Kategorie: Spielbewertungen (Seite 3 von 8)

Valheim: The Board Game – Wenn das Brettspiel das Original atmet

🧭 Einstieg: Zurück in Valheim – diesmal am Tisch

Nachdem Lieferung und erster Eindruck überzeugt hatten, war klar:
Das Brettspiel muss sofort auf den Tisch.

Wir sind mit drei Spielern gestartet, hatten später auch eine Partie mit Maria dabei
und haben danach zu dritt alle Bosse einmal gelegt
Einige Szenarien haben wir gespielt, andere liegen noch vor uns – bewusst.

Denn eines wurde schnell klar:

Dieses Spiel lebt von Wiedererkennung – und davon, dass man ihm Raum lässt. Nicht zu viele Runden an einem Wochenende.


🗺️ Szenarien & Struktur

Das Spiel arbeitet mit klar strukturierten Szenarien:

  • eigene Karten
  • klare Ziele
  • unterschiedliche Anforderungen an Vorbereitung, Kampf und Ausbau

Man merkt sofort:
Hier wollte niemand einfach nur „Monster aneinanderreihen“,
sondern Valheim als Erlebnis übersetzen.

Ein besonderer Reiz liegt darin, dass:

  • Sterben dazugehört
  • der Grabbesuch leider auch
  • Vorbereitung wichtiger ist als Heldentum

Genau wie im PC-Spiel.

Aber analog zum PC-Spiel ist auch beim Brettspiel der Ressourcen-Grind zentral. Spätestens in der dritten Runde kann sich dieser Teil dann allerdings etwas eintönig anfühlen.


⚔️ Mechanik & Spielgefühl

🔁 Sterben & Loot-Rückholung

Das vielleicht wichtigste Lob zuerst:

👉 Sterben tut weh.
Und das ist gut so.

  • Ausrüstung weg
  • Buffs weg
  • Nahrung weg

Ungebufft loszuziehen fühlt sich genau so falsch an wie am PC.
Und ja: Im Team geht es deutlich besser.

🎲 Kampfsystem

Das Kampfsystem hat uns alle überzeugt:

  • schnell
  • fair
  • flüssig
  • ohne Verwaltungsballast

Der aktive Spieler würfelt auch für die Gegner; das hält das Tempo hoch und fühlt sich erstaunlich ausgewogen an.

Für mich eines der besseren kooperativen Kampfsysteme der letzten Zeit.

Ganz ehrlich:
In dieser Richtung hätte ich mir bei Isofarian Guard manchmal mehr Straffung gewünscht –
dort dauern Kämpfe teils länger als die Geschichte,
obwohl die Geschichte eigentlich im Fokus steht.
(Aber das wird eine andere Rezension.)


🛠️ Ausbau & Progression – Licht und Schatten

✔️ Was hervorragend funktioniert

  • Ausbau der Ausrüstung
  • Vorbereitung auf Bosse
  • Ressourcenmanagement
  • Haus als zentrale Anlaufstelle

Aus jeder Pore des Spiels atmet das Brettspiel das PC-Original.
Wer Valheim kennt, fühlt sich sofort zu Hause.

⚠️ Der Wehrmutstropfen: Heldenprogression

Was fehlt – zumindest teilweise:

  • keine echte Heldenprogression
  • keine langfristigen Skillbäume
  • keine Entwicklung „meines Charakters“

Ja, es gibt:

  • einen Kampagnenmodus
  • mehrere Szenarien in einem Run

Aber:
Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, das sofort zu spielen.

Warum?
Weil wir die Sorge hatten, uns zu übersättigen
und das Spiel dann aus einem falschen Blickwinkel zu bewerten.

Die Erfahrung bis hierhin war einfach zu gut, um sie zu überfrachten.


🎲 Komponenten & Material

  • Miniaturen: stimmig, wertig
  • Neoprenmatte: fantastisch
  • Haus: Holz statt Pappe (positiv überrascht)
  • Möbel: Standees – funktional, okay

Ein kleiner Wunsch bleibt:
👉 Ein zweiter Würfelsatz wäre Gold wert.
Memo an mich:

Bei allen zukünftigen Kampagnen immer einen Extra-Würfelsatz mitbacken.


💬 Stimmen aus unserer Runde

Hendrik:
„Ich erkenne das PC-Spiel in fast jedem Mechanik-Moment wieder.
Das hier ist keine Lizenzverwertung – das ist eine Adaption mit Herz.“

Maria:
„Das Kampfsystem ist überraschend elegant.
Ich hätte mehr Verwaltungsaufwand erwartet.“

Josef:
„Sterben ist nervig. Aber genau deshalb fühlt sich ein Boss-Kill richtig gut an.“

Maja:
„Der Gameplay-Loop ist in der fünften Runde dann doch zu gleichförmig. Wir brauchten eine Pause“


🔄 Der Kreis schließt sich: Zurück an den PC

Während wir das Brettspiel gespielt haben, ist etwas Lustiges passiert:

👉 Josef ist jetzt am PC eingestiegen.

Wir haben gemeinsam wieder von vorne angefangen – Multiplayer, Teamplay.
Parallel dazu spielt Call!po aktuell mit seinem Sohn. (mehr dazu im Beitrag zum PC-Spiel)

So sieht Wissensweitergabe generationsübergreifend 2026 aus:

  • Discord
  • Server
  • Wikinger
  • und viel gemeinsames Scheitern

⭐️ Unsere Bewertung (Hügelzelter-Schema)

⭐️ Unsere Bewertung

  • Zugänglichkeit: 🟢 Gut (mit PC-Vorkenntnis sehr gut)
  • Interaktion: 🟢 Hoch (echtes Koop-Gefühl)
  • Spielspaß: 🟢 Hoch
  • Wiederspielwert: 🟡 Gut (Kampagnenmodus noch offen)
  • Gestaltung & Material: 🟢 Sehr hoch

❣️ Gesamtbewertung

4 von 5 Meeples ⭐⭐⭐⭐☆

Ein starkes, atmosphärisches kooperatives Brettspiel,
das sein digitales Vorbild respektiert und versteht.


🧾 Fazit

Valheim: The Board Game ist kein Spiel für jeden.
Aber für alle, die das PC-Original kennen oder kooperatives Survival mögen, ist es:

  • ehrlich
  • fordernd
  • thematisch sehr stimmig

Kein All-In-Zwang.
Kein Blender.
Ein Spiel, das weiß, woher es kommt.

Und ja:
Wir bleiben dran –
mit dem Kampagnenmodus,
mit weiteren Szenarien
und sicher auch mit weiteren Abenden in Valheim.

How to save a World – Spielbewertung


🧭Übersicht

Ein Komet rast auf euren Heimatplaneten Alarria zu. Und nur ihr könnt ihn retten. Oder ist das gar nicht mehr möglich und ihr solltet lieber einige Einwohner evakuieren und so eure Art retten.


⚙️Spielmechanik

In How to Save a World könnt ihr drei verschiedene Projekte unterstützen um eure Art zu retten. Projekt eins ist ein gewaltiger Laser, der den Kometen schmelzen und zu explodieren zu bringen. Sollte dieses Projekt nicht funktionieren muss Projekt zwei, ein riesiges Schild um den Planeten Alarria, helfen. Hat das erste und das zweite Projekt nicht funktioniert hilft es nur noch Teile der Bevölkerung zu evakuieren. Wer die einzelnen Projekte am meisten unterstützt hat, bekommt auch die meisten Punkte dafür. Dabei zählt das erfolgreiche Projekt aber am meisten. Unterstützten tut man die Projekte dadurch, das man mit seinen Figuren verschiedene Aktionen auf dem Mond und auf dem Planeten Alarria macht und seine Aktions- und Reaktionskarten spielt.


⭐️Unsere Bewertung⭐️

Zugänglichkeit: 😄 hoch – die Regeln sind recht simpel

Interaktion: 🤩 sehr hoch – es gibt immer einen harten Kampf in und zwischen den Projekten

Spielspaß: 🙂 mittel – eine tolle Spielidee, die aber nicht perfekt umgesetzt wurde

Wiederspielwert: 🙂 niedrig – eine Runde reicht meist erstmal, weil die Partien meistens ähnlich verlaufen

Gestaltung: 🙂 mittel – teilweise doublelayer Playerboards die sich leider etwas biegen. Sonst ist die Gestaltung sehr anschaulich


💬Familienmeinung

Josef: Eigentlich eine tolle Spielidee, aber für meinen Geschmack enthält es etwas zu viel Glück.

Hendrik: Mir werden immer wieder die Premium Komponenten angeboten. Diesmal brauche ich sie glaube ich aber nicht.

Maja: Eigentlich sollten wir zuerst die Erde retten, aber so ein Komet ist natürlich etwas anschaulicher.


❣️Gesamtbewertung

3 von 5 Meeples

Eine schöne Spielidee die mit recht viel Glück kombiniert wurde. Wer einfachere Spiele, Glücksmechanik und etwas Taktik mag, für denn könnte How to Save aWorld ein gutes Spiel sein.


ℹ️Spielinfos

Name: How to Save aWorld

Autor: Yuval Grinspun

Verlag: Frosted Games

Spielart: Worker-Placement

Komplexität: 🧠🧠🧠

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Spieleranzahl: 1-4 Spieler

Alter: ab 8 Jahre

Kelp Hai vs. Oktopus – Spielebewertung


🧭Übersicht

Das Kelp ist das Territorium des Oktopusses. Vom Hunger getrieben sucht der Hai nach ihm . Doch schütz das Kelp den Oktopus vor dem Blick des Hai, aber wie lange noch. Schließlich muss der Oktopus ja auch seine Beute erreichen und neue Aktionen freischalten. Aber den Oktopus zu finden, reicht nicht aus. Der Hai muss ihn auch noch fangen und die Reaktion richtig voraussehen.


⚙️Spielmechanik

Kelp basiert auf einer asymmetrischen Spielmechanik. In der Mitte liegt ein Spielbrett. Auf diesemgibt es neun Felder vom Oktopus auf dem jeweils ein Stein steht, der so gedreht ist, dass ihn nur der Oktopus sieht. Auf diesen sind verschiedene Symbole wie Muscheln, Fallen und auch der Oktopus. In dem man eine bestimmte Anzahl Muscheln umdreht, kann der Oktopus verschiedene Aktionen ausführen. Zwischen den Felder sind Linien, auf denen sich der Hai bewegen kann. Dafür braucht er Würfel, die er aus einem Beutel ziehen kann. Aus dem Beutel kann er auch andere Steine ziehen und so andere Aktionen machen. Wenn der Hai den Oktopus gefangen hat, müssen beide eine von drei Karten aufdecken.Haben diese die gleiche Farbe , hat der Hai gewonnen.


⭐️Unsere Bewertung⭐️

Zugänglichkeit: 🙂Mittel – zwar nicht so schwer rein zu kommen, aber wenn man die Rollen tauscht muss man die Regel noch mal neu lernen.

Interaktion: 🤩sehr hoch – Man muss genau auf die Aktionen des Anderen achten um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Spielspaß: 😄hoch – Tolle Spielmechanik

Wiederspielwert: 😄hoch bis 🤩sehr hoch – Wegen der asymmetrischen Mechanik gibt es viele Möglichkeiten, das Spiel zu spielen.

Gestaltung: 😄hoch – qualitativ gutes Spielmaterial und schöne Illustrationen.


💬Familienmeinung

Hendrik: Wir brauchen mehr asymmetrischen Spiele.

Maja: Ein echt cooles Spiel. Ich spiele am liebsten den Oktopus.

Josef: Ich finde Kelp wegen der asymmetrischen Spielmechanik echt super. Ich Spiel aber lieber den Hai.


❣️Gesamtbewertung

4 von 5 Meeples

Kelp ist wegen der asymmetrischen Spielmechanik ein echt gutes zweispieler Spiel. Auch die Komponenten sind hochwertig und das Spiel sieht gut aus.Alles in allem ist es eines meiner Lieblings zweispieler Spiele.


ℹ️Spielinfos

Name: Kelp Hai vs. Oktopus

Autor: Carl Robinson

Verlag: Wonderbow Games

Spielart: asymmetrisches zwei Spieler Spiel

Komplexität:🧠🧠🧠

Alter: ab 10 Jahre

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Spieleranzahl: 2 Spieler

Spiele aus Holz – unser 2-Personen-Holzabend (Quarto!, Quoridor & Lass die Kirche im Dorf)

🧭 Übersicht

Josef und ich waren allein zu Hause und hatten Lust auf eine Runde – eigentlich nur „kurz was Kleines“. Nach Aspen und Quarto! war mir aber ziemlich schnell klar: Heute wird ein Holzabend. Und zwar mit Spielen, die sich zu zweit richtig gut anfühlen: wenig Regeln, viel Taktik, schnelle Revanche.

Die Klammer des Abends: Holz (okay… und bei Jenga auch ein bisschen Quatsch), aber vor allem: 2-Personen-Duelle, bei denen man die Regeln schnell drauf hat – und trotzdem nach der dritten Partie denkt: „Mist, das hätte ich doch sehen müssen.“

Aspen gehört thematisch perfekt dazu – bekommt aber wegen Tiefe und Umfang eine eigene Rezension.
👉 Hier geht’s zur Aspen-Bewertung


🪵 Holzabend in Zahlen

Drei Spiele waren die „Kopf“-Fraktion: leicht zu lernen, schwer zu meistern – ohne echtes Glückselement.

Zum Schluss gab’s dann Jenga als Absacker: Holz ja, Hirn… eher nicht. 😉

📊 Mini-Vergleich – Haptik, Größe, Holzgefühl

SpielTischpräsenzHaptik / MaterialAufbau / TransportDenkmuskel
Quarto!kleinsehr fein, edelsuper kompakthoch
Quoridormittelwertig, „preiswürdig“sperrigerhoch
Lass die Kirche im Dorfmittel„roher“, aber charmantokaysehr hoch
Jengamittelklassisch Holzeasy…Finger 😄

🧠 Quarto! – Reisebegleiter mit Köpfchen

🧭 Übersicht

Quarto! ist für uns ein echter Klassiker. Das Spiel hat Anne und mich schon 2008 auf unserer Rucksacktour durch Südostasien begleitet (Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha – und kurz Malediven).

Fun Fact: Eine Studienfreundin hat uns damals in Bangkok besucht und im Hostel („Friends House“) wurde – natürlich – erstmal Quarto gespielt.

Mechanisch ist Quarto herrlich gemein: Du willst schlau sein – aber dein Gegner gibt dir das Teil, mit dem du schlau sein musst. 😅

Kurz: ein Duell, bei dem man sich in 20 Minuten sehr elegant auseinandernehmen kann.

BGG: Quarto! (1991), 2 Spieler, ca. 20 Min, ab 8+, Weight ~1.87/5,
Designer/Artist: Blaise Muller, Publisher u. a. Gigamic

⭐️ Unsere Bewertung

  • Zugänglichkeit: Hoch – Regeln schnell drin, sofort spielbar
  • Interaktion: Sehr hoch – du spielst immer gegen den Kopf des anderen
  • Spielspaß: Hoch – schnelle Revanche-Gefahr
  • Wiederspielwert: Hoch – jedes Spiel läuft anders
  • Gestaltung / Haptik: Hoch – schlicht, edel, Holz pur

💬 Familienmeinung

Hendrik: „Unser Reise-Klassiker. Quarto funktioniert überall.“
Josef: „Man denkt, man hat’s im Griff – und dann legst du mir den letzten Stein selbst hin.“

❣️ Gesamtbewertung: 4,0 von 5 Meeples


🧱 Quoridor – Blocken, bis es weh tut

🧭 Übersicht

Quoridor stand lange auf der Wunschliste, war mir aber irgendwie immer etwas zu teuer. Dieses Jahr habe ich dann in einem Ausverkauf in der Spielebude Bocholt zugeschlagen: Testexemplar, Verpackung leicht mitgenommen – innen aber top.

Spielerisch ist das Ding ein fieses Duell aus „ich will rüber“ und „ich setze dir ’ne Wand in den Weg“. Und ja: Wir blocken viel. Sehr viel.

BGG: Quoridor (1997), 2–4 Spieler, ca. 15 Min, ab 8+, Weight ~1.82/5,
Designer/Artist: Mirko Marchesi, Publisher u. a. Gigamic

⭐️ Unsere Bewertung

  • Zugänglichkeit: Hoch
  • Interaktion: Sehr hoch
  • Spielspaß: Gut – aber weniger elegant als Quarto
  • Wiederspielwert: Hoch
  • Gestaltung / Haptik: Hoch, aber sperriger

❣️ Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Meeples


⛪ Lass die Kirche im Dorf – roher, aber gnadenlos

🧭 Übersicht

Dieses Spiel kam als Geschenk meines Schwiegervaters – und hat sich als überraschend bissig entpuppt.

Optisch nicht so fein wie Quarto oder Quoridor, spielerisch aber das gemeinste der drei.

Josef gewinnt hier gefühlt immer – meist, indem er eines meiner Häuser so platziert, dass ich es nicht mehr herausbekomme, während er in Ruhe sein Ziel fertig baut. 😄

BGG: Lass die Kirche im Dorf! (2016), 2 Spieler, 15-30 Min, ab 10+, Weight ~2.00/5,
Designer: Dieter Stein, Publisher: Gerhards Spiel und Design

⭐️ Unsere Bewertung

  • Zugänglichkeit: Mittel
  • Interaktion: Hoch
  • Spielspaß: Hoch (wenn man Ehrgeiz mag)
  • Wiederspielwert: Hoch
  • Gestaltung / Haptik: Mittel – spielerisch top, optisch rau

❣️ Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Meeples


🧊 Jenga – der Holz-Absacker (ohne Wertung)

Nach vier Spielen mit viel Nachdenken war klar: Jetzt wird gezogen.

Zwei Runden, ehrgeizig, kompetitiv – und ein guter Abschluss, bevor man merkt, dass auch Finger müde werden können.


🧾 Fazit – Holzabend? Bitte wieder.

Quarto! bleibt unser eleganter Favorit.
Quoridor ist tief und wertig – aber sperriger.
Lass die Kirche im Dorf ist das raue Biest mit dem größten Denk-Punch.

Jenga war der Holz-Quatsch zum Runterkommen.

Und Aspen? Aspen bleibt in der Holz-Ecke – spielt aber in einer anderen Liga und hat deshalb seine eigene Rezension. 😉

Speakeasy – Early Review (Preproduction Edition)Ein Hügelzelter-First-Look in die verbotenen Bars Manhattans

🛑 Vorweg – Transparenz-Hinweis

Wir haben Speakeasy als Leihgabe von Skellig Games für eine frühe Rezension erhalten. Darüber freuen wir uns sehr, bleiben aber wie immer ehrlich, objektiv und direkt.

(Und ja, wir sagen es offen: Nach zwei Partien wissen wir bereits, dass wir das Spiel kaufen werden.)

📦 Unboxing – Euphorie, dann ein kleiner Dämpfer

Wir hatten dem Paket regelrecht entgegengefiebert. Entsprechend groß war der Schreck, als wir sahen, dass der Karton unterwegs gelitten hatte:
eine eingedrückte Ecke, Risse im Deckel und am unteren Boxrand.

Skellig reagierte sofort freundlich, verständnisvoll und professionell. Schade war es trotzdem (erst recht auch für den nächsten Tester).

Dafür konnte das Material diesen Eindruck schnell wettmachen:

  • gigantische Tischpräsenz,
  • der unverkennbare Ian O’Toole-Grafikstil,
  • Triple-Layer-Playerboards, optisch wie mechanisch ein Highlight,
  • Premium-Komponenten bereits einsortiert.

Einziger Minuspunkt: Die Inlays wirken etwas dünn – unser 3D-Drucker wird hier wohl früher oder später aktiv.

🧱 Eckdaten zum Spiel

  • Titel: Speakeasy
  • Designer: Vital Lacerda
  • Artwork: Ian O’Toole
  • Publisher: Eagle-Gryphon Games, Skellig Games (DE)
  • Spielerzahl: 1–4
  • Spielzeit: 50–180 Minuten
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Komplexität: 4,27 / 5 (laut BGG)
  • Erscheinungsjahr: 2025

🪑 Tischpräsenz & Material

Speakeasy braucht Platz. Viel Platz.

Speakeasy ist groß. Sehr groß.

Auf unserem Tisch (1,20 × 1,80 m) fühlte es sich genau richtig an. Darunter wird es eng.
Wer Lacerda spielt, weiß: „Platzbedarf“ ist eine Mechanik für sich.

Optisch liefert Speakeasy exakt das, was man bei einem Team aus Vital Lacerda + Ian O’Toole erwartet:

  • der Stadtplan im 1920er-Look ist hoch thematisch gelungen
  • große, übersichtliche Playerboards,
  • hochwertige Komponenten, sehr „Eagle-Gryphon“-typisch,
  • Premium-Marker und dicke Pappteile,
  • wunderschöne Kartenillustrationen.
  • ein Plan, der sofort Lust macht, einzutauchen

🧠 Komplexität – Lacerda pur

Die BGG-Komplexität von 4,27/5 ist gerechtfertigt. (wobei die Anzahl der Stimmen noch übersichtlich ist)

Der Einstieg ist anspruchsvoll, aber es ist eine schöne Komplexität.

Die Regeln sind umfangreich, aber logisch aufgebaut. Die Iconografie ist hervorragend und führt einen fast intuitiv durchs Spiel.

Die Mechanik kombiniert:

  • Worker Placement (mit Möglichkeit, besetzte Felder durch „Bestechung“ trotzdem zu nutzen)
  • Kartenmanagement
  • Stadtviertel-Mehrheiten
  • Risiko durch Polizei & Mafia
  • schmutziges vs. gewaschenes Geld
  • Produktion & Verkauf von Schnaps
  • Schmuggel, Überfälle, Einfluss

Es ist intensiv. Aber es ist auch sehr belohnend

🕵️ Partie 1 – Die große Lernphase

Wir waren uns sicher, alles verstanden zu haben. Spoiler: Hatten wir nicht.

  • Josef manövrierte sich früh in eine ungünstige Lage, als mehrere seiner Speakeasies übernommen wurden.
  • Maja und ich hatten andere Anfängerfehler, die das gut kompensierten.

Erster Schreckmoment nach einer Stunde und der ersten Lucky-Luciano-Phase (eine Art Zwischenwertung):

Nach Runde 1 nimmt die Mafia dir erst mal die halbe Auslage wieder weg – und die Polizei erledigt den Rest. Es gab einen Moment, wo die Stimmung kippte und ein Neustart im Raum stand.
Aber wir entschieden uns fürs Durchziehen.
Gut so – denn die Runde war lehrreich und am Ende gewann überraschend Josef.

🚀 Partie 2 – Jetzt hat’s „geklickt“

Nur drei Stunden (statt vier) dauerte Durchlauf Nummer zwei, und plötzlich war klar:

  • Strategien wurden erkennbarer
  • Timing war besser
  • Ressourcenplanung floss leichter
  • die Interaktion nahm zu

Unsere Herangehensweisen in Partie 2:

Hendrik: Boote überfallen & riskant-aggressiv spielen
Maja: Sofort auf große Gebäude und Prestige setzen
Josef: Die Familie stärken, Stadtviertel dicht machen – und am Ende deutlich vorn liegen

Stark waren vor allem die Mechaniken rund um:

  • Blockaden durch die Polizei
  • Verdrängung durch fremde Mobster
  • schmutziges und gewaschenes Geld

Das alles wirkt strategisch steuerbar und nie rein zufällig.

Einzig das „Frisieren der Bücher“ erschien uns vorläufig etwas schwach im Verhältnis zum Aufwand. Demgegenüber wirkte Produktion & Verkauf aktuell sehr stark – hier werden weitere Partien zeigen, ob das nur unserem Lernstand geschuldet ist.

📊 Speakeasy im Vergleich zu Weather Machine

Unsere Einordnung im Lacerda-Kosmos:

  • Komplexer zu lernen als Weather Machine,
  • strategisch schneller greifbar, sobald der Knoten platzt,
  • interaktiver, da man sich gegenseitig massiv in die Quere kommt
  • ähnlich belohnend, wenn der eigene Plan aufgeht.

Speakeasy fühlt sich wie ein moderner, frischer Lacerda an – anders, aber auf Augenhöhe.

👥 Für wen eignet sich Speakeasy?

Speakeasy ist ein Expertenspiel. Es richtet sich klar an:

  • Vielspieler,
  • Lacerda-Fans,
  • Worker-Placement-Enthusiasten,
  • Gruppen, die Interaktion und Konfrontation mögen,
  • Spieler, die langfristige Planung lieben.

Für klassische Familienrunden ist es zu komplex. Für uns Hügelzelter aber: genau richtig.

Wir möchten unbedingt noch mit Maria spielen – unserem Lacerda-Enthusiasten im Freundeskreis.

🗣️ Hügelzelter-Stimmen

Maja: „So viele Möglichkeiten! Ich will gleich noch mal spielen.“

Josef: „Wenn man die Familie richtig spielt, ist es eigentlich gar nicht so schwer.“

Hendrik: „Der Kontakt zu Skellig Games, das schöne geschriebene Regelheft mit den Passagen zum Hintergrund der Geschichte. Ich bin sehr begeistert. Das Spiel wird lange in Erinnerung bleiben“

⭐ Vorläufiger Wertungskasten (Early Review – Preproduction Edition)

KategorieBewertung
Material⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Regelwerk & Zugang⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
Komplexität⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Interaktion⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Spaßfaktor⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5)
Wiederspielreiz⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5)
Gesamt⭐⭐⭐⭐⭐ 4,5/5

Hinweis: Diese Wertung basiert auf dem Preproduction-Exemplar und zwei Partien. Sie wird bei Erhalt der finalen Retail-Version ggf. aktualisiert.

📝 Fazit – Ein starker Lacerda mit Zukunft

Speakeasy ist:

  • atmosphärisch,
  • fordernd,
  • thematisch brillant,
  • interaktiv wie selten,
  • mechanisch tief,
  • grafisch ein Traum.

Da wir die Leihgabe vermutlich nicht ewig halten können, schließen wir diesen Early-Test an dieser Stelle ab.

Fest steht: Sobald die finale Retail-Version verfügbar ist, wird Speakeasy bei uns einziehen.

Dann folgt:

„Speakeasy – Final Release Review (Teil 2)“
mit Langzeiterfahrung, finalem Materialvergleich und aktualisierter Wertung.

🔭 Ausblick – Mehr Lacerda auf dem Hügel

  • The Great Library haben wir bereits bei Kickstarter gebackt.
  • Lisboa ist auf dem Weg zu uns.

Die Reise in die Welten von Vital Lacerda geht also weiter – und Speakeasy hat einen richtig starken Eindruck hinterlassen.

Light Speed Arena – Spielebewertung


🧭Übersicht

Das Publikum tobt, während der spannende Kampf in der Arena stattfindet. Wer wird die meisten Schiffe zerstören, die meisten Erze sammeln und wessen Heimatschiff überlebt. Dem Sieger ist Ruhm gewiss.


⚙️Spielmechanik

In Light Speed Arena platziert man gleichzeitig alle zehn Sekunden eins seiner acht Raumschiffe. Nachdem alle Raumschiffe platziert wurden, beginnt der Kampf. Wenn man gegnerische Schiffe zerstört, Erze abbaut und sein Mutterschiff überlebt, erhält man Punkte. Man sollte aber auch die Effekte der Asteroiden beachten. Wer die meisten Punkte erhält, gewinnt. Gewertet wird mit Hilfe einer App.


⭐️Unsere Bewertung⭐️

Zugänglichkeit: 🤩 sehr hoch – das Regelwerk ist sehr kurz und die App ist leicht zu bedienen

Interaktion: 🤩 sehr hoch – man muss genau darauf achten wie die Anderen legen

Spielspaß: 😄 hoch – ein gutes Spiel für zwischendurch

Wiederspielwert: 🤩 sehr hoch – kurz Spieldauer

Gestaltung: 😄 hoch – jedes Raumschiff sieht anders aus und die Asteroiden sind auch passend gestaltet


💬Familienmeinung

Hendrik: Mir gefällt das Spiel sehr. Bisher war ich Spielen mit App gegenüber meist skeptisch, aber die App bei Light Speed Arena funktioniert echt super.

Maja: Im Weltraum hört man keine Explosionen.

Josef: Mir gefällt die Idee mit Hilfe einer App zu werten sehr, weil es ohne sie fast unmöglich wäre.


❣️Gesamtbewertung

4 von 5 Meeples

Ein wirklich sehr schönes Spiel für zwischendurch. Die App funktioniert echt super und sorgt für eine kurze Spieldauer. Die verschiedenen Asteroiden bringen auch noch etwas Varianz ins Spiel. Alles in allem ein gutes Spiel, wenn man noch mal 10 Minuten Zeit hat.


ℹ️Spielinfos

•Name: Light Speed Arena

•Verlag: Tablescop, Pegasus Spiele

Autor: Leonardo Alese, Nestro Mangone, Tom Jolly, Emanuele Santellani, James Ernest

•Komplexität: 🧠

Alter: ab 8 Jahre

•Spieleranzahl: 2 – 4 (mit Erweiterungen bis zu 6) Spieler

Spieldauer: 10 Minuten

•Sprache: Deutsch, Englisch

Dune: Imperium – Spielbewertung

Der Spice-Flow zwischen Deckbuilding, Worker Placement und Intrigen

🧭 Übersicht

Einer der größten Namen im modernen Brettspiel und das völlig verdient.
Mit einem BGG-Rating von 8,4 und Platz 6 weltweit gehört Dune: Imperium zu den strategischen Schwergewichten der letzten Jahre.

Für mich persönlich begann der Weg nach Arrakis jedoch ganz woanders:
Der erste Dune-Roman liegt seit Jahren ungelesen im Regal, aber die neuen Filme haben mich komplett gecatcht. Zusammen mit Freunden aus dem DORF war es jedes Mal ein Pflichttermin: Burger, Bier, Oberhausen, Kino.
Inzwischen haben auch die Kinder die Filme gesehen und klar warten wir auf Teil 3.

Parallel dazu bin ich in Dune: Awakening auf dem PC eingestiegen.
Aber das ist eine andere Geschichte (ungefähr so sandig wie unsere halb weggewehte Basis nach dem Sommerurlaub).

Jetzt ging es endlich um das Brettspiel: Dune: Imperium.
Mit Marcel und Martin haben wir uns an einen Abend voller Karten, Agenten, Intrigen und Kämpfe gesetzt und es wurde ein großartiger Ausflug nach Arrakis.


⚙️ Spielmechanik – Deckbuilding trifft Worker Placement

Dune: Imperium ist eine elegante Mischung aus zwei Mechaniken, die für sich allein schon stark sind:

🟦 Deckbuilding

  • Jede Runde: Handkarten ziehen
  • Mit Karten Agenten platzieren
  • Restkarten am Ende für Kämpfe & Kartenkauf nutzen
  • Das Deck optimiert sich nach und nach zu einer gut geölten Maschine

🟧 Worker Placement

  • Agenten werden auf die begehrten Felder gesetzt
  • Manche Aktionen sind sofort weg, sobald ein anderer Spieler dort steht
  • Beliebte Felder: Wasser, Spice, Fraktionsfelder, Truppenrekrutierung

🟥 Konfliktrunden

In jeder Runde entscheidet eine Konfliktkarte, worum es geht: Siegpunkte, Ressourcen, Einfluss.
Und alle wollen natürlich die beste Position im Kampf.

🟪 Intrigenkarten

Das Salz in der Suppe oder das Spice in der Wüste.
Manchmal nur nett, manchmal spielentscheidend.


🧪 Unsere Partien – zwei Runden, zwei Geschichten

⚔️ Runde 1 – Diplomatie, Kampf & ein Atemlos-Finale

  • Hendrik: Count Ilban Richese → Ressourcenmaschine
  • Martin: Paul Atreides → perfekte Kartenvoraussicht
  • Marcel: Count Memnon Thorvald → aggressive Militärpräsenz

Ich habe jeden Kampf gesucht; was anfangs gut lief, aber irgendwann gingen mir Truppen und Ressourcen aus.
Martin konnte Atreides-typisch sauber planen.
Marcel spielte solide Militärstrategie.
Alles in allem: super Einstieg, sehr rund, sehr taktisch.


⚔️ Runde 2 – Der Atem des Spice & das große Finale

  • Hendrik: Paul Atreides
  • Martin: Count Ilban Richese
  • Marcel: Glossu “Beast” Rabban

Diese Runde war geprägt von:

  • massiver Spice-Förderung
  • kaum Wurmeinsatz
  • starkem Endgame-Fokus

Ich habe diesmal bewusst ruhiger gespielt, das Deck geschliffen und alles auf den letzten Kampf gesetzt.
Und dann kam der Moment:

Intrigenkarte + Diplomatie = Allianz-Wechsel in letzter Sekunde.
Genau das brachte den Sieg.

Spannung pur.


💬 Stimmen aus der Runde

Martin

„Es gibt Spiele, da merkt man schon beim Lesen der Regeln, dass sie genial sind.
Das war damals bei Dominion so und ganz klar auch bei Dune.“

Marcel

„Ich hatte klar das beste Deck.“ (Runde 1)
„Vielleicht hätte ich die Diplomatie-Karte nicht scrappen sollen…“ (Runde 2)

Hendrik

„Ein grandioser Mix aus Deckbuilding und Arbeiterplatzierung.
Und nein, der Spaß hat nichts damit zu tun, dass ich beide Runden gewonnen habe ;)“


⭐️ Unsere Bewertung

KategorieWertung
Zugänglichkeit🟡 Mittel – Einstieg okay, aber viele Symbole und Optionen
Interaktion🟢 Hoch – Blockieren, Kämpfen, Kartenauswahl, Intrigen
Spielspaß🟢 Sehr hoch – unfassbar befriedigend und abwechslungsreich
Wiederspielwert🟢 Extrem hoch – Leader, Decks, Konflikte, Strategien
Gestaltung🟡 solide – gute Illustrationen, funktional; kein Deluxe-Overload

❣️ Gesamtbewertung

4,5 von 5 Meeples

Ein thematisch dichtes, spannendes und perfekt austariertes Kennerspiel, das sowohl Deckbuilding-Fans als auch Worker-Placement-Liebhaber abholt.
Für uns ein Highlight und sicher nicht die letzte Partie. Für das Hügelzelterregal ist die Bestellung bereits raus.


ℹ️ Spieleinfos

  • Verlag: Dire Wolf
  • Designer: Paul Dennen
  • Spieltyp: Deckbuilding, Worker Placement, Konfliktspiel
  • Spielerzahl: 1–4
  • Dauer: 60–120 Min
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Sprache: DE/EN je nach Edition
  • BGG-Rating: 8,4

Vier Gewinnt auf 10 Metern – Freitauchen, Klassiker & Erinnerungen

🎬 Einleitung – Offtopic? Ja. Aber völlig im Rahmen.

Heute wird’s mal etwas anders hier auf Hügelzelter.de.
Denn manchmal stolpert man über ein Spiel an Orten, an denen man es wirklich nicht erwartet.
Zum Beispiel auf 10 Metern Tiefe, im Tauchbecken des Monte Mare Rheinbach.

Dort war ich mit Marcel zum Freitauchen unterwegs – und plötzlich stand es da:
Ein riesiges, massives Vier Gewinnt-Spielfeld am Boden des Beckens.
Natürlich haben wir spontan eine Runde angefangen. Wie sollte es anders sein.

Und da merkt man mal wieder:
Spieleklassiker begleiten einen durchs ganze Leben – sogar unter Wasser.


🌊 Freitauchen im Monte Mare – Rheinbach

Der Ausflug selbst war großartig:
Ein angenehm tiefes Becken, schöne Anlage und genug kleine Herausforderungen zum Durchtauchen.
Perfekt für ein paar entspannte Sessions – und fürs „Runterkommen“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich stehe nach wie vor bei 3:30 Minuten Statik, was okay ist, wenn man bedenkt, wie selten ich dazu komme.
Marcel hingegen hat sich mit 4:15 Minuten souverän abgesetzt.
Respekt, mein Freund – Herausforderung fürs nächste Mal ist gesetzt!

Zwischen Hindernissen, Abtauchen und Buddy-Checks dann diese Überraschung:
Ein riesiges Vier Gewinnt am Grund.
Natürlich haben wir es ausprobiert – abwechselnd runterzutauchen, einen Stein einzusetzen und wieder hoch.
Langsam, anstrengend und irgendwie herrlich absurd.


🫧 Vier Gewinnt – Unterwasser-Edition

Unter Wasser Vier Gewinnt zu spielen fühlt sich an wie:

  • ein Mix aus Konzentration, Atemtraining und leichter Orientierungslosigkeit
  • „Runter, Stein setzen, HOCH!“
  • strategisches Denken im 10-Sekunden-Takt

Es ist sicher nicht die effizienteste Art, ein Spiel zu spielen –
aber definitiv eine der ungewöhnlichsten.

Und überraschend spaßig.
Auch wenn wir es nicht bis zum bitteren Ende geschafft haben – irgendwann war klar:
Wir wollten tauchen, nicht knobeln.
Aber als Anekdote bleibt’s unvergesslich.


🎒 Vier Gewinnt in meinem Leben – kleine Zeitreise

Vier Gewinnt ist eines dieser Spiele, das dich über Jahrzehnte begleitet, selbst wenn du’s gar nicht aktiv sammelst.

🏫 1. Schulzeit – Das OG-Legacy-System

Auf einem unserer Schultische war damals ein Raster eingeritzt.
Man spielte mit Bleistift und Radiergummi.
100% analog, 0% Materialkosten –
und perfekt, um Unterrichtsstunden etwas… erträglicher zu machen.
Grüße an Moritz.

🎯 2. Familienversion mit bunten Bällen

Jahre später gab es eine physisch-aktive Variante:
Bunte Bälle aus wenigen Metern Entfernung in ein großes Raster werfen.
Ein Mix aus:

  • Geschick
  • Glück
  • und erstaunlich viel Taktik

Legendäre Nachmittage.

👨‍👩‍👧‍👦 3. Oberhausen – Familienduell gegen die Patentochter

Noch so eine aktive Version, diesmal in Oberhausen.
Die Familie meiner Patentochter hat uns sehr würdig Paroli geboten –
und wieder hat dieses simple Spiel für ein Lächeln bei allen gesorgt.

Man sieht:
Vier Gewinnt hat mehr Facetten als man denkt.


📊 Ein Blick auf den Klassiker – Fakten & Daten

Zur Einordnung hier ein kurzer Blick auf die offiziellen Infos:

  • Titel: Connect Four (1974)
  • Designer: Ned Strongin & Howard Wexler
  • Spieler: 2
  • Spielzeit: ~10 Minuten
  • Komplexität: 1,18 / 5
  • BGG-Rating: 5,0
  • Deutscher Verlag: Schmidt Spiele

Es gibt unzählige Adaptionen, darunter sogar moderne Neuinterpretationen und aktive Versionen.
Und jetzt auch: die Unterwasser-Edition von Rheinbach (inoffiziell).


🧊 Fazit – Vier Gewinnt geht immer

„Vier Gewinnt hat die niedrige 5,0 bei BGG nicht verdient.
Ein Klassiker, der mich schon mein ganzes Leben begleitet …
heute müssen die Kinder dann wohl doch noch mal ran an das Spiel ;)“


📸 PS: Monte Mare – wir melden uns

Wir schreiben die Betreiber an, um eventuell Fotomaterial nutzen zu dürfen.
Sobald wir eine Rückmeldung haben, ergänzen wir den Artikel.

Freundlicherweise wurde uns Bildmaterial zur Verfügung gestellt

Slay the Spire: The Board Game – Hügelzelter-Spielbewertung

November 2025 / Hendrik / Spielebewertungen

🧭 Übersicht

Manchmal liest man eine Empfehlung, die einfach hängen bleibt. Bei Slay the Spire: The Board Game war es für uns der Podcast „Brettzeit“. Paul und Nick – eigentlich nicht dafür bekannt, kooperative Dungeon-Crawler mit Deckbuilding-Fokus in den Himmel zu loben – waren unerwartet begeistert. Und genau dieser ungewöhnliche Enthusiasmus hat uns sofort neugierig gemacht.

Als wir das Spiel dann auf der SPIEL in Essen angespielt haben (englische Version, Premium-Matte, viel Platz), war ziemlich schnell klar: Das Ding zieht ein. Und zwar sofort.

Am Ende wurde es die deutsche Basis-Version. Ausnahmsweise ohne Neopren-Matte – und, Überraschung: Wir haben sie zu Hause nicht vermisst.

🧩 Das Spielgefühl – Deckbuilding trifft Koop trifft Rogue-Lite

Slay the Spire ist ein kooperativer Dungeon-Crawler mit Deckbuilding, der sich extrem taktisch, aber gleichzeitig angenehm leichtgängig spielt.

Jeder Charakter spielt sich völlig anders:

  • Ironclad – schwere Treffer, Selbstheilung
  • Silent – Gift, Kombos, viele kleine Angriffe
  • Defect – Orbs, Positionierung, Timing
  • Watcher – riskante Haltungswechsel mit hohem Risiko/Ertrag

Schon im Brettspiel entsteht ein echtes PC-Feeling: Karten ziehen, Karten ausspielen, Energie verwalten, Relikte einsammeln, Bosse legen – es ist verblüffend, wie nah die Umsetzung am digitalen Original ist.

Und das gilt selbst für die kleinen Dinge:

  • Wie Schaden berechnet wird
  • Wie Upgrades funktionieren
  • Wie sich ein Deck im Lauf des Runs immer runder anfühlt
  • Wie wichtig es ist, „schlechte“ Karten loszuwerden

🏆 Überraschung Nr. 1 – unsere Runs

Wir haben beim ersten Run direkt alle drei Akte geschafft und alle drei Bossmonster gelegt.
Und nein, wir haben nicht geschummelt.

Run 2: wieder Sieg.
Run 3: wieder Sieg.

Nach nur drei vollständigen Runs waren wir im Brettspiel im Prinzip schon im New Game Plus; also dort, wo neue Karten freigeschaltet werden, zusätzliche Optionen entstehen und das Spiel neue Herausforderungen anbietet.

Ob wir einfach gut waren oder der Einstieg gnädig ist, sei dahingestellt. Motiviert hat es uns auf jeden Fall.

🧠 Meta-Progression – leichter Legacy-Effekt, der funktioniert

Das Brettspiel hat eine kleine, aber sehr schöne Form von Meta-Fortschritt:

  • Besiegt man Bosse, kommen neue Karten in den allgemeinen Pool.
  • Einige Karten lassen sich upgraden, indem man sie im Sleeve dreht.
  • Weitere Herausforderungen verlangen, dass man sich im übertragenen Sinn „eine Hand auf den Rücken bindet“ – schwierigere Bedingungen, neue Ziele.

Besonders gut: Diese Meta-Schicht ist schnell, zugänglich und stört nicht den Spielfluss. Sie liefert ein leichtes Legacy-Gefühl, aber ohne Zerstörung, ohne Aufkleber, ohne Reue.

🃏 Sleeves als Mechanik – ungewohnt und clever

Wir hatten das erste Mal Sleeves, die gameplay-relevant sind. Ein Upgrade bedeutet: Karte einfach umdrehen und plötzlich:

  • mehr Schaden,
  • andere Effekte,
  • neue Synergien mit Relikten und anderen Karten.

Das fühlt sich logisch, elegant und überraschend spaßig an. Es verstärkt das Gefühl, dass das eigene Deck wirklich wächst und sich nicht nur numerisch „verbessert“.

🎮 Mini-Abstecher: Das PC-Spiel

Zum Vergleich habe ich kurz in die digitale Vorlage hineingespielt. Es war tatsächlich mein erstes Mal im PC-Spiel, vorher kannte ich nur Berichte und Screenshots.

Erster Eindruck:

  • Ja, es ist ein Kartenspiel: rundenbasiert, sehr nah am Brettspiel.
  • Ich habe den Ironclad gewählt, wie am Tisch und sofort viele Karten wiedererkannt.
  • Die Art, wie die Upgrades und Relikte funktionieren, ist extrem nah an der Brettspielumsetzung.
  • Der Computer vereinfacht einiges (z.B. Berechnungen, Zurücksetzen), aber das Grundgefühl bleibt erstaunlich gleich.

Spannend ist, dass sich das Ganze fast „verkehrt herum“ anfühlt: Als wäre das Brettspiel zuerst da gewesen. Das digitale Spiel wirkt im Kern wie ein bereits existierendes Brettspiel mit Automatisierung.

Zur Metaprogression im Digitalspiel kann ich nach 5 Minuten ehrlicherweise noch nichts Seriöses sagen; aber der erste Eindruck ist: auch hier sehr motivierend.

Skala: Wie sehr hat mich der kurze Ausflug gepackt?
6 von 10 – ich bin beim Schreiben zweimal zurückgekehrt, bleibe aber vorerst lieber beim Brettspiel.

Ein ausführlicher Vergleich „Digital vs. Analog“ wäre spannend – das heben wir uns vielleicht für später auf. Vielleicht ist das auch ein Thema, das die Community häufiger sehen möchte.

⭐ Unsere Bewertung ⭐

  • Zugänglichkeit: 🟢 Gut – Deckbuilding-typische Einstiegshürde, aber sehr klar strukturiert.
  • Interaktion: 🟢 Hoch – kooperativ, viel Abstimmung, trotzdem spielt jeder sein eigenes Deck.
  • Spielspaß: 🟢 Sehr hoch – starke Synergien, Erfolgserlebnisse, spannende Entscheidungen.
  • Wiederspielwert: 🟢 Extrem hoch – vier Klassen, viele Relikte, variable Runs.
  • Gestaltung: 🟢 Klar und funktional – gute Lesbarkeit, stimmige Optik.

💬 Familienmeinung

Hendrik:
„Toll, wie vertraut sich das Deckbuilding anfühlt. Und diese Upgrades im Sleeve… großartige Idee!“

Maja:
„Einer meiner Lieblings-Deckbuilder dieses Jahr. Besonders mit Silent macht es richtig Laune.“

Josef:
„Ich mag, dass wir kooperativ spielen – aber trotzdem jeder versucht, sein Deck optimal zu bauen.“

❣️ Gesamtbewertung

4,5 von 5 Meeples
Ein Brettspiel, das die Magie des digitalen Originals auf außergewöhnlich elegante Weise einfängt. Motivierend, zugänglich und voll kleiner „Aha“-Momente. Wir kommen definitiv zurück an den Spire.

ℹ️ Spieleinfos

  • Name: Slay the Spire: The Board Game
  • Designer: Gary Dworetsky, Anthony Giovannetti, Casey Yano
  • Artist: Bruce Brenneise, Jose David Lanza Cebrian, Anailis Dorta
  • Publisher: Contention Games
  • Spieltyp: Kooperativer Deckbuilder / Rogue-Lite / Dungeon-Crawler
  • Spielerzahl: 1–4
  • Spieldauer: 30–150 Minuten
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Komplexität: 2,91 / 5
  • BGG-Rating: 8,7
  • Erscheinungsjahr: 2024

Holiday in ICE Cinema of Dreams & IceCool – Ein Abend zwischen Showglitzer und Pinguinen

🎬 Holiday on Ice – Ein Ausflug mit der ganzen Hügelzelter-Redaktion

Heute stand ein Ausflug auf dem Programm, der mittlerweile fast schon Tradition hat: Holiday on Ice. Diesmal lief die Show unter dem Titel „Cinema of Dreams“ – und wieder einmal war es ein echtes Spektakel.

Mit dabei waren die gesamte Hügelzelter-Redaktion, die Großeltern und ein Publikum, das sich von Beginn an mitreißen ließ.

Wie gewohnt bot die Show eine Mischung aus Eiskunstlauf, Akrobatik, visuellen Effekten und einer charmanten Geschichte, die alles miteinander verbindet. Besonders schön war, wie über das Filmthema hinweg verschiedenste Tropes eingebaut wurden: Sci-Fi, Abenteuer, Romantik, Fantasy – jede Szene hatte ihren eigenen Stil, inklusive abwechslungsreicher Kostüme und Effekte.

Ein rundum gelungener Nachmittag.

🧊 Vom Eis zur Spielbox – mein Versuch mit IceCool

Nach so viel Eis und Bühnenmagie kam mir eine Idee: Warum nicht den Abend mit einem passenden Brettspiel ausklingen lassen?

IceCool lag thematisch natürlich nahe. Ein schnelles Schnippspiel mit Pinguinen, die durch eine Highschool flitzen, Fisch sammeln und versuchen, der Pausenaufsicht zu entkommen. Also aufgebaut, erklärt…

…und schon nach einer Runde war klar: Die Kinder sind wohl nicht mehr für diese Art Spiel zu begeistern…zumindest nicht in unserer Runde.

Die Hügelzelter-Fazitrunde

Josef:
„Ach Papa, warum hast du das denn nun aufgebaut? Danach tut mir höchstens der Finger vom Schnipsen weh.“

Johanna:
„Ich hätte echt mal Lust, das mal wieder mit den Cousins und Cousinen zu spielen.“

Hendrik:
„Ach, was war das ein Highlight, als die Kinder noch kleiner waren – 2018, also vor 7 Jahren.“

Und ja, irgendwie stimmt das. IceCool ist charmant, schnell erklärt und perfekt für jüngere Spieler. Vielleicht ist es wirklich wieder Zeit für eine Runde mit den jüngeren Nichten und Neffen.

🐧 IceCool – Kurzbewertung

  • Zugänglichkeit: 🟢 Sehr hoch
  • Interaktion: 🟡 Mittel – abhängig von Geschick und Stimmung
  • Spielspaß: 🟡 Gut – besonders mit Kindern
  • Wiederspielwert: 🟡 Okay – eher ein spontaner Spaß
  • Gestaltung: 🟢 Schön und liebevoll umgesetzt

Gesamtbewertung: 3 von 5 Meeples

ℹ️ IceCool – Spieleinfos

  • Name: ICECOOL
  • Designer: Brian Gomez
  • Artist: Reinis Pētersons
  • Publisher: Brain Games
  • Spielerzahl: 2–4
  • Spieldauer: ca. 30 Minuten
  • Alter: ab 6 Jahren
  • BGG-Rating: 6,8
  • Komplexität: 1.06 / 5
  • Besonderheit: Pinguine können springen – wirklich!

🎯 Fazit

Ein wunderbarer Familienausflug und ein thematisch perfekter Versuch, den Abend mit einem „Eis-Spiel“ ausklingen zu lassen. Auch wenn IceCool heute nicht richtig gezündet hat, bleibt es ein schönes Stück Familiengeschichte – und vielleicht landet es bald wieder auf dem Tisch, zusammen mit den jüngeren Nichten und Neffen.

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