Schlagwort: Pattern Building

Azul: Die Gärten der Königin – Spielbewertung

Next Move Games · 2–4 Spieler · ca. 60 Minuten · ab 10 Jahren

Manche Spiele ziehen ein, werden begeistert gespielt und stehen dann trotzdem irgendwann erstaunlich lange im Regal. Azul: Die Gärten der Königin ist bei uns genau so ein Fall. Dabei begann unsere Geschichte mit dem Spiel eigentlich ziemlich vielversprechend.

Unser Weg in den königlichen Garten

Zum ersten Mal haben wir Azul: Die Gärten der Königin in Freiburg in einem Brettspielcafé gespielt. Wir wollten damals gern etwas Neues ausprobieren, gleichzeitig aber auch keinen halben Abend damit verbringen, uns durch eine umfangreiche Anleitung zu arbeiten.

Eigentlich war unsere erste Wahl auf ein anderes Spiel gefallen. Genau dort schreckte uns dann aber der notwendige Einstieg etwas ab. Azul kannten wir als Spielereihe bereits, also lag die Vermutung nahe, dass uns auch Die Gärten der Königin vergleichsweise schnell ins Spiel bringen würde.

Das traf durchaus zu, auch wenn sich diese Variante spielerisch deutlich von den anderen Azul-Titeln unterscheidet. Die Auswahl der Plättchen funktioniert anders, es gibt verschiedene Zielvorgaben und insgesamt fühlt sich das Spiel etwas anspruchsvoller an. Vertraut war dagegen sofort die Präsentation: Die schweren, schön gestalteten Spielsteine fühlen sich einfach gut an und machen auch auf dem Tisch einiges her.

Gerade Maja gefiel das Spiel damals richtig gut. Und so fand sich Die Gärten der Königin wenig später auch auf ihrem Geburtstagstisch wieder.

Danach ereilte das Spiel allerdings ein Schicksal, das vermutlich viele Brettspiele kennen: Es war da, kam aber längst nicht so häufig auf den Tisch wie gedacht. Josef und Maja haben zwischendurch einige Partien gespielt, bei mir geriet es dagegen etwas in Vergessenheit.

Das hat sich nun geändert. Unsere Brettspiel-App schlug Azul: Die Gärten der Königin wieder einmal für eine Partie vor. Also kam es wieder auf den Tisch.

Azul, aber doch deutlich eigenständiger

Wer das klassische Azul kennt, erkennt sofort einige Gemeinsamkeiten. Wieder geht es um farbige Spielsteine, Muster und darum, die richtigen Teile im richtigen Moment auszuwählen.

Trotzdem spielt sich Die Gärten der Königin deutlich anders.

Die sechseckigen Steine unterscheiden sich nach Farbe und Symbol. Beides kann für die eigene Planung wichtig sein. Man versucht Gruppen zu bilden, Punktebedingungen zu erfüllen und den eigenen Garten möglichst sinnvoll aufzubauen.

Dabei sollte man schon ein wenig vorausdenken. Wer einfach nur nimmt, was gerade hübsch aussieht, wird schnell feststellen, dass nicht alles sinnvoll zusammenpasst.

Mehr Taktik als zunächst gedacht

Besonders interessant ist die Auswahl der Steine. Je nachdem, was man nimmt, bekommt man weitere passende Teile dazu. Das kann sehr hilfreich sein, aber auch dazu führen, dass man sich den eigenen Vorrat unnötig vollpackt.

Dazu kommen unterschiedliche Wertungen für Farben, Symbole und zusammenhängende Gruppen.

Das Spiel ist damit anspruchsvoller als das ursprüngliche Azul. Die Regeln bleiben überschaubar, aber beim eigentlichen Spielen gibt es deutlich mehr zu bedenken.

Die BGG-Komplexität von 2,92 von 5 passt aus unserer Sicht deshalb ziemlich gut.

Schönes Material mit kleinen Schwächen

Die Spielsteine sind eindeutig eine der Stärken des Spiels.

Sie liegen gut in der Hand, sehen schön aus und sorgen dafür, dass der Garten am Ende auch optisch etwas hermacht. Gerade diese Haptik gehört für uns zu den Dingen, die wir mit Azul verbinden.

Weniger gelungen finden wir die recht dünnen Spielertableaus. Im Verhältnis zu den massiven Steinen wirken sie etwas billig.

Das ist kein großes Problem, fällt aber auf.

Zu zweit gefällt es uns besonders gut

Unsere aktuelle Partie haben Maja und ich zu zweit gespielt.

Das funktioniert sehr gut, weil man noch ziemlich genau verfolgen kann, was der andere gerade plant. Dadurch entsteht eine angenehme indirekte Interaktion. Man baut zwar hauptsächlich am eigenen Garten, schaut aber trotzdem ständig darauf, welche Steine der andere brauchen könnte.

Mit mehr Spielern wird das naturgemäß unübersichtlicher. Gerade deshalb sollten wir das Spiel irgendwann auch wieder zu dritt oder zu viert ausprobieren.

Stimmen aus den Runden

Hendrik – 7,5/10

„Azul hat einfach tolle Steine. Die Haptik ist gut, die Spielbretter sind sehr dünn. Ein schönes Spiel.“

Für mich ist Die Gärten der Königin vor allem ein schönes und angenehm taktisches Legespiel. Es fordert mehr als das ursprüngliche Azul, ohne unnötig kompliziert zu werden.

Maja – 8,5/10

„Ich mag die Mechanik und die Optik.“

Maja mochte das Spiel schon bei unserer ersten Partie in Freiburg sehr gern. Die Kombination aus Optik, Material und dem Aufbau des eigenen Gartens trifft ihren Geschmack einfach sehr gut.

Unsere Partie in Zahlen

Partien erfasst1
Durchschnittliche Dauer60 Minuten
Durchschnittsnote8,0/10
SiegeHendrik 1×

Unser persönliches Ranking (das Wertungssystem ist noch im Aufbau)

  • Hendrik: Platz 73 von 232
  • Maja: Platz 43 von 239

Die Fakten

  • Originaltitel: Azul: Queen’s Garden
  • Autor: Michael Kiesling
  • Grafik: Chris Quilliams
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Spieler: 2–4
  • Alter: ab 10 Jahren
  • BGG-Komplexität: 2,92 von 5
  • BGG-Bewertung: 7,41
  • BGG-Rang: #688

BGG-Daten: Stand 27. September 2026.

Fazit

Azul: Die Gärten der Königin ist bei uns ein Spiel, das nach einem guten Start etwas zu lange im Regal verschwunden ist.

Eigentlich zu Unrecht.

Es sieht gut aus, fühlt sich gut an und bietet deutlich mehr taktische Möglichkeiten als das ursprüngliche Azul. Gleichzeitig bleibt es zugänglich genug, um nicht in einer langen Regelerklärung zu versinken.

Maja gefällt es etwas besser als mir, was sich auch in unseren Wertungen zeigt. Gemeinsam landen wir aber immer noch bei 8 von 10 Punkten.

Gut also, dass die Brettspiel-App uns daran erinnert hat, es wieder einmal auf den Tisch zu bringen.

Pentago – Spielbewertung

⚫ Klassiker-Prinzip mit Drehmoment

🧭 Übersicht

Die Brettspiel-App der Hügelzelter durfte am Montagabend wieder ran.

Nachdem sie zuletzt Josef und mir mit Aqualin und 7 Wonders Architects zwei Spiele aus dem Regal geholt hatte, über die auf dem Blog tatsächlich noch kein Testbericht existierte, war diesmal Maja meine Mitspielerin.

Die Vorgabe blieb ähnlich: Wir hatten nicht ewig Zeit, wollten zu zweit spielen und möglichst wieder etwas aus unserer Sammlung hervorholen, das schon länger keinen Auftritt mehr auf dem Tisch hatte.

Die App lieferte zwei Vorschläge. Und vorwegnehmen kann man schon einmal: Beide haben wieder Spaß gemacht.

Das erste Spiel des Abends war ein alter Bekannter: Pentago.

Und „alt“ ist hier durchaus wörtlich zu verstehen. Pentago ist bereits 2005 erschienen und ich dürfte es nur kurze Zeit später zum ersten Mal gespielt haben. Damals bei Marcel, während seiner Promotionszeit in der Schweiz.

Marcel und mich verbindet schon seit unseren Studienzeiten eine ziemlich lange Tradition von Brettspielen zu zweit. Besonders gern haben wir dabei immer Spiele gespielt, bei denen möglichst wenig Glück entscheidet und möglichst viel davon, was man selbst auf dem Brett veranstaltet – oder eben übersieht.

Pentago passt perfekt in diese Kategorie.

Das Spiel steht inzwischen schon sehr lange in unserer eigenen Sammlung. Und auch nach ungefähr 20 Jahren funktioniert es immer noch.


⚙️ Spielmechanik

Die Aufgabe könnte kaum einfacher sein: Fünf eigene Kugeln in eine Reihe bringen. Horizontal, vertikal oder diagonal.

Das Grundprinzip ist uralt. Bei uns begann diese Karriere schon in der Schule mit Vier gewinnt auf der Tischplatte. Bleistift und Zirkel sorgten dafür, dass das Spielfeld dauerhaft erhalten blieb und in der nächsten Pause direkt weitergespielt werden konnte.

Wir waren eben schon damals nachhaltig.

Pentago nimmt dieses bekannte Prinzip und ergänzt genau einen entscheidenden Kniff.

Das Spielfeld besteht aus vier einzelnen 3×3-Feldern, die gemeinsam ein großes 6×6-Feld bilden. Im eigenen Zug setzt man zunächst eine Kugel. Anschließend wird eines der vier Teilfelder um 90 Grad gedreht.

Und damit verändert sich plötzlich das komplette Bild.

Eine fast fertige Reihe kann auseinandergerissen werden. Umgekehrt können Kugeln, die gerade noch weit voneinander entfernt lagen, plötzlich zusammengehören. Man muss daher nicht nur überlegen, wo man die eigene Kugel platziert, sondern gleichzeitig vorausdenken, was durch die anschließende Drehung passiert.

Noch wichtiger ist die Frage, welche Möglichkeiten man dem Gegner eröffnet.

Damit wird aus dem simplen „Fünf in einer Reihe“ schnell ein Spiel um Muster, Fallen und räumliches Denken. Man baut nicht nur die eigene Reihe auf und blockiert den Gegner, sondern versucht mögliche Drehungen gleich mit einzuplanen.

Majas Kommentar trifft es deshalb ziemlich gut:

„Cooles, kurzweiliges Taktikspiel. Oder ist es doch eher ein Logikspiel?“

Ein Glücksfaktor existiert praktisch nicht. Beide Spieler haben dieselben Möglichkeiten und sämtliche Informationen liegen offen auf dem Tisch. Wer verliert, hat etwas übersehen oder der andere hat schlicht besser gespielt.

Auch die kurze Spielzeit passt hervorragend dazu. Unsere beiden Partien dauerten im Durchschnitt rund fünf Minuten. Damit kann man problemlos mehrere Runden hintereinander spielen. Diesmal blieb es bei zwei – schließlich sollte die App uns noch ein zweites Spiel für den Abend liefern.


⭐️ Unsere Bewertung ⭐️

Zugänglichkeit: 🤩 Sehr hoch – Kugel setzen, Feld drehen, fünf in eine Reihe bekommen. Einfacher lässt sich ein Spiel kaum erklären.

Interaktion: 🤩 Sehr hoch – Jeder Zug verändert unmittelbar die Möglichkeiten beider Spieler.

Spielspaß: 🤩 Sehr hoch – Extrem kurze Partien, aber trotzdem echte taktische Entscheidungen.

Wiederspielwert: 🤩 Sehr hoch – Eine Partie dauert nur wenige Minuten und lädt unmittelbar zur Revanche ein.

Gestaltung: 😄 Hoch – Abstrakt, klar und funktional. Gerade die beweglichen Spielfeldsegmente machen das Spiel auch haptisch interessant.

Glücksfaktor: 🟢 Praktisch keiner – Alle Informationen liegen offen. Entscheidend sind Planung, räumliches Denken und die Fehler der beiden Spieler.


💬 Familienmeinung

Hendrik:

„Erstmals habe ich Pentago vor ungefähr 20 Jahren mit Marcel gespielt. Lange ist es inzwischen auch bei uns eingezogen – und mir gefällt es immer noch sehr gut.

Einfachste Regeln, praktisch kein Glück und trotzdem kann eine einzige Drehung alles verändern.“

Wertung: 8 von 10

Maja:

„Cooles, kurzweiliges Taktikspiel. Oder ist es doch eher ein Logikspiel?“

Wertung: 8 von 10


📊 Unsere Partien in Zahlen

Erfasste Partien: 2

Durchschnittliche Spielzeit: 5 Minuten

Durchschnittsnote: 8,0 von 10

Siege Hendrik: 2

In meinem persönlichen Ranking liegt Pentago aktuell auf:

Platz 22 von 233 Spielen.

Natürlich spiegeln die zwei erfassten Partien nur unseren aktuellen App-Datenbestand wider. Tatsächlich haben wir Pentago über die Jahre deutlich häufiger gespielt.


❣️ Gesamtbewertung

4 von 5 Meeples

Pentago nimmt ein uraltes Spielprinzip und macht mit einer einzigen Idee erstaunlich viel daraus. Durch die drehbaren Spielfeldteile reichen einfaches Blockieren und Reihenbauen nicht mehr aus. Räumliches Denken und das Vorausplanen möglicher Drehungen werden entscheidend.

Dazu kommen extrem kurze Partien und praktisch kein Glück.

Auch nach rund 20 Jahren ist Pentago für mich deshalb noch immer eines der richtig guten Spiele für zwei Personen.


ℹ️ Spielinfos

Name: Pentago

Autor: Tomas Flodén

Grafik: Mårten Skoger

Verlag: Mindtwister AB

Erscheinungsjahr: 2005

Spielart: Abstraktes Taktik- und Logikspiel

Spielerzahl: 2 Spieler

Spieldauer: ca. 5 Minuten

Alter: ab 8 Jahren

Komplexität bei BoardGameGeek: 1,83 von 5

BGG-Bewertung: 6,38

BGG-Rang: #3156

Mechaniken: Map Deformation, Pattern Building, Square Grid

BoardGameGeek-Daten: Stand 10. September 2026

Spielbewertungen