Monat: November 2026

Lucktails – Spielbewertung

🧭 Übersicht – Ein Schnäppchen für drei Euro

Wenn selbst ein Schnäppchen noch zu teuer ist …

Auf der SPIEL Essen 2026 entdeckten wir in der Nähe von Frosted Games einen Verkaufsstand, an dem Spiele regelrecht verramscht wurden. Ganze Kartons voller Spiele standen herum, teilweise in solchen Mengen, dass man problemlos komplette Gebinde hätte mitnehmen können.

Darunter auch Lucktails, das ich für gerade einmal drei Euro mitgenommen habe.

Eigentlich nur, weil der Entenhintern auf der Schachtel bei Maja und Josef eine gewisse Reaktion ausgelöst hatte: „Wer kauft denn so was?“

Ich natürlich! Hinterher ist man schlauer. Man sollte vielleicht nicht immer rebellisch sein.

⚙️ Spielmechanik – Haben wir etwas übersehen?

Lucktails ist ein kleines Kartenspiel von Peter Jürgensen, bei dem es um Wahrscheinlichkeiten, Kartentausch und ein wenig Zocken geht.

Schon die merkwürdig geschriebene Spielanleitung stellte uns allerdings vor Herausforderungen. Insbesondere das sogenannte „Bieten“ wollte uns nicht einleuchten.

Also haben wir uns sogar ein Erklärvideo auf YouTube angesehen. Das half allerdings auch nicht weiter.

Irgendwann wurde uns klar: Wir hatten die Regeln wohl durchaus verstanden. Die Mechanik ist einfach nicht besonders gut.

Immerhin hat sich jemand die Mühe gemacht, ein Erklärvideo dazu zu produzieren. So wie ich mir jetzt die Mühe mache, diesen Spielbericht zu schreiben.

🎲 Unsere Partie und die Stimmen der Runde

Am 31. Oktober 2026 kam Lucktails mit Maria, Josef, Johanna und mir auf den Tisch.

Angegeben sind 20 Minuten Spielzeit. Wir brauchten (gefühlt) 30.

Am Ende gewann Maria. Eine zweite Partie wurde nicht verlangt.

Auch meine drei Mitspieler waren nur mit einiger Überredung zu einem kurzen O-Ton zu bewegen:

  • Maria (5/10): „Das Spiel war viel zu lang. 5 von 10 weil ich gewonnen habe“
  • Maja (3/10): „Warum kauft Papa immer so einen Mist?“
  • Josef (4/10): „So schlecht war es jetzt auch nicht.“
  • Hendrik (3/10): „Zu wenig Enten Hintern und Enten Witze.“

Unser Durchschnitt: 4,0/10.

In meinem persönlichen Ranking landet Lucktails damit auf Platz 233 von 233. Letzter Platz. Immerhin eine Leistung.

❣️ Unser Fazit

2 von 5 Meeples

Lucktails war nichts für uns. Eine unnötig komplizierte Anleitung, eine wenig überzeugende Mechanik und erstaunlich wenig Entenhumor.

Die drei Euro waren immerhin kein großer Verlust. Und ein Spielbericht ist auch noch dabei herausgekommen.

Es gibt eben manchmal gute Gründe, warum Spiele besonders günstig verkauft werden.

Ein kleiner Nachtrag: Media Aetas

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Am selben Stand lag nämlich auch Media Aetas, das bereits während der SPIEL im Jahr 2024 bei uns eingezogen ist.

Und das fanden wir ehrlich gesagt ziemlich gut!

Umso bedauerlicher, dass offenbar auch dieses Spiel in größeren Mengen günstig abgegeben wurde. Bei BoardGameGeek liegt es immerhin bei rund 7,2 Punkten.

Vielleicht sollten wir Media Aetas endlich mal wieder auf den Tisch bringen und den längst überfälligen Artikel dazu vorziehen.

Denn nicht jedes Spiel in einer Schnäppchenkiste hat es auch verdient.

Lucktails allerdings … nun ja.

ℹ️ Spieleinfos

  • Verlag: Loosey Goosey
  • Autor: Peter Jürgensen
  • Illustration: Matthias Mödl
  • Erscheinungsjahr: 2022
  • Spielerzahl: 3–5
  • Spieldauer: 20 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • BGG-Bewertung: 6,62 (Stand 26.10.2026)

Zum Spiel auf BoardGameGeek

AHRBOL – Spielbewertung

🧭 Übersicht

Manchmal kommen Spiele auf ganz unerwarteten Wegen zu uns. Kurz vor der SPIEL in Essen meldete sich Arne Lauwers bei uns, ein belgischer Spieleentwickler, der unter anderem für das bei Hasbro erschienene Pictureka! verantwortlich ist.

Sein neues Kartenspiel AHRBOL ist inzwischen auch auf Deutsch erhältlich. Fünf unterschiedliche Spiele mit nur einem Kartensatz und mehr als 1.500 abgebildeten Gegenständen. Ob wir das nicht einmal ausprobieren möchten?

Natürlich wollten wir! Schließlich sind wir gerade dabei, einige kleinere Spiele wieder häufiger auf den Tisch zu bringen. Gerade unter der Woche und nach Feierabend darf es schließlich auch einmal etwas weniger umfangreich sein.

Arne stellte uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung. Inzwischen haben Josef, Maja, unser Freund Maria und ich alle fünf Varianten ausprobiert.

Und um es vorwegzunehmen: So richtig überzeugen konnte uns AHRBOL leider nicht.


⚙️ Spielmechanik – Fünf Spiele, ein Kartensatz

In der Schachtel finden sich 96 Karten mit unzähligen kleinen Illustrationen, ein Buchstabenwürfel und eine Sanduhr. Die Karten sind ordentlich verarbeitet, die Zeichnungen gefallen uns und auch die Gestaltung der Schachtel macht einen guten Eindruck.

Produziert wird AHRBOL bei der Spielkartenfabrik Altenburg, die zur belgischen Cartamundi-Gruppe gehört. Bemerkenswert ist auch, dass für jede Sprache eine eigene Ausgabe produziert wurde.

Das Material ist also schon einmal gelungen. Aber wie sieht es mit den Spielen aus?

🟦 ABC-Spiel und Tempospiel

Beim ABC-Spiel werden 30 Karten offen ausgelegt. Ein besonderer Würfel gibt vier Buchstaben vor, zu denen die Spieler möglichst schnell passende Gegenstände auf den Karten entdecken müssen.

Eine Art Stadt, Land, Fluss mit vorgegebenen Bildern.

Die Idee ist durchaus nett. Allerdings macht es die Auswahl aus gleich vier Buchstaben ziemlich einfach, passende Begriffe zu finden. Für Kinder, die gerade das Alphabet kennenlernen, dürfte das interessant sein. Für uns war es kaum herausfordernd.

Das Tempospiel funktioniert ähnlich, bringt allerdings durch die Sanduhr und den wechselnden Kartenbestand etwas mehr Hektik ins Spiel.

Von den fünf Varianten gefiel uns diese noch am besten. Allerdings gibt es auch hier andere Reaktionsspiele, die wir lieber auf den Tisch bringen würden.

🟧 Wortkette

Die Wortkette dürfte den meisten bekannt vorkommen. Ein Spieler nennt einen Gegenstand und der nächste muss einen neuen Begriff finden, der mit dem letzten Buchstaben des vorherigen Wortes beginnt.

Aus Katze wird Elefant, daraus Tiger und so weiter.

Das funktioniert und trainiert sicherlich den Wortschatz und den Umgang mit Buchstaben. Spielerisch war es für unsere Runde allerdings ebenfalls wenig spannend.

🟥 Finde die Paare

Hier wird es besonders einfach. Im Grunde handelt es sich um Memory. Allerdings müssen keine gleichen Bilder gefunden werden, sondern lediglich Karten mit derselben Randfarbe.

Bei 30 ausliegenden Karten und nur sechs unterschiedlichen Randfarben ist die Herausforderung ausgesprochen gering.

Ich würde sogar behaupten, dass diese Variante bereits für jüngere Kindergartenkinder geeignet ist. Für uns war sie jedenfalls vollkommen überflüssig.

🟩 Gedächtnis – Errate das Objekt

Die letzte Variante erinnert an „Ich sehe was, was du nicht siehst“, kombiniert mit „Wer bin ich?“.

Ein Spieler denkt sich einen Gegenstand auf den ausliegenden Karten aus. Die anderen müssen diesen durch Ja-Nein-Fragen erraten. Wird eine Frage verneint, wechselt der aktive Spieler und eine der verfügbaren Chancen geht verloren.

Grundsätzlich eine bekannte und funktionierende Spielidee. Allerdings können Gegenstände auf mehreren Karten auftauchen, was das eindeutige Eingrenzen nicht unbedingt erleichtert.

Auch diese Variante konnte uns nicht wirklich begeistern.


🧪 Unsere Partien – Vielleicht die falsche Zielgruppe?

Wir haben AHRBOL mit Josef, Maja, Maria und mir in allen fünf Spielmodi getestet.

Dabei wurde relativ schnell deutlich, dass wir vermutlich nicht die eigentliche Zielgruppe darstellen.

Offiziell wird das Spiel ab sieben Jahren empfohlen. Nach unserem Eindruck dürften einige Varianten allerdings bereits für deutlich jüngere Kinder geeignet sein. Besonders Finde die Paare ist so einfach gehalten, dass ich es eher im Kindergarten ansiedeln würde.

Anders sieht es bei den Wortspielen aus. Hier müssen die Kinder natürlich bereits Buchstaben erkennen und Begriffe entsprechend zuordnen können. Das passt durchaus zum Vorschul- oder frühen Grundschulalter.

Und vielleicht liegt genau hier die Stärke von AHRBOL.

Als spielerische Unterstützung beim Erlernen von Buchstaben, beim Aufbau des Wortschatzes oder beim Training der Aufmerksamkeit könnte das Spiel durchaus seinen Platz finden.

Als Familienkartenspiel, bei dem auch ältere Kinder und Erwachsene gefordert werden, hat es für uns allerdings nicht funktioniert.

Schade eigentlich. Denn die Illustrationen sind gelungen und bieten durchaus Möglichkeiten für weitere Spielideen.


💬 Stimmen aus der Runde

Josef – 3/10

Auch Josef konnte den Spielvarianten wenig abgewinnen. Die Aufgaben waren ihm schlicht zu einfach, um längerfristig interessant zu bleiben.

Maja – 3/10

Maja ging es ähnlich. Die unterschiedlichen Mechanismen konnten auch sie nicht wirklich überzeugen.

Maria – 3/10

Auch Maria sah wenig Gründe, warum wir AHRBOL noch einmal auf den Tisch bringen sollten.

Hendrik – 3/10

Ich sehe durchaus die Mühe, die in der Entwicklung und Gestaltung steckt. Spielerisch sind mir die Varianten aber zu einfach und teilweise auch zu wenig originell. Besonders auf Finde die Paare hätte ich gut verzichten können.

Unsere Statistik:

  • Getestete Spielvarianten: 5 von 5
  • Spieler: 4
  • Durchschnittsbewertung: 3/10
  • Favorit unserer Runde: am ehesten das Tempospiel

💡 Eine sechste Spielvariante?

Dabei hätten wir sogar noch eine Idee für Arne.

Auf den Karten finden sich zahlreiche Gegenstände, die auch auf anderen Karten wieder auftauchen. Warum also nicht eine Variante entwickeln, bei der man zwei Karten mit demselben Gegenstand entdecken muss?

Beispielsweise könnten 30 Karten offen ausliegen. Wer zuerst zwei Karten findet, auf denen derselbe Gegenstand abgebildet ist, nennt den Begriff und erhält einen Punkt.

Ein wenig wie bei Dobble, nur mit den vielen kleinen Illustrationen von AHRBOL.

Natürlich müsste man zunächst prüfen, ob sich bei zufällig ausgelegten Karten immer ausreichend Übereinstimmungen finden lassen. Etwas Playtesting wäre also erforderlich.

Aber zumindest für unsere Runde wäre das vermutlich spannender gewesen als das Zuordnen von sechs Randfarben.


⭐️ Unsere Bewertung

KategorieWertung
Zugänglichkeit🟢 Sehr hoch – einfache Regeln und schneller Einstieg
Interaktion🟡 Vorhanden – besonders beim Tempo- und ABC-Spiel
Spielspaß🔴 Gering – für unsere Runde zu wenig Herausforderung
Wiederspielwert🔴 Niedrig – keine Variante reizte uns zu weiteren Partien
Gestaltung🟢 Gut – ansprechende Illustrationen und ordentliches Material

❣️ Gesamtbewertung

1,5 von 5 Meeples – entsprechend 3/10 Punkten

AHRBOL ist sicherlich mit viel Engagement entwickelt worden. Das merkt man an der Materialqualität, den Illustrationen und auch dem Konzept, aus einem Kartensatz gleich fünf verschiedene Spiele zu machen.

Allerdings hat uns das spielerische Ergebnis nicht überzeugt.

Die einzelnen Varianten sind überwiegend sehr einfach und bieten gerade älteren Kindern und Erwachsenen kaum Herausforderungen. Einige Mechanismen sind zudem so bekannt, dass wir lieber zu anderen Spielen greifen würden.

Aber vielleicht haben wir tatsächlich die falschen Spieler an den Tisch gesetzt.

Deshalb werden wir AHRBOL in unserer App als Kinderspiel einordnen. Und obwohl bei uns eigentlich nur ausgesprochen selten Spiele wieder ausziehen, haben wir bereits eine Idee für die weitere Verwendung.

Unsere jüngeren Nichten und Neffen dürften altersmäßig deutlich besser passen. Und zusammen mit meiner Schwiegermutter, die früher Grundschullehrerin war, könnte AHRBOL dort vielleicht sogar einen pädagogischen Nutzen entfalten.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob das Spiel dort mehr Begeisterung auslöst als bei uns.

Vielen Dank an Arne Lauwers und Lauwers Games für das kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Auf unsere Bewertung hatte dies selbstverständlich keinen Einfluss.


ℹ️ Spieleinfos

  • Titel: AHRBOL
  • Autor: Arne Lauwers
  • Verlag: Lauwers Games
  • Herstellung: Spielkartenfabrik Altenburg / Cartamundi
  • Spieltyp: Kinderspiel, Suchspiel, Reaktionsspiel, Wortspiel
  • Spielerzahl: 2–6
  • Spieldauer: 15–60 Minuten
  • Alter: ab 7 Jahren
  • Sprache: Deutsch
  • UVP: 19,95 €

Zur offiziellen Homepage von AHRBOL

Einen Eintrag bei BoardGameGeek konnten wir zum Zeitpunkt unserer Recherche leider nicht finden.

Unsere Testpartien: Vier Spieler (Josef, Maja, Maria und Hendrik), alle fünf Spielvarianten getestet.