Vier Tage SPIEL Essen, zahlreiche unterstützte Kampagnen und eine lange Liste mit Verlagen, die wir besuchen wollten. Was haben wir tatsächlich gesehen, erfahren und vielleicht sogar mit nach Hause genommen?

Vier Tage SPIEL – und eine lange Crowdfunding-Liste

Vier Tage SPIEL Essen liegen hinter uns. Vier Tage voller Brettspiele, Menschen, Gespräche und unzähliger Eindrücke. Donnerstag waren Maja, Josef und ich unterwegs. Freitag und Samstag begleitete uns zusätzlich Maria, und am Sonntag war mit Anne schließlich auch unsere Hügelzelter-Familie vollständig auf der Messe vertreten.

Wir sind unglaublich viel gelaufen, haben uns durch nahezu alle Hallen gearbeitet, zahlreiche Spiele ausprobiert und uns immer wieder treiben lassen. Ein mehrtägiger Familienausflug, ein bisschen Urlaub und vor allem vier Tage gemeinsames Hobby.

In unseren Vorberichten hatten wir uns allerdings besonders ausführlich mit einem Thema beschäftigt: Crowdfunding.

Nicht, weil wir deshalb nach Essen gefahren wären. Dafür lieben wir Brettspiele und die besondere Atmosphäre der SPIEL viel zu sehr. Aber unsere offenen Kickstarter- und Gamefound-Kampagnen hatten bei der Vorbereitung einen ungewöhnlich großen Raum eingenommen.

Mit unserer Hügelzelter-App hatte ich eine Übersicht erstellt, Verlage herausgesucht und überlegt, welche unterstützten Projekte wir vor Ort ansehen, ausprobieren oder sogar abholen könnten.

Die offizielle SPIEL-App war dabei eine hervorragende Ergänzung. Spiele und Verlage ließen sich vormerken und während der Messetage nach und nach abhaken. Das hat erstaunlich gut funktioniert und uns geholfen, trotz der riesigen Auswahl den Überblick zu behalten.

Aber was ist nun tatsächlich aus unseren Crowdfunding-Plänen geworden?

Fangen wir mit dem vielleicht schönsten Erfolg an.

Fairytale – endlich ein Happy End!

Auf Fairytale von Smartup Games hatten wir schon ziemlich lange gewartet. So lange, dass ich zwischenzeitlich durchaus befürchtet hatte, hier könnte uns unsere erste Crowdfunding-Kampagne begegnen, bei der am Ende gar kein Spiel ankommt.

Doch dann kam kurz vor der SPIEL die erfreuliche Nachricht: Wir könnten unser Exemplar direkt am Stand abholen.

Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt. Glücklicherweise waren wir erst am späten Nachmittag dort. Denn was uns erwartete, war eine riesige Kiste mit einem Gewicht von über zehn, beinahe elf Kilogramm.

Und die durfte ich anschließend noch rund zwei Stunden durch die Messehallen tragen.

Immerhin hatten wir ein Lastenrad dabei, mit dem wir unsere Errungenschaften später transportieren konnten. Darüber war ich an diesem Tag besonders froh.

Am Stand selbst war einiges los. Mein Eindruck war, dass zahlreiche Unterstützer ihre Exemplare abholten. Der Kontakt war freundlich, die Übergabe unkompliziert und als kleine Entschuldigung für die lange Wartezeit gab es sogar noch eine Tragetasche dazu.

Die sieht übrigens aus wie ein Kürbis. Ein ziemlich ungewöhnliches Erinnerungsstück.

Fairytale steht inzwischen bei mir im Homeoffice. Ausgepackt habe ich es bereits, und die ersten Eindrücke vom Material sind ausgesprochen positiv. Die Komponenten sehen hervorragend aus. Jetzt freue ich mich darauf, endlich auch spielerisch herauszufinden, was die riesige Box zu bieten hat.

Vor allem aber freue ich mich, dass diese lange Crowdfunding-Geschichte nun doch noch ein gutes Ende gefunden hat.

Meeple Pug – Mesopotamia, eine verpasste Abholung und Aeolis

Bei Meeple Pug stehen gleich drei unterstützte Projekte auf unserer Liste: Alexandria, Byzantion und Mesopotamia.

Gerade beim letzten Spiel wurde es unmittelbar vor der Messe noch einmal spannend. Kurz nach Veröffentlichung unseres Vorberichts hatte ich erfahren, dass Mesopotamia offenbar direkt auf der SPIEL abgeholt werden könnte.

Also machten wir uns auf zum Stand. Und tatsächlich: Dort standen riesige Kartons bereit, die an Unterstützer ausgegeben wurden.

Leider war meine Kiste nicht darunter.

Im Gespräch mit einer freundlichen Mitarbeiterin stellte sich zunächst heraus, dass ich eigentlich bereits eine Versandbestätigung hätte erhalten sollen. Eine solche Nachricht war bei mir allerdings nicht angekommen.

Wir vereinbarten, dass ich mich noch einmal per E-Mail melden würde. Das habe ich natürlich direkt am Abend erledigt und in den folgenden Tagen mein Postfach deutlich häufiger aktualisiert als gewöhnlich.

Bei einem weiteren Besuch am Stand gab es schließlich die Erklärung: Ich hatte die Pre-Painted-Variante unterstützt, bei der die Miniaturen bereits mit einem Shading versehen sind. Diese Version war offenbar noch nicht versandbereit, während andere Ausführungen bereits ausgegeben wurden.

Also doch keine riesige Mesopotamia-Kiste für uns.

Einerseits vielleicht gar nicht so schlimm. Die Versandkosten waren ohnehin bezahlt und nach Fairytale war ich nicht unbedingt darauf erpicht, gleich den nächsten schweren Karton durch die Hallen zu schleppen.

Andererseits gilt für mich weiterhin: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Wenn das Spiel schon zu Hause steht, dann steht es eben zu Hause.

Und plötzlich stand Aeolis auf dem Tisch

Unser Besuch bei Meeple Pug entwickelte sich allerdings noch in eine ganz andere Richtung.

Während wir uns die übrigen Spiele ansahen, kamen wir mit dem Verlagsinhaber ins Gespräch. Dabei wurde uns Aeolis vorgestellt, ein kooperatives Area-Control-Spiel mit einem antiken Setting.

Kooperatives Area Control? Da war ich zunächst skeptisch. Das klingt nach einer ungewöhnlichen Kombination, und ich war nicht sofort überzeugt, dass das funktionieren würde.

Allerdings hat das Spiel einen entscheidenden Vorteil: Es spielt in der Antike.

Und wer unsere bisher unterstützten Meeple-Pug-Projekte kennt, dürfte wissen, dass man mich mit diesem Thema ziemlich leicht neugierig machen kann.

Das bemerkte offenbar auch unser Gesprächspartner. Als er erfuhr, dass wir bereits drei seiner Spiele im Crowdfunding unterstützt hatten, war die Freude groß. Das wurde dann auch direkt den anderen Mitarbeitern am Stand mitgeteilt.

Ein nettes Gespräch, ein interessanter erster Eindruck und schließlich ein freundlicher Vorzugspreis.

Was soll ich sagen? Aeolis ist eingezogen.

Eigentlich waren wir gekommen, um ein bereits bezahltes Spiel abzuholen. Am Ende gingen wir mit einem anderen, neu gekauften Spiel nach Hause.

So funktioniert die SPIEL.

Ludivore – ein Wiedersehen mit Neil Edwards

Bereits auf der SPIEL 2025 hatten wir Neil Edwards von Ludivore kennengelernt. Damals warteten wir noch auf unser unterstütztes Aspen, das kurz nach der Messe bei uns eintraf und uns ausgesprochen gut gefiel.

Entsprechend hatte ich mich auf ein Wiedersehen gefreut.

Tatsächlich haben wir Neil auch getroffen, allerdings blieb es diesmal bei einem kurzen Gespräch. Von der neuen Spielentwicklung, über die er mir bereits per E-Mail berichtet hatte, gab es noch nichts zu sehen. Dafür ist das Projekt offenbar noch nicht weit genug.

Und auf den Dice Tray, den ich irgendwann einmal bekommen sollte, wollte ich nun auch nicht unbedingt herumreiten.

Schön war es trotzdem, sich nach unserem ersten Kontakt im vergangenen Jahr wieder persönlich zu begegnen. Vielleicht gibt es auf der nächsten SPIEL ja schon mehr zu entdecken.

ICE Makes – Terrorscape 2 und die Frage nach den Neoprenmatten

Terrorscape hatten wir seinerzeit freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten. Das hat uns natürlich gefreut, auch wenn wir unsere Bewertungen davon selbstverständlich nicht beeinflussen lassen.

Das Spiel selbst hatte uns so gut gefallen, dass wir die Fortsetzung Terrorscape 2 ganz regulär im Crowdfunding unterstützt haben.

Besonders interessant fand ich vor Ort die neuen austauschbaren Gebäudefronten. Während das asymmetrische Spielprinzip mit Killer und Überlebenden erhalten bleibt, sollen die unterschiedlichen Schauplätze durch wechselnde Fassaden auch optisch deutlicher voneinander unterscheidbar werden.

Das sah wirklich gut aus. Eine einfache Idee, die das bekannte Material sinnvoll ergänzt.

Weniger überzeugt haben mich dagegen die angebotenen Neoprenmatten. Und das will bei mir schon etwas heißen.

Ich mag Neoprenmatten ausgesprochen gerne. Im vergangenen Jahr habe ich mir sogar eine große Neoprenauflage für unseren Brettspieltisch anfertigen lassen.

Aber bei Terrorscape passt das für mich nicht so richtig zusammen. Das Spiel lebt optisch stark von seinem dreidimensionalen Gebäude aus Pappe. Dieses auf eine zusätzliche Neoprenmatte zu stellen, wirkt auf mich eher unnötig und teilweise sogar etwas wackelig.

Interessanterweise waren die Matten auch auf den aufgebauten Spieltischen am Stand nicht im Einsatz. Ob das etwas bedeutet, weiß ich natürlich nicht. Mich hat es jedenfalls darin bestärkt, dass wir diese Ergänzung nicht unbedingt brauchen.

Auf das eigentliche Spiel freue ich mich dagegen weiterhin sehr.

KepKop – Arche Nova und ein kleiner Münzenfetisch

Ein weiterer Besuch führte uns zu den Komponenten der aufwendig ausgestatteten Arche Nova-Upgrades.

Und hier kann ich es kurz machen: Ich bin ausgesprochen froh, dass ich die Kampagne unterstützt habe.

Die ausgestellten Komponenten sahen hervorragend aus. Gerade die hochwertige Gestaltung, die Acrylteile und die zusätzlichen Ausstattungselemente haben mich überzeugt.

Im Netz und in den Gamefound-Kommentaren gab es durchaus Kritik an den Münzen. Insbesondere die Farbgestaltung scheint nicht jedem zu gefallen.

Mir dagegen schon. Sogar so gut, dass ich inzwischen überlege, die Münzen nachzubestellen.

Ursprünglich hatte ich darauf verzichtet, weil Geld in Arche Nova für mein Empfinden nicht unbedingt die wichtigste Komponente ist.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich in den vergangenen Jahren einen gewissen Münzenfetisch entwickelt habe. Gute Metallmünzen oder hochwertige Spielwährungen haben einfach ihren Reiz.

Und so könnte es passieren, dass ich bei dieser Kampagne doch noch einmal nachlege.

Mindclash Games – Voidfall, Revenant und Resurgence

Voidfall ist eines dieser Spiele, bei denen ich mir nach jeder Beschäftigung damit denke: Das müsste eigentlich viel häufiger auf den Tisch.

Ein großartiges Science-Fiction-Strategiespiel, hervorragende Optik und unglaublich viele Möglichkeiten.

Mit dem Grundspiel und Revenant haben wir inzwischen schon einiges aus dem Universum bei uns stehen. Trotzdem haben wir natürlich auch Resurgence unterstützt.

Auf der SPIEL konnten wir uns die ausgestellten Inhalte noch einmal ansehen, was die Vorfreude auf die Erweiterung durchaus verstärkt hat.

Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass wir das vorhandene Material längst nicht ausreichend gespielt haben.

Das ist bei großen Expertenspielen und umfangreichen Kampagnen inzwischen wohl unser größtes Problem: nicht mangelnde Begeisterung, sondern mangelnde Zeit.

Trotzdem: Voidfall muss unbedingt wieder auf den Tisch.

Awaken Realms – vieles gesehen, wenig gezielt besucht

Bei Awaken Realms hatten wir uns vor der Messe besonders viel vorgenommen. Schließlich gehören gleich mehrere unserer offenen Projekte zu diesem Verlag.

Nemesis war auf der Messe durchaus präsent. Auch einen Blick auf Lands of Evershade konnten wir werfen. Allerdings verteilten sich die verschiedenen Spiele und Präsentationen über mehrere Bereiche und teilweise auch über andere Verlage.

So richtig gezielt haben wir die einzelnen Projekte deshalb letztlich gar nicht verfolgt.

Einerseits schade, andererseits bin ich bei Awaken Realms vergleichsweise entspannt. Der Verlag hat inzwischen viel Erfahrung mit großen Crowdfunding-Kampagnen, und wir haben bereits zahlreiche Spiele von ihm erhalten.

Ich freue mich deshalb weiterhin auf Agricola Special Edition, Concordia Special Edition, Galileo’s Truth, Nemesis: Legacy, Lands of Evershade und die weiteren offenen Projekte.

Irgendwann werden die großen Kartons schon bei uns eintreffen.

Chip Theory Games und Frosted Games – The Elder Scrolls muss noch warten

Auf The Elder Scrolls: Betrayal of the Second Era in deutscher Sprache warten wir inzwischen schon eine ganze Weile.

Die englische Ausgabe ist längst erschienen, und entsprechend konnte man das Spiel auch auf der SPIEL bei Frosted Games wieder sehen.

Allerdings hatten wir es bereits in den vergangenen Jahren betrachtet. Deshalb haben wir diesmal auf eine weitere ausführliche Beschäftigung verzichtet und warten einfach die hoffentlich letzten Wochen bis zur deutschen Auslieferung ab.

Ganz ohne Einkauf sind wir bei Frosted Games allerdings nicht weggekommen. Mit Laborratten und Riffle haben wir zwei Ergänzungen für Too Many Bones mitgenommen.

Wenn man schon einmal bei einem Verlag steht, der Spiele mit diesen wunderbaren schweren Pokerchips anbietet, kann man schließlich schlecht mit leeren Händen weitergehen.

Mehr dazu dann in unserem Bericht über die Neuzugänge.

Brueh Games – Flame & Forge und die Sache mit den Spielertableaus

Bei Brueh Games haben wir uns insbesondere Flame & Forge angesehen. Das Spiel befindet sich noch in der Entwicklung, entsprechend gab es vor Ort einen Prototyp zu sehen.

Die Mischung aus Worker-Placement, Deckbuilding und Fantasy-Thema klingt weiterhin interessant. Allerdings bin ich bei den Spielertableaus noch etwas skeptisch. Gerade beim Platzieren der verschiedenen Komponenten sah das Ganze auf mich stellenweise etwas hakelig aus.

Hier würde ich mir Dual-Layer-Boards wünschen, bei denen die Spielsteine und Marker in Vertiefungen liegen und nicht so leicht verrutschen.

Ob das bei dem Preis des Spiels realistisch ist, weiß ich natürlich nicht. Aber notfalls gibt es ja noch eine andere Lösung.

Mit meinem 3D-Drucker habe ich inzwischen schon zahlreiche Inserts und Zubehörteile für Brettspiele hergestellt, darunter auch für Keep the Heroes Out! aus dem Hause Brueh Games.

Vielleicht wird Flame & Forge also irgendwann ebenfalls ein kleines Druckprojekt.

Contention Games – Slay the Spire: Downfall

Slay the Spire gehört für uns zu den besonders gelungenen Deckbuilding-Spielen. Das ursprüngliche Brettspiel haben wir relativ zügig durchgespielt, und uns allen hat es viel Spaß gemacht.

Entsprechend freuen wir uns auf Downfall.

Interessant finde ich allerdings, dass Contention Games mit Downfall eine Erweiterung auf Basis einer ursprünglich aus der Community stammenden Modifikation umsetzt, statt direkt einen zweiten großen Brettspielteil anzugehen.

Auf der SPIEL waren einige Elemente von Downfall zu sehen. Im Mittelpunkt stand allerdings vielerorts weiterhin das bekannte Grundspiel, das an verschiedenen Stellen präsentiert und gespielt wurde.

Wir kennen das Grundspiel, mögen es sehr und freuen uns darauf, mit Downfall wieder neue Herausforderungen zu bekommen.

Zombicide – jetzt bei Asmodee

Auch Zombicide: Dead Men Tales wollten wir uns ansehen.

Bei der Vorbereitung hatte ich zunächst noch CMON als Verlag in unserer App stehen. Tatsächlich liegen die Rechte inzwischen bei Asmodee, und die neue Piratenvariante erscheint unter Fantasy Flight Games.

Auf der Messe war Dead Men Tales aufgebaut und zu sehen. Leider war am Stand ziemlich viel los, sodass wir nicht wirklich an einen Spieltisch herankamen.

Ein kurzer Blick auf das Material und einige Karten musste deshalb reichen.

Spielerisch erwarte ich keine vollständige Neuerfindung. Das bekannte kooperative Zombicide-Prinzip funktioniert für uns gut, und mit dem Piratensetting kommt eine interessante neue Umgebung hinzu.

Wenn daraus am Ende wieder ein solides, unterhaltsames Spiel mit vielen Untoten wird, bin ich schon zufrieden.

Kurze Besuche und verpasste Gelegenheiten

Natürlich hat nicht jeder geplante Verlagsbesuch zu einem längeren Gespräch oder einer ausführlichen Präsentation geführt.

FryxGames – Terraforming Mars

Bei FryxGames waren wir nur kurz. Immerhin konnten wir einige Promokarten für Terraforming Mars: Ares Expedition mitnehmen.

Von The Legacy of Mars haben wir dagegen nicht viel gesehen. Es war bereits unser dritter Messetag und wir befanden uns kurz vor unserem abendlichen Aufbruch. Irgendwann lassen auch die Aufmerksamkeit und die Zeit für ausführliche Gespräche nach.

Haumea Games – Eternitium

Bei Eternitium ist es fast schon kurios.

Wir müssen unzählige Male durch die entsprechende Gegend in Halle 3 gelaufen sein. Trotzdem haben wir es geschafft, den Stand immer wieder zu übersehen.

Einen flüchtigen Blick auf das Spiel gab es zwar aus der Ferne, aber eine richtige Beschäftigung damit leider nicht.

Dabei bin ich auf dieses vergleichsweise kleine Deckbuilding-Spiel weiterhin gespannt. Es war irgendwann einmal ein eher spontaner Crowdfunding-Pick. Inzwischen sieht es so aus, als würde Eternitium auch bei seiner Auslieferung noch eine echte Überraschung sein.

Tycoon Games – Everdell Journeys

Auch bei Tycoon Games haben wir vorbeigeschaut.

Der Stand war für mein Empfinden allerdings eher nüchtern gestaltet und wirkte hauptsächlich wie eine Verkaufsfläche. Einige einfache Spieltische waren aufgebaut, aber insgesamt hat mich die Präsentation nicht sonderlich angesprochen.

Everdell Journeys kommt außerdem gerade erst aus seiner Crowdfunding-Kampagne. Entsprechend gab es aus meiner Sicht noch nicht allzu viel Neues zu entdecken.

Also sind wir weitergezogen.

Roxley Games – Brass: Birmingham

Roxley Games selbst war nicht auf unserer Messe vertreten. Trotzdem begegnete uns Brass: Birmingham gelegentlich an anderen Stellen.

Ich bin nach wie vor gespannt auf dieses hoch bewertete Strategiespiel, das seit Jahren zu den Favoriten der BoardGameGeek-Community gehört.

Irgendwann werden wir herausfinden, ob es die hohen Erwartungen auch bei uns erfüllen kann.

Eagle-Gryphon Games – The Great Library

Auch von The Great Library haben wir leider nichts Konkretes gesehen.

Andere Spiele von Vital Lacerda waren durchaus präsent. Wir haben uns kurz damit beschäftigt und uns am Stand umgesehen.

Zu Hause wartet inzwischen ohnehin schon On Mars auf unserem großen Brettspieltisch. Das Spiel habe ich aufgebaut und möchte es in den kommenden Tagen endlich ausprobieren.

Ein weiterer großer Lacerda-Titel muss also vielleicht nicht sofort dazukommen.

Dragori Games – eine Überraschung mitten in der Nacht

Eine der erfreulichsten Nachrichten erreichte uns ausgerechnet von einem Verlag, der gar nicht auf der SPIEL vertreten war.

Mit Dragori Games standen wir bereits seit längerer Zeit im Zusammenhang mit Odalin: Dungeons of Doom in Kontakt. Uns fehlten noch einige Komponenten, und besonders an einer deutschen Sprachfassung waren wir weiterhin interessiert.

In der Nacht von Freitag auf Samstag erreichte mich dann eine E-Mail: Es waren tatsächlich noch deutsche Sprachpakete gefunden worden, und wir konnten unsere Bestellung entsprechend ergänzen.

Außerdem sollten wir die noch fehlenden Boss-Miniaturen beziehungsweise Erweiterungskomponenten erhalten können.

Und wenn man schon einmal dabei ist, kann man sich natürlich auch noch ein paar Acrylmarker gönnen.

Also habe ich mitten in der Nacht den angepassten Pledge bezahlt.

Ein kleiner Einkaufsbummel während der SPIEL, ohne überhaupt an einem Messestand zu stehen.

Ich habe mich darüber wirklich gefreut. Gerade weil sich der Kontakt und die Suche nach den fehlenden Komponenten schon über einen längeren Zeitraum hingezogen hatten.

Nun können wir Odalin hoffentlich bald mit der gewünschten deutschen Ausstattung weiterspielen.

Hat sich unsere Crowdfunding-Vorbereitung gelohnt?

Unbedingt.

Nicht jeder geplante Besuch hat funktioniert. Einige Stände haben wir übersehen, bei anderen gab es wenig Neues zu sehen und manche Spiele waren schlicht noch nicht weit genug entwickelt.

Aber darum ging es letztlich auch gar nicht ausschließlich.

Wir haben Fairytale endlich nach Hause gebracht, bei Meeple Pug eine unerwartet nette Begegnung erlebt und mit Aeolis sogar ein zusätzliches Spiel entdeckt. Wir konnten uns zahlreiche Komponenten und Prototypen ansehen, unsere Vorfreude auf offene Kampagnen bestätigen und an einigen Stellen auch kritische Eindrücke sammeln.

Und ausgerechnet Dragori Games hat uns ohne eigenen Messeauftritt eine der schönsten Nachrichten des Wochenendes geschickt.

Gerade diese Mischung macht für mich den Reiz aus.

Unsere Crowdfunding-Liste und die Vorbereitung mit der Hügelzelter-App haben uns geholfen, gezielter durch die Messe zu gehen. Aber sie haben den Besuch nicht bestimmt.

Wir hatten vier Tage Zeit, um gemeinsam zu spielen, uns umzusehen und uns überraschen zu lassen.

Und genau das haben wir auch getan.

Dass wir dabei gelegentlich mit weiteren Spielen nach Hause gekommen sind, obwohl wir eigentlich nur nach einer bereits unterstützten Kampagne fragen wollten, gehört wohl einfach dazu.

Im nächsten Teil unserer SPIEL-Nachberichterstattung soll es deshalb um das gehen, was wir in Essen am liebsten gemacht haben: spielen.

Denn davon gab es reichlich. Und manche dieser Partien haben unmittelbar dafür gesorgt, dass unsere Taschen anschließend noch ein wenig schwerer wurden.