Ende geht es doch ums Spielen

Unsere Vorbereitungen sind damit längst umfangreicher geworden, als wir ursprünglich gedacht hatten. Und obwohl inzwischen zahlreiche Verlage und Spiele auf unserer Besuchsliste stehen, möchten wir uns genügend Zeit für spontane Entdeckungen lassen. Denn wahrscheinlich werden uns am Ende wieder gerade die Spiele besonders in Erinnerung bleiben, von denen wir vorher noch nie etwas gehört hatten.

Bei all den Listen, geplanten Gesprächen, Crowdfunding-Projekten und Programmpunkten wollen wir eines auf keinen Fall vergessen: Wir fahren vor allem nach Essen, weil wir gerne Brettspiele spielen. Und deshalb hoffen wir auf vier Tage voller großartiger Spiele, überraschender Entdeckungen und interessanter Menschen.

Spiel Doch!-Gespielt, aber nicht gekauft

Am 26.4. haben wir die SPIEL DOCH! in Dortmund besucht, eine tolle Gelegenheit neue Spiele auszuprobieren. Denn diese Messe lädt mit ihren unzähligen Tischen und einem großen Spieleverleih genau dazu ein. Einen ausführlichen Überblick über die SPIEL DOCH! findet ihr bereits in Hendriks Artikel. Bei mir soll es um einige Spiele gehen, die wir getestet, aber nicht gekauft haben.

Hier findet ihr den ersten Teil der Reihe zur SPIEL DOCH!:

https://huegelzelter.de/🎲-spiel-doch-dortmund-2026-familienmesse-spieltische-und-ein-sonntag-am-alten-studienort/


🌱Als erstes gespielt: Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit

Direkt nach dem ersten durchqueren der Halle, haben wir uns eingeladen gefühlt, etwas zu spielen und so ist Rebirth auf unserem Tisch gelandet. Dank der kurzen Anleitung von nur vier Seiten konnten wir schnell unsere erste Partie des Tages starten.

Nach dem Spielen waren wir uns einig, dieses Spiel mit seiner Plättchenlegemechanik und der kurzen Downtime gefällt uns. Auf der Messe haben wir zwar nur die einfachere Variante auf dem Schottlandplan, wir sind aber auch gespannt auf die Irland Variante.

Wir hätten Rebirth gerne mitgenommen, aber leider war es vergriffen. Dennoch wird es wahrscheinlich noch in unsere Spielesammlung einziehen.


🐘Artengarten – Ein Zoo aus Plättchen

Im Anschluss kam uns Artengarten, ein Arche Nova Spiel, in die Hände. Hierbei baut man aus Plättchen einen Zoo auf. Arche Nova haben wir bereits zuhause, aber Artengarten ist an sich ein anderes Spiel. Einige Dinge sind zwar analog, dennoch enthält es andere Mechaniken. Insgesamt ist es simpler.

Uns persönlich hat es jedoch gestört, dass man seinen Zug nicht vorausplanen kann, weil sich die zentrale Plättchenauslage während jedes Zuges deutlich verändert. Dadurch sind bei uns lange Wartezeiten entstanden. Das ist aber nur unser erster Eindruck und natürlich nicht aussagekräftig genug für eine richtige Bewertung

Insgesamt ist Artengarten trotzdem ein einsprechendes Spiel mit schönen Mechaniken.


🐈‍⬛Witchbound-Solospiel an der Kesselküste

Im Verlauf der Messe sind wir am Stand von Board Game Circus auf Witchbound gestoßen. Dieses liebevoll illustrierte Solospiel erlaubt es einem, in die Rolle des neugierigen Mädchens Reni zu schlüpfen.

Die Kernmechanik des Spiels ist es, als Point and Click Adventure verschiedene Orte zu erkunden und Charaktere kennenzulernen. Dabei wollen wir mehr über die mysteriöse Magie herausfinden.

Besonders mich hat Witchbound total angesprochen, doch leider war es auf der Messe nicht erhältlich.


🃏Kleine Kartenspiel- Castle Combo und Ghostbumpers

Zwischendurch hatten wir auch noch die Gelegenheit, zwei kleine Kartenspiele anzuspielen.

Bei Castle Combo kauft man sich Karten aus einer Auslage und legt sie bei sich in einem 3×3 Feld aus. Dabei geben uns die Karten nützliche Soforteffekte und Punkte, wenn wir bestimmte Bedingungen erfüllen. Es war jedoch etwas ungünstig, dass wir dafür nur einen kleinen Stehtisch hatten.

Ghostbumpers ist ein Stichspiel von Inka und Markus Brand bei dem man mehrere Zahlen zu einer Dezimalzahl kombinieren kann. Dabei schätzt man im Vorhinein, wie viele Stiche man bekommt und darf auf keinen Fall mehr bekommen. Uns war das Spiel nach dem ersten Test aber zu unberechenbar, weil man , wenn man eine Dezimalzahl spielt neue Karten zieht und es unvorhersehbare Sonderkarten gibt. Deswegen ist es kein schlechtes Spiel, würde sich bei uns aber wahrscheinlich nicht gegen andere Stichspiele durchsetzten.


➡️ Fazit

Insgesamt war die Spiel Doch! ein gelungenes Erlebnis mit vielen neuen Eindrücken. Auch wenn wir nicht alles mitnehmen konnten oder wollten, hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

Bald folgt außerde Teil 3 von Josef.

SPIEL DOCH! Dortmund 2026 – Familienmesse, Spieltische und ein Sonntag am alten Studienort

🧭 Übersicht

Freundlicherweise wurden wir vom w. nostheide verlag gmbh für die SPIEL DOCH! 2026 akkreditiert und so konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Sonntag gemeinsam mit Josef und Maja an meinem alten Studienort Dortmund zu verbringen.

Am Sonntag, den 26. April 2026, waren wir also zusammen auf der Messe unterwegs. Für mich hatte das Ganze dadurch gleich mehrere Ebenen: ein Messetag mit der Familienredaktion, viele Spieleindrücke, nette Gespräche vor Ort und dazu noch ein kurzer Ausflug zurück an einen Ort, mit dem ich ohnehin viele Erinnerungen verbinde.

Zwischendurch haben wir außerdem noch Freunde aus Schulzeit und Studium getroffen, die mittlerweile wieder in Dortmund wohnen. Eigentlich hatten wir uns ursprünglich für Spielenachmittag an diesem Sonntag bei uns in Bocholt verabredet. Nun wurde es stattdessen ein kurzes Treffen auf der Messe. Da die beiden erst gegen 15 Uhr ankamen, blieb es diesmal bei einem Austausch erster Eindrücke; gemeinsam gespielt haben wir leider nicht mehr. Das holen wir nach.

Dieser Artikel soll kein Spieletest werden. Es geht um die Messe selbst: um das Ambiente, die Erreichbarkeit, den Aufbau, die vorhandenen Spielmöglichkeiten, Presseinformationen und die Kontakte vor Ort. Die eigentlichen Spieleindrücke folgen dann in separaten Beiträgen der Jugendpresse.


🚗 Anreise nach Dortmund, unkompliziert trotz Fußballabend

Die Lage der Messe Dortmund ist für eine solche Veranstaltung fast schon dankbar: direkt an der B1, gut erreichbar und grundsätzlich angenehm anzusteuern. Selbst mit dem Stadion direkt nebenan und einem Fußballspiel am Abend blieb die Anreise beziehungsweise Abreise für uns am Sonntag problemlos.

Gerade für eine Publikumsmesse ist das aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt. Wer mit Familie, Taschen, vielleicht noch Einkaufsliste und Spielplänen unterwegs ist, möchte nicht schon vor dem Betreten der Halle das Gefühl haben, die erste größere Herausforderung des Tages bestanden zu haben.

Für uns war der Start jedenfalls entspannt und das passte sehr gut zum Charakter der Messe.


🏛️ Halle 4: voll belegt, aber angenehm spielbar

Die SPIEL DOCH! in Dortmund ist spürbar eine Publikumsmesse. Hier geht es nicht darum, möglichst laut Neuheiten in die Halle zu rufen, sondern möglichst viele Menschen an Tische zu bringen. Und genau das funktionierte aus unserer Sicht richtig gut.

Die große Halle 4 der Messe Dortmund war vollständig belegt: mit Ausstellern, Verlagen, Ständen, Spielbereichen, Demotischen und einem großen Bereich zum Ausleihen und Testen von Spielen. Die Halle war gut gefüllt, aber für uns nie unangenehm überlaufen.

Das fand ich besonders bemerkenswert: Wir hatten trotz vieler Besucherinnen und Besucher nie das Gefühl, keinen Platz zu finden. Immer wieder ergab sich irgendwo eine Möglichkeit, sich an einen Tisch zu setzen, etwas auszuprobieren oder eine neue Entdeckung genauer anzuschauen.

Gerade dadurch unterscheidet sich die SPIEL DOCH! für mich angenehm von Messen, auf denen man am Ende mehr durch Gänge geschoben wird, als tatsächlich zu spielen.


🧩 Spielen statt nur schauen

Besonders angenehm war für uns, dass die SPIEL DOCH! nicht nur aus Ständen und Verkaufsflächen besteht. Der große Spielbereich mit Ausleihe und zahlreichen Tischen machte die Messe zu dem, was sie im Kern sein möchte: ein Ort, an dem gespielt wird.

Nicht irgendwann zuhause.
Nicht nur theoretisch nach einer Erklärung am Stand.
Sondern direkt vor Ort.

Man konnte Spiele ausprobieren, Eindrücke sammeln, sich treiben lassen und immer wieder neu entscheiden, worauf man gerade Lust hatte. Für Familien, Gelegenheitsspieler, Vielspieler und Neugierige ist das ein sehr zugängliches Konzept.

Und genau diese Mischung macht die Messe sympathisch: Sie wirkt nicht wie eine reine Verkaufsfläche, sondern wie ein großer gemeinsamer Spieltag.


🛍️ Second-Hand-Markt und Spieleflohmarkt

Auch einen Second-Hand-Bereich beziehungsweise Spieleflohmarkt gab es auf der Messe. Der Bereich machte auf uns grundsätzlich einen guten Eindruck. Der Aufbau wirkte überlegt, die Mitarbeitenden waren freundlich.

Allerdings waren wir am letzten Messetag dort und aus unserer Sicht war die Ausbeute zu diesem Zeitpunkt eher mau.

Das möchte ich aber ausdrücklich nicht als Kritik verstanden wissen. Gerade bei einem Second-Hand-Markt hängt der Eindruck stark davon ab, wann man kommt, wonach man sucht und was vorher bereits den Besitzer gewechselt hat. Wer am Sonntag schaut, darf sich vermutlich nicht wundern, wenn die spannendsten Funde schon früher entdeckt wurden.

Deshalb enthalten wir uns hier einer echten Bewertung.

Eine interessante Idee für die Zukunft wäre vielleicht ein noch stärker ausgebauter Spieleflohmarkt. Vom Spieleflohmarkt der Bonn-Spielt hört man beispielsweise viel Gutes. So etwas in ähnlicher Form wäre sicher auch für Dortmund spannend – gerade weil die SPIEL DOCH! ohnehin so stark vom Gedanken lebt, Menschen an Spiele und Spieltische zu bringen.


👨‍👧‍👦 Unterwegs als Familienredaktion

Da wir als Familienredaktion unterwegs waren, teilen wir unsere Eindrücke auch entsprechend auf.

Dieser Artikel bleibt bewusst beim Messegefühl, bei Dortmund, der Organisation, dem Ambiente und den Kontakten vor Ort. Die eigentlichen Spieleindrücke folgen in separaten Beiträgen der Jugendpresse.

Und da kam an diesem Sonntag einiges zusammen.

Maja wird sich den Spielen widmen, die wir gespielt, aber nicht gekauft haben. Josef schaut auf die Spiele, die nicht nur ausprobiert, sondern auch direkt mitgenommen wurden. So entsteht aus einem Messetag nicht nur ein einzelner Bericht, sondern eine kleine Artikelreihe aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Das passt gut zu unserer Seite und ehrlich gesagt auch gut zu einer Messe, die so stark vom gemeinsamen Entdecken lebt.


🧙 Was Maja noch erzählen wird: Witchbound und Rebirth

Maja wird sich in einem eigenen Beitrag den Spielen widmen, die wir auf der Messe gespielt, aber noch nicht gekauft haben.

Ganz vorne steht dabei Witchbound, das auf Deutsch bei Board Game Circus im Vertrieb ist. Wir hatten das Spiel vollständig auf dem Tisch, haben aber nur etwa 15 Minuten hineingespielt. Für einen vollständigen Test reicht das natürlich noch nicht – für einen sehr deutlichen Ersteindruck aber schon.

Material, Geschichte und Grafik haben uns am Tisch sofort abgeholt. Gerade Maja wirkte nach der kurzen Partie durchaus so, als könne hier ihr erstes echtes Solospiel einziehen. Ich gebe zu: Ich würde vermutlich ebenfalls hineinschauen.

Die Mechanik machte auf mich einen sehr angenehmen Eindruck, die optische Gestaltung hat uns ohnehin sofort angesprochen. Das war kein „nett gesehen und weiter“, sondern eher ein Spiel, das gedanklich direkt auf der Liste gelandet ist.

Ebenfalls auf Majas Liste steht Rebirth von Reiner Knizia, das auf Deutsch bei Frosted Games erschienen ist beziehungsweise aktuell in unsere Richtung winkt. Auch hier gilt: Das war kein flüchtiger Messeneindruck, sondern ein Titel, der ziemlich sicher noch bei uns einziehen und später einen vollständigen Testbericht erhalten wird. Nur leider war das Spiel am Sonntagnachmittag vergriffen.


🪵 Was Josef noch erzählen wird: Spiele aus Holz – Teil 2

Josef wird dagegen auf die Spiele schauen, die nicht nur gespielt, sondern auch gekauft wurden.

Darunter war einiges von Gigamic – und damit sind wir wieder bei einem Thema, das bei uns schon einmal sehr gut funktioniert hat: Zweipersonenspiele aus Holz.

Nach Quarto und Quoridor wird es also vermutlich Zeit für:

„Spiele aus Holz – Teil 2“

Mitgenommen beziehungsweise gespielt wurden unter anderem:

Quantik Mini,
Pylos Mini,
Quixo Mini
und das ganz neue Qomet.

Das schreit eigentlich nach einem eigenen Abend, einem eigenen Tisch und einem eigenen Artikel.

Den ersten Teil findet ihr hier:

🪵 Spiele aus Holz – unser 2-Personen-Holzabend: Quarto, Quoridor & Lass die Kirche im Dorf


🤝 Kontakte vor Ort: Board Game Circus und Haumea Games

Schön war auch, dass sich vor Ort einige Kontakte auffrischen und neu knüpfen ließen.

Unter anderem kam ich mit mehreren Mitarbeitenden von Board Game Circus ins Gespräch. Die Spiele des Verlags gefallen uns schon seit längerer Zeit, und tatsächlich steht bei uns auch noch eine etwas größere Bestellung aus.

Mit Daniel konnte ich kurz darüber sprechen, ob sich eine Lieferung vielleicht sinnvoll splitten lässt, denn gegen früheren Nachschub im Spieleregal haben wir natürlich nichts einzuwenden.

Besonders hängen geblieben ist aber Witchbound. Das Spiel hatte uns am Tisch sofort, und gerade für Maja könnte das ein spannender Einstieg in ein größeres Solospiel werden. Dass Board Game Circus hier die deutsche Version begleitet, macht den Titel für uns natürlich noch interessanter.

Ein ebenfalls sehr sympathischer Kontakt ergab sich mit dem Team von Haumea Games aus Belgien, das die Erweiterung zu Eternitium zeigte.

Ein kleines Spiel, ein kleiner Verlag – aber genau solche Begegnungen machen Messen für mich besonders reizvoll. Aufmerksam geworden war ich ursprünglich über BGT, widerstehen konnte ich der Gamefound-Kampagne dann nicht.

Vor Ort blieb mir also nur noch, mein Pledgelevel abzugleichen. Kaufen konnte ich nichts mehr – es war schlicht schon alles enthalten.


🗞️ Ein Blick in die Presseinformationen

Auch die Presseinformationen passten gut zu unserem Eindruck vor Ort: Die 7. SPIEL DOCH! wurde als bislang größte und vielfältigste Ausgabe angekündigt.

Neben bekannten Branchengrößen wie Pegasus, Ravensburger, Schmidt Spiele, KOSMOS oder Asmodee waren auch neue beziehungsweise zurückkehrende Aussteller vertreten. Genannt wurden unter anderem Ulisses/Ottavio, Helvetiq und HABA, das nach kurzer Absenz wieder dabei war.

Dazu kamen Rahmenpunkte wie die Deutsche CATAN Meisterschaft, verschiedene Turniere, Signierstunden und der Schülertag am Freitag. Gerade dieser Schülertag passt aus meiner Sicht sehr gut zum Charakter der Veranstaltung: Brett- und Kartenspiele werden hier nicht nur als Hobby für bestehende Szenemenschen verstanden, sondern als etwas, das neue Zielgruppen erreichen kann.

Besonders spannend ist der Blick nach vorne: Die Halle 4 war mit 8.300 Quadratmetern vollständig belegt, die Flächen waren trotz Erweiterung ausgebucht. Für 2027 steht daher offenbar bereits die mögliche Hinzunahme einer weiteren Halle im Raum.

Das wäre aus meiner Sicht ein logischer Schritt, solange die Messe dabei ihren angenehm spielerischen Charakter behält.


❤️ Fazit: 2027 kommen wir wieder

Für uns war die SPIEL DOCH! 2026 ein sehr gelungener Messesonntag: gut erreichbar, angenehm organisiert, voll, aber nicht überfordernd, mit vielen Spieltischen, netten Gesprächen und mehreren Titeln, die uns noch weiter beschäftigen werden.

Die Messe fühlte sich nicht wie ein hektischer Pflichttermin an, sondern wie ein großer öffentlicher Brettspieltag. Genau das ist ihre Stärke.

Für uns als Familienredaktion war es außerdem schön, dass jeder von uns eigene Eindrücke mitgenommen hat. Maja wird über Witchbound, Rebirth und ihre weiteren Ersteindrücke schreiben. Josef wird sich den gekauften Spielen und sehr wahrscheinlich einer neuen Runde „Spiele aus Holz“ widmen. Und ich nehme aus Dortmund vor allem das Gefühl mit, dass die SPIEL DOCH! eine Messe ist, die sehr gut verstanden hat, was sie sein möchte.

2027 werden wir zurückkehren – und dann hoffentlich noch mehr spielen.

Es hat Spaß gemacht und hilft wunderbar dabei, die Zeit bis zur SPIEL in Essen zu überbrücken.