Von Concordia über Generals of Kaladan bis Pictures: Was wir auf der SPIEL ausprobiert haben, welche Spiele uns begeistern konnten und was schließlich mit nach Hause durfte.
Vier Tage und jede Menge Spielzeit
Vier Tage SPIEL Essen. Das bedeutet nicht nur unzählige Schritte durch die Messehallen, volle Gänge und jede Menge Neuheiten, sondern vor allem die Gelegenheit, Spiele auszuprobieren.
Und genau das haben wir ausgiebig getan.
Während wir uns in unserem ersten Rückblick mit den Crowdfunding-Projekten und Verlagsbesuchen beschäftigt haben, soll es diesmal um die eigentlichen Spielerlebnisse gehen.
Am Donnerstag waren Maja, Josef und ich unterwegs. Freitag und Samstag verstärkte Maria unsere Runde, bevor am Sonntag auch Anne dazukam und wir als komplette Hügelzelter-Familie die letzten Stunden auf der Messe verbrachten.
Dabei haben wir uns keineswegs nur an unsere ursprünglichen Wunschlisten gehalten. Natürlich gab es Spiele, die wir unbedingt ausprobieren wollten. Aber mindestens genauso häufig führte uns ein freier Tisch zu einem Titel, den wir vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatten.
Und manchmal sind gerade das die schönsten Entdeckungen.
Donnerstag – Ein Klassiker, ein paar Überraschungen und die ersten Einkäufe
Concordia: Mare Nostrum – eine vollständige Partie mit Mac Gerdts
Gleich am ersten Messetag ergab sich eine Gelegenheit, die uns besonders gut gefallen hat.
Concordia ist schließlich bereits 2013 erschienen. Trotzdem hatten wir es bislang noch nie gespielt. Nun saßen wir auf der SPIEL am Tisch, und das Spiel wurde uns von Mac Gerdts persönlich vorgestellt und erklärt.

Gemeinsam mit Philipp, der ebenfalls Interesse hatte, spielten wir eine vollständige Partie auf der neuen Karte Mare Nostrum.
Und ja, eine vollständige Partie auf der SPIEL funktioniert durchaus!
Man hört gelegentlich, dass man auf einer Messe möglichst viele Spiele kurz anspielen sollte. Wir sehen das etwas anders. Gerade bei einem anspruchsvolleren Strategiespiel braucht es manchmal ein wenig Zeit, bis die Mechaniken ineinandergreifen und man wirklich erkennt, warum es Spaß macht.
Concordia hat uns mit seinem kartenbasierten Aktionssystem, dem Ausbau von Handelswegen und dem wirtschaftlichen Wettstreit jedenfalls überzeugt.
Und nicht zuletzt war es eine schöne gemeinsame Runde mit einem zuvor völlig unbekannten Mitspieler.Brettspiele sind eben auch ein soziales Medium.
Unser Fazit: Concordia und die Erweiterung sind eingezogen. Dass ich die Special Edition bereits im Crowdfunding unterstützt hatte, fiel mir leider erst später beim Eintragen in unsere App auf. Nun ja, doppelt hält besser.
Check Mates – klein, schnell und genau richtig für zwischendurch
Mit Check Mates landeten wir bei einem deutlich kleineren Spiel.

Wir haben uns die Regeln direkt vor Ort selbst erarbeitet und anschließend gespielt. Das Spiel ist schnell erklärt, braucht nicht viel Platz und dauert gerade einmal rund 15 Minuten.
Uns hat es gut gefallen. Kein Spiel, für das man einen ganzen Abend reserviert, aber genau die Art von Titel, die man zwischendurch immer wieder hervorholen kann.
Unser Fazit: Eingezogen.
Vroom – Brumm, brumm!
Von Vroom hatte ich schon im Vorfeld in einem Podcast gehört. Die Idee klang etwas albern, aber durchaus unterhaltsam.
Wir bewegen kleine Autos um Hindernisse und erzeugen dabei selbst die passenden Motorengeräusche. Überzeugt haben uns die „Legacy“ Elemente.
Das macht erstaunlich viel Spaß, solange man bereit ist, sich auf den Unsinn einzulassen.
Noch am selben Abend haben wir das Spiel bei meiner Schwester und ihrer Familie erneut ausgepackt. Auch dort kam es gut an.

Ob Vroom langfristig regelmäßig auf unserem Spieltisch landen wird, bleibt abzuwarten. Aber als kurzer Absacker ist es eine schöne Idee.
Unser Fazit: Eingezogen. Auf die weiteren Varianten in der Schachtel sind wir gespannt.
Compress – Nullen, Einsen und ein wenig Informatik
Ein Spiel mit Nullen und Einsen?
Da werde ich als Wirtschaftsmathematiker natürlich neugierig.
Compress reduziert seine Karten auf die beiden Ziffern des Binärsystems. Spielerisch erinnert das Ganze an „Ich packe meinen Koffer“, nur eben in einer etwas anderen, „mathematisch“ angehauchten Variante. (Falls Fragen aufkommen: Mathematisch, weil man sich das ganze über Zahlenfolgen gut merken kann)
Die Idee ist simpel, ungewöhnlich und hat uns gefallen.
Unser Fazit:
01010101 01101110 01110011 01100101
01110010 00100000 01000110 01100001
01111010 01101001 01110100 00111010
00100000 01000101 01101001 01101110
01100111 01100101 01111010 01101111
01100111 01100101 01101110 00101110.
Rätselboxen und alte Bekannte
Daneben haben wir uns bei iDventure und Puzzle Potato einige Rätselboxen angesehen und ausprobiert.
Uns dreien gefallen solche Knobeleien grundsätzlich sehr gut. Allerdings finde ich die Boxen teilweise recht teuer, wenn man berücksichtigt, dass sie in der Regel nur einmal gelöst werden können.
Interessanterweise haben beide Anbieter bereits gemeinsam eine Kickstarter-Kampagne durchgeführt. Einige ihrer Rätselwürfel stehen deshalb ohnehin schon bei uns zu Hause.
Für mich sind solche Rätselboxen allerdings nicht unbedingt klassische Brettspiele.
Außerdem haben Maja und Josef noch einmal Paco Ŝako angespielt, das bereits vor einigen Jahren bei uns eingezogen war.
Auch für solche kurzen Wiederbegegnungen ist auf der SPIEL immer wieder Zeit.
Freitag – Kooperative Abenteuer und ein langer Spieleabend
Mit Maria waren wir am Freitag zu viert unterwegs. Und damit boten sich noch einmal andere Möglichkeiten, insbesondere für kooperative Spiele und längere Partien.
Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft
Bereits 2025 war Das Schicksal der Gemeinschaft auf der SPIEL ein großes Thema. Damals hatten wir allerdings keine Gelegenheit gefunden, das Spiel auszuprobieren. In diesem Jahr ergab sich die Chance.
Das kooperative Spiel von Matt Leacock überträgt Grundideen aus Pandemic in die Welt von Der Herr der Ringe. Gemeinsam versuchen wir, die Gemeinschaft zu unterstützen, Bedrohungen abzuwehren und unsere jeweiligen Aufgaben zu erfüllen.
Wir konnten einen Teil der Partie anspielen, aber der erste Eindruck war ausgesprochen positiv.
Die Atmosphäre passt, die Mechaniken greifen gut ineinander und die bekannte Geschichte funktioniert als Grundlage für ein kooperatives Brettspiel.
Unser Fazit: Der Hype aus dem vergangenen Jahr erscheint uns durchaus gerechtfertigt. Das Spiel war sogar schon am Donnerstag bei uns eingezogen. Jetzt müssen wir nur noch die vollständige Partie nachholen.
Professor Boom – erst getestet, dann verschenkt
Ein weiterer Titel auf unserer Liste war Professor Boom von Reiner Knizia.
Knizia hat inzwischen so viele Spiele entwickelt, dass selbst bei Wer stiehlt mir die Show? seine Veröffentlichungszahl schon als Quizfrage taugt.
Professor Boom sah nett aus, und wir wollten das Spiel gerne als Dankeschön für unsere Neffen mitbringen, bei denen wir während der Messe übernachten durften.

Aber selbstverständlich sollte vor dem Verschenken noch ein Test stattfinden.
Der verlief gut genug, dass wir das Spiel mitgenommen haben.
Unser Fazit: Am Donnerstag eingezogen und am Samstag bereits wieder ausgezogen. Unsere Neffen haben sich hoffentlich darüber gefreut.
Confusing Lands – Josef auf Rekordjagd
Confusing Lands kannten wir bereits ausführlich.
Board Game Circus hatte uns das Spiel freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, und wir haben es seitdem häufig gespielt. Auch nach Veröffentlichung unserer Rezension landete es immer wieder auf dem Tisch, vor allem bei Maja und Josef.
Auf der SPIEL gab es nun einen Wettbewerb zum Spiel. Eine Gelegenheit, die sich die beiden natürlich nicht entgehen ließen.
Und was soll ich sagen? Josef steht seit Freitag mit seinem Ergebnis auf Platz eins der Wertungsliste. Und am Sonntagnachmittag stand er dort noch immer.

Ich bin gespannt, ob überhaupt noch jemand an dieses Ergebnis herangekommen ist. 64 Punkte sind nahe am theroetischen Maximum.
Yut Nori – ein Blick in die koreanische Spielkultur
Bei Queensell konnten wir Yut Nori ausprobieren, ein traditionelles koreanisches Spiel. Spielerisch fühlten wir uns stark an Mensch ärgere dich nicht erinnert. Wir haben zu viert einige Runden gespielt, fanden das Ganze in Ordnung, aber nicht so spannend, dass es unbedingt bei uns einziehen musste.
Interessanter war fast noch das Konzept des Verlags, traditionelle Spiele verschiedener Kulturen im Rahmen eines geplanten Crowdfundings neu zugänglich zu machen. Darunter ist laut Kickstarter Preview auch The Royal Game of Ur sein. Und Mesopotamien ist nun einmal ein Thema, bei dem ich ziemlich schnell hellhörig werde.
Diese Kampagne werde ich deshalb im Auge behalten.
Fateforge – ein Dungeon-Crawler, der vielleicht öfter auf den Tisch kommt
Mit Fateforge: Die Chroniken von Kaan begegnete uns ein kooperativer Dungeon-Crawler, der eigentlich genau in unser Beuteschema fällt.
Monster bekämpfen, Charaktere entwickeln und gemeinsam Abenteuer erleben: Das mögen wir sehr.
Unser Problem ist allerdings bekannt. Wir besitzen längst zahlreiche Kampagnenspiele, von denen einige noch nicht abgeschlossen und andere noch nicht einmal begonnen sind.
Was Fateforge für mich besonders interessant macht, ist die App-Unterstützung.
Normalerweise bin ich kein großer Freund davon, wenn Brettspiele zwingend digitale Unterstützung benötigen. Hier übernimmt die App allerdings einen erheblichen Teil der Verwaltung. Dadurch kann der Fokus stärker auf den Kämpfen und den eigentlichen Entscheidungen liegen.
Weniger Verwaltungsaufwand, kürzere Partien und weniger Materialchaos auf dem Tisch?
Das könnte tatsächlich dafür sorgen, dass wir ein solches Spiel häufiger zwischendurch hervorholen.
Unser Fazit: Die Demopartie hat uns gefallen. Trotzdem habe ich noch drei Tage überlegt, bevor Fateforge am Sonntag schließlich eingezogen ist.
Tempel der Fünf – wenn die Regeln nicht ganz stimmen
Bei Stonemaier Games war gerade ein Tisch frei. Eigentlich wollte ich etwas anderes ausprobieren. Aber ein freier Tisch und ein Spiel mit einer Pyramide sind schon eine verlockende Kombination.
Also setzten wir uns zu Tempel der Fünf. (Vorsicht Dad Joke: Auch wenn wir nur zu viert waren)
Leider stellte sich heraus, dass uns die Regeln nicht vollständig korrekt erklärt worden waren. Dadurch entwickelte sich eine Mechanik in unserer Partie deutlich anders, als sie eigentlich vorgesehen war. Das hat unseren Eindruck natürlich beeinflusst.

Aber auch mit diesem Wissen blieb am Ende das Gefühl, dass uns das Spiel nicht ausreichend begeistert hatte.
Unser Fazit: In Ordnung, aber nicht eingezogen.
Freitagabend – Board Game Theory und noch mehr Spiele
Nach einem langen Messetag hätte man eigentlich denken können, dass irgendwann genug gespielt ist.
Aber natürlich hatten wir für Freitagabend noch das Community-Treffen von Board Game Theory im Roll&Dine Bistro eingeplant.
Und dort wurde weitergespielt.
Flip 7: With a Vengeance – noch ein bisschen gemeiner
Flip 7 hatten wir auf der SPIEL 2025 kennengelernt und waren sofort begeistert.
Einfach, schnell und gerade für Gelegenheitsspieler hervorragend geeignet. Entsprechend häufig haben wir es seitdem auch verschenkt.
Mit Flip 7: With a Vengeance bekommt das bekannte Push-your-Luck-Prinzip nun eine weitere Variante. Beim Community-Treffen konnten wir es zusammen mit Timo und Chris ausprobieren.
Und tatsächlich: Das Spiel wird gemeiner.
Während es beim ursprünglichen Flip 7 hauptsächlich darum geht, das eigene Glück herauszufordern, können wir nun auch unsere Mitspieler gezielt ärgern.
Uns hat das Spaß gemacht. Allerdings dürfte die neue Variante nicht in jeder Spielrunde gleich gut ankommen.
Unser Fazit: Eingezogen, vorerst aber nur für uns selbst.
Heat – warum habe ich das eigentlich so lange ignoriert?
Heat war für mich lange ein Spiel, um das ich einen Bogen gemacht habe.
Ein Autorennspiel als Brettspiel? Das erschien mir irgendwie absurd.
Beim Community-Treffen haben wir dann doch eine Runde gespielt, ebenfalls mit Timo und Chris.
Und ich muss zugeben: Ich habe dem Spiel unrecht getan.

Die Kombination aus Handkartenmanagement, Geschwindigkeit und dem Risiko, in den Kurven die Kontrolle zu verlieren, funktioniert erstaunlich gut. Besonders in einer größeren Runde mit bis zu sechs Spielern kann ich mir das richtig unterhaltsam vorstellen.
Unser Fazit: Mein Versprechen: Wenn ich gewinne, dann kaufe ich es … Hätte ich auch gern getan. Bei Asmodee waren allerdings nur Erweiterungen verfügbar. Vielleicht zieht Heat also später noch bei uns ein.
Samstag – Entwicklerkontakte, Miniaturen und ungewöhnliche Ideen
Am Samstag stand unter anderem ein konkreter Termin auf unserem Programm.
Generals of Kaladan – ein Spiel aus Ägypten
Bereits vor der Messe hatte uns Sherif kontaktiert, einer der Entwickler von Generals of Kaladan: Age of Crowns.
Das Spiel wurde in Ägypten entwickelt und produziert. Ein Ansatz, den ich durchaus sympathisch finde, zumal man bei Sherif schnell merkt, wie viel Begeisterung und persönliche Arbeit in diesem Projekt steckt.

Am Freitag hatten wir uns kurz am Stand getroffen und für Samstag um elf Uhr eine Spielrunde vereinbart.
Generals of Kaladan ist ein Fantasy-Skirmish-Spiel, bei dem verschiedene Fraktionen mit ihren Helden und Einheiten auf einem modularen Hexfeld-Schlachtfeld gegeneinander antreten.

Würfel spielen dabei eine wichtige Rolle, während die eigentlichen Regeln vergleichsweise zugänglich bleiben.
Uns hat die Partie gefallen. Ich würde meinen ersten Eindruck irgendwo bei sechs bis sieben von zehn Punkten einordnen.
Josef war dagegen deutlich begeisterter.
Gerade die einfache Zugänglichkeit könnte dafür sorgen, dass er das Spiel auch mit seinen Freunden auf den Tisch bringt. Für gelegentliche Spieler ist das schließlich ein großer Vorteil.
Sherif hatte uns bereits im Vorfeld erzählt, dass rund 80 Prozent der Spieler nach einer Proberunde sein Spiel kaufen würden.
Nun, wir gehören offenbar dazu.
Unser Fazit: Eingezogen. Wir haben das Spiel regulär gekauft und kein angebotenes Rezensionsexemplar angenommen.
Zoology – wer bin ich, nur mit Tieren?
Manchmal beginnt eine Partie damit, dass man einfach vor einem freien Stehtisch stehen bleibt. So war es bei Zoology.
Das Spiel erinnert an klassische „Wer bin ich?“-Konzepte, arbeitet allerdings mit Tieren und ihren unterschiedlichen Eigenschaften.
Über die Einschätzung von Charakteristika versuchen wir, die richtigen Zuordnungen herauszufinden.
Die Idee war nett, das Spiel funktionierte und wir hatten durchaus Spaß. Mehr aber auch nicht. Stimmt nicht ganz: Wir haben Aufkleber bekommen … 🙂
Unser Fazit: In Ordnung, aber nichts für unsere Sammlung.
Whitehall – ein Fall für Scotland Yard?
Während ich bei The Army Painter eine Miniatur bemalte, haben die anderen Whitehall ausprobiert.
Das gehört für mich ebenfalls zu einer Brettspielmesse: Man muss nicht unbedingt jede Partie gemeinsam spielen, wenn sich unterschiedliche Interessen ergeben.
Nach dem, was mir anschließend berichtet wurde, erinnert sehr stark Whitehall an Scotland Yard. Passenderweise spielt das Ganze ebenfalls in London.
Einen ausführlicheren eigenen Eindruck kann ich allerdings nicht liefern, da ich diesmal nicht mitgespielt habe.
Isabella Lucy Bird – plötzlich zum Regelerklärer geworden
Bei Isabella Lucy Bird mussten wir uns zunächst selbst durch die Regeln arbeiten.
Das Roll-and-Write-Spiel war danach durchaus zugänglich, allerdings empfanden wir die Wertung nicht ganz rund. Irgendwie wollte der Funke nicht richtig überspringen.

Lustiger als die eigentliche Partie war schließlich eine Begegnung mit zwei Spielerinnen aus Hamburg am Nachbartisch.
Da wir die Regeln inzwischen verstanden hatten, konnte ich ihnen das Einlesen ersparen und erklärte kurzerhand das Spiel.
Offenbar machte ich meine Sache so überzeugend, dass ich zwischenzeitlich für einen Mitarbeiter des Standes gehalten wurde.
Irgendwann fiel dann allerdings auf, dass ich ebenfalls nur ein gewöhnlicher Messebesucher war.
Unser Fazit: Nicht eingezogen. Eine nette Begegnung war es trotzdem.
Yōtei – Kartoffeln, Japan und Worker-Placement
Yōtei war eines der Spiele, die mich schon vor der Messe interessiert hatten.
Das japanische Setting, die Gestaltung und die Verbindung aus Worker-Placement und Kartenentwicklung hatten meine Neugier geweckt.
Vor Ort wurde uns das Spiel direkt vom Entwickler erklärt.
Und irgendwie ist es schon witzig, wenn man in einem japanischen Setting Kartoffeln als wichtige Ressource nutzt, Karten kauft und versucht, seine eigene Stadt möglichst geschickt bzw. „beautiful“ weiterzuentwickeln.
Das Spiel hat uns jedenfalls gefallen.
Unser Fazit: Eingezogen.
Sonntag – mit Anne durch die Hallen
Am letzten Messetag war auch Anne dabei. Damit waren wir als Hügelzelter-Familie vollständig unterwegs.
Unser Schwerpunkt verschob sich nun etwas stärker zu zugänglichen Spielen, kleineren Titeln und Neuheiten, die man auch ohne lange Regellektüre ausprobieren konnte.
Manila – schön, aber nicht unser Spiel
Mit Manila wollten wir endlich einmal einen Vertreter der Stefan-Feld-City-Collection ausprobieren.
Optisch hat uns das Spiel durchaus gefallen.

Spielerisch konnte es uns allerdings nicht überzeugen. Der Glücksanteil war uns zu hoch, und die Mechaniken trafen nicht wirklich unseren Geschmack.
Schade, aber auch dafür sind Messetests schließlich da.
Unser Fazit: Nicht eingezogen.
Pili Pili – ein kleines Stichspiel
Pili Pili ist ein unkompliziertes Stichspiel, bei dem wir zunächst vorhersagen, wie viele Stiche wir erzielen werden.
Das Grundprinzip erinnert an eine Mischung aus einem klassischen Stichspiel und Wizard. Zusätzliche Regeln sorgen für etwas Abwechslung.
Das Ganze ist schnell erklärt und flott gespielt.
Kein spielerisches Schwergewicht, aber ein netter Kandidat für den Beginn oder das Ende eines Spieleabends.
Unser Fazit: Eingezogen.
Quick Stop – Buchstaben, Kategorien und viel Gelächter
Mit Quick Stop wurde es dann wieder deutlich lebhafter.
Das Partyspiel verbindet Buchstaben mit unterschiedlichen Kategorien. Wir haben gleich drei Varianten ausprobiert, darunter die klassische, eine Party- und eine Weihnachtsversion.
Und wir haben viel gelacht.
Gerade für größere Runden, in denen nicht jeder Lust auf komplexe Regeln hat, sind solche Spiele eine schöne Ergänzung.
Unser Fazit: Eingezogen.
Sonntagsmaler – malen, ohne zu sehen
Ein Spiel mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Titel.
Sonntagsmaler heißt im Englischen I suck at drawing, wobei der englische Name das Prinzip zumindest etwas besser beschreibt.
Wir müssen Begriffe zeichnen, während die Mitspieler versuchen, unsere Kunstwerke zu erraten. Der entscheidende Haken: Wir sehen nicht, was wir gerade malen.
Das führt natürlich zu reichlich absurden Ergebnissen und entsprechenden Lachern. Wir hatten Spaß, allerdings war uns der spielerische Reiz für eine dauerhafte Anschaffung nicht groß genug.
Unser Fazit: Lustig, aber nicht eingezogen.
Pictures – nach Jahren endlich ausprobiert
Pictures ist bereits 2020 mit dem Spiel-des-Jahres-Preis ausgezeichnet worden.
Trotzdem haben wir es bislang weitgehend ignoriert. Dabei erinnere ich mich noch daran, dass wir uns das Spiel schon 2019 einmal angesehen hatten.
Nun war es endlich so weit. Wir konnten Pictures direkt mit der Erweiterung Violett ausprobieren.

Das Spielprinzip ist ebenso einfach wie ungewöhnlich: Wir stellen Bilder mit unterschiedlichen Materialien nach und hoffen, dass unsere Mitspieler erkennen, welches Motiv gemeint ist.
Die Erweiterung bringt zusätzliche Möglichkeiten und neue Ideen mit.
Uns hat das ausgesprochen gut gefallen. Gerade die Verbindung aus Kreativität, Kommunikation und den völlig unterschiedlichen Materialien macht den Reiz aus.
Unser Fazit: Endlich eingezogen.
Dobble Connect – bekannt und doch etwas anders
Zum Abschluss wurde auch noch Dobble Connect ausprobiert, wobei ich selbst diesmal nicht dabei war.
Das bekannte Prinzip, möglichst schnell übereinstimmende Symbole zu erkennen, wird hier um eine zusätzliche räumliche Komponente ergänzt.
Mehr kann ich aus eigener Erfahrung nicht berichten.
Unser Fazit: Nicht eingezogen.
Vier Tage, viele Spiele – und noch lange nicht alles gesehen
Wenn ich unsere vier Messetage rückblickend betrachte, bin ich vor allem überrascht, wie viel wir tatsächlich spielen konnten.
Natürlich gab es immer wieder volle Tische, lange Schlangen und Spiele, die wir uns gerne angesehen hätten, für die aber schlicht die Zeit fehlte.
Trotzdem haben wir zahlreiche vollständige und kurze Partien erlebt, neue Mechaniken kennengelernt und einige wunderbare Begegnungen gehabt.
Gerade die Partien mit unbekannten Mitspielern, die Erklärungen direkt durch Entwickler und die spontanen Tests an freien Tischen sind etwas, das eine Brettspielmesse für mich besonders macht.
Nicht jedes Spiel hat uns überzeugt. Und das ist auch gut so.
Bei Manila, Zoology oder Tempel der Fünf blieb es beim Ausprobieren. Heat dagegen hat mich positiv überrascht, obwohl ich es jahrelang ignoriert hatte.
Und dann gab es natürlich die Spiele, bei denen wir nach der Partie ziemlich schnell wussten: Das muss mit.
Concordia, Generals of Kaladan, Yōtei, Pictures und einige weitere sind genau auf diese Weise in unsere Sammlung gewandert.
Manchmal reicht eben eine einzige Partie, um aus einer interessanten Neuheit einen neuen Bewohner unseres Spieleregals zu machen.
Damit wäre auch schon der Übergang zum dritten und letzten Teil unserer SPIEL-Nachberichterstattung geschafft.
Denn neben all den Spielen, die wir vor Ort ausprobieren konnten, haben wir natürlich noch einiges mehr mit nach Hause gebracht.
Manches stand schon lange auf unserer Wunschliste, anderes haben wir spontan entdeckt. Und bei einigen Dingen frage ich mich inzwischen selbst, wie sie eigentlich in unsere Taschen gekommen sind.
Aber dazu mehr in unserem nächsten Beitrag: Was sonst noch von der SPIEL Essen 2026 bei uns eingezogen ist.