Monat: Oktober 2026

Kuh Vadis – Spielbewertung

Manche Spiele erinnern einen an eine ganz bestimmte Zeit. Bei Kuh Vadis ist das für uns die Corona-Pandemie. Irgendwann 2019 oder 2020 ist das kleine Würfelspiel bei uns eingezogen und wurde damals ziemlich häufig gespielt. Während der Lockdowns haben die Kinder es zeitweise sogar über Microsoft Teams miteinander gespielt. Keine Zeit, an die man unbedingt zurückdenken möchte.

Danach verschwand Kuh Vadis für einige Jahre im Spieleschrank. Erst durch unsere Spiele-App ist es wieder aufgetaucht und so haben Maja und ich Ende September ein paar neue Partien gespielt.

Kniffel trifft Tic-Tac-Toe

Das Spielprinzip ist denkbar einfach. Auf einem Spielblock versuchen zwei Spieler, ihre drei vorgegebenen Felder miteinander zu verbinden. Dafür wird gewürfelt. Bis zu dreimal pro Zug dürfen die fünf Würfel geworfen werden, wobei man nach jedem Wurf entscheiden kann, welche Würfel man behält.

Das kennt man natürlich schon von Kniffel. Bei Kuh Vadis geht es allerdings nicht darum, möglichst viele Punkte zu sammeln, sondern die passenden Felder anzukreuzen und gleichzeitig dem Gegner den Weg zu verbauen.

Maja brachte es nach unserer ersten Partie ziemlich treffend auf den Punkt:

„Eigentlich nur ausgeweitetes Tic-Tac-Toe.“

Und damit hat sie gar nicht so unrecht. Ein bisschen taktieren kann man durchaus, aber am Ende entscheidet eben doch häufig das Würfelglück.

Schnell gespielt, schnell vergessen?

Roll & Write ist grundsätzlich eine solide Spielvariante. Die Spiele sind schnell aufgebaut, brauchen kaum Platz und lassen sich praktisch überall spielen. Das gilt auch für Kuh Vadis. Ein Block, ein paar Würfel und nach rund zehn Minuten ist die Partie vorbei.

Optisch gibt es allerdings wenig zu entdecken. Maja merkte dazu nur trocken an:

„Man hätte ja mal die Rückseite der Zettel auch bedrucken können.“

Mehr gibt es eigentlich kaum zu sagen. Kuh Vadis ist ein einfaches, solides Würfelspiel, das niemandem wehtut, aber auch keine Begeisterungsstürme auslöst. Wir hatten früher durchaus unseren Spaß damit. Heute gibt es allerdings genügend andere Spiele, die wir lieber auf den Tisch bringen.

Unser Fazit

Kuh Vadis ist unkompliziert, schnell erklärt und ebenso schnell gespielt. Für zwischendurch völlig in Ordnung, gerade wenn man ein kleines Spiel für zwei Personen sucht. Wer allerdings mit Kniffel und anderen glücksabhängigen Würfelspielen wenig anfangen kann, wird auch hier nicht unbedingt glücklich.

Schön, dass wir es noch einmal hervorgeholt haben. Auf unserer persönlichen Hotlist wird es aber wohl nicht mehr landen.

Unsere Bewertung: 5 von 10 Punkten

Hendrik: 5/10 · Maja: 5/10

Unsere Partien in Zahlen

  • Partien: 2 (29. September 2026)
  • Durchschnittliche Spieldauer: 10 Minuten
  • Durchschnittsbewertung: 5,0/10
  • Siege: Maja 1×

Spieldaten

  • Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
  • Autor: Reinhard Staupe
  • Grafik: Sandra und Oliver Freudenreich
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • Spielerzahl: 2
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Spieldauer: ca. 15 Minuten
  • Mechaniken: Roll & Write, Würfeln, Musterbildung

Weitere Informationen auf BoardGameGeek

Castle Rampage – Spielbewertung

Manchmal sind es gerade die unscheinbaren Spiele, die über Jahre immer wieder auf den Tisch kommen. Castle Rampage ist bei uns so ein Fall. Ein kleines Kartenspiel für zwei Personen, das wir inzwischen unzählige Male gespielt haben und das seinen Weg zu uns eher zufällig gefunden hat.

Eine Überraschungsbox aus der Coronazeit

Irgendwann im Jahr 2020, mitten in der Coronazeit, hatte ich bei der Spielebude eine Überraschungsbox gekauft. Für ungefähr 50 Euro gab es eine Zusammenstellung verschiedener Brett- und Kartenspiele, ohne vorher genau zu wissen, was darin steckte.

Damals ging es uns auch darum, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen. Gerade die kleineren Geschäfte hatten während der Pandemie schließlich keine einfache Zeit.

Eines der Spiele in dieser Box war Castle Rampage. Kein großer Titel, auf den wir lange gewartet hatten, sondern eher eine nette Zugabe. Dass ausgerechnet dieses kleine Kartenspiel zu einem unserer meistgespielten Spiele werden würde, hätten wir damals wohl nicht erwartet.

Zunächst kam es vor allem mit Josef häufig auf den Tisch, später immer wieder auch mit Maja. Inzwischen dürften wir Castle Rampage tatsächlich mehrere Hundert Mal gespielt haben. Unsere App kennt davon allerdings nur die beiden jüngsten Partien.

Erst das Tor, dann die Burg!

Die Spielidee ist schnell erklärt: Zwei Spieler stehen sich mit ihren Burgen gegenüber und versuchen, die gegnerische Festung dem Erdboden gleichzumachen.

Dafür muss zunächst das Burgtor fallen, bevor wir uns an die eigentliche Burg machen können. Gleichzeitig versuchen wir natürlich, unsere eigene Verteidigung aufrechtzuerhalten.

Gespielt wird mit Karten, die wir entweder zur Verstärkung unserer Burg einsetzen oder für Angriffe verwenden. Dabei gilt es, die eigenen Möglichkeiten möglichst geschickt auszunutzen und den Gegner an den richtigen Stellen unter Druck zu setzen.

Das Ganze ist ausgesprochen unkompliziert. Eine Partie dauert bei uns meistens etwa zehn Minuten, manchmal auch weniger. Große Regelstudien sind nicht erforderlich und nach wenigen Zügen hat man das Prinzip verstanden.

Einfach, aber nicht ohne Taktik

Castle Rampage ist sicherlich kein besonders komplexes Spiel. BoardGameGeek bewertet die Komplexität mit 1,44 von 5 Punkten. Das trifft es aus meiner Sicht ziemlich genau.

Trotzdem steckt etwas mehr darin, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Wer das Spiel häufiger gespielt hat, entwickelt mit der Zeit unterschiedliche Taktiken. Mal lohnt es sich, möglichst schnell anzugreifen, mal ist eine stärkere Verteidigung der bessere Weg. Und manchmal entscheidet auch die Frage, welche Karten wir uns für einen späteren Zug aufheben.

Interessant ist außerdem, was der Gegner bereits ausgespielt hat. Wer sich merkt, welche Karten schon im Spiel waren, kann besser einschätzen, was noch kommen könnte. Auch die Karten, die der Gegner zur Verteidigung einsetzt, verraten mitunter etwas über seine Absichten.

Natürlich spielt das Kartenglück eine Rolle. Nicht immer bekommen wir genau die Karten, die wir gerade gebrauchen könnten. Aber das gehört bei einem so kleinen und schnellen Kartenspiel einfach dazu.

Gerade weil die Regeln so überschaubar sind, lassen sich immer wieder andere Vorgehensweisen ausprobieren. Und tatsächlich entwickelt sich jede Partie ein wenig anders.

Eine witzige kleine Burgenschlacht

Was mir an Castle Rampage ebenfalls gefällt, ist die Gestaltung. Die Karten sind witzig illustriert, die Ideen passen zum Thema und das Ganze nimmt sich selbst nicht besonders ernst.

Es ist einfach unterhaltsam, sich gegenseitig die Burgen auseinanderzunehmen, die eigene Verteidigung im letzten Moment wieder aufzubauen und anschließend doch noch einen erfolgreichen Angriff zu starten.

Castle Rampage will kein großes Strategiespiel sein. Es bietet eine kleine, kurzweilige Auseinandersetzung, die schnell gespielt ist und trotzdem genügend Abwechslung mitbringt.

Und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb es bei uns seit Jahren regelmäßig auf den Tisch kommt.

Unsere Wertung

Hendrik: 6/10 Punkten

Castle Rampage ist für mich ein unkompliziertes, sympathisches Kartenspiel, das immer wieder Spaß macht. Die Regeln sind einfach, die Partien kurz und trotzdem gibt es kleine taktische Entscheidungen. Das Kartenglück verhindert natürlich eine höhere Wertung. Dass wir es über die Jahre vermutlich Hunderte Male gespielt haben, spricht aber durchaus für das Spiel.

Maja: 7/10 Punkten

Maja bewertet Castle Rampage etwas besser als ich. Auch bei ihr kommt das schnelle Kartenduell immer wieder gut an. Gerade als kleine Partie zwischendurch funktioniert es wunderbar.

Unsere Partien in Zahlen

Erfasste Partien2
Spieldatum29. September 2026
Durchschnittliche Spieldauer10 Minuten
Durchschnittliche Bewertung6,5/10
SiegeMaja 1, Hendrik 1

Die Statistik ist diesmal allerdings nur bedingt aussagekräftig. Castle Rampage begleitet uns schon seit ungefähr 2020. Die tatsächliche Anzahl unserer Partien liegt um ein Vielfaches höher. Unsere App ist ja noch sehr neu.

Fazit: Klein, schnell und erstaunlich langlebig

Castle Rampage ist eines dieser Spiele, die man eigentlich gar nicht besonders hervorheben würde. Es ist weder innovativ noch sonderlich anspruchsvoll und sicherlich kein Kandidat für einen abendfüllenden Spieleabend.

Die Mischung aus einfachem Spielablauf, einer ordentlichen Portion Glück, kleinen taktischen Möglichkeiten und humorvoller Gestaltung sorgt dafür, dass wir immer wieder gerne zu den Karten greifen.

Die Überraschungsbox aus der Coronazeit hat uns einige Spiele beschert. Castle Rampage ist eines davon, das sich über all die Jahre wirklich bewährt hat.


Spieldaten

  • Spiel: Castle Rampage
  • Autor: Matthias Cramer
  • Illustrationen: Christian Fiore
  • Verlage: Gen-X Games, Pegasus Spiele
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spielerzahl: 2 Personen
  • Spieldauer: ca. 15 Minuten
  • Altersempfehlung: ab 8 Jahren
  • Komplexität laut BGG: 1,44/5
  • BoardGameGeek: https://boardgamegeek.com/boardgame/256569

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Castle Rampage, Matthias Cramer, Pegasus Spiele, Gen-X Games, Kartenspiel, Zwei-Personen-Spiel, Brettspiel für zwei, Familienspiel, Burgenspiel, Spielebude, Brettspiel Rezension, Spielerezension, Hügelzelter

Azul: Die Gärten der Königin – Spielbewertung

Next Move Games · 2–4 Spieler · ca. 60 Minuten · ab 10 Jahren

Manche Spiele ziehen ein, werden begeistert gespielt und stehen dann trotzdem irgendwann erstaunlich lange im Regal. Azul: Die Gärten der Königin ist bei uns genau so ein Fall. Dabei begann unsere Geschichte mit dem Spiel eigentlich ziemlich vielversprechend.

Unser Weg in den königlichen Garten

Zum ersten Mal haben wir Azul: Die Gärten der Königin in Freiburg in einem Brettspielcafé gespielt. Wir wollten damals gern etwas Neues ausprobieren, gleichzeitig aber auch keinen halben Abend damit verbringen, uns durch eine umfangreiche Anleitung zu arbeiten.

Eigentlich war unsere erste Wahl auf ein anderes Spiel gefallen. Genau dort schreckte uns dann aber der notwendige Einstieg etwas ab. Azul kannten wir als Spielereihe bereits, also lag die Vermutung nahe, dass uns auch Die Gärten der Königin vergleichsweise schnell ins Spiel bringen würde.

Das traf durchaus zu, auch wenn sich diese Variante spielerisch deutlich von den anderen Azul-Titeln unterscheidet. Die Auswahl der Plättchen funktioniert anders, es gibt verschiedene Zielvorgaben und insgesamt fühlt sich das Spiel etwas anspruchsvoller an. Vertraut war dagegen sofort die Präsentation: Die schweren, schön gestalteten Spielsteine fühlen sich einfach gut an und machen auch auf dem Tisch einiges her.

Gerade Maja gefiel das Spiel damals richtig gut. Und so fand sich Die Gärten der Königin wenig später auch auf ihrem Geburtstagstisch wieder.

Danach ereilte das Spiel allerdings ein Schicksal, das vermutlich viele Brettspiele kennen: Es war da, kam aber längst nicht so häufig auf den Tisch wie gedacht. Josef und Maja haben zwischendurch einige Partien gespielt, bei mir geriet es dagegen etwas in Vergessenheit.

Das hat sich nun geändert. Unsere Brettspiel-App schlug Azul: Die Gärten der Königin wieder einmal für eine Partie vor. Also kam es wieder auf den Tisch.

Azul, aber doch deutlich eigenständiger

Wer das klassische Azul kennt, erkennt sofort einige Gemeinsamkeiten. Wieder geht es um farbige Spielsteine, Muster und darum, die richtigen Teile im richtigen Moment auszuwählen.

Trotzdem spielt sich Die Gärten der Königin deutlich anders.

Die sechseckigen Steine unterscheiden sich nach Farbe und Symbol. Beides kann für die eigene Planung wichtig sein. Man versucht Gruppen zu bilden, Punktebedingungen zu erfüllen und den eigenen Garten möglichst sinnvoll aufzubauen.

Dabei sollte man schon ein wenig vorausdenken. Wer einfach nur nimmt, was gerade hübsch aussieht, wird schnell feststellen, dass nicht alles sinnvoll zusammenpasst.

Mehr Taktik als zunächst gedacht

Besonders interessant ist die Auswahl der Steine. Je nachdem, was man nimmt, bekommt man weitere passende Teile dazu. Das kann sehr hilfreich sein, aber auch dazu führen, dass man sich den eigenen Vorrat unnötig vollpackt.

Dazu kommen unterschiedliche Wertungen für Farben, Symbole und zusammenhängende Gruppen.

Das Spiel ist damit anspruchsvoller als das ursprüngliche Azul. Die Regeln bleiben überschaubar, aber beim eigentlichen Spielen gibt es deutlich mehr zu bedenken.

Die BGG-Komplexität von 2,92 von 5 passt aus unserer Sicht deshalb ziemlich gut.

Schönes Material mit kleinen Schwächen

Die Spielsteine sind eindeutig eine der Stärken des Spiels.

Sie liegen gut in der Hand, sehen schön aus und sorgen dafür, dass der Garten am Ende auch optisch etwas hermacht. Gerade diese Haptik gehört für uns zu den Dingen, die wir mit Azul verbinden.

Weniger gelungen finden wir die recht dünnen Spielertableaus. Im Verhältnis zu den massiven Steinen wirken sie etwas billig.

Das ist kein großes Problem, fällt aber auf.

Zu zweit gefällt es uns besonders gut

Unsere aktuelle Partie haben Maja und ich zu zweit gespielt.

Das funktioniert sehr gut, weil man noch ziemlich genau verfolgen kann, was der andere gerade plant. Dadurch entsteht eine angenehme indirekte Interaktion. Man baut zwar hauptsächlich am eigenen Garten, schaut aber trotzdem ständig darauf, welche Steine der andere brauchen könnte.

Mit mehr Spielern wird das naturgemäß unübersichtlicher. Gerade deshalb sollten wir das Spiel irgendwann auch wieder zu dritt oder zu viert ausprobieren.

Stimmen aus den Runden

Hendrik – 7,5/10

„Azul hat einfach tolle Steine. Die Haptik ist gut, die Spielbretter sind sehr dünn. Ein schönes Spiel.“

Für mich ist Die Gärten der Königin vor allem ein schönes und angenehm taktisches Legespiel. Es fordert mehr als das ursprüngliche Azul, ohne unnötig kompliziert zu werden.

Maja – 8,5/10

„Ich mag die Mechanik und die Optik.“

Maja mochte das Spiel schon bei unserer ersten Partie in Freiburg sehr gern. Die Kombination aus Optik, Material und dem Aufbau des eigenen Gartens trifft ihren Geschmack einfach sehr gut.

Unsere Partie in Zahlen

Partien erfasst1
Durchschnittliche Dauer60 Minuten
Durchschnittsnote8,0/10
SiegeHendrik 1×

Unser persönliches Ranking (das Wertungssystem ist noch im Aufbau)

  • Hendrik: Platz 73 von 232
  • Maja: Platz 43 von 239

Die Fakten

  • Originaltitel: Azul: Queen’s Garden
  • Autor: Michael Kiesling
  • Grafik: Chris Quilliams
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Spieler: 2–4
  • Alter: ab 10 Jahren
  • BGG-Komplexität: 2,92 von 5
  • BGG-Bewertung: 7,41
  • BGG-Rang: #688

BGG-Daten: Stand 27. September 2026.

Fazit

Azul: Die Gärten der Königin ist bei uns ein Spiel, das nach einem guten Start etwas zu lange im Regal verschwunden ist.

Eigentlich zu Unrecht.

Es sieht gut aus, fühlt sich gut an und bietet deutlich mehr taktische Möglichkeiten als das ursprüngliche Azul. Gleichzeitig bleibt es zugänglich genug, um nicht in einer langen Regelerklärung zu versinken.

Maja gefällt es etwas besser als mir, was sich auch in unseren Wertungen zeigt. Gemeinsam landen wir aber immer noch bei 8 von 10 Punkten.

Gut also, dass die Brettspiel-App uns daran erinnert hat, es wieder einmal auf den Tisch zu bringen.