Schlagwort: Messebericht

SPIEL Essen 2026 – Vier Tage, viele Spiele und einige Überraschungen

Von Concordia über Generals of Kaladan bis Pictures: Was wir auf der SPIEL ausprobiert haben, welche Spiele uns begeistern konnten und was schließlich mit nach Hause durfte.

Vier Tage und jede Menge Spielzeit

Vier Tage SPIEL Essen. Das bedeutet nicht nur unzählige Schritte durch die Messehallen, volle Gänge und jede Menge Neuheiten, sondern vor allem die Gelegenheit, Spiele auszuprobieren.

Und genau das haben wir ausgiebig getan.

Während wir uns in unserem ersten Rückblick mit den Crowdfunding-Projekten und Verlagsbesuchen beschäftigt haben, soll es diesmal um die eigentlichen Spielerlebnisse gehen.

Am Donnerstag waren Maja, Josef und ich unterwegs. Freitag und Samstag verstärkte Maria unsere Runde, bevor am Sonntag auch Anne dazukam und wir als komplette Hügelzelter-Familie die letzten Stunden auf der Messe verbrachten.

Dabei haben wir uns keineswegs nur an unsere ursprünglichen Wunschlisten gehalten. Natürlich gab es Spiele, die wir unbedingt ausprobieren wollten. Aber mindestens genauso häufig führte uns ein freier Tisch zu einem Titel, den wir vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatten.

Und manchmal sind gerade das die schönsten Entdeckungen.

Donnerstag – Ein Klassiker, ein paar Überraschungen und die ersten Einkäufe

Concordia: Mare Nostrum – eine vollständige Partie mit Mac Gerdts

Gleich am ersten Messetag ergab sich eine Gelegenheit, die uns besonders gut gefallen hat.

Concordia ist schließlich bereits 2013 erschienen. Trotzdem hatten wir es bislang noch nie gespielt. Nun saßen wir auf der SPIEL am Tisch, und das Spiel wurde uns von Mac Gerdts persönlich vorgestellt und erklärt.

Gemeinsam mit Philipp, der ebenfalls Interesse hatte, spielten wir eine vollständige Partie auf der neuen Karte Mare Nostrum.

Und ja, eine vollständige Partie auf der SPIEL funktioniert durchaus!

Man hört gelegentlich, dass man auf einer Messe möglichst viele Spiele kurz anspielen sollte. Wir sehen das etwas anders. Gerade bei einem anspruchsvolleren Strategiespiel braucht es manchmal ein wenig Zeit, bis die Mechaniken ineinandergreifen und man wirklich erkennt, warum es Spaß macht.

Concordia hat uns mit seinem kartenbasierten Aktionssystem, dem Ausbau von Handelswegen und dem wirtschaftlichen Wettstreit jedenfalls überzeugt.

Und nicht zuletzt war es eine schöne gemeinsame Runde mit einem zuvor völlig unbekannten Mitspieler.Brettspiele sind eben auch ein soziales Medium.

Unser Fazit: Concordia und die Erweiterung sind eingezogen. Dass ich die Special Edition bereits im Crowdfunding unterstützt hatte, fiel mir leider erst später beim Eintragen in unsere App auf. Nun ja, doppelt hält besser.

Check Mates – klein, schnell und genau richtig für zwischendurch

Mit Check Mates landeten wir bei einem deutlich kleineren Spiel.

Wir haben uns die Regeln direkt vor Ort selbst erarbeitet und anschließend gespielt. Das Spiel ist schnell erklärt, braucht nicht viel Platz und dauert gerade einmal rund 15 Minuten.

Uns hat es gut gefallen. Kein Spiel, für das man einen ganzen Abend reserviert, aber genau die Art von Titel, die man zwischendurch immer wieder hervorholen kann.

Unser Fazit: Eingezogen.

Vroom – Brumm, brumm!

Von Vroom hatte ich schon im Vorfeld in einem Podcast gehört. Die Idee klang etwas albern, aber durchaus unterhaltsam.

Wir bewegen kleine Autos um Hindernisse und erzeugen dabei selbst die passenden Motorengeräusche. Überzeugt haben uns die „Legacy“ Elemente.

Das macht erstaunlich viel Spaß, solange man bereit ist, sich auf den Unsinn einzulassen.

Noch am selben Abend haben wir das Spiel bei meiner Schwester und ihrer Familie erneut ausgepackt. Auch dort kam es gut an.

Ob Vroom langfristig regelmäßig auf unserem Spieltisch landen wird, bleibt abzuwarten. Aber als kurzer Absacker ist es eine schöne Idee.

Unser Fazit: Eingezogen. Auf die weiteren Varianten in der Schachtel sind wir gespannt.

Compress – Nullen, Einsen und ein wenig Informatik

Ein Spiel mit Nullen und Einsen?

Da werde ich als Wirtschaftsmathematiker natürlich neugierig.

Compress reduziert seine Karten auf die beiden Ziffern des Binärsystems. Spielerisch erinnert das Ganze an „Ich packe meinen Koffer“, nur eben in einer etwas anderen, „mathematisch“ angehauchten Variante. (Falls Fragen aufkommen: Mathematisch, weil man sich das ganze über Zahlenfolgen gut merken kann)

Die Idee ist simpel, ungewöhnlich und hat uns gefallen.

Unser Fazit:

01010101 01101110 01110011 01100101
01110010 00100000 01000110 01100001
01111010 01101001 01110100 00111010
00100000 01000101 01101001 01101110
01100111 01100101 01111010 01101111
01100111 01100101 01101110 00101110.

Rätselboxen und alte Bekannte

Daneben haben wir uns bei iDventure und Puzzle Potato einige Rätselboxen angesehen und ausprobiert.

Uns dreien gefallen solche Knobeleien grundsätzlich sehr gut. Allerdings finde ich die Boxen teilweise recht teuer, wenn man berücksichtigt, dass sie in der Regel nur einmal gelöst werden können.

Interessanterweise haben beide Anbieter bereits gemeinsam eine Kickstarter-Kampagne durchgeführt. Einige ihrer Rätselwürfel stehen deshalb ohnehin schon bei uns zu Hause.

Für mich sind solche Rätselboxen allerdings nicht unbedingt klassische Brettspiele.

Außerdem haben Maja und Josef noch einmal Paco Ŝako angespielt, das bereits vor einigen Jahren bei uns eingezogen war.

Auch für solche kurzen Wiederbegegnungen ist auf der SPIEL immer wieder Zeit.

Freitag – Kooperative Abenteuer und ein langer Spieleabend

Mit Maria waren wir am Freitag zu viert unterwegs. Und damit boten sich noch einmal andere Möglichkeiten, insbesondere für kooperative Spiele und längere Partien.

Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft

Bereits 2025 war Das Schicksal der Gemeinschaft auf der SPIEL ein großes Thema. Damals hatten wir allerdings keine Gelegenheit gefunden, das Spiel auszuprobieren. In diesem Jahr ergab sich die Chance.

Das kooperative Spiel von Matt Leacock überträgt Grundideen aus Pandemic in die Welt von Der Herr der Ringe. Gemeinsam versuchen wir, die Gemeinschaft zu unterstützen, Bedrohungen abzuwehren und unsere jeweiligen Aufgaben zu erfüllen.

Wir konnten einen Teil der Partie anspielen, aber der erste Eindruck war ausgesprochen positiv.

Die Atmosphäre passt, die Mechaniken greifen gut ineinander und die bekannte Geschichte funktioniert als Grundlage für ein kooperatives Brettspiel.

Unser Fazit: Der Hype aus dem vergangenen Jahr erscheint uns durchaus gerechtfertigt. Das Spiel war sogar schon am Donnerstag bei uns eingezogen. Jetzt müssen wir nur noch die vollständige Partie nachholen.

Professor Boom – erst getestet, dann verschenkt

Ein weiterer Titel auf unserer Liste war Professor Boom von Reiner Knizia.

Knizia hat inzwischen so viele Spiele entwickelt, dass selbst bei Wer stiehlt mir die Show? seine Veröffentlichungszahl schon als Quizfrage taugt.

Professor Boom sah nett aus, und wir wollten das Spiel gerne als Dankeschön für unsere Neffen mitbringen, bei denen wir während der Messe übernachten durften.

Aber selbstverständlich sollte vor dem Verschenken noch ein Test stattfinden.

Der verlief gut genug, dass wir das Spiel mitgenommen haben.

Unser Fazit: Am Donnerstag eingezogen und am Samstag bereits wieder ausgezogen. Unsere Neffen haben sich hoffentlich darüber gefreut.

Confusing Lands – Josef auf Rekordjagd

Confusing Lands kannten wir bereits ausführlich.

Board Game Circus hatte uns das Spiel freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, und wir haben es seitdem häufig gespielt. Auch nach Veröffentlichung unserer Rezension landete es immer wieder auf dem Tisch, vor allem bei Maja und Josef.

Auf der SPIEL gab es nun einen Wettbewerb zum Spiel. Eine Gelegenheit, die sich die beiden natürlich nicht entgehen ließen.

Und was soll ich sagen? Josef steht seit Freitag mit seinem Ergebnis auf Platz eins der Wertungsliste. Und am Sonntagnachmittag stand er dort noch immer.

Vor unserem Einsatz

Ich bin gespannt, ob überhaupt noch jemand an dieses Ergebnis herangekommen ist. 64 Punkte sind nahe am theroetischen Maximum.

Yut Nori – ein Blick in die koreanische Spielkultur

Bei Queensell konnten wir Yut Nori ausprobieren, ein traditionelles koreanisches Spiel. Spielerisch fühlten wir uns stark an Mensch ärgere dich nicht erinnert. Wir haben zu viert einige Runden gespielt, fanden das Ganze in Ordnung, aber nicht so spannend, dass es unbedingt bei uns einziehen musste.

Interessanter war fast noch das Konzept des Verlags, traditionelle Spiele verschiedener Kulturen im Rahmen eines geplanten Crowdfundings neu zugänglich zu machen. Darunter ist laut Kickstarter Preview auch The Royal Game of Ur sein. Und Mesopotamien ist nun einmal ein Thema, bei dem ich ziemlich schnell hellhörig werde.

Diese Kampagne werde ich deshalb im Auge behalten.

Fateforge – ein Dungeon-Crawler, der vielleicht öfter auf den Tisch kommt

Mit Fateforge: Die Chroniken von Kaan begegnete uns ein kooperativer Dungeon-Crawler, der eigentlich genau in unser Beuteschema fällt.

Monster bekämpfen, Charaktere entwickeln und gemeinsam Abenteuer erleben: Das mögen wir sehr.

Unser Problem ist allerdings bekannt. Wir besitzen längst zahlreiche Kampagnenspiele, von denen einige noch nicht abgeschlossen und andere noch nicht einmal begonnen sind.

Was Fateforge für mich besonders interessant macht, ist die App-Unterstützung.

Normalerweise bin ich kein großer Freund davon, wenn Brettspiele zwingend digitale Unterstützung benötigen. Hier übernimmt die App allerdings einen erheblichen Teil der Verwaltung. Dadurch kann der Fokus stärker auf den Kämpfen und den eigentlichen Entscheidungen liegen.

Weniger Verwaltungsaufwand, kürzere Partien und weniger Materialchaos auf dem Tisch?

Das könnte tatsächlich dafür sorgen, dass wir ein solches Spiel häufiger zwischendurch hervorholen.

Unser Fazit: Die Demopartie hat uns gefallen. Trotzdem habe ich noch drei Tage überlegt, bevor Fateforge am Sonntag schließlich eingezogen ist.

Tempel der Fünf – wenn die Regeln nicht ganz stimmen

Bei Stonemaier Games war gerade ein Tisch frei. Eigentlich wollte ich etwas anderes ausprobieren. Aber ein freier Tisch und ein Spiel mit einer Pyramide sind schon eine verlockende Kombination.

Also setzten wir uns zu Tempel der Fünf. (Vorsicht Dad Joke: Auch wenn wir nur zu viert waren)

Leider stellte sich heraus, dass uns die Regeln nicht vollständig korrekt erklärt worden waren. Dadurch entwickelte sich eine Mechanik in unserer Partie deutlich anders, als sie eigentlich vorgesehen war. Das hat unseren Eindruck natürlich beeinflusst.

Aber auch mit diesem Wissen blieb am Ende das Gefühl, dass uns das Spiel nicht ausreichend begeistert hatte.

Unser Fazit: In Ordnung, aber nicht eingezogen.

Freitagabend – Board Game Theory und noch mehr Spiele

Nach einem langen Messetag hätte man eigentlich denken können, dass irgendwann genug gespielt ist.

Aber natürlich hatten wir für Freitagabend noch das Community-Treffen von Board Game Theory im Roll&Dine Bistro eingeplant.

Und dort wurde weitergespielt.

Flip 7: With a Vengeance – noch ein bisschen gemeiner

Flip 7 hatten wir auf der SPIEL 2025 kennengelernt und waren sofort begeistert.

Einfach, schnell und gerade für Gelegenheitsspieler hervorragend geeignet. Entsprechend häufig haben wir es seitdem auch verschenkt.

Mit Flip 7: With a Vengeance bekommt das bekannte Push-your-Luck-Prinzip nun eine weitere Variante. Beim Community-Treffen konnten wir es zusammen mit Timo und Chris ausprobieren.

Und tatsächlich: Das Spiel wird gemeiner.

Während es beim ursprünglichen Flip 7 hauptsächlich darum geht, das eigene Glück herauszufordern, können wir nun auch unsere Mitspieler gezielt ärgern.

Uns hat das Spaß gemacht. Allerdings dürfte die neue Variante nicht in jeder Spielrunde gleich gut ankommen.

Unser Fazit: Eingezogen, vorerst aber nur für uns selbst.

Heat – warum habe ich das eigentlich so lange ignoriert?

Heat war für mich lange ein Spiel, um das ich einen Bogen gemacht habe.

Ein Autorennspiel als Brettspiel? Das erschien mir irgendwie absurd.

Beim Community-Treffen haben wir dann doch eine Runde gespielt, ebenfalls mit Timo und Chris.

Und ich muss zugeben: Ich habe dem Spiel unrecht getan.

Die Kombination aus Handkartenmanagement, Geschwindigkeit und dem Risiko, in den Kurven die Kontrolle zu verlieren, funktioniert erstaunlich gut. Besonders in einer größeren Runde mit bis zu sechs Spielern kann ich mir das richtig unterhaltsam vorstellen.

Unser Fazit: Mein Versprechen: Wenn ich gewinne, dann kaufe ich es … Hätte ich auch gern getan. Bei Asmodee waren allerdings nur Erweiterungen verfügbar. Vielleicht zieht Heat also später noch bei uns ein.

Samstag – Entwicklerkontakte, Miniaturen und ungewöhnliche Ideen

Am Samstag stand unter anderem ein konkreter Termin auf unserem Programm.

Generals of Kaladan – ein Spiel aus Ägypten

Bereits vor der Messe hatte uns Sherif kontaktiert, einer der Entwickler von Generals of Kaladan: Age of Crowns.

Das Spiel wurde in Ägypten entwickelt und produziert. Ein Ansatz, den ich durchaus sympathisch finde, zumal man bei Sherif schnell merkt, wie viel Begeisterung und persönliche Arbeit in diesem Projekt steckt.

Am Freitag hatten wir uns kurz am Stand getroffen und für Samstag um elf Uhr eine Spielrunde vereinbart.

Generals of Kaladan ist ein Fantasy-Skirmish-Spiel, bei dem verschiedene Fraktionen mit ihren Helden und Einheiten auf einem modularen Hexfeld-Schlachtfeld gegeneinander antreten.

Würfel spielen dabei eine wichtige Rolle, während die eigentlichen Regeln vergleichsweise zugänglich bleiben.

Uns hat die Partie gefallen. Ich würde meinen ersten Eindruck irgendwo bei sechs bis sieben von zehn Punkten einordnen.

Josef war dagegen deutlich begeisterter.

Gerade die einfache Zugänglichkeit könnte dafür sorgen, dass er das Spiel auch mit seinen Freunden auf den Tisch bringt. Für gelegentliche Spieler ist das schließlich ein großer Vorteil.

Sherif hatte uns bereits im Vorfeld erzählt, dass rund 80 Prozent der Spieler nach einer Proberunde sein Spiel kaufen würden.

Nun, wir gehören offenbar dazu.

Unser Fazit: Eingezogen. Wir haben das Spiel regulär gekauft und kein angebotenes Rezensionsexemplar angenommen.

Zoology – wer bin ich, nur mit Tieren?

Manchmal beginnt eine Partie damit, dass man einfach vor einem freien Stehtisch stehen bleibt. So war es bei Zoology.

Das Spiel erinnert an klassische „Wer bin ich?“-Konzepte, arbeitet allerdings mit Tieren und ihren unterschiedlichen Eigenschaften.

Über die Einschätzung von Charakteristika versuchen wir, die richtigen Zuordnungen herauszufinden.

Die Idee war nett, das Spiel funktionierte und wir hatten durchaus Spaß. Mehr aber auch nicht. Stimmt nicht ganz: Wir haben Aufkleber bekommen … 🙂

Unser Fazit: In Ordnung, aber nichts für unsere Sammlung.

Whitehall – ein Fall für Scotland Yard?

Während ich bei The Army Painter eine Miniatur bemalte, haben die anderen Whitehall ausprobiert.

Das gehört für mich ebenfalls zu einer Brettspielmesse: Man muss nicht unbedingt jede Partie gemeinsam spielen, wenn sich unterschiedliche Interessen ergeben.

Nach dem, was mir anschließend berichtet wurde, erinnert sehr stark Whitehall an Scotland Yard. Passenderweise spielt das Ganze ebenfalls in London.

Einen ausführlicheren eigenen Eindruck kann ich allerdings nicht liefern, da ich diesmal nicht mitgespielt habe.

Isabella Lucy Bird – plötzlich zum Regelerklärer geworden

Bei Isabella Lucy Bird mussten wir uns zunächst selbst durch die Regeln arbeiten.

Das Roll-and-Write-Spiel war danach durchaus zugänglich, allerdings empfanden wir die Wertung nicht ganz rund. Irgendwie wollte der Funke nicht richtig überspringen.

Lustiger als die eigentliche Partie war schließlich eine Begegnung mit zwei Spielerinnen aus Hamburg am Nachbartisch.

Da wir die Regeln inzwischen verstanden hatten, konnte ich ihnen das Einlesen ersparen und erklärte kurzerhand das Spiel.

Offenbar machte ich meine Sache so überzeugend, dass ich zwischenzeitlich für einen Mitarbeiter des Standes gehalten wurde.

Irgendwann fiel dann allerdings auf, dass ich ebenfalls nur ein gewöhnlicher Messebesucher war.

Unser Fazit: Nicht eingezogen. Eine nette Begegnung war es trotzdem.

Yōtei – Kartoffeln, Japan und Worker-Placement

Yōtei war eines der Spiele, die mich schon vor der Messe interessiert hatten.

Das japanische Setting, die Gestaltung und die Verbindung aus Worker-Placement und Kartenentwicklung hatten meine Neugier geweckt.

Vor Ort wurde uns das Spiel direkt vom Entwickler erklärt.

Und irgendwie ist es schon witzig, wenn man in einem japanischen Setting Kartoffeln als wichtige Ressource nutzt, Karten kauft und versucht, seine eigene Stadt möglichst geschickt bzw. „beautiful“ weiterzuentwickeln.

Das Spiel hat uns jedenfalls gefallen.

Unser Fazit: Eingezogen.

Sonntag – mit Anne durch die Hallen

Am letzten Messetag war auch Anne dabei. Damit waren wir als Hügelzelter-Familie vollständig unterwegs.

Unser Schwerpunkt verschob sich nun etwas stärker zu zugänglichen Spielen, kleineren Titeln und Neuheiten, die man auch ohne lange Regellektüre ausprobieren konnte.

Manila – schön, aber nicht unser Spiel

Mit Manila wollten wir endlich einmal einen Vertreter der Stefan-Feld-City-Collection ausprobieren.

Optisch hat uns das Spiel durchaus gefallen.

Spielerisch konnte es uns allerdings nicht überzeugen. Der Glücksanteil war uns zu hoch, und die Mechaniken trafen nicht wirklich unseren Geschmack.

Schade, aber auch dafür sind Messetests schließlich da.

Unser Fazit: Nicht eingezogen.

Pili Pili – ein kleines Stichspiel

Pili Pili ist ein unkompliziertes Stichspiel, bei dem wir zunächst vorhersagen, wie viele Stiche wir erzielen werden.

Das Grundprinzip erinnert an eine Mischung aus einem klassischen Stichspiel und Wizard. Zusätzliche Regeln sorgen für etwas Abwechslung.

Das Ganze ist schnell erklärt und flott gespielt.

Kein spielerisches Schwergewicht, aber ein netter Kandidat für den Beginn oder das Ende eines Spieleabends.

Unser Fazit: Eingezogen.

Quick Stop – Buchstaben, Kategorien und viel Gelächter

Mit Quick Stop wurde es dann wieder deutlich lebhafter.

Das Partyspiel verbindet Buchstaben mit unterschiedlichen Kategorien. Wir haben gleich drei Varianten ausprobiert, darunter die klassische, eine Party- und eine Weihnachtsversion.

Und wir haben viel gelacht.

Gerade für größere Runden, in denen nicht jeder Lust auf komplexe Regeln hat, sind solche Spiele eine schöne Ergänzung.

Unser Fazit: Eingezogen.

Sonntagsmaler – malen, ohne zu sehen

Ein Spiel mit einem etwas gewöhnungsbedürftigen Titel.

Sonntagsmaler heißt im Englischen I suck at drawing, wobei der englische Name das Prinzip zumindest etwas besser beschreibt.

Wir müssen Begriffe zeichnen, während die Mitspieler versuchen, unsere Kunstwerke zu erraten. Der entscheidende Haken: Wir sehen nicht, was wir gerade malen.

Das führt natürlich zu reichlich absurden Ergebnissen und entsprechenden Lachern. Wir hatten Spaß, allerdings war uns der spielerische Reiz für eine dauerhafte Anschaffung nicht groß genug.

Unser Fazit: Lustig, aber nicht eingezogen.

Pictures – nach Jahren endlich ausprobiert

Pictures ist bereits 2020 mit dem Spiel-des-Jahres-Preis ausgezeichnet worden.

Trotzdem haben wir es bislang weitgehend ignoriert. Dabei erinnere ich mich noch daran, dass wir uns das Spiel schon 2019 einmal angesehen hatten.

Nun war es endlich so weit. Wir konnten Pictures direkt mit der Erweiterung Violett ausprobieren.

Das Spielprinzip ist ebenso einfach wie ungewöhnlich: Wir stellen Bilder mit unterschiedlichen Materialien nach und hoffen, dass unsere Mitspieler erkennen, welches Motiv gemeint ist.

Die Erweiterung bringt zusätzliche Möglichkeiten und neue Ideen mit.

Uns hat das ausgesprochen gut gefallen. Gerade die Verbindung aus Kreativität, Kommunikation und den völlig unterschiedlichen Materialien macht den Reiz aus.

Unser Fazit: Endlich eingezogen.

Dobble Connect – bekannt und doch etwas anders

Zum Abschluss wurde auch noch Dobble Connect ausprobiert, wobei ich selbst diesmal nicht dabei war.

Das bekannte Prinzip, möglichst schnell übereinstimmende Symbole zu erkennen, wird hier um eine zusätzliche räumliche Komponente ergänzt.

Mehr kann ich aus eigener Erfahrung nicht berichten.

Unser Fazit: Nicht eingezogen.

Vier Tage, viele Spiele – und noch lange nicht alles gesehen

Wenn ich unsere vier Messetage rückblickend betrachte, bin ich vor allem überrascht, wie viel wir tatsächlich spielen konnten.

Natürlich gab es immer wieder volle Tische, lange Schlangen und Spiele, die wir uns gerne angesehen hätten, für die aber schlicht die Zeit fehlte.

Trotzdem haben wir zahlreiche vollständige und kurze Partien erlebt, neue Mechaniken kennengelernt und einige wunderbare Begegnungen gehabt.

Gerade die Partien mit unbekannten Mitspielern, die Erklärungen direkt durch Entwickler und die spontanen Tests an freien Tischen sind etwas, das eine Brettspielmesse für mich besonders macht.

Nicht jedes Spiel hat uns überzeugt. Und das ist auch gut so.

Bei Manila, Zoology oder Tempel der Fünf blieb es beim Ausprobieren. Heat dagegen hat mich positiv überrascht, obwohl ich es jahrelang ignoriert hatte.

Und dann gab es natürlich die Spiele, bei denen wir nach der Partie ziemlich schnell wussten: Das muss mit.

Concordia, Generals of Kaladan, Yōtei, Pictures und einige weitere sind genau auf diese Weise in unsere Sammlung gewandert.

Manchmal reicht eben eine einzige Partie, um aus einer interessanten Neuheit einen neuen Bewohner unseres Spieleregals zu machen.

Damit wäre auch schon der Übergang zum dritten und letzten Teil unserer SPIEL-Nachberichterstattung geschafft.

Denn neben all den Spielen, die wir vor Ort ausprobieren konnten, haben wir natürlich noch einiges mehr mit nach Hause gebracht.

Manches stand schon lange auf unserer Wunschliste, anderes haben wir spontan entdeckt. Und bei einigen Dingen frage ich mich inzwischen selbst, wie sie eigentlich in unsere Taschen gekommen sind.

Aber dazu mehr in unserem nächsten Beitrag: Was sonst noch von der SPIEL Essen 2026 bei uns eingezogen ist.

SPIEL Essen 2026 – Crowdfunding zwischen Vorfreude, Überraschungen und schweren Kartons

Vier Tage SPIEL Essen, zahlreiche unterstützte Kampagnen und eine lange Liste mit Verlagen, die wir besuchen wollten. Was haben wir tatsächlich gesehen, erfahren und vielleicht sogar mit nach Hause genommen?

Vier Tage SPIEL – und eine lange Crowdfunding-Liste

Vier Tage SPIEL Essen liegen hinter uns. Vier Tage voller Brettspiele, Menschen, Gespräche und unzähliger Eindrücke. Donnerstag waren Maja, Josef und ich unterwegs. Freitag und Samstag begleitete uns zusätzlich Maria, und am Sonntag war mit Anne schließlich auch unsere Hügelzelter-Familie vollständig auf der Messe vertreten.

Wir sind unglaublich viel gelaufen, haben uns durch nahezu alle Hallen gearbeitet, zahlreiche Spiele ausprobiert und uns immer wieder treiben lassen. Ein mehrtägiger Familienausflug, ein bisschen Urlaub und vor allem vier Tage gemeinsames Hobby.

In unseren Vorberichten hatten wir uns allerdings besonders ausführlich mit einem Thema beschäftigt: Crowdfunding.

Nicht, weil wir deshalb nach Essen gefahren wären. Dafür lieben wir Brettspiele und die besondere Atmosphäre der SPIEL viel zu sehr. Aber unsere offenen Kickstarter- und Gamefound-Kampagnen hatten bei der Vorbereitung einen ungewöhnlich großen Raum eingenommen.

Mit unserer Hügelzelter-App hatte ich eine Übersicht erstellt, Verlage herausgesucht und überlegt, welche unterstützten Projekte wir vor Ort ansehen, ausprobieren oder sogar abholen könnten.

Die offizielle SPIEL-App war dabei eine hervorragende Ergänzung. Spiele und Verlage ließen sich vormerken und während der Messetage nach und nach abhaken. Das hat erstaunlich gut funktioniert und uns geholfen, trotz der riesigen Auswahl den Überblick zu behalten.

Aber was ist nun tatsächlich aus unseren Crowdfunding-Plänen geworden?

Fangen wir mit dem vielleicht schönsten Erfolg an.

Fairytale – endlich ein Happy End!

Auf Fairytale von Smartup Games hatten wir schon ziemlich lange gewartet. So lange, dass ich zwischenzeitlich durchaus befürchtet hatte, hier könnte uns unsere erste Crowdfunding-Kampagne begegnen, bei der am Ende gar kein Spiel ankommt.

Doch dann kam kurz vor der SPIEL die erfreuliche Nachricht: Wir könnten unser Exemplar direkt am Stand abholen.

Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt. Glücklicherweise waren wir erst am späten Nachmittag dort. Denn was uns erwartete, war eine riesige Kiste mit einem Gewicht von über zehn, beinahe elf Kilogramm.

Und die durfte ich anschließend noch rund zwei Stunden durch die Messehallen tragen.

Immerhin hatten wir ein Lastenrad dabei, mit dem wir unsere Errungenschaften später transportieren konnten. Darüber war ich an diesem Tag besonders froh.

Am Stand selbst war einiges los. Mein Eindruck war, dass zahlreiche Unterstützer ihre Exemplare abholten. Der Kontakt war freundlich, die Übergabe unkompliziert und als kleine Entschuldigung für die lange Wartezeit gab es sogar noch eine Tragetasche dazu.

Die sieht übrigens aus wie ein Kürbis. Ein ziemlich ungewöhnliches Erinnerungsstück.

Fairytale steht inzwischen bei mir im Homeoffice. Ausgepackt habe ich es bereits, und die ersten Eindrücke vom Material sind ausgesprochen positiv. Die Komponenten sehen hervorragend aus. Jetzt freue ich mich darauf, endlich auch spielerisch herauszufinden, was die riesige Box zu bieten hat.

Vor allem aber freue ich mich, dass diese lange Crowdfunding-Geschichte nun doch noch ein gutes Ende gefunden hat.

Meeple Pug – Mesopotamia, eine verpasste Abholung und Aeolis

Bei Meeple Pug stehen gleich drei unterstützte Projekte auf unserer Liste: Alexandria, Byzantion und Mesopotamia.

Gerade beim letzten Spiel wurde es unmittelbar vor der Messe noch einmal spannend. Kurz nach Veröffentlichung unseres Vorberichts hatte ich erfahren, dass Mesopotamia offenbar direkt auf der SPIEL abgeholt werden könnte.

Also machten wir uns auf zum Stand. Und tatsächlich: Dort standen riesige Kartons bereit, die an Unterstützer ausgegeben wurden.

Leider war meine Kiste nicht darunter.

Im Gespräch mit einer freundlichen Mitarbeiterin stellte sich zunächst heraus, dass ich eigentlich bereits eine Versandbestätigung hätte erhalten sollen. Eine solche Nachricht war bei mir allerdings nicht angekommen.

Wir vereinbarten, dass ich mich noch einmal per E-Mail melden würde. Das habe ich natürlich direkt am Abend erledigt und in den folgenden Tagen mein Postfach deutlich häufiger aktualisiert als gewöhnlich.

Bei einem weiteren Besuch am Stand gab es schließlich die Erklärung: Ich hatte die Pre-Painted-Variante unterstützt, bei der die Miniaturen bereits mit einem Shading versehen sind. Diese Version war offenbar noch nicht versandbereit, während andere Ausführungen bereits ausgegeben wurden.

Also doch keine riesige Mesopotamia-Kiste für uns.

Einerseits vielleicht gar nicht so schlimm. Die Versandkosten waren ohnehin bezahlt und nach Fairytale war ich nicht unbedingt darauf erpicht, gleich den nächsten schweren Karton durch die Hallen zu schleppen.

Andererseits gilt für mich weiterhin: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Wenn das Spiel schon zu Hause steht, dann steht es eben zu Hause.

Und plötzlich stand Aeolis auf dem Tisch

Unser Besuch bei Meeple Pug entwickelte sich allerdings noch in eine ganz andere Richtung.

Während wir uns die übrigen Spiele ansahen, kamen wir mit dem Verlagsinhaber ins Gespräch. Dabei wurde uns Aeolis vorgestellt, ein kooperatives Area-Control-Spiel mit einem antiken Setting.

Kooperatives Area Control? Da war ich zunächst skeptisch. Das klingt nach einer ungewöhnlichen Kombination, und ich war nicht sofort überzeugt, dass das funktionieren würde.

Allerdings hat das Spiel einen entscheidenden Vorteil: Es spielt in der Antike.

Und wer unsere bisher unterstützten Meeple-Pug-Projekte kennt, dürfte wissen, dass man mich mit diesem Thema ziemlich leicht neugierig machen kann.

Das bemerkte offenbar auch unser Gesprächspartner. Als er erfuhr, dass wir bereits drei seiner Spiele im Crowdfunding unterstützt hatten, war die Freude groß. Das wurde dann auch direkt den anderen Mitarbeitern am Stand mitgeteilt.

Ein nettes Gespräch, ein interessanter erster Eindruck und schließlich ein freundlicher Vorzugspreis.

Was soll ich sagen? Aeolis ist eingezogen.

Eigentlich waren wir gekommen, um ein bereits bezahltes Spiel abzuholen. Am Ende gingen wir mit einem anderen, neu gekauften Spiel nach Hause.

So funktioniert die SPIEL.

Ludivore – ein Wiedersehen mit Neil Edwards

Bereits auf der SPIEL 2025 hatten wir Neil Edwards von Ludivore kennengelernt. Damals warteten wir noch auf unser unterstütztes Aspen, das kurz nach der Messe bei uns eintraf und uns ausgesprochen gut gefiel.

Entsprechend hatte ich mich auf ein Wiedersehen gefreut.

Tatsächlich haben wir Neil auch getroffen, allerdings blieb es diesmal bei einem kurzen Gespräch. Von der neuen Spielentwicklung, über die er mir bereits per E-Mail berichtet hatte, gab es noch nichts zu sehen. Dafür ist das Projekt offenbar noch nicht weit genug.

Und auf den Dice Tray, den ich irgendwann einmal bekommen sollte, wollte ich nun auch nicht unbedingt herumreiten.

Schön war es trotzdem, sich nach unserem ersten Kontakt im vergangenen Jahr wieder persönlich zu begegnen. Vielleicht gibt es auf der nächsten SPIEL ja schon mehr zu entdecken.

ICE Makes – Terrorscape 2 und die Frage nach den Neoprenmatten

Terrorscape hatten wir seinerzeit freundlicherweise als Rezensionsexemplar erhalten. Das hat uns natürlich gefreut, auch wenn wir unsere Bewertungen davon selbstverständlich nicht beeinflussen lassen.

Das Spiel selbst hatte uns so gut gefallen, dass wir die Fortsetzung Terrorscape 2 ganz regulär im Crowdfunding unterstützt haben.

Besonders interessant fand ich vor Ort die neuen austauschbaren Gebäudefronten. Während das asymmetrische Spielprinzip mit Killer und Überlebenden erhalten bleibt, sollen die unterschiedlichen Schauplätze durch wechselnde Fassaden auch optisch deutlicher voneinander unterscheidbar werden.

Das sah wirklich gut aus. Eine einfache Idee, die das bekannte Material sinnvoll ergänzt.

Weniger überzeugt haben mich dagegen die angebotenen Neoprenmatten. Und das will bei mir schon etwas heißen.

Ich mag Neoprenmatten ausgesprochen gerne. Im vergangenen Jahr habe ich mir sogar eine große Neoprenauflage für unseren Brettspieltisch anfertigen lassen.

Aber bei Terrorscape passt das für mich nicht so richtig zusammen. Das Spiel lebt optisch stark von seinem dreidimensionalen Gebäude aus Pappe. Dieses auf eine zusätzliche Neoprenmatte zu stellen, wirkt auf mich eher unnötig und teilweise sogar etwas wackelig.

Interessanterweise waren die Matten auch auf den aufgebauten Spieltischen am Stand nicht im Einsatz. Ob das etwas bedeutet, weiß ich natürlich nicht. Mich hat es jedenfalls darin bestärkt, dass wir diese Ergänzung nicht unbedingt brauchen.

Auf das eigentliche Spiel freue ich mich dagegen weiterhin sehr.

KepKop – Arche Nova und ein kleiner Münzenfetisch

Ein weiterer Besuch führte uns zu den Komponenten der aufwendig ausgestatteten Arche Nova-Upgrades.

Und hier kann ich es kurz machen: Ich bin ausgesprochen froh, dass ich die Kampagne unterstützt habe.

Die ausgestellten Komponenten sahen hervorragend aus. Gerade die hochwertige Gestaltung, die Acrylteile und die zusätzlichen Ausstattungselemente haben mich überzeugt.

Im Netz und in den Gamefound-Kommentaren gab es durchaus Kritik an den Münzen. Insbesondere die Farbgestaltung scheint nicht jedem zu gefallen.

Mir dagegen schon. Sogar so gut, dass ich inzwischen überlege, die Münzen nachzubestellen.

Ursprünglich hatte ich darauf verzichtet, weil Geld in Arche Nova für mein Empfinden nicht unbedingt die wichtigste Komponente ist.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich in den vergangenen Jahren einen gewissen Münzenfetisch entwickelt habe. Gute Metallmünzen oder hochwertige Spielwährungen haben einfach ihren Reiz.

Und so könnte es passieren, dass ich bei dieser Kampagne doch noch einmal nachlege.

Mindclash Games – Voidfall, Revenant und Resurgence

Voidfall ist eines dieser Spiele, bei denen ich mir nach jeder Beschäftigung damit denke: Das müsste eigentlich viel häufiger auf den Tisch.

Ein großartiges Science-Fiction-Strategiespiel, hervorragende Optik und unglaublich viele Möglichkeiten.

Mit dem Grundspiel und Revenant haben wir inzwischen schon einiges aus dem Universum bei uns stehen. Trotzdem haben wir natürlich auch Resurgence unterstützt.

Auf der SPIEL konnten wir uns die ausgestellten Inhalte noch einmal ansehen, was die Vorfreude auf die Erweiterung durchaus verstärkt hat.

Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass wir das vorhandene Material längst nicht ausreichend gespielt haben.

Das ist bei großen Expertenspielen und umfangreichen Kampagnen inzwischen wohl unser größtes Problem: nicht mangelnde Begeisterung, sondern mangelnde Zeit.

Trotzdem: Voidfall muss unbedingt wieder auf den Tisch.

Awaken Realms – vieles gesehen, wenig gezielt besucht

Bei Awaken Realms hatten wir uns vor der Messe besonders viel vorgenommen. Schließlich gehören gleich mehrere unserer offenen Projekte zu diesem Verlag.

Nemesis war auf der Messe durchaus präsent. Auch einen Blick auf Lands of Evershade konnten wir werfen. Allerdings verteilten sich die verschiedenen Spiele und Präsentationen über mehrere Bereiche und teilweise auch über andere Verlage.

So richtig gezielt haben wir die einzelnen Projekte deshalb letztlich gar nicht verfolgt.

Einerseits schade, andererseits bin ich bei Awaken Realms vergleichsweise entspannt. Der Verlag hat inzwischen viel Erfahrung mit großen Crowdfunding-Kampagnen, und wir haben bereits zahlreiche Spiele von ihm erhalten.

Ich freue mich deshalb weiterhin auf Agricola Special Edition, Concordia Special Edition, Galileo’s Truth, Nemesis: Legacy, Lands of Evershade und die weiteren offenen Projekte.

Irgendwann werden die großen Kartons schon bei uns eintreffen.

Chip Theory Games und Frosted Games – The Elder Scrolls muss noch warten

Auf The Elder Scrolls: Betrayal of the Second Era in deutscher Sprache warten wir inzwischen schon eine ganze Weile.

Die englische Ausgabe ist längst erschienen, und entsprechend konnte man das Spiel auch auf der SPIEL bei Frosted Games wieder sehen.

Allerdings hatten wir es bereits in den vergangenen Jahren betrachtet. Deshalb haben wir diesmal auf eine weitere ausführliche Beschäftigung verzichtet und warten einfach die hoffentlich letzten Wochen bis zur deutschen Auslieferung ab.

Ganz ohne Einkauf sind wir bei Frosted Games allerdings nicht weggekommen. Mit Laborratten und Riffle haben wir zwei Ergänzungen für Too Many Bones mitgenommen.

Wenn man schon einmal bei einem Verlag steht, der Spiele mit diesen wunderbaren schweren Pokerchips anbietet, kann man schließlich schlecht mit leeren Händen weitergehen.

Mehr dazu dann in unserem Bericht über die Neuzugänge.

Brueh Games – Flame & Forge und die Sache mit den Spielertableaus

Bei Brueh Games haben wir uns insbesondere Flame & Forge angesehen. Das Spiel befindet sich noch in der Entwicklung, entsprechend gab es vor Ort einen Prototyp zu sehen.

Die Mischung aus Worker-Placement, Deckbuilding und Fantasy-Thema klingt weiterhin interessant. Allerdings bin ich bei den Spielertableaus noch etwas skeptisch. Gerade beim Platzieren der verschiedenen Komponenten sah das Ganze auf mich stellenweise etwas hakelig aus.

Hier würde ich mir Dual-Layer-Boards wünschen, bei denen die Spielsteine und Marker in Vertiefungen liegen und nicht so leicht verrutschen.

Ob das bei dem Preis des Spiels realistisch ist, weiß ich natürlich nicht. Aber notfalls gibt es ja noch eine andere Lösung.

Mit meinem 3D-Drucker habe ich inzwischen schon zahlreiche Inserts und Zubehörteile für Brettspiele hergestellt, darunter auch für Keep the Heroes Out! aus dem Hause Brueh Games.

Vielleicht wird Flame & Forge also irgendwann ebenfalls ein kleines Druckprojekt.

Contention Games – Slay the Spire: Downfall

Slay the Spire gehört für uns zu den besonders gelungenen Deckbuilding-Spielen. Das ursprüngliche Brettspiel haben wir relativ zügig durchgespielt, und uns allen hat es viel Spaß gemacht.

Entsprechend freuen wir uns auf Downfall.

Interessant finde ich allerdings, dass Contention Games mit Downfall eine Erweiterung auf Basis einer ursprünglich aus der Community stammenden Modifikation umsetzt, statt direkt einen zweiten großen Brettspielteil anzugehen.

Auf der SPIEL waren einige Elemente von Downfall zu sehen. Im Mittelpunkt stand allerdings vielerorts weiterhin das bekannte Grundspiel, das an verschiedenen Stellen präsentiert und gespielt wurde.

Wir kennen das Grundspiel, mögen es sehr und freuen uns darauf, mit Downfall wieder neue Herausforderungen zu bekommen.

Zombicide – jetzt bei Asmodee

Auch Zombicide: Dead Men Tales wollten wir uns ansehen.

Bei der Vorbereitung hatte ich zunächst noch CMON als Verlag in unserer App stehen. Tatsächlich liegen die Rechte inzwischen bei Asmodee, und die neue Piratenvariante erscheint unter Fantasy Flight Games.

Auf der Messe war Dead Men Tales aufgebaut und zu sehen. Leider war am Stand ziemlich viel los, sodass wir nicht wirklich an einen Spieltisch herankamen.

Ein kurzer Blick auf das Material und einige Karten musste deshalb reichen.

Spielerisch erwarte ich keine vollständige Neuerfindung. Das bekannte kooperative Zombicide-Prinzip funktioniert für uns gut, und mit dem Piratensetting kommt eine interessante neue Umgebung hinzu.

Wenn daraus am Ende wieder ein solides, unterhaltsames Spiel mit vielen Untoten wird, bin ich schon zufrieden.

Kurze Besuche und verpasste Gelegenheiten

Natürlich hat nicht jeder geplante Verlagsbesuch zu einem längeren Gespräch oder einer ausführlichen Präsentation geführt.

FryxGames – Terraforming Mars

Bei FryxGames waren wir nur kurz. Immerhin konnten wir einige Promokarten für Terraforming Mars: Ares Expedition mitnehmen.

Von The Legacy of Mars haben wir dagegen nicht viel gesehen. Es war bereits unser dritter Messetag und wir befanden uns kurz vor unserem abendlichen Aufbruch. Irgendwann lassen auch die Aufmerksamkeit und die Zeit für ausführliche Gespräche nach.

Haumea Games – Eternitium

Bei Eternitium ist es fast schon kurios.

Wir müssen unzählige Male durch die entsprechende Gegend in Halle 3 gelaufen sein. Trotzdem haben wir es geschafft, den Stand immer wieder zu übersehen.

Einen flüchtigen Blick auf das Spiel gab es zwar aus der Ferne, aber eine richtige Beschäftigung damit leider nicht.

Dabei bin ich auf dieses vergleichsweise kleine Deckbuilding-Spiel weiterhin gespannt. Es war irgendwann einmal ein eher spontaner Crowdfunding-Pick. Inzwischen sieht es so aus, als würde Eternitium auch bei seiner Auslieferung noch eine echte Überraschung sein.

Tycoon Games – Everdell Journeys

Auch bei Tycoon Games haben wir vorbeigeschaut.

Der Stand war für mein Empfinden allerdings eher nüchtern gestaltet und wirkte hauptsächlich wie eine Verkaufsfläche. Einige einfache Spieltische waren aufgebaut, aber insgesamt hat mich die Präsentation nicht sonderlich angesprochen.

Everdell Journeys kommt außerdem gerade erst aus seiner Crowdfunding-Kampagne. Entsprechend gab es aus meiner Sicht noch nicht allzu viel Neues zu entdecken.

Also sind wir weitergezogen.

Roxley Games – Brass: Birmingham

Roxley Games selbst war nicht auf unserer Messe vertreten. Trotzdem begegnete uns Brass: Birmingham gelegentlich an anderen Stellen.

Ich bin nach wie vor gespannt auf dieses hoch bewertete Strategiespiel, das seit Jahren zu den Favoriten der BoardGameGeek-Community gehört.

Irgendwann werden wir herausfinden, ob es die hohen Erwartungen auch bei uns erfüllen kann.

Eagle-Gryphon Games – The Great Library

Auch von The Great Library haben wir leider nichts Konkretes gesehen.

Andere Spiele von Vital Lacerda waren durchaus präsent. Wir haben uns kurz damit beschäftigt und uns am Stand umgesehen.

Zu Hause wartet inzwischen ohnehin schon On Mars auf unserem großen Brettspieltisch. Das Spiel habe ich aufgebaut und möchte es in den kommenden Tagen endlich ausprobieren.

Ein weiterer großer Lacerda-Titel muss also vielleicht nicht sofort dazukommen.

Dragori Games – eine Überraschung mitten in der Nacht

Eine der erfreulichsten Nachrichten erreichte uns ausgerechnet von einem Verlag, der gar nicht auf der SPIEL vertreten war.

Mit Dragori Games standen wir bereits seit längerer Zeit im Zusammenhang mit Odalin: Dungeons of Doom in Kontakt. Uns fehlten noch einige Komponenten, und besonders an einer deutschen Sprachfassung waren wir weiterhin interessiert.

In der Nacht von Freitag auf Samstag erreichte mich dann eine E-Mail: Es waren tatsächlich noch deutsche Sprachpakete gefunden worden, und wir konnten unsere Bestellung entsprechend ergänzen.

Außerdem sollten wir die noch fehlenden Boss-Miniaturen beziehungsweise Erweiterungskomponenten erhalten können.

Und wenn man schon einmal dabei ist, kann man sich natürlich auch noch ein paar Acrylmarker gönnen.

Also habe ich mitten in der Nacht den angepassten Pledge bezahlt.

Ein kleiner Einkaufsbummel während der SPIEL, ohne überhaupt an einem Messestand zu stehen.

Ich habe mich darüber wirklich gefreut. Gerade weil sich der Kontakt und die Suche nach den fehlenden Komponenten schon über einen längeren Zeitraum hingezogen hatten.

Nun können wir Odalin hoffentlich bald mit der gewünschten deutschen Ausstattung weiterspielen.

Hat sich unsere Crowdfunding-Vorbereitung gelohnt?

Unbedingt.

Nicht jeder geplante Besuch hat funktioniert. Einige Stände haben wir übersehen, bei anderen gab es wenig Neues zu sehen und manche Spiele waren schlicht noch nicht weit genug entwickelt.

Aber darum ging es letztlich auch gar nicht ausschließlich.

Wir haben Fairytale endlich nach Hause gebracht, bei Meeple Pug eine unerwartet nette Begegnung erlebt und mit Aeolis sogar ein zusätzliches Spiel entdeckt. Wir konnten uns zahlreiche Komponenten und Prototypen ansehen, unsere Vorfreude auf offene Kampagnen bestätigen und an einigen Stellen auch kritische Eindrücke sammeln.

Und ausgerechnet Dragori Games hat uns ohne eigenen Messeauftritt eine der schönsten Nachrichten des Wochenendes geschickt.

Gerade diese Mischung macht für mich den Reiz aus.

Unsere Crowdfunding-Liste und die Vorbereitung mit der Hügelzelter-App haben uns geholfen, gezielter durch die Messe zu gehen. Aber sie haben den Besuch nicht bestimmt.

Wir hatten vier Tage Zeit, um gemeinsam zu spielen, uns umzusehen und uns überraschen zu lassen.

Und genau das haben wir auch getan.

Dass wir dabei gelegentlich mit weiteren Spielen nach Hause gekommen sind, obwohl wir eigentlich nur nach einer bereits unterstützten Kampagne fragen wollten, gehört wohl einfach dazu.

Im nächsten Teil unserer SPIEL-Nachberichterstattung soll es deshalb um das gehen, was wir in Essen am liebsten gemacht haben: spielen.

Denn davon gab es reichlich. Und manche dieser Partien haben unmittelbar dafür gesorgt, dass unsere Taschen anschließend noch ein wenig schwerer wurden.