⚫ Klassiker-Prinzip mit Drehmoment
🧭 Übersicht
Die Brettspiel-App der Hügelzelter durfte am Montagabend wieder ran.
Nachdem sie zuletzt Josef und mir mit Aqualin und 7 Wonders Architects zwei Spiele aus dem Regal geholt hatte, über die auf dem Blog tatsächlich noch kein Testbericht existierte, war diesmal Maja meine Mitspielerin.
Die Vorgabe blieb ähnlich: Wir hatten nicht ewig Zeit, wollten zu zweit spielen und möglichst wieder etwas aus unserer Sammlung hervorholen, das schon länger keinen Auftritt mehr auf dem Tisch hatte.
Die App lieferte zwei Vorschläge. Und vorwegnehmen kann man schon einmal: Beide haben wieder Spaß gemacht.
Das erste Spiel des Abends war ein alter Bekannter: Pentago.
Und „alt“ ist hier durchaus wörtlich zu verstehen. Pentago ist bereits 2005 erschienen und ich dürfte es nur kurze Zeit später zum ersten Mal gespielt haben. Damals bei Marcel, während seiner Promotionszeit in der Schweiz.
Marcel und mich verbindet schon seit unseren Studienzeiten eine ziemlich lange Tradition von Brettspielen zu zweit. Besonders gern haben wir dabei immer Spiele gespielt, bei denen möglichst wenig Glück entscheidet und möglichst viel davon, was man selbst auf dem Brett veranstaltet – oder eben übersieht.
Pentago passt perfekt in diese Kategorie.
Das Spiel steht inzwischen schon sehr lange in unserer eigenen Sammlung. Und auch nach ungefähr 20 Jahren funktioniert es immer noch.
⚙️ Spielmechanik
Die Aufgabe könnte kaum einfacher sein: Fünf eigene Kugeln in eine Reihe bringen. Horizontal, vertikal oder diagonal.
Das Grundprinzip ist uralt. Bei uns begann diese Karriere schon in der Schule mit Vier gewinnt auf der Tischplatte. Bleistift und Zirkel sorgten dafür, dass das Spielfeld dauerhaft erhalten blieb und in der nächsten Pause direkt weitergespielt werden konnte.
Wir waren eben schon damals nachhaltig.
Pentago nimmt dieses bekannte Prinzip und ergänzt genau einen entscheidenden Kniff.
Das Spielfeld besteht aus vier einzelnen 3×3-Feldern, die gemeinsam ein großes 6×6-Feld bilden. Im eigenen Zug setzt man zunächst eine Kugel. Anschließend wird eines der vier Teilfelder um 90 Grad gedreht.

Und damit verändert sich plötzlich das komplette Bild.
Eine fast fertige Reihe kann auseinandergerissen werden. Umgekehrt können Kugeln, die gerade noch weit voneinander entfernt lagen, plötzlich zusammengehören. Man muss daher nicht nur überlegen, wo man die eigene Kugel platziert, sondern gleichzeitig vorausdenken, was durch die anschließende Drehung passiert.
Noch wichtiger ist die Frage, welche Möglichkeiten man dem Gegner eröffnet.
Damit wird aus dem simplen „Fünf in einer Reihe“ schnell ein Spiel um Muster, Fallen und räumliches Denken. Man baut nicht nur die eigene Reihe auf und blockiert den Gegner, sondern versucht mögliche Drehungen gleich mit einzuplanen.
Majas Kommentar trifft es deshalb ziemlich gut:
„Cooles, kurzweiliges Taktikspiel. Oder ist es doch eher ein Logikspiel?“
Ein Glücksfaktor existiert praktisch nicht. Beide Spieler haben dieselben Möglichkeiten und sämtliche Informationen liegen offen auf dem Tisch. Wer verliert, hat etwas übersehen oder der andere hat schlicht besser gespielt.
Auch die kurze Spielzeit passt hervorragend dazu. Unsere beiden Partien dauerten im Durchschnitt rund fünf Minuten. Damit kann man problemlos mehrere Runden hintereinander spielen. Diesmal blieb es bei zwei – schließlich sollte die App uns noch ein zweites Spiel für den Abend liefern.
⭐️ Unsere Bewertung ⭐️
Zugänglichkeit: 🤩 Sehr hoch – Kugel setzen, Feld drehen, fünf in eine Reihe bekommen. Einfacher lässt sich ein Spiel kaum erklären.
Interaktion: 🤩 Sehr hoch – Jeder Zug verändert unmittelbar die Möglichkeiten beider Spieler.
Spielspaß: 🤩 Sehr hoch – Extrem kurze Partien, aber trotzdem echte taktische Entscheidungen.
Wiederspielwert: 🤩 Sehr hoch – Eine Partie dauert nur wenige Minuten und lädt unmittelbar zur Revanche ein.
Gestaltung: 😄 Hoch – Abstrakt, klar und funktional. Gerade die beweglichen Spielfeldsegmente machen das Spiel auch haptisch interessant.
Glücksfaktor: 🟢 Praktisch keiner – Alle Informationen liegen offen. Entscheidend sind Planung, räumliches Denken und die Fehler der beiden Spieler.
💬 Familienmeinung
Hendrik:
„Erstmals habe ich Pentago vor ungefähr 20 Jahren mit Marcel gespielt. Lange ist es inzwischen auch bei uns eingezogen – und mir gefällt es immer noch sehr gut.
Einfachste Regeln, praktisch kein Glück und trotzdem kann eine einzige Drehung alles verändern.“
Wertung: 8 von 10
Maja:
„Cooles, kurzweiliges Taktikspiel. Oder ist es doch eher ein Logikspiel?“
Wertung: 8 von 10
📊 Unsere Partien in Zahlen
Erfasste Partien: 2
Durchschnittliche Spielzeit: 5 Minuten
Durchschnittsnote: 8,0 von 10
Siege Hendrik: 2
In meinem persönlichen Ranking liegt Pentago aktuell auf:
Platz 22 von 233 Spielen.
Natürlich spiegeln die zwei erfassten Partien nur unseren aktuellen App-Datenbestand wider. Tatsächlich haben wir Pentago über die Jahre deutlich häufiger gespielt.
❣️ Gesamtbewertung
4 von 5 Meeples
Pentago nimmt ein uraltes Spielprinzip und macht mit einer einzigen Idee erstaunlich viel daraus. Durch die drehbaren Spielfeldteile reichen einfaches Blockieren und Reihenbauen nicht mehr aus. Räumliches Denken und das Vorausplanen möglicher Drehungen werden entscheidend.
Dazu kommen extrem kurze Partien und praktisch kein Glück.
Auch nach rund 20 Jahren ist Pentago für mich deshalb noch immer eines der richtig guten Spiele für zwei Personen.
ℹ️ Spielinfos
Name: Pentago
Autor: Tomas Flodén
Grafik: Mårten Skoger
Verlag: Mindtwister AB
Erscheinungsjahr: 2005
Spielart: Abstraktes Taktik- und Logikspiel
Spielerzahl: 2 Spieler
Spieldauer: ca. 5 Minuten
Alter: ab 8 Jahren
Komplexität bei BoardGameGeek: 1,83 von 5
BGG-Bewertung: 6,38
BGG-Rang: #3156
Mechaniken: Map Deformation, Pattern Building, Square Grid
BoardGameGeek-Daten: Stand 10. September 2026
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